Hufschlafiguren

Aktualisiert 02.09.2026

Hufschlagfiguren: alle Bahnfiguren verständlich erklärt und richtig geritten

Hufschlagfiguren sind das Vokabular der Reitbahn. Wer sie beherrscht, reitet nicht mehr irgendwie im Kreis, sondern arbeitet mit einem Plan: Du gymnastizierst Dein Pferd gezielt, prüfst Deine Hilfen an jeder Linie und behältst selbst auf einem vollen Viereck den Überblick. Dieser Beitrag nimmt jede wichtige Figur einzeln durch – wie sie verläuft, worauf es beim Reiten ankommt und wo die häufigsten Fehler stecken. Dazu die Bahnpunkte, die Du dafür kennen musst, und ein ehrlicher Blick darauf, was eine Figur eigentlich mit dem Ausbildungsstand zu tun hat.

Was sind Hufschlagfiguren?

Hufschlagfiguren, auch Bahnfiguren genannt, sind festgelegte Linien und Bögen, die Du mit Deinem Pferd in der Reitbahn reitest. Sie verbinden die Bahnpunkte – die Buchstaben am Rand und auf der Mittellinie – durch gerade Strecken oder gleichmäßige Kreisbögen.

Der Name kommt vom Hufschlag, der Spur direkt an der Bande. Auf ihr entsteht die erste und einfachste Figur, und von ihr aus wenden fast alle anderen Figuren ab. Die Linienführung ist international standardisiert. Ein Zirkel bei A sieht in Warendorf genauso aus wie in Wien oder Wellington, und die Buchstaben stehen überall an derselben Stelle. Genau das macht die Figuren so praktisch: Sie sind eine gemeinsame Sprache, die jede Reiterin und jeder Reiter versteht.

Übersicht Hufschlafiguren zum ausdrucken

Dieses Foto kannst Du die einfach herunterladen, indem Du am Handy mit dem Finger drauf drückst oder am Computer mit der rechten Maustaste draufgehst. Das ist ausdrücklich erlaubt. So hast Du eine kleine Übersicht und kannst es Dir ausdrucken und immer mal wieder nachschauen. Diese Übersicht ist nur KI generiert und nicht so 100% korrekt. Beim „Aus der Ecke kehrt“ solltest Du eigentlich früher ankommen und nicht erst am Bahnmittelpunkt.

Lese Dir am besten noch durch, was ich Dir noch zu dem Hufschlagfiguren hier aufgeschrieben haben ⬇️.

Wozu reitet man Hufschlagfiguren?

Hufschlagfiguren sind kein Selbstzweck und auch keine Turnierschikane. Sie erfüllen im Training gleich mehrere Aufgaben.

Zuerst gymnastizieren sie Dein Pferd. Jeder Bogen fordert eine Längsbiegung, jede gerade Linie fordert Geraderichtung. Weil Du die Figuren auf beiden Händen reitest, trainierst Du beide Seiten Deines Pferdes gleichmäßig. Kein Pferd kommt symmetrisch auf die Welt, jedes hat eine hohle und eine mehr gedehnte Seite. Über die Figuren arbeitest Du an diesem Unterschied, bis Dein Pferd sich in beide Richtungen gleich gut biegen lässt und sich langfristig geraderichtet.

Zweitens sind die Figuren ein Prüfstein für Deine Hilfen. Solange Du eine gerade Linie gerade und einen Kreis rund reitest, stimmt das Zusammenspiel aus Schenkel-, Gewichts- und Zügelhilfen. Sobald aus der geraden Linie eine ungewollte Schlangenlinie wird oder der Zirkel eiförmig gerät, zeigt Dir die Figur schonungslos, wo die Abstimmung noch hakt. Die Linie lügt nicht.

Drittens ordnen die Figuren das Miteinander in der Bahn. Weil jeder dieselben Linien kennt, kann jeder die Wege der anderen einschätzen. So teilen sich mehrere Paare eine Halle, ohne sich in die Quere zu kommen.

Und viertens spielt die Ausführung in Dressurprüfungen in die Wertnote hinein. Die Richter wollen sehen, dass Du eine Figur nicht nur kennst, sondern punktgenau reiten kannst. Die exakte Linie verrät ihnen, wie fein Deine Hilfen abgestimmt sind, und macht die Paare vergleichbar.

Die Skala der Ausbildung als roter Faden

Warum eine bestimmte Figur guttut, verstehst Du am besten über die Skala der Ausbildung. Sie beschreibt in sechs Punkten, wie ein Pferd Schritt für Schritt durchlässig wird: Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung.

