
Zirkel reiten: Hilfen, Linienführung und Übungen für ein rundum gymnastiziertes Pferd
Der Zirkel ist eine Hufschlagfigur und wird beim englischen Reiten schon ab der E Dressur korrekt erwartet.
„Bei A auf den Zirkel geritten“ gehört zu den ersten Kommandos, die ein Reitschüler hört. Der Zirkel ist die erste gebogene Linie, auf der Du lernst, ein Pferd zu stellen und zu biegen. Gleichzeitig bleibt er bis in die schweren Lektionen hinein die Linie, auf der Ausbilder ihre Pferde lösen, kräftigen, geraderichten und überprüfen. Wer einen Zirkel wirklich rund, im gleichmäßigen Takt und mit passender Biegung reiten kann, beherrscht das Zusammenspiel der Hilfen. Genau daran scheitern viele Reiter jahrelang, ohne es zu merken: Aus dem Kreis wird ein Ei, ein Viereck mit runden Ecken oder ein Gebilde, das an der offenen Seite ausbeult.
In diesem Beitrag erfährst Du, was ein Zirkel genau ist, was er im Körper des Pferdes bewirkt, welche Hilfe welche Aufgabe hat, wohin Du genau reitest und welche Übungen Du auf dem Zirkel reiten kannst: Übergänge, Zirkel verkleinern und vergrößern, Übertreten lassen an der offenen Seite, Handwechsel, Stangenarbeit und vieles mehr. Dazu kommen die typischen Probleme mit konkreten Lösungen und eine Beispiel-Trainingseinheit.
Was ist ein Zirkel? Maße, Zirkelpunkte und Lage in der Reitbahn
Ein Zirkel ist ein Kreis mit 20 Metern Durchmesser. In der Standardreitbahn von 20 mal 40 Metern nimmt er genau die halbe Bahn ein und reicht von einer langen Seite bis zur anderen. Je nach Lage heißt er Zirkel bei A, Zirkel bei C oder Mittelzirkel. Der Mittelzirkel liegt in der Mitte der Bahn und berührt die langen Seiten bei E und B.
Der Umfang eines Zirkels beträgt rund 63 Meter. Diese Strecke teilen vier Punkte in gleich lange Viertel von knapp 16 Metern:
Beim Zirkel bei A sind das der Punkt A in der Mitte der kurzen Seite, die beiden Zirkelpunkte auf den langen Seiten und der Punkt X in der Bahnmitte. Die Zirkelpunkte liegen 10 Meter von der kurzen Seite entfernt. In der 20-mal-40-Meter-Bahn findest Du sie also 4 Meter hinter dem Wechselpunkt K oder F, denn diese Buchstaben stehen 6 Meter von der Ecke entfernt. Viele Reitbahnen haben an diesen Stellen kleine Markierungen an der Bande.
In der großen Dressurbahn von 20 mal 60 Metern bleiben die Zirkelpunkte ebenfalls 10 Meter von der kurzen Seite entfernt. Der Zirkel bei A berührt die Mittellinie hier allerdings 20 Meter hinter A und damit deutlich vor X, denn X liegt in dieser Bahn 30 Meter von A entfernt.
Die Seite des Zirkels, die an der kurzen Seite und an der Bande entlangläuft, heißt geschlossene Seite. Die Seite zur Bahnmitte hin, an der Dein Pferd keine Bande als Begrenzung hat, heißt offene Seite. Diese Unterscheidung brauchst Du später ständig, denn an beiden Seiten passieren ganz unterschiedliche Fehler.
Ein korrekt gerittener Zirkel berührt den Hufschlag nur an drei Stellen: in der Mitte der kurzen Seite und an den beiden Zirkelpunkten. Die Ecken der Bahn bleiben frei. Rechnet man nach, liegt die Zirkellinie an der engsten Stelle gut 4 Meter von der Ecke entfernt. Diese Zahl hilft Dir beim Einschätzen: Ein Pferd, das bis in die Ecke läuft, hat den Zirkel verlassen.
Warum Zirkelarbeit so wichtig ist: Was der Zirkel im Pferdekörper bewirkt
Auf den ersten Blick ist der Zirkel nur ein großer Kreis. Für das Pferd bedeutet er eine dauerhafte Wendung, in der es sich ständig ausbalancieren und mit beiden Körperseiten unterschiedlich arbeiten muss. Genau darin liegt der Wert.
Die innere Seite wird gekräftigt, die äußere gedehnt
Auf der Kreislinie verkürzt sich die Muskulatur auf der Innenseite, die Muskulatur auf der Außenseite wird gedehnt. Wechselst Du regelmäßig die Hand, arbeiten beide Seiten im Wechsel. So entsteht Geschmeidigkeit auf beiden Seiten, ganz ähnlich wie bei einem Menschen, der sich abwechselnd nach links und nach rechts dehnt.
Lese hier für das bessere Verständnis noch über die Hilfen nach,
insbesondere über die verwahrenden Hilfen auf gebogenen Linien
und was eigentlich eine halbe Parade ist
Das innere Hinterbein trägt mehr Last
Auf der gebogenen Linie tritt das innere Hinterbein vermehrt in Richtung Schwerpunkt unter den Rumpf. Es winkelt sich stärker in Hüfte, Knie und Sprunggelenk und nimmt mehr Gewicht auf. Das ist Krafttraining für die Hinterhand und die Vorbereitung auf alles, was später an Versammlung kommt. Wechselt die Hand, wechselt auch das Hinterbein, das mehr trägt. Mal arbeitet ein Hinterbein mehr tragend, mal mehr schiebend.
Ehrlich betrachtet: Wie stark biegt sich ein Pferd überhaupt?
In vielen Lehrbüchern liest Du, das Pferd solle sich auf dem Zirkel „von Genick bis Schweif gleichmäßig“ biegen. Als Bild für den Reiter ist das richtig und hilfreich. Anatomisch sieht es etwas anders aus: Die Halswirbelsäule ist sehr beweglich, die Brustwirbelsäule lässt sich seitlich nur wenig biegen, die Lendenwirbelsäule kaum. Was wir als Längsbiegung sehen, entsteht zu einem großen Teil dadurch, dass das innere Hinterbein zum Schwerpunkt tritt, der Brustkorb sich leicht nach außen verlagert und die Muskulatur der Außenseite nachgibt. Für Dich als Reiter folgt daraus etwas sehr Wichtiges: Weil der Hals so viel beweglicher ist als der Rumpf, entsteht eine falsche Biegung am leichtesten im Hals. Ziehst Du den Kopf nach innen, knickt der Hals am Widerrist ab, das Gewicht wandert auf die äußere Schulter und das Pferd verlässt den Zirkel nach außen. Die Biegung kommt deshalb aus dem inneren Schenkel und dem Sitz, der Zügel sorgt nur für die Stellung.
Balance ohne Bande
An der geschlossenen Seite hat Dein Pferd die Bande als Orientierung. An der offenen Seite fehlt sie. Dort muss es sich selbst tragen und auf Deine Hilfen achten. Der Zirkel zeigt Dir deshalb sehr ehrlich, wie gut Dein Pferd ausbalanciert ist und wie gut es an Deinen Hilfen steht.
Geraderichten beginnt auf der gebogenen Linie
Jedes Pferd ist von Natur aus etwas schief. Es hat eine hohle Seite, auf die es sich leichter biegt. Die andere Seite ist die Zwangsseite, auf der es sich fester macht. Auf dem Zirkel zeigt sich das sofort: Auf einer Hand fällt der Kreis leicht, auf der anderen drängt das Pferd nach innen oder nach außen. Indem Du auf beiden Händen dafür sorgst, dass die Hinterhufe in die Spur der Vorderhufe treten, arbeitest Du an der Geraderichtung. Das klingt widersprüchlich, ist aber ein Grundsatz der klassischen Ausbildung: Ein Pferd wird über gebogene Linien gerade.
