Achal-Tekkiner und seltene Fellfarben beim Pferd, wenn Pferde wie Gold und Silber glänzen
Wer sich für Achal-Tekkiner und seltene Fellfarben beim Pferd interessiert, landet schnell bei Bildern, die beinahe unwirklich aussehen. Goldene Pferde, silbrig schimmernde Tiere, cremefarbene Pferde mit blauen Augen oder ein Fell, das in der Sonne wie poliertes Metall glänzt: Kaum eine Pferderasse wird so stark mit außergewöhnlichen Farben verbunden wie der Achal-Tekkiner.
Dabei lohnt sich ein genauer Blick. Denn nicht alles, was beim Achal-Tekkiner golden oder silbern aussieht, ist tatsächlich eine eigene Fellfarbe. Hinter dem spektakulären Erscheinungsbild steckt eine Kombination aus normaler Pferdefarbgenetik, verschiedenen Aufhellungsgenen und dem für die Rasse berühmten metallischen Fellglanz.
Lese hier auch noch weiter: Die schönsten Pferde der Welt

Achal-Tekkiner und seltene Fellfarben beim Pferd: Was macht diese Rasse so besonders?
Der Achal-Tekkiner stammt aus Turkmenistan und gehört zu den ältesten und ungewöhnlichsten Pferderassen der Welt. Schon sein Körperbau fällt auf: Die Pferde sind häufig sehr schlank, langbeinig und trocken, besitzen einen langen Hals und teilweise nur eine sehr spärliche Mähne.
Weltberühmt wurde die Rasse allerdings durch etwas anderes: Manche Achal-Tekkiner besitzen einen derart starken metallischen Fellglanz, dass sie in der Sonne tatsächlich aussehen können, als bestünde ihr Fell aus Gold, Bronze oder Silber.
Gerade deshalb werden Achal-Tekkiner und seltene Fellfarben beim Pferd häufig gemeinsam gesucht. Allerdings muss man zwei Dinge auseinanderhalten: die genetische Fellfarbe des Pferdes und den metallischen Effekt seines Haarkleides.
Ein goldglänzender Achal-Tekkiner trägt nämlich kein geheimnisvolles „Gold-Gen“.
Welche Fellfarben gibt es beim Achal-Tekkiner?
Auch beim Achal-Tekkiner basiert die Farbgenetik zunächst auf den bekannten Grundfarben des Pferdes. Es gibt unter anderem:
Besonders interessant ist bei dieser Rasse das Cream-Gen, denn einige der berühmtesten Achal-Tekkiner-Farben entstehen durch dessen aufhellende Wirkung.
Goldene Achal-Tekkiner – woher kommt die Farbe?
Der berühmte goldene Achal-Tekkiner ist häufig ein Palomino oder Buckskin mit ausgeprägtem Metallglanz.
Beim Palomino liegt eine fuchsfarbene Grundfarbe vor, die durch eine Kopie des Cream-Gens aufgehellt wird. Das Ergebnis ist ein gelbliches bis intensiv goldenes Körperfell mit heller Mähne und hellem Schweif.
Schon ein normaler Palomino kann wunderschön goldfarben aussehen. Kommt beim Achal-Tekkiner jedoch der typische metallische Fellglanz hinzu, entsteht unter günstigen Lichtverhältnissen dieser beinahe unglaubliche Gold-Effekt.
Das Pferd sieht dann tatsächlich aus, als hätte jemand eine dünne Schicht Blattgold über sein Fell gelegt.
Buckskin – Gold mit schwarzer Mähne
Mindestens ebenso spektakulär können Buckskins aussehen.
Beim Buckskin wirkt eine Kopie des Cream-Gens auf eine braune Grundfarbe. Dabei werden vor allem die braunen beziehungsweise roten Pigmente des Körperfells aufgehellt, während die schwarzen Bereiche weitgehend erhalten bleiben.
Das Pferd besitzt deshalb typischerweise einen gelblichen bis goldenen Körper, aber schwarze Beine, eine schwarze Mähne und einen schwarzen Schweif.
Bei einem stark glänzenden Achal-Tekkiner kann diese Kombination einen tiefen Bronze- oder Altgoldton ergeben.
Gerade solche Pferde zeigen sehr schön, warum das Thema Achal-Tekkiner und seltene Fellfarben beim Pferd weit über das bekannte Bild eines hellgoldenen Pferdes hinausgeht.
Cremello – cremefarben, rosa Haut und blaue Augen
Noch auffälliger sind Cremellos.
Ein Cremello besitzt zwei Kopien des Cream-Gens auf fuchsfarbener Grundlage. Dadurch wird die ursprüngliche Farbe extrem stark aufgehellt.
Typisch sind:
- sehr helles cremefarbenes Fell
- sehr helle Mähne und heller Schweif
- rosa Haut
- blaue oder sehr helle Augen
Cremellos sind keine Albinos und auch keine weißen Pferde im eigentlichen Sinne.
Bei einem Achal-Tekkiner kann zusätzlich der typische Glanz dafür sorgen, dass ein Cremello nicht einfach cremefarben, sondern fast perlmuttartig erscheint.
Perlino – ähnlich wie Cremello, aber nicht dasselbe
Auch Perlinos besitzen zwei Kopien des Cream-Gens. Ihre Grundfarbe ist allerdings Braun und nicht Fuchs.