Die Figuren greifen an genau diesen Punkten an. Große, ruhige Bögen zu Beginn der Stunde helfen beim Lösen und fördern Losgelassenheit und Takt. Wechsel über die Diagonale prüfen die Geraderichtung, weil das Pferd dort ohne Bande auskommen muss. Enge Wendungen wie die Volte fordern Biegung und lassen die Hinterhand vermehrt Last aufnehmen – ein erster Schritt Richtung Versammlung. Wenn Du beim Reiten weißt, an welchem Punkt der Skala Du gerade arbeitest, wird aus dem bloßen Abfahren einer Linie echte Ausbildung.

Warum alle Hufschlagfiguren zur Basis gehören

Ein weit verbreiteter Irrtum lautet, es gäbe leichte Figuren für Anfänger und schwere Figuren für die höheren Klassen. Das stimmt so nicht, und der Unterschied ist wichtig.

Die Figuren selbst gehören alle zur Grundausbildung. Ein Zirkel bleibt ein Zirkel, eine Volte bleibt eine Volte, ob Du sie in einer E-Dressur oder in einer schweren Prüfung reitest. Was eine M-Dressur schwerer macht als eine A-Dressur, sind nicht die Figuren, sondern die Lektionen, die auf ihnen geritten werden – etwa Schulterherein, Traversale oder fliegende Wechsel. Die Linie ist dieselbe, das, was Du darauf abrufst, wird anspruchsvoller.

Steigern lässt sich innerhalb einer Figur trotzdem einiges, nur eben nicht ihre Zuordnung zu einer Klasse. Du kannst denselben Kreis kleiner anlegen, ihn in einer versammelteren Gangart reiten oder Übergänge und Seitengänge einbauen. Dann wird die Aufgabe schwerer, die Figur bleibt dieselbe. Merke Dir also: Du lernst nicht zuerst die einfachen und später die schweren Figuren. Du lernst die Figuren einmal und verfeinerst sie ein Reiterleben lang.

Die Bahnpunkte verstehen

Um eine Figur punktgenau zu reiten, brauchst Du Orientierung. Die geben Dir die Bahnpunkte, also die Buchstaben, die rund um die Bahn und auf der Mittellinie verteilt sind. Welche es gibt, hängt von der Größe des Vierecks ab.

Das kleine Viereck: 20 mal 40 Meter

Das kleine Viereck misst 20 mal 40 Meter und wird für Dressurprüfungen bis zur Klasse L genutzt. Rund um die Bahn liegen acht Buchstaben. An den kurzen Seiten stehen mittig A und C, wobei A traditionell die Eingangsseite ist. An den langen Seiten liegen mittig E und B. Dazu kommen die vier Eckbuchstaben K, F, M und H, die jeweils sechs Meter vor den kurzen Seiten stehen und deshalb auch Wechselpunkte heißen.

Auf der Mittellinie versteckt sich noch etwas: D liegt zwischen F und K, X genau in der Mitte des Vierecks, G zwischen M und H.

Zum Einprägen der Reihenfolge am Bandenrand hilft ein Merksatz. Ein bekannter lautet: Alte Kühe essen Heu, Cälber mögen besseres Futter – die Anfangsbuchstaben ergeben A, K, E, H, C, M, B, F.

Das große Viereck: 20 mal 60 Meter

Das große Viereck ist mit 20 mal 60 Metern genau zwanzig Meter länger, in der Breite ändert sich nichts. Ab der Klasse M geht es in der Regel auf dieses Viereck, weil die längeren Wege mehr Ausdauer und mehr Konzentration verlangen.

An den langen Seiten kommen vier Buchstaben hinzu: V und S auf der einen, P und R auf der anderen Seite. Die Eckbuchstaben bleiben bei sechs Metern Abstand zur kurzen Seite, die neuen Punkte gliedern die lange Seite weiter auf. Auf der Mittellinie ergänzen sich L zwischen den vorderen und I zwischen den hinteren Punkten. Auch hierfür gibt es Merksätze, die dann die Mittellinie mit einschließen – such Dir einen, der bei Dir hängen bleibt, notfalls erfindest Du Deinen eigenen.

Zirkelpunkte

Neben den Buchstaben gibt es die Zirkelpunkte. Das sind die Stellen, an denen ein Zirkel die lange Seite berührt. Sie liegen immer zehn Meter von der kurzen Seite entfernt. Umgangssprachlich zählt man A und C beziehungsweise B und E ebenfalls zu den Zirkelpunkten, weil man sie beim gleichmäßigen Runden eines Kreises als Orientierung braucht.