Gelenkschonender Einstieg
Ein 20-Meter-Kreis verlangt nur eine geringe Biegung. Deshalb eignet sich der Zirkel für junge Pferde, für Pferde im Wiederaufbau und für die Lösungsphase jedes Trainings. Engere Linien wie Volten von 10, 8 oder 6 Metern belasten Sehnen, Bänder und Gelenke deutlich stärker und folgen erst, wenn das Pferd auf dem großen Kreis sicher im Gleichgewicht geht.
Der Zirkel als Prüfstein der Ausbildung
Auf dem Zirkel kannst Du alle Punkte der Ausbildungsskala überprüfen: Bleibt der Takt gleichmäßig? Ist das Pferd losgelassen und kaut es ab? Steht es gleichmäßig an beiden Zügeln? Behält es seinen Schwung? Spurt es? Lässt es sich vermehrt setzen, wenn Du den Zirkel verkleinerst? In Dressuraufgaben nutzen Richter den Zirkel genau dafür, zum Beispiel beim Zügel aus der Hand kauen lassen.
Der Zirkel schult auch den Reiter
Für Dich als Reiter ist der Zirkel die Schule der diagonalen Hilfengebung. Innerer Schenkel und äußerer Zügel, verwahrender äußerer Schenkel und leichter innerer Zügel: Auf dem Kreis lernst Du, mit vier Hilfen gleichzeitig unterschiedliche Dinge zu tun und sie mit dem Sitz zu verbinden. Wer das auf dem Zirkel verinnerlicht hat, reitet auch Volten, Schlangenlinien und Seitengänge leichter.
Stellung und Biegung: Was gehört wohin?
Stellung und Biegung werden oft in einem Atemzug genannt, meinen aber verschiedene Dinge.
Die Stellung betrifft das Genick. Das Pferd dreht den Kopf im Genick leicht nach innen. Du erkennst eine korrekte Stellung daran, dass Du vom Sattel aus den inneren Augenwinkel und den Rand der inneren Nüster siehst. Mehr braucht es auf dem Zirkel nicht. Siehst Du das ganze innere Auge oder gar die halbe Ganasche, ist die Stellung zu stark. Beide Ohren bleiben dabei auf gleicher Höhe. Steht ein Ohr tiefer, verwirft sich das Pferd im Genick.
Die Biegung betrifft den ganzen Pferdekörper. Das Pferd passt seine Längsachse der Kreislinie an und biegt sich um Deinen inneren Schenkel. Auf dem Zirkel ist diese Biegung gering, eben passend zu einem Kreis von 20 Metern. In einer Volte wird sie stärker.
Beides zusammen ergibt ein Pferd, das hufschlagdeckend geht: Das innere Hinterbein tritt in die Spur des inneren Vorderbeins, das äußere Hinterbein in die Spur des äußeren Vorderbeins. Von hinten betrachtet siehst Du dann nur zwei Spuren statt vier.
Die Hilfen auf dem Zirkel: Wer macht was?
Zirkelhilfen sind diagonale Hilfen. Der innere Schenkel treibt das Pferd an den äußeren Zügel heran. Der äußere Schenkel und der äußere Zügel begrenzen und rahmen das Pferd ein. Der innere Zügel gibt nur die Stellung. Der Sitz verbindet alles miteinander. Die einzelnen Hilfen im Detail:
Der Sitz: Gewicht und Drehsitz
Alles beginnt mit dem Blick. Schau etwa ein Viertel des Zirkels voraus auf den nächsten Zirkelpunkt. Sobald Du den Kopf in diese Richtung drehst, folgen Schultern und Oberkörper fast von selbst. Daraus entsteht der sogenannte Drehsitz: Deine Schultern stehen parallel zu den Schultern des Pferdes, Deine Hüfte parallel zur Hüfte des Pferdes. Deine äußere Schulter kommt dadurch etwas nach vorn, Deine innere Hüfte ebenfalls.
Dein Gewicht liegt etwas mehr auf dem inneren Gesäßknochen. Das passiert meist von allein, wenn Du den äußeren Oberschenkel aus der Hüfte heraus etwas zurücknimmst. Das innere Knie gleitet dabei tief und Dein innerer Absatz federt. Bleib innen lang. Viele Reiter knicken auf dem Zirkel in der inneren Hüfte ein. Dann rutscht das Gewicht ausgerechnet nach außen und das Pferd folgt diesem Gewicht nach außen. Ein gutes Bild dafür: Strecke Deine innere Seite nach oben und nach unten, als würdest Du mit dem Kopf zur Hallendecke und mit dem Absatz zum Boden wachsen.
Der innere Schenkel: Motor und Pfosten der Biegung
Dein innerer Schenkel liegt am Gurt. Er hat zwei Aufgaben: Er treibt das Pferd vorwärts an den äußeren Zügel heran und er gibt die Biegung. Stell Dir Deinen inneren Schenkel wie einen Pfosten vor, um den sich das Pferd herumbiegt.
Der innere Schenkel arbeitet in kurzen Impulsen, nicht mit Dauerdruck. Am wirksamsten ist der Impuls in dem Moment, in dem das innere Hinterbein abfußt, also vom Boden abhebt und nach vorn schwingt. Im Schritt spürst Du das daran, dass Dein inneres Gesäß leicht absinkt. Im Leichttraben ist es der Moment, in dem Du Dich hinsetzt. Gibst Du den Impuls in diesem Augenblick, kann das Pferd das Hinterbein weiter nach vorn und unter den Schwerpunkt setzen.
Der äußere Schenkel: verwahren und begrenzen
Dein äußerer Schenkel liegt etwa eine Handbreit hinter dem Gurt. Er verwahrt, das heißt, er achtet darauf, dass die Hinterhand auf der Zirkellinie bleibt und nicht nach außen wegdriftet. Die Bewegung nach hinten kommt aus dem Oberschenkel und der Hüfte. Der Unterschenkel geht einfach mit. Ziehst Du nur den Unterschenkel zurück, verkrampfst Du im Knie und Dein Absatz rutscht hoch.
Der äußere Schenkel ist dabei ein aktiver Schenkel. Er liegt ruhig am Pferd, kann aber jederzeit mittreiben, wenn das Pferd an Schwung verliert, oder deutlicher begrenzen, wenn die Hinterhand nach außen drängt. Achte darauf, ihn nur so weit zurückzunehmen, wie Du im Gleichgewicht bleibst. Wer den äußeren Schenkel weit nach hinten schiebt, verdreht sich im Sattel.
Der äußere Zügel: Führung, Begrenzung und Tempo
Der äußere Zügel ist der wichtigste Zügel auf dem Zirkel. Er hat eine gleichmäßige, weiche Verbindung zum Pferdemaul und erfüllt gleich mehrere Aufgaben:
Er bestimmt, wie viel Stellung das Pferd bekommt. Damit sich das Pferd nach innen stellen kann, gibt die äußere Hand genau so viel nach, wie die Stellung braucht. Dabei bleibt die Verbindung bestehen.
Er begrenzt Hals und äußere Schulter. Stell Dir den äußeren Zügel wie eine Wand an der Außenseite des Halses vor, an der das Pferd entlanggeht.
Er reguliert das Tempo. Über halbe Paraden am äußeren Zügel, unterstützt vom Sitz, sorgst Du für gleichbleibendes Tempo und gleichbleibenden Takt.