Dadurch können insbesondere Mähne, Schweif und bestimmte Körperpartien etwas stärker pigmentiert erscheinen. Manche Perlinos zeigen einen leicht rötlichen oder roségoldenen Ton.
Bei Achal-Tekkinern mit starkem Fellglanz kann daraus eine Farbe entstehen, für die „Roségold“ optisch tatsächlich eine ziemlich passende Beschreibung ist.
Genetisch heißt die Farbe natürlich trotzdem Perlino.
Smoky Black und Smoky Cream
Trifft das Cream-Gen auf eine schwarze Grundfarbe, entstehen wiederum andere Varianten.
Bei Smoky Black trägt das Pferd eine Kopie des Cream-Gens. Äußerlich kann die Aufhellung erstaunlich unauffällig sein. Manche dieser Pferde sehen beinahe wie gewöhnliche Rappen aus.
Bei Smoky Cream liegen dagegen zwei Cream-Kopien vor. Diese Pferde sind sehr hell und können Cremellos oder Perlinos äußerlich so ähnlich sein, dass eine sichere Bestimmung anhand eines Fotos schwierig wird.
Wer es genau wissen möchte, braucht einen Gentest.
Gibt es silberne Achal-Tekkiner?
Bei dieser Frage muss man vorsichtig mit den Farbbezeichnungen umgehen.
Ein Achal-Tekkiner kann optisch tatsächlich unglaublich silbern aussehen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass das Pferd genetisch die Fellfarbe Silver besitzt.
Der metallische Fellglanz kann auf einer dunklen, grauen oder sehr hellen Fellfarbe einen silbrigen Effekt erzeugen.
„Silbern“ beschreibt bei vielen Bildern eines Achal-Tekkiners deshalb zunächst den optischen Eindruck und nicht zwingend den genetischen Farbschlag.
Das Gleiche gilt übrigens für Bezeichnungen wie Gold, Bronze oder Perlmutt.
Braune und schwarze Achal-Tekkiner können ebenfalls metallisch glänzen
Die spektakuläre Wirkung ist keineswegs auf cremefarbene Pferde beschränkt.
Ein Brauner mit starkem Metallglanz kann in der Sonne wie poliertes Kupfer oder Bronze aussehen. Bei sehr dunklen Braunen entsteht teilweise ein wunderschöner Mahagoniglanz.
Auch Rappen können glänzen. Auf schwarzem Fell wirkt der Effekt natürlich anders als auf einem Palomino: Statt Gold entstehen intensive Lichtreflexe, die das Pferd beinahe lackiert erscheinen lassen.
Genau deshalb sollte man den berühmten Metallglanz nicht mit einer bestimmten Fellfarbe gleichsetzen.
Warum glänzt das Fell des Achal-Tekkiners so stark?
Der besondere Glanz wird mit der Struktur des sehr feinen Haarkleides des Achal-Tekkiners in Verbindung gebracht. Das Licht wird besonders auffällig reflektiert und erzeugt dadurch den charakteristischen metallischen Eindruck.
Wie stark dieser Effekt sichtbar wird, unterscheidet sich allerdings von Pferd zu Pferd.
Auch Lichtverhältnisse spielen eine enorme Rolle. Ein Pferd kann morgens im Stall relativ unspektakulär aussehen und wenige Stunden später in direkter Sonne plötzlich intensiv golden schimmern.
Bei Fotos kommt zusätzlich die Bildbearbeitung hinzu. Gerade die berühmten Bilder extrem goldener Achal-Tekkiner werden im Internet teilweise stark nachbearbeitet.
Man sollte deshalb nicht erwarten, dass jeder Achal-Tekkiner permanent wie eine wandelnde Goldstatue aussieht.
Seltene Fellfarben beim Pferd – Gold ist nicht gleich Gold
Das Thema zeigt sehr schön, wie kompliziert Pferdefarben eigentlich sind.
Ein Pferd kann golden aussehen, ohne dass „Gold“ seine genetische Farbe ist.
Ein Palomino kann golden sein. Ein Buckskin kann golden wirken. Bestimmte Champagne-Farben anderer Rassen können ebenfalls ausgesprochen golden aussehen. Und ein Achal-Tekkiner kann durch seinen Metallglanz noch einmal einen vollkommen anderen Effekt erzeugen.
Ähnlich verhält es sich mit Silber, Creme, Bronze und Perlmutt.
Wer sich mit seltenen Fellfarben beim Pferd beschäftigt, sollte deshalb immer zwischen der sichtbaren Farbe und der zugrunde liegenden Farbgenetik unterscheiden.
Achal-Tekkiner und seltene Fellfarben beim Pferd – eine außergewöhnliche Kombination
Kaum eine andere Rasse eignet sich so gut, um Achal-Tekkiner und seltene Fellfarben beim Pferd miteinander zu verbinden. Palomino, Buckskin, Cremello, Perlino oder Smoky Cream sind bereits für sich interessante Farbschläge. Zusammen mit dem teilweise extremen Metallglanz des Achal-Tekkiners können daraus Pferde entstehen, die tatsächlich golden, silbern, bronzefarben oder wie Perlmutt aussehen.
Das Faszinierende daran ist allerdings nicht irgendeine geheimnisvolle „Goldfarbe“.
Es ist die Kombination aus Genetik, Fellstruktur und Licht.
Und manchmal trifft all das bei einem einzigen Pferd so perfekt zusammen, dass man bei einem Foto erst einmal denkt: Das kann doch unmöglich echt sein.
Doch – manchmal ist es das tatsächlich.