Erster, zweiter und dritter Hufschlag

Der erste Hufschlag ist die äußerste Spur direkt an der Bande. Reitest Du auf dem zweiten Hufschlag, versetzt Du dieselbe Linie um eine Pferdebreite, also rund anderthalb Meter, nach innen. Der dritte Hufschlag liegt noch einmal eine Pferdebreite weiter innen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber ein wertvolles Werkzeug: Sobald Dein Pferd die Bande verlässt, kann es sich nicht mehr an ihr anlehnen, und Deine Hilfen müssen die Linie ganz allein halten.

Hand und Handwechsel

Die Hand gibt die Richtung an, in die Du auf dem Hufschlag reitest. Ist Deine rechte Hand innen und reitest Du rechts herum, bist Du auf der rechten Hand. Ist die linke Hand innen, bist Du auf der linken.

Ein Handwechsel ist jede Figur, mit der Du gleichzeitig die Richtung wechselst. Bist Du vorher auf der rechten Hand geritten, bist Du danach auf der linken. Weil jedes Pferd seine leichtere und seine schwerere Seite hat, ist jeder Handwechsel wertvoll: Nur so arbeitest Du beide Seiten gleich viel und richtest Dein Pferd über die Zeit gerade.

Im Folgenden sind die Figuren nach ihrer Form geordnet – erst gerade Linien, dann Handwechsel auf geraden Linien, dann gebogene Linien und Handwechsel auf gebogenen Linien, zum Schluss die Schlangenlinien.

Hufschlagfiguren mit geraden Linien

Ganze Bahn

Die ganze Bahn ist die erste Figur, die Du überhaupt reitest, und die häufigste dazu. Du reitest entlang der Bande auf dem ersten Hufschlag einmal rundherum. Viele nutzen sie zum Aufwärmen und lassen sie dabei mehr laufen, als gut ist.

Nutze die Ecken früh. Reite sie richtig aus und frage dort schon Stellung und Biegung ab, statt rund um die Kurve zu schlappen. Wenn es an einer Ecke hakt, zeigt Dir das gleich zu Beginn, woran Du in der Lösungsphase arbeiten solltest.

Willst Du es schwerer, reite die ganze Bahn auf dem zweiten oder dritten Hufschlag. Ohne Bande als Stütze musst Du Dein Pferd über den äußeren Zügel und den äußeren Schenkel auf der Linie halten. Das klingt simpel und ist eine der ehrlichsten Übungen für Balance und Geraderichtung.

Durch die Länge der Bahn

Hier wendest Du an der Mitte der kurzen Seite bei A oder C auf die Mittellinie ab und reitest sie in ganzer Länge bis zur gegenüberliegenden kurzen Seite. Die vierzig oder sechzig Meter sind länger, als sie aussehen. Weil die Bande fehlt, rahmst Du Dein Pferd zwischen Schenkel-, Gewichts- und Zügelhilfen ein und hältst es fein gerade.

Diese Linie eignet sich hervorragend, um die Geraderichtung zu prüfen, und sie ist die Generalprobe fürs Einreiten: Genau so wendest Du bei jeder Prüfung bei A auf die Mittellinie ab und reitest auf X zum Halten. Reitest Du die Linie ohne Richtungswechsel am Ende, heißt das durch die Länge der Bahn geritten. Wechselst Du am Ende die Hand, heißt es durch die Länge der Bahn gewechselt.

Halbe Bahn

Die halbe Bahn wird selten geritten, ist aber eine gute Vorübung. Du wendest an der Mitte der langen Seite bei E oder B ab, querst die Bahn gerade und wendest an der gegenüberliegenden Mitte wieder ab. Achte auf saubere Wendungen bei E und B und halte die Strecke dazwischen wirklich gerade.

Die geraden Abschnitte dieser Figur kannst Du gezielt als Vorbereitung auf den Zirkel nutzen. Braucht Dein Pferd für die dauerhafte Biegung auf dem Kreis noch mehr Kraft in der Bauchmuskulatur, gönnst Du ihm auf den geraden Stücken kurze Erholung und rundest die Bögen erst nach und nach aus, bis ein voller Kreisbogen daraus wird.