Er führt das Pferd mit in die Wendung. Die äußere Hand bewegt sich dabei leicht in Richtung Mähnenkamm, ohne ihn zu überkreuzen.
Ausbilder sagen deshalb: Der Zirkel wird am äußeren Zügel geritten, die Biegung kommt aus dem inneren Schenkel.
Der innere Zügel: Stellung geben und leicht werden
Der innere Zügel stellt das Pferd. Er tut das mit leichten, kurzen Impulsen aus dem Handgelenk. Ein gutes Bild ist ein Schwamm, den Du in der Hand ausdrückst: Die Finger schließen sich kurz, öffnen sich wieder, fertig. Sobald das Pferd die Stellung annimmt, wird die innere Hand weich. Das Nachgeben ist dabei die eigentliche Belohnung.
Die innere Hand bleibt neben dem Widerrist und auf gleicher Höhe wie die äußere Hand. Führst Du sie über den Mähnenkamm nach außen, verschiebst Du das Gewicht des Pferdes auf die äußere Schulter. Nimmst Du sie tief nach unten oder ziehst Du nach hinten, blockierst Du das innere Hinterbein. Beide Hände bleiben vor Dir, ruhig getragen, mit einer geraden Linie von Ellbogen über Hand zum Pferdemaul.
Bei jungen Pferden, die die Zirkelhilfen noch lernen, darf die innere Hand anfangs etwas weiter seitlich in die Bahn hinein führen. Das nennt man öffnenden Zügel. Er zeigt dem Pferd deutlich, wohin es gehen soll. Je besser das Pferd die Hilfen versteht, desto feiner werden sie, bis die innere Hand nur noch einen Hauch Stellung gibt.
Bei Pferden, die sich auf ihrer Zwangsseite im Genick festmachen, hilft es, die stellende innere Hand für einen Moment ein kleines Stück anzuheben. Dadurch wirkt das Gebiss weiter oben am Maulwinkel statt auf der Lade. Viele Pferde empfinden das als angenehmer und geben im Genick leichter nach. Danach kommt die Hand sofort zurück in ihre normale Position.
Halbe Paraden auf dem Zirkel: wann, wo und wie
Eine halbe Parade ist ein kurzes Zusammenspiel aus Sitz, Schenkel und Zügel. Dein Gewicht kommt einen Moment tiefer in den Sattel, Deine Schenkel treiben, die Hand fängt die Bewegung für einen Augenblick ab und gibt sofort wieder nach. Der ganze Vorgang dauert etwa so lang wie ein Tritt. Das Pferd wird dadurch aufmerksam, nimmt mehr Gewicht mit der Hinterhand auf und kommt wieder ins Gleichgewicht.
Auf dem Zirkel setzt Du halbe Paraden vor allem an diesen Stellen ein:
Vor jedem Zirkelpunkt. Hier überprüfst Du Stellung, Biegung, Tempo und Takt. Bevor Du den Zirkelpunkt erreichst, kommen die äußeren Hilfen durch. Am Punkt selbst kontrollierst Du die Stellung und gibst innen nach. Danach peilst Du den nächsten Punkt an. So entstehen viermal pro Runde kleine Kontrollmomente.
An der offenen Seite. Hier fehlt die Bande, hier verlieren viele Pferde ihr Gleichgewicht nach außen oder drängen nach innen. Eine halbe Parade kurz vor dem Verlassen der Bande hilft dem Pferd, sich selbst zu tragen.
Vor jedem Übergang. Jede Gangart- oder Tempoänderung braucht eine bis drei halbe Paraden als Vorbereitung. Sie kündigen dem Pferd an, dass gleich etwas Neues kommt.
Wenn das Tempo eilig wird. Hier reitest Du mehrere halbe Paraden im Takt, bis das Pferd wieder ruhig und gleichmäßig geht.
Halbe Paraden laufen auf dem Zirkel hauptsächlich über den äußeren Zügel, immer verbunden mit dem treibenden inneren Schenkel. Der innere Zügel kommt nur dann kurz mit dazu, wenn das Pferd sich innen festmacht, die Stellung verliert oder Du es auf eine neue Aufgabe vorbereitest, etwa einen Handwechsel. Danach wird er sofort wieder leicht.
Ein häufiger Fehler: Die Hand pariert, aber Sitz und Schenkel bleiben passiv. Dann bremst das Pferd nur vorn ab, die Hinterhand bleibt zurück und es kommt auf die Vorhand. Eine halbe Parade beginnt deshalb immer mit Sitz und Schenkel. Die Hand kommt zuletzt und geht zuerst wieder weg.
Nachgeben und das Bein dranlassen: Überstreichen und Zügel aus der Hand kauen lassen
Das Nachgeben gehört zu den wichtigsten Hilfen überhaupt. Ein Pferd, das in Selbsthaltung geht, braucht keinen dauerhaften Zug am Zügel. Es trägt sich selbst und wartet auf Deine nächste Hilfe. Auf dem Zirkel lässt sich das sehr gut überprüfen.
Überstreichen am inneren Zügel
Beim Überstreichen schiebst Du die innere Hand für zwei bis drei Pferdelängen am Mähnenkamm entlang deutlich nach vorn in Richtung Pferdemaul, so dass der Zügel durchhängt. Danach kommt die Hand langsam zurück, als würdest Du dem Pferd über den Hals streicheln. Der äußere Zügel behält währenddessen seine Verbindung.
Bleibt das Pferd in dieser Zeit gestellt, im gleichen Takt und auf der Zirkellinie, ist es korrekt an den äußeren Zügel herangeritten und trägt sich selbst. Fällt es auseinander, verliert es die Stellung, wird es schneller oder drängt es nach außen, hast Du vorher zu viel mit dem inneren Zügel gearbeitet. Das Überstreichen ist also gleichzeitig Test und Übung. Reite es an jedem Zirkelpunkt einmal und Du merkst schnell, auf welcher Hand Dein Pferd noch Unterstützung braucht.
Das Bein dranlassen
Wenn die Hand nachgibt, bleibt das Bein dran. Das ist der Kern dieses Satzes, den viele Reiter aus dem Unterricht kennen. Gibst Du am Zügel nach und lässt gleichzeitig die Schenkel weg, fehlt dem Pferd die ganze Begrenzung. Es wird langsamer, fällt auf die Vorhand oder verlässt die Linie. Der innere Schenkel treibt also weiter, der äußere verwahrt weiter. Das Pferd lernt dadurch: Nachgeben heißt nicht Feierabend, sondern Vertrauen in die Selbsthaltung bei gleicher Aufgabe.
Zügel aus der Hand kauen lassen auf dem Zirkel
Beim Zügel aus der Hand kauen lassen verlängerst Du beide Zügel langsam und gleichmäßig, während Dein Pferd ihnen nach vorwärts-abwärts folgt. Das Maul kommt dabei ungefähr auf Höhe des Buggelenks, die Nase bleibt leicht vor der Senkrechten. Die Verbindung bleibt erhalten. Dein Pferd dehnt sich an die Hand heran, statt einfach den Kopf fallen zu lassen.
Auf dem Zirkel zeigt sich, ob diese Dehnung wirklich aus einem losgelassenen Rücken kommt: Das Pferd behält Takt, Tempo, Zirkellinie und Biegung bei. Deshalb steht diese Übung in vielen Dressuraufgaben auf dem Zirkel. Nach etwa einer Runde nimmst Du die Zügel genauso langsam wieder auf, wie Du sie hergegeben hast.
Reite das Zügel aus der Hand kauen lassen im Training nicht nur am Ende. Zwischendurch eingebaut, etwa nach einer anstrengenden Übergangsreihe, entspannt es die Halsmuskulatur und zeigt Dir, ob Dein Pferd noch losgelassen ist.
Wohin genau Du reitest: Linienführung mit Zirkelpunkten
Ein runder Zirkel entsteht im Kopf. Wer nur grob weiß, wo der Kreis verlaufen soll, reitet ein Ei.
Von Punkt zu Punkt im Bogen
Teile den Zirkel gedanklich in vier Viertel: von A zum ersten Zirkelpunkt, vom Zirkelpunkt nach X, von X zum zweiten Zirkelpunkt und zurück nach A. Jedes Viertel ist ein gleichmäßiger Bogen. Der häufigste Denkfehler ist, von Punkt zu Punkt geradeaus zu reiten und erst am Punkt zu wenden. So entsteht ein Viereck mit runden Ecken. Reite stattdessen jedes Viertel als Kurve mit gleichbleibender Biegung.
Der Blick ein Viertel voraus
Schau immer schon auf den nächsten Punkt, sobald Du den aktuellen erreichst. Bist Du bei A, schaust Du zum Zirkelpunkt. Bist Du am Zirkelpunkt, schaust Du nach X. Dein Blick zieht Dich und Dein Pferd auf die richtige Linie.
Die geschlossene Seite: weg von der Ecke
An der geschlossenen Seite will das Pferd gern der Bande folgen und in die Ecke laufen. Bleib mit der Linie gut 4 Meter von der Ecke entfernt und berühre den Hufschlag nur kurz am Zirkelpunkt und bei A. Ein kleiner Trick: Reite den Zirkelpunkt einen halben Meter innerhalb des Hufschlags an. Dann klebt Dein Pferd weniger an der Bande und Du übst schon, es mit den äußeren Hilfen einzurahmen.
Die offene Seite: X genau treffen
An der offenen Seite berührt der Zirkel in der 20-mal-40-Bahn die Mittellinie genau bei X. Das dauert nur einen Tritt lang. Viele Pferde laufen hier geradeaus weiter, weil sie keine Bande mehr spüren. Andere ziehen nach innen zur Bahnmitte. Wenn Du X triffst, hast Du an der offenen Seite den Kreis gehalten.
Hilfsmittel für einen runden Zirkel
Pylonen. Stelle vier Pylonen auf die Zirkellinie, etwa einen Meter innerhalb der vier Punkte. Reite außen um sie herum. So siehst Du sofort, ob Du abkürzt oder ausbeulst.
Eine Pylone in der Mitte. Stelle eine einzelne Pylone in den Zirkelmittelpunkt und halte beim Reiten immer den gleichen Abstand von 10 Metern dazu. Das schult das Gefühl für den gleichmäßigen Radius.
Tritte zählen. Zähle zwischen zwei Punkten die Tritte, im Leichttraben zum Beispiel jedes Aufstehen. Auf einem runden Zirkel ist die Zahl in allen vier Vierteln gleich. Brauchst Du an der offenen Seite drei Tritte mehr, beult der Zirkel dort aus.
Die Hufspur im Sand. Reite auf frisch abgezogenem Boden einige Runden und schau Dir danach die Spur von oben oder von der Tribüne aus an. Nichts zeigt Dir ehrlicher, wie rund Dein Zirkel war.
Der zweite Hufschlag. Klebt Dein Pferd an der Bande, reite den Zirkel eine Zeit lang auf dem zweiten Hufschlag, also etwa einen Meter innen. Das Pferd lernt, sich nach Deinen Hilfen zu richten statt nach der Wand.
Auf den Zirkel abwenden und den Zirkel verlassen
Das Kommando „Bei A auf den Zirkel geritten“ bedeutet: Du reitest auf der ganzen Bahn auf A zu und beginnst den Zirkel an dieser Stelle. Kommst Du über die lange Seite, reitest Du die Ecke vor A noch normal und richtest Dich danach schon auf die Kreislinie ein. Spätestens bei A sitzt Du im Drehsitz, Dein Blick geht zum nächsten Zirkelpunkt und die Ecke danach lässt Du aus.
Kommst Du von der langen Seite, ohne vorher die kurze Seite zu passieren, wendest Du am Zirkelpunkt ab. Bereite das Abwenden etwa eine Pferdelänge vorher mit einer halben Parade vor, stelle Dein Pferd nach innen und führe es mit Gewicht, innerem Schenkel und äußerem Zügel auf die Kreislinie.
Das Kommando „Ganze Bahn“ beendet den Zirkel. Reite dazu am Zirkelpunkt geradeaus auf dem Hufschlag weiter. Stell Dein Pferd vorher gerade, damit es mit beiden Hinterbeinen gleichmäßig vorwärts geht und nicht schief auf der langen Seite weiterläuft.
Der Zirkel in Schritt, Trab und Galopp
Im Schritt
Im Schritt lernst Du die Hilfen in Ruhe. Du hast Zeit für Stellung und Biegung, für die Hinterbeine und für Deine Hände. Reite den Mittelschritt fleißig und raumgreifend. Der Schritt ist allerdings die Gangart, deren Takt am leichtesten verloren geht. Halte die Hand deshalb besonders weich und lass die Nickbewegung des Pferdekopfs zu.
Im Trab
Der Arbeitstrab ist die Hauptgangart der Zirkelarbeit. Im Leichttraben gilt die Regel: Du trabst auf dem äußeren Vorderbein leicht. Geht das äußere Vorderbein nach vorn, stehst Du auf. Fußt es, setzt Du Dich hin. In diesem Moment fußt auch das innere Hinterbein und Dein innerer Schenkel kann es beim Abfußen genau zum richtigen Zeitpunkt unterstützen. Kontrolle: Schau kurz auf die äußere Schulter. Wenn sie nach vorn kommt, bist Du oben. Bei jedem Handwechsel sitzt Du einen Takt länger aus und stellst so um.
Leichttraben ist auf dem Zirkel für junge Pferde und in der Lösungsphase die rückenschonende Wahl. Im Aussitzen kannst Du feiner einwirken, zum Beispiel für Tempounterschiede und Übergänge.
Im Galopp
Auf dem Zirkel galoppierst Du im Handgalopp: Auf der linken Hand galoppiert das Pferd im Linksgalopp, auf der rechten im Rechtsgalopp. Der Zirkel hilft beim Angaloppieren, weil das Pferd in der leichten Biegung sein inneres Hinterbein besser vorsetzt. Galoppiere deshalb gern aus dem Zirkel heraus an, zum Beispiel kurz vor dem Zirkelpunkt an der geschlossenen Seite.
Im Galopp braucht die offene Seite besondere Aufmerksamkeit. Viele Pferde werden hier eiliger oder fallen nach außen. Andere springen hier um oder fallen aus dem Galopp. Halbe Paraden in jedem dritten bis vierten Sprung, ein deutlich gestreckter innerer Sitz und ein treibender innerer Schenkel helfen dem Pferd, im Galopp ausbalanciert zu bleiben.
Später kommt der Kontergalopp hinzu. Auf dem Zirkel ist er anspruchsvoll, weil das Pferd im Linksgalopp einen Rechtszirkel geht. Hier bleibt das Pferd leicht zur Galopprichtung gestellt. Steig damit erst ein, wenn der Kontergalopp auf großen Bögen an der langen Seite sicher klappt.
Übergänge auf dem Zirkel
Übergänge sind das beste Krafttraining für die Hinterhand. Bei jedem Übergang nach unten muss das Pferd mehr Gewicht mit den Hinterbeinen aufnehmen, bei jedem Übergang nach oben muss es sich kräftig abdrücken. Auf dem Zirkel kommt die Biegung dazu. Damit wird jeder Übergang zur Gleichgewichtsübung.
Ganze Übergänge zwischen den Gangarten
Gute Einstiegsübung: Trab und Schritt im Wechsel an den vier Zirkelpunkten. An A trabst Du an, am Zirkelpunkt parierst Du zum Schritt durch, bei X trabst Du wieder an und so weiter. Im Schritt reitest Du vier bis fünf Tritte fleißig vorwärts, bevor wieder angetrabt wird. Das macht das Pferd aufmerksam und schärft seine Reaktion auf Deine Hilfen.
Weitere Varianten:
Galopp und Trab im Wechsel an jeder Zirkelhälfte. Galoppiere an A an, pariere bei X zum Trab durch, galoppiere bei A wieder an.
Halten auf der Zirkellinie. Pariere an einem Zirkelpunkt zum Halten durch, lass Dein Pferd drei Sekunden stehen und reite wieder im Schritt oder Trab an. Das Pferd steht dabei mit leichter Stellung nach innen auf der Kreislinie.
Trab und Halten. Später kannst Du direkt aus dem Trab halten und wieder antraben. Das verlangt viel Durchlässigkeit und ist eine gute Vorbereitung für Lektionen mit mehr Versammlung.
Übergänge innerhalb der Gangart
Auf dem Zirkel kannst Du auch das Tempo innerhalb einer Gangart verändern. Reite an der offenen Seite ein paar Tritte mit etwas mehr Raumgriff und nimm an der geschlossenen Seite das Tempo wieder zurück. So lernt Dein Pferd, seine Tritte zu verlängern und zu verkürzen, ohne den Takt zu verändern. Wichtig dabei: Mehr Raumgriff heißt längere Tritte, nicht schnellere Tritte. Bleibt der Takt gleich, ist die Übung gelungen.
Die Technik dahinter
Jeder Übergang braucht eine Vorbereitung. Eine Pferdelänge vor dem Punkt gibst Du eine halbe Parade, damit Dein Pferd aufmerksam wird. Dann kommt die eigentliche Hilfe: für den Übergang nach unten Gewicht tief in den Sattel, Schenkel treibend an, Hand fängt ab und gibt sofort wieder nach. Für den Übergang nach oben Schenkel treibend, Hand gibt etwas nach vorn, damit die Bewegung durchkommt. Nach jedem Übergang reitest Du gleich wieder fleißig vorwärts. Der Schwung soll erhalten bleiben.
Wann Du die Stelle wechseln solltest
Pferde lernen schnell. Wer immer am gleichen Zirkelpunkt durchpariert, hat bald ein Pferd, das an dieser Stelle von selbst langsamer wird. Wechsle deshalb die Punkte, reite mal eine ganze Runde ohne Übergang und dann wieder zwei Übergänge hintereinander. So bleibt Dein Pferd an Deinen Hilfen und nimmt nichts vorweg.
Zirkel verkleinern und vergrößern
Das Verkleinern und Vergrößern des Zirkels gehört zu den wertvollsten Übungen überhaupt. Beim Verkleinern muss das innere Hinterbein immer mehr unter den Schwerpunkt treten und mehr Last aufnehmen. Beim Vergrößern muss sich das Pferd auf Deinen inneren Schenkel hin nach außen bewegen und an den äußeren Zügel herantreten. Damit arbeitest Du an Biegung, Versammlung und Geraderichtung zugleich.
Spiralförmig verkleinern
Verkleinere den Zirkel langsam in Form einer Spirale bis auf eine Volte von etwa 10 Metern Durchmesser. Nimm Dir dafür mindestens eine ganze Runde Zeit, besser zwei. Je kleiner der Kreis wird, desto stärker wird die Biegung.
Die Hilfen: Dein Gewicht liegt etwas deutlicher innen. Der äußere Schenkel liegt verwahrend hinter dem Gurt und führt die Hinterhand mit nach innen. Der äußere Zügel führt die Vorhand mit nach innen, der innere Zügel stellt. Der innere Schenkel am Gurt bleibt aktiv. Er sorgt dafür, dass Dein Pferd vorwärts geht, sich biegt und sich nicht nach innen fallen lässt.
Auf dem kleinsten Kreis reitest Du eine Runde mit gleichem Durchmesser. Dann folgt das Vergrößern.
Spiralförmig vergrößern
Zum Vergrößern treibt Dein innerer Schenkel etwas hinter dem Gurt vorwärts-seitwärts. Das Pferd tritt in kleinen Schritten nach außen und nimmt dabei mehr Verbindung am äußeren Zügel. Der äußere Zügel empfängt diese Bewegung und sorgt dafür, dass das Pferd nicht einfach über die äußere Schulter nach außen wegläuft. Der äußere Schenkel verwahrt, damit die Hinterhand in der Spur bleibt. Dein Gewicht bleibt leicht innen. Wer beim Vergrößern das Gewicht nach außen schiebt, lädt das Pferd ein, über die äußere Schulter zu fallen.
Vergrößere bis zum ursprünglichen Zirkel, also bis zum Hufschlag an der geschlossenen Seite.
Wie klein darf es werden?
Für das junge Pferd bleibt der kleinste Kreis im Trab und Galopp bei 15 Metern oder größer. Ein gut ausgebildetes Pferd schafft auch 10 Meter, im Galopp mit genügend Versammlung sogar kleiner. Entscheidend ist, dass Takt und Gleichgewicht erhalten bleiben. Sobald Dein Pferd taktunrein wird oder auf die Vorhand kommt, war die Volte zu klein. Vergrößere dann sofort wieder.
Fortgeschrittene Varianten
Schulterhereinartig verkleinern, im Schenkelweichen vergrößern. Beim Verkleinern bringst Du die Vorhand leicht nach innen und reitest Schultervor. Beim Vergrößern lässt Du das Pferd dem inneren Schenkel weichen. Diese Kombination schult die Geraderichtung besonders gut.
Mit einzelnen Seitwärtstritten. Statt einer Spirale verkleinerst Du den Kreis Tritt für Tritt mit kleinen Traversalschritten. Das Pferd tritt dabei in Richtung seiner Stellung nach innen. Vergrößert wird mit Tritten im Schenkelweichen nach außen. Das verlangt, dass Dein Pferd beide Übungen schon sicher beherrscht.
Im Galopp. Verkleinere im Galopp bis auf etwa 10 Meter, reite eine Runde auf der kleinen Linie und vergrößere wieder. Das ist eine hervorragende Vorbereitung auf mehr Versammlung, setzt aber ein kräftiges Pferd voraus.
Mittelzirkel in der Abteilung. Wenn Du mit mehreren Reitern in der Halle unterwegs bist, eignet sich der Mittelzirkel besonders gut zum Verkleinern und Vergrößern, weil Du nach allen Seiten genügend Platz hast.
Übertreten lassen auf dem Zirkel und an der offenen Seite
Das Übertreten lassen ist eine der ältesten Übungen der Pferdeausbildung. Es ist eine Vorstufe zum Schenkelweichen und zu den Seitengängen und funktioniert am besten auf dem Zirkel, weil das Pferd hier schon gestellt und leicht gebogen ist.
Was beim Übertreten passiert
Dein Pferd geht auf dem Zirkel, ist nach innen gestellt und tritt mit dem inneren Hinterbein vorwärts-seitwärts unter seinen Körper. Das innere Hinterbein kreuzt dabei vor dem äußeren Hinterbein. Die Vorhand bleibt auf der Zirkellinie, die Hinterhand bewegt sich auf einem etwas größeren Kreis. Man kann sich das wie eine Vorhandwendung in der Vorwärtsbewegung vorstellen.
Das Übertreten lockert die Hüft- und Rückenmuskulatur, macht das Pferd aufmerksam für den seitwärts treibenden Schenkel und verbessert die Kontrolle über die Hinterhand. Für Dich als Reiter ist es die erste Übung, in der Du lernst, mit einem Schenkel seitwärts zu treiben.
Die Hilfen
Dein Gewicht liegt leicht auf dem inneren Gesäßknochen, also auf der Seite des seitwärts treibenden Schenkels. Der innere Schenkel liegt etwa eine Handbreit hinter dem Gurt und treibt im Moment des Abfußens des inneren Hinterbeins vorwärts-seitwärts. Der äußere Schenkel verwahrt und fängt das Übertreten ab, damit die Hinterhand nicht zu weit nach außen kommt. Der innere Zügel hält die Stellung, der äußere Zügel begrenzt, damit das Pferd nicht über die äußere Schulter ausweicht.
Beginne im Schritt mit drei bis vier Tritten und reite danach wieder geradeaus vorwärts auf der Zirkellinie. Klappt das gut, verlängere auf eine Viertelrunde. Später kannst Du das Übertreten auch im ruhigen Trab reiten.
Übertreten lassen an der offenen Seite
Eine beliebte Variante: Reite die geschlossene Seite des Zirkels normal und lass Dein Pferd an der offenen Seite übertreten, so dass es sich mit einigen Tritten nach außen bewegt. Damit vergrößerst Du an der offenen Seite den Zirkel kurzfristig. Die offene Seite ist dafür gut geeignet, weil Dein Pferd hier keine Bande vor sich hat und Platz zum Übertreten findet. Gleichzeitig wirkt die Übung genau dem Fehler entgegen, der an der offenen Seite so häufig auftritt: dem Hineindrängen in den Zirkel.
Reite die Übung so: Kurz vor dem Zirkelpunkt, bevor Du die Bande verlässt, gibst Du eine halbe Parade. Dann lässt Du Dein Pferd mit dem inneren Schenkel für etwa acht bis zehn Tritte nach außen übertreten. Vor dem nächsten Zirkelpunkt reitest Du wieder gerade vorwärts auf der Zirkellinie weiter und rahmst Dein Pferd mit den äußeren Hilfen ein.
Wichtig ist der Wechsel. Wer Runde um Runde an der offenen Seite übertreten lässt, hat bald ein Pferd, das dort von selbst nach außen driftet. Reite deshalb mal eine Runde mit Übertreten, dann zwei Runden normalen Zirkel und wechsle auch die Stelle, an der Du übertreten lässt.
Typische Fehler beim Übertreten
Das Pferd läuft über die äußere Schulter weg. Dann begrenzt der äußere Zügel zu wenig oder Dein innerer Zügel zieht zu stark. Halte außen mehr Verbindung und gib innen nach.
Das Pferd wird langsam und verliert den Vorwärtsdrang. Das Übertreten ist eine Vorwärts-seitwärts-Bewegung. Reite nach wenigen Tritten wieder gerade vorwärts, bevor Du erneut ansetzt.
Das Pferd tritt nur mit der Vorhand seitwärts. Dann liegt Dein innerer Schenkel zu weit vorn. Nimm ihn eine Handbreit zurück und treibe genau beim Abfußen des inneren Hinterbeins.
Du knickst in der Hüfte ein. Viele Reiter lehnen sich zur Seite, wenn das Pferd nicht sofort reagiert. Dadurch rutscht das Gewicht nach außen und die Übung wird schwieriger. Bleib gerade und lang, wiederhole lieber den Schenkelimpuls oder unterstütze ihn mit einem leichten Gertentupfer hinter Deinem Schenkel.
Weitere Übungen auf dem Zirkel
Aus dem Zirkel wechseln
Mit „Aus dem Zirkel wechseln“ wechselst Du die Hand, ohne den Zirkel zu verlassen. Du reitest von A aus einen halben Zirkel bis kurz vor X, stellst Dein Pferd gerade, reitest eine Pferdelänge geradeaus über X und stellst es auf die neue Hand um. Danach geht es auf dem zweiten Zirkel weiter, also vom Zirkel bei A auf den Zirkel bei C. In der 20-mal-60-Bahn wechselst Du nicht bei X, sondern an dem Punkt der Mittellinie, an dem sich die beiden Zirkel berühren.
Diese Übung ist die sanfteste Art des Handwechsels auf dem Zirkel. Für junge Pferde ist sie ideal, weil keine engen Wendungen nötig sind. Das Umstellen soll weich und ohne Hektik geschehen. Im Leichttraben sitzt Du bei X um.
Zweimal hintereinander aus dem Zirkel wechseln ergibt eine Acht. Wer die beiden Kreise der Acht nach und nach verkleinert, landet schließlich beim „Aus der Volte wechseln“.
Durch den Zirkel wechseln
Beim „Durch den Zirkel wechseln“ wechselst Du die Hand innerhalb desselben Zirkels. Du reitest vom Zirkelpunkt an der offenen Seite eine halbe Volte von 10 Metern Durchmesser bis zur Mittellinie. Dort stellst Du Dein Pferd um und reitest eine zweite halbe Volte von 10 Metern bis zum gegenüberliegenden Zirkelpunkt. Die beiden Bögen bilden zusammen eine S-Form. Auf der Mittellinie reitest Du einen kurzen Moment geradeaus auf A oder C zu. Daran erkennst Du, dass Du die Mitte getroffen hast.
Diese Übung ist deutlich anspruchsvoller als das Wechseln aus dem Zirkel, weil zwei enge Bögen kurz nacheinander folgen und das Pferd sich dazwischen schnell umstellen muss. Sie verbessert die Geschmeidigkeit auf beiden Händen. Stelle Pylonen an die Wechselpunkte, wenn Du die Linie üben möchtest.
Volten aus dem Zirkel
An jedem Zirkelpunkt und bei X kannst Du eine Volte von 10 Metern einbauen. Danach geht es auf dem Zirkel weiter. Die Volte verlangt mehr Biegung als der Zirkel und überprüft, wie schnell Dein Pferd sich darauf einstellt. Besonders wertvoll ist eine Volte an der offenen Seite, wenn Dein Pferd dort immer wieder nach außen will: Die kleinere Linie fängt es wieder ein und Du kannst danach mit frischer Biegung weiterreiten.
Umstellen auf dem Zirkel
Stelle Dein Pferd auf dem Zirkel für einige Tritte nach außen und dann wieder nach innen, ohne die Zirkellinie zu verlassen. Dieser Stellungswechsel zeigt Dir, ob Dein Pferd wirklich an beiden Zügeln steht und sich selbst trägt. Die Außenstellung, oft auch Konterstellung genannt, ist außerdem ein wirksames Werkzeug gegen Pferde, die nach innen drängen.
Schultervor auf dem Zirkel
Beim Schultervor führst Du die Vorhand des Pferdes ein kleines Stück nach innen, so dass das innere Hinterbein zwischen die Spuren der beiden Vorderbeine tritt. Auf dem Zirkel hilft das Schultervor, das innere Hinterbein unter den Schwerpunkt zu bekommen und Pferde, die nach außen fallen, gerade zu richten. Später kann daraus das Schulterherein auf dem Zirkel entstehen.
Travers auf dem Zirkel
Für fortgeschrittene Pferde ist das Travers auf dem Zirkel eine anspruchsvolle Versammlungsübung. Die Vorhand bleibt auf der Zirkellinie, die Hinterhand kommt etwas nach innen. Wird der Zirkel im Travers spiralförmig verkleinert, entsteht eine Vorbereitung auf die Pirouette.
Stangen und Cavaletti auf dem Zirkel
Lege vier Stangen fächerförmig auf den Zirkel, so dass sie wie die Speichen eines Rades vom Mittelpunkt nach außen zeigen. In der Mitte der Stangen misst Du den Abstand für Deinen Trab, je nach Pferd meist 1,20 bis 1,40 Meter für Trabstangen. Innen liegen die Stangen dann enger, außen weiter auseinander. Reitest Du über die innere Hälfte, verkürzt Dein Pferd die Tritte. Über die äußere Hälfte verlängert es sie. Damit trainierst Du Tempounterschiede ohne Arbeit am Zügel. Dein Pferd lernt dabei, sich selbst einzuteilen.
Eine andere Variante: Verteile vier einzelne Stangen gleichmäßig an den vier Zirkelpunkten. Sie zeigen Dir, ob Dein Pferd den Kreis gleichmäßig geht, denn auf einem runden Zirkel überquerst Du jede Stange in ihrer Mitte.
Zirkel im Gelände
Auch auf einer Wiese oder einem abgemähten Feld kannst Du Zirkel reiten. Leichtes Gefälle sorgt sogar für zusätzlichen Trainingseffekt, weil sich das Pferd bergauf mehr abdrücken und bergab mehr ausbalancieren muss. Markiere den Kreis anfangs mit ein paar Pylonen oder suche Dir Orientierungspunkte wie einen Baum oder einen Zaunpfahl. Achte auf trittsicheren Boden ohne Löcher.
Zirkel für Springreiter
Für Springreiter ist der Galoppzirkel das Werkzeug für Rhythmus und Gleichgewicht. Ein gut ausbalancierter Galopp auf dem Zirkel ist die Grundlage für jede Wendung im Parcours. Stelle ein Cavaletti oder einen kleinen Sprung auf die Zirkellinie. Dein Pferd lernt, auf der gebogenen Linie gleichmäßig anzureiten, zu springen und danach im gleichen Galopp weiterzugaloppieren.
Typische Probleme auf dem Zirkel und was Du dann tust
Dein Pferd fällt an der offenen Seite über die äußere Schulter
Das ist der häufigste Fehler überhaupt. Dein Pferd schaut nach innen, läuft aber nach außen, der Zirkel beult an der offenen Seite aus. Die Ursache liegt meist am inneren Zügel: Er hat zu viel gestellt und den Hals abgeknickt. Dadurch hat das Pferd die Verbindung zum äußeren Zügel verloren und kann über die äußere Schulter entwischen.
Was hilft: Gib innen nach und nimm den äußeren Zügel konsequenter an. Lege den äußeren Schenkel einen Moment weiter vorn an den Gurt, um die Schulter zu begrenzen. Halte Dein Gewicht deutlich innen. Zusätzlich kannst Du die Gerte an die äußere Schulter legen. Reite den Zirkel an der offenen Seite bewusst etwas kleiner, als er sein soll. Das gleicht die Tendenz nach außen aus. Hilft das alles noch zu wenig, reite einige Tritte in leichter Außenstellung. Die Außenstellung bringt das Gewicht von der äußeren Schulter weg nach innen.
Dein Pferd drängt in den Zirkel hinein
Hier wird der Zirkel kleiner, das Pferd lehnt sich auf die innere Schulter und läuft oft mit Außenstellung. Häufige Ursache beim Reiter: Er sitzt zu stark nach innen, trägt die innere Hand zu hoch oder lässt den inneren Schenkel weg.
Was hilft: Lass Dein Pferd für ein paar Tritte dem inneren Schenkel weichen, also nach außen übertreten. Nimm die innere Hand etwas tiefer und stelle Dein Pferd sauber nach innen. Treibe mit dem inneren Schenkel deutlich am Gurt, damit sich das Pferd darum herum biegt. Reite Schultervor, um die innere Schulter aufzurichten.
Der Zirkel wird eckig oder zum Ei
Meist reitest Du von Punkt zu Punkt geradeaus oder Dein Pferd folgt an der geschlossenen Seite der Bande. Stelle vier Pylonen auf, zähle Deine Tritte zwischen den Punkten und schau Dir die Hufspur an. Denk daran, jedes Viertel als Bogen zu reiten und den Blick schon zum nächsten Punkt zu richten.
Dein Pferd klebt an der Bande und wendet zu spät ab
Bereite das Abwenden früher vor. Schau eine Pferdelänge vor dem Zirkelpunkt schon in die Bahn, gib eine halbe Parade und lass die äußeren Hilfen deutlicher wirken. Hilfreich ist auch, den Zirkel eine Weile auf dem zweiten Hufschlag zu reiten.
Die Hinterhand weicht aus
Kommt die Hinterhand nach außen, liegt der äußere Schenkel zu weit vorn oder zu passiv an. Nimm ihn eine Handbreit zurück und begrenze deutlicher. Kommt die Hinterhand nach innen, fehlt Biegung und Dein innerer Schenkel muss die Hinterhand zurück in die Spur bringen.
Dein Pferd verwirft sich im Genick
Ein Ohr steht tiefer als das andere. Meist sind die Hände nicht auf gleicher Höhe oder die innere Hand zieht. Trage beide Hände gleich hoch und stelle mit feinen Impulsen statt mit Zug.
Dein Pferd wird eilig
Viele Pferde werden auf dem Zirkel schneller, besonders an der offenen Seite oder im Galopp. Reite halbe Paraden im Takt, sitze ruhig und tief und atme bewusst aus. Leichttraben im langsamen Rhythmus hilft, weil Dein Pferd Deinen Rhythmus übernimmt. Übergänge zum Schritt bringen das Pferd zurück zur Ruhe.
Dein Pferd zieht immer an der gleichen Stelle nach außen
Liegt dort der Ausgang, die Halle oder stehen die Artgenossen, zieht es viele Pferde genau an dieser Stelle aus dem Zirkel. Reite den Zirkel zunächst am anderen Ende der Bahn. Kommst Du an die heikle Stelle, gib früher halbe Paraden, verkleinere den Zirkel an dieser Seite leicht und reite dort gelegentlich eine Volte nach innen. Wechsle die Übungen, damit Dein Pferd auf Dich achtet statt auf den Ausgang.
Auf einer Hand klappt es, auf der anderen nicht
Das ist die natürliche Schiefe Deines Pferdes. Beginne immer auf der besseren Hand, damit Dein Pferd sich lösen kann. Auf der hohlen Seite reichst Du mit weniger Stellung aus, denn hier biegt sich das Pferd ohnehin gern zu stark im Hals. Auf der Zwangsseite lockerst Du das Genick mit feinen Impulsen und hebst die innere Hand bei Bedarf kurz an. Reite die schwierigere Hand etwas häufiger in kürzeren Einheiten. Lobe jeden runden Kreis.
Wie viel Zirkel ist gesund? Dauer, Handwechsel und Bodenqualität
Der Zirkel ist gesund, wenn Du ihn richtig dosierst. Eine dauerhafte Wendung ist für das Pferd anstrengend, besonders für Sehnen, Bänder und Gelenke der Innenseite.
Wechsle häufig die Hand. Nach drei bis fünf Runden ist ein Handwechsel sinnvoll. Junge Pferde und Pferde im Wiederaufbau brauchen noch häufigere Wechsel.
Baue Pausen ein. Nach jeder anstrengenden Übungsfolge reitest Du eine Runde im Schritt am langen Zügel oder geradeaus auf der ganzen Bahn.
Wechsle zwischen Zirkel und geraden Linien. Auf der Geraden kann sich das Pferd erholen und Du überprüfst, ob es gerade läuft.
Bleib bei jungen Pferden auf großen Linien. Für ein Pferd in den ersten Ausbildungsmonaten reichen Zirkel und große Bögen. Engere Linien kommen Schritt für Schritt dazu, wenn Kraft und Gleichgewicht wachsen.
Denk an den Boden. Reiten alle Reiter einer Halle immer auf demselben Zirkel, entsteht schnell eine tiefe Spur. In dieser Rinne stehen die Hufe schräg, das Pferd neigt sich leicht nach innen und belastet Sehnen und Gelenke ungleich. Reite deshalb auch mal auf dem Mittelzirkel, auf dem zweiten Hufschlag oder auf einem leicht versetzten Kreis. Ein tiefer Boden mit Rinnen ist für Zirkelarbeit im Trab und Galopp ungeeignet.
Für ältere Pferde mit Arthrose gilt: große Kreise, viel Schritt, ruhiges Tempo. Lass Dich im Zweifel von Deinem Tierarzt oder Pferdephysiotherapeuten beraten, wie viel Biegung Deinem Pferd guttut.
Bahnregeln: Wer hat Vorfahrt?
In einer Halle mit mehreren Reitern gelten feste Regeln. Reiter auf der ganzen Bahn haben Vorfahrt vor Reitern auf dem Zirkel. Bist Du auf dem Zirkel unterwegs, achtest Du also am Zirkelpunkt darauf, ob jemand auf dem Hufschlag kommt. In diesem Fall reitest Du etwas weiter innen. Begegnen sich zwei Reiter auf verschiedenen Händen, weichen sie nach rechts aus und reiten links aneinander vorbei. Wer im Schritt reitet, macht den Hufschlag für die Reiter in Trab und Galopp frei. Halten und Absteigen geschieht in der Bahnmitte oder auf der Mittellinie, nicht auf dem Hufschlag.
Der Zirkel in anderen Reitweisen
Der Zirkel ist keine Erfindung der englischen Reitweise. In der Westernreitweise heißt er Circle. Hier gehören große schnelle und kleine langsame Kreise zum Standard, etwa in der Reining. In der klassisch-barocken Reitweise ist der Zirkel die Linie, auf der Schulterherein und Travers entwickelt werden. Bei Gangpferden hilft der Zirkel, das Gleichgewicht im Tölt oder Pass zu verbessern. Auch beim Longieren bewegt sich das Pferd auf einem Kreis. Wer gut longiert, bereitet sein Pferd damit auf die Zirkelarbeit unter dem Reiter vor.
Eine Beispiel-Trainingseinheit mit Zirkelarbeit
So kann eine Einheit von etwa 45 Minuten aussehen, in der der Zirkel die Hauptrolle spielt:
Schritt am langen Zügel, 10 Minuten. Reite auf der ganzen Bahn und auf großen Zirkeln beider Hände. Dein Pferd soll fleißig und entspannt gehen.
Lösen im Leichttraben, 8 Minuten. Großer Zirkel auf beiden Händen, nach drei bis vier Runden ein Handwechsel aus dem Zirkel. Am Ende jeder Hand Zügel aus der Hand kauen lassen für eine Runde.
Übergänge, 6 Minuten. Trab und Schritt im Wechsel an den Zirkelpunkten auf beiden Händen. Dann Galopp an A, Trab bei X, Galopp an A.
Kurze Pause im Schritt, 2 Minuten.
Zirkel verkleinern und vergrößern, 6 Minuten. Im Arbeitstrab spiralförmig auf etwa 12 Meter verkleinern und wieder vergrößern, beide Hände.
Übertreten lassen, 4 Minuten. Im Schritt an der offenen Seite übertreten lassen, beide Hände, jeweils zwei bis drei Mal.
Galopp auf dem Zirkel, 4 Minuten. Zwei bis drei Runden auf jeder Hand mit halben Paraden an der offenen Seite.
Abschluss, 5 Minuten. Zügel aus der Hand kauen lassen im Trab, dann Schritt am langen Zügel bis Dein Pferd ruhig atmet.
Passe die Zeiten an Dein Pferd an. Ein junges Pferd braucht mehr Schritt und kürzere Abschnitte, ein gut trainiertes Pferd verträgt längere Trab- und Galoppphasen.
Häufige Fragen zum Zirkel reiten
Wie groß ist ein Zirkel beim Reiten?
Ein Zirkel hat einen Durchmesser von 20 Metern und nimmt die ganze Breite der Reitbahn ein. Sein Umfang beträgt rund 63 Meter.
Was ist der Unterschied zwischen Zirkel und Volte?
Der Zirkel hat 20 Meter Durchmesser. Eine Volte ist deutlich kleiner, meist 6, 8 oder 10 Meter. Je kleiner der Kreis, desto mehr Biegung und Kraft braucht das Pferd.
Was ist die offene und was die geschlossene Seite des Zirkels?
Die geschlossene Seite liegt an der Bande und an der kurzen Seite. Die offene Seite liegt zur Bahnmitte hin, dort fehlt die Bande als Begrenzung.
Welcher Zügel ist auf dem Zirkel der wichtigere?
Der äußere Zügel. Er begrenzt, führt und reguliert das Tempo. Der innere Zügel gibt nur die Stellung und wird danach wieder leicht.
Wo liegt mein äußerer Schenkel auf dem Zirkel?
Etwa eine Handbreit hinter dem Gurt. Er verwahrt die Hinterhand und begrenzt sie nach außen. Der innere Schenkel liegt am Gurt und treibt.
Wie stark soll mein Pferd auf dem Zirkel gestellt sein?
Gerade so viel, dass Du den inneren Augenwinkel und den Rand der inneren Nüster siehst. Beide Ohren bleiben auf gleicher Höhe.
Wann gebe ich am inneren Zügel nach?
Sobald Dein Pferd die Stellung annimmt. Das Nachgeben ist die Belohnung. Danach bleibt der Zügel so lange leicht, bis Dein Pferd die Stellung wieder verliert.
Auf welchem Fuß trabe ich auf dem Zirkel leicht?
Auf dem äußeren Vorderbein. Geht das äußere Vorderbein nach vorn, stehst Du auf. Fußt es, sitzt Du.
Warum wird mein Zirkel immer eckig?
Meist weil Du von Punkt zu Punkt geradeaus reitest. Reite jedes Viertel als Bogen und schau schon zum nächsten Punkt, sobald Du einen erreichst.
Wie oft sollte ich auf dem Zirkel die Hand wechseln?
Nach drei bis fünf Runden ist ein Handwechsel sinnvoll. Junge Pferde wechseln noch öfter.
Wer hat in der Halle Vorfahrt: ganze Bahn oder Zirkel?
Reiter auf der ganzen Bahn haben Vorfahrt vor Reitern auf dem Zirkel.
Kann ich ein junges Pferd auf dem Zirkel reiten?
Ja, der große Zirkel ist sogar ideal für junge Pferde. Bleib anfangs bei 20 Metern, reite viel Schritt und Trab und wechsle oft die Hand. Kleinere Kreise im Trab und Galopp kommen erst, wenn Kraft und Gleichgewicht ausreichen.
Ist Zirkelreiten schädlich für die Gelenke?
Richtig dosiert ist der Zirkel gelenkschonend, weil er nur eine geringe Biegung verlangt. Achte auf häufige Handwechsel, Pausen und einen guten Boden ohne tiefe Spurrinnen.






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