
Verschiedene Reitweisen – Welche Reitweise passt zu Pferd und Reiter?
Die Welt des Pferdesports ist erstaunlich vielseitig. Obwohl sich alle Reitweisen mit dem gleichen Partner beschäftigen – dem Pferd –, unterscheiden sie sich deutlich in ihrer Ausbildung, ihren Zielen und ihrer Philosophie. Manche legen den Schwerpunkt auf feine Dressurarbeit, andere auf Geländetauglichkeit, Geschwindigkeit oder den entspannten Freizeitausritt. Jede Reitweise hat ihre eigenen Traditionen, Ausrüstungen und Ausbildungswege entwickelt.
In Deutschland begegnen Reiter vor allem einigen wenigen großen Reitweisen. Sie prägen den Reitsport in den Reitvereinen, auf Turnieren und in Freizeitreitställen. Auf dieser Übersichtsseite findest du die wichtigsten Reitweisen im Überblick. Jede von ihnen stellen wir auf einer eigenen Unterseite ausführlich vor.
Klassische englische Reitweise
Die englische Reitweise ist mit Abstand die bekannteste und am weitesten verbreitete Reitweise in Deutschland. Sie bildet die Grundlage der meisten Reitschulen und orientiert sich an einer systematischen Ausbildung von Pferd und Reiter. Zu ihr gehören die Disziplinen Dressur, Springreiten und Vielseitigkeit. Ziel ist ein durchlässiges, losgelassenes Pferd, das fein auf die Hilfen seines Reiters reagiert.
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Westernreiten
Das Westernreiten stammt ursprünglich aus der Arbeitsreiterei der nordamerikanischen Cowboys. Im Mittelpunkt stehen ruhige, gelassene Pferde, die mit möglichst feinen Hilfen geritten werden und viele Aufgaben selbstständig ausführen können. Typische Disziplinen sind Trail, Reining, Ranch Riding oder Western Pleasure. Auch in Deutschland erfreut sich das Westernreiten seit vielen Jahren großer Beliebtheit.
➡️ Zur Unterseite: Westernreiten
Barockreiten
Das Barockreiten orientiert sich an den historischen Reitmeistern Europas und legt besonderen Wert auf Versammlung, Balance und feine Kommunikation zwischen Pferd und Reiter. Häufig werden dafür Iberische Pferderassen wie Andalusier oder Lusitanos eingesetzt, aber grundsätzlich eignet sich nahezu jedes gesunde Pferd für diese Ausbildungsphilosophie.
➡️ Zur Unterseite: Barockreiten

Gangpferdereiten
Gangpferde verfügen neben Schritt, Trab und Galopp über zusätzliche Gangarten wie Tölt oder Pass. Besonders bekannt sind Islandpferde, aber auch Rassen wie der Paso Peruano oder Tennessee Walking Horse gehören zu den Gangpferden. Das Reiten unterscheidet sich in einigen Punkten von der klassischen englischen Ausbildung und ist speziell auf diese besonderen Bewegungsabläufe abgestimmt.
➡️ Zur Unterseite: Gangpferdereiten und mehr erfahren über die Gangart Tölt

Distanzreiten
Beim Distanzreiten stehen Ausdauer, Kondition und das partnerschaftliche Bewältigen langer Strecken im Vordergrund. Die Wettbewerbe führen häufig über viele Kilometer durch abwechslungsreiches Gelände. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sorgen dafür, dass die Gesundheit der Pferde jederzeit im Mittelpunkt steht.
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Wanderreiten
Für viele Freizeitreiter ist das Wanderreiten die schönste Art, Zeit mit dem Pferd zu verbringen. Mehrtägige Touren durch Wälder, Mittelgebirge oder entlang von Flüssen verbinden Naturerlebnis, Abenteuer und Pferdehaltung auf entspannte Weise. Dabei spielen Gelassenheit, Trittsicherheit und eine gute Grundausbildung des Pferdes eine deutlich größere Rolle als sportliche Höchstleistungen.
➡️ Zur Unterseite: Wanderreiten

Freizeitreiten
Nicht jeder Reiter möchte Turniere besuchen oder sich einer bestimmten Reitweise verschreiben. Beim Freizeitreiten steht die gemeinsame Zeit mit dem Pferd im Vordergrund – sei es auf dem Reitplatz, im Gelände oder bei kleinen Gymnastik- und Bodenarbeitsübungen. Viele Freizeitreiter kombinieren Elemente verschiedener Reitweisen und entwickeln ihren ganz eigenen Stil.
➡️ Zur Unterseite: Freizeitreiten
Welche Reitweise ist die richtige?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es darauf nicht. Die passende Reitweise hängt von den eigenen Interessen, dem Ausbildungsstand und natürlich auch vom Pferd ab. Wer sportliche Ziele verfolgt, wird häufig in der klassischen englischen Reitweise beginnen. Wer entspannte Ausritte oder lange Touren liebt, findet möglicherweise im Wander- oder Distanzreiten seine Leidenschaft. Andere fühlen sich im Westernreiten oder in der barocken Reitkunst zuhause.
Letztlich verfolgen alle guten Reitweisen dasselbe Ziel: ein gesundes, motiviertes Pferd und eine harmonische Partnerschaft zwischen Mensch und Tier. Unterschiede gibt es vor allem in der Ausbildung, den Schwerpunkten und den Traditionen – nicht jedoch im Anspruch an einen respektvollen und pferdegerechten Umgang.