Handwechsel auf geraden Linien

Der Handwechsel über eine gerade Linie ist die beliebteste Art, die Hand zu wechseln. Auf der Wechsellinie reitest Du geradeaus, Dein Pferd ist dort weder gestellt noch gebogen. Erst kurz bevor Du den Hufschlag wieder erreichst, stellst und biegst Du zur neuen inneren Hand um. Reitest Du im Leichttraben, sitzt Du rund eine Pferdelänge vor dem Hufschlag um.

Durch die ganze Bahn wechseln

Du wendest am ersten Wechselpunkt nach der kurzen Seite ab und reitest diagonal über X zum letzten Wechselpunkt der gegenüberliegenden Seite. Die Linie läuft also von M nach K oder von H nach F, je nach Hand auch andersherum.

Bereite das Abwenden durch eine tief ausgerittene Ecke vor und richte den Blick sofort auf Deinen Zielpunkt drüben. So bleibt die Diagonale gerade. In der Prüfung möchten die Richter sehen, dass die Schulter Deines Pferdes genau am Wechselpunkt ankommt – das gelingt, wenn Du den Hufschlag eine Idee vor dem Buchstaben anpeilst.

Durch die ganze Bahn wechseln

„Durch die ganze Bahn wechseln“ ist eine Hufschlagfigur, mit der du einen Handwechsel machst. Das bedeutet ganz einfach: Du wechselst die Richtung. Reitest du vorher auf der rechten Hand, reitest du nach der Hufschlagfigur auf der linken Hand weiter.

So reitest du durch die ganze Bahn wechseln

In unserem Beispiel reitest du zunächst rechts herum, der Fachausdruck dafür ist „ rechte Hand“

Ganz normal über A weiter reiten, bis die kurze Seite zu Ende ist, die Ecke auch noch zu Ende reiten.

Erst danach beginnt die eigentliche Hufschlagfigur, etwas wenn Dein Knie bei K ist.

Bei K, also am ersten Bahnpunkt nach der kurzen Seite, wendest du ab und reitest gerade diagonal durch die gesamte Bahn bis M. Schau dir ganz genau das M an, dann wir die Linie schön gerade.

Wichtig ist dabei die Genauigkeit: Du reitest tatsächlich von K bis M. Nicht irgendwo kurz vor K losreiten und auch nicht irgendwo hinter M wieder auf dem Hufschlag landen.

Bei M erreichst du wieder den Hufschlag und reitest links herum weiter.

Damit hast du die Hand gewechselt:

Vorher: rechte Hand → K – M→ nachher: linke Hand.

Wichtig: Durch die ganze Bahn wechseln beginnt immer nach einer kurzen Seite, niemals davor!

Gerade Anfänger verwechseln häufig, wann sie „durch die ganze Bahn wechseln“ sollen. Diese ⬆️ einfache Regel hilft.

Du reitest die kurze Seite also zunächst vollständig zu Ende und wendest am ersten Buchstaben der folgenden langen Seite ab.

Was ist überhaupt die lange und die kurze Seite?

Ein Reitplatz beziehungsweise eine Reithalle ist rechteckig. Deshalb gibt es:

  • zwei lange Seiten und
  • zwei kurze Seiten.

Die Seiten bei A und C sind die kurzen Seiten. Gerade wenn du mit den Hufschlagfiguren erst anfängst, solltest du dir diese Orientierung bewusst machen. Viele Figuren lassen sich wesentlich leichter verstehen, wenn du nicht nur einzelne Buchstaben auswendig lernst, sondern weißt, wo du dich gerade auf der Bahn befindest.

Wozu dient „Durch die ganze Bahn wechseln“?

Der Sinn dieser Hufschlagfigur ist zunächst einmal ganz schlicht der Handwechsel. Du wechselst also von rechts herum auf links herum oder umgekehrt.

Und noch etwas ist für Anfänger wichtig:

„Durch die ganze Bahn wechseln“ wird nur einmal ausgeführt.

Das unterscheidet die Figur beispielsweise vom Zirkel, auf dem du mehrere Runden reiten kannst. Beim Wechsel durch die ganze Bahn reitest du einmal die Diagonale, erreichst den gegenüberliegenden Hufschlag und setzt deinen Weg auf der anderen Hand fort.

Es ist aber ganz normal, dass Du diese Dinge sehr häufig vergisst und dann doch mal versehentlich vor der kurzen Seite schon abwendest. Ich habe in meiner Reitschule damals kaum Reitschülern gehabt, die sich das immer gemerkt haben, es ist ja auch echt viel zum merken.

Durch die halbe Bahn wechseln

Auch hier wendest Du am ersten Wechselpunkt nach der kurzen Seite ab, reitest dann aber zur Mitte der gegenüberliegenden langen Seite, also nach B oder E. Von B oder E aus wird diese Figur in der Regel nicht geritten.

Weil Du steiler aus der Ecke abwendest und die Wendungen schneller aufeinanderfolgen, ist dieser Wechsel deutlich anspruchsvoller als der über die ganze Bahn. In der Ausbildung kommt er entsprechend später dazu, wenn Stellung und Biegung schon zuverlässig sitzen.

Hufschlagfiguren mit gebogenen Linien

Zirkel

Der Zirkel ist nach der ganzen Bahn die am zweithäufigsten gerittene Figur. Er ist ein Kreis mit zwanzig Metern Durchmesser, den Du von Zirkelpunkt zu Zirkelpunkt reitest. Reiten kannst Du ihn bei A, bei C oder mittig bei B und E als Mittelzirkel.

Das Wichtigste: Ein Kreis hat keine Ecken. Runde die Bandenecken gleichmäßig ab, statt in ihnen kurz eckig zu werden. Gerade zu Beginn der Stunde eignet sich der große Bogen zum Lösen, später verbesserst Du auf ihm Längsbiegung und Durchlässigkeit. Fällt Deinem Pferd das Vorwärts-Abwärts auf der ganzen Bahn noch schwer, probier es zuerst auf dem Zirkel – vielen Pferden gelingt es dort leichter.

Für die Zirkel bei A und C gibt es zwei Begriffe, die Du kennen solltest. Die geschlossene Seite ist die Zirkelhälfte, die von der kurzen Seite und der Bande begrenzt wird. Die offene Seite ist die Hälfte, die frei in der Bahnmitte liegt. Auf der offenen Seite fehlt die Begrenzung, dort zeigt sich am ehesten, ob Deine äußeren Hilfen den Bogen wirklich halten.

Ok mein Zirkel hier ist nicht ganz rund 😂aber ihr könnt das bestimmt besser reiten, als ich es zeichnen kann. Wichtig ist, dass Du A und X immer erreichst und die zweit. Zirkelpunkte. Wenn Du auf den anderen Seite den Zirkel reitest, dann muss Du C und X erreichen.

Wichtig: Man reitet den Zirkel immer so lange, bis der Reitlehrer wieder „ganze Bahn“ sagt.

Also: nicht nur einmal herum, wie bei den anderen Figuren, sondern das kann eine ganze Weile so im Kreis herum gehe 😃

Achte schön darauf, dass Du nie bei K oder F, M oder H ( also den sogenannten Wechselpunkten) auf den Hufschlag bist, denn dann ist Dein Zirkel nicht wirklich rund.

Den Hufschlag berührt man nur am Zirkelpunkt, das sind die aufgemalten Kreise zwischen zb F und B.

Wenn ihr durcheinander Reiten macht, also ein paar Reiter ganze Bahn sind und einige auf den Zirkel, dann bleibst Du zweiter Hufschlag, so dass die ganze Bahn Reiter bequem vorbei kommen können

Volte

Die Volte ist ein kleiner Kreis mit höchstens zehn Metern Durchmesser. Je nach Ausbildungsstand darf sie kleiner sein, das Minimum liegt bei sechs Metern. Anders als der Zirkel ist die Volte nicht an feste Bahnpunkte gebunden, Du kannst sie überall am Hufschlag oder in der Bahn anlegen. Wo Du sie beginnst, dort kommst Du auch wieder an.

Je enger die Volte, desto anspruchsvoller wird sie. Der kleinere Bogen verlangt eine stärkere Längsbiegung und mehr Dehnung der äußeren Muskulatur. Deshalb gehört die Volte in die Arbeitsphase, wenn Dein Pferd schon gelöst ist, nicht an den Anfang. Sie trainiert die innere Bauchmuskulatur und die Lastaufnahme der Hinterhand und dient vielen als Vorbereitung auf Lektionen wie das Schulterherein.

Als Anfänger wirst Du noch keine Volten reiten. Das machst Du in etwa erst, wenn Du schon mindestens 1 Jahr reitest.

Kehrtvolte

Die Kehrtvolte verbindet eine halbe Volte mit einem Handwechsel. Du wendest vom Hufschlag ab, reitest einen halben kleinen Kreis und kommst über eine schräge Linie zurück an die Bande – dort läufst Du dann in der entgegengesetzten Richtung weiter. Weil Du in kurzer Zeit erst wegbiegst und dann umstellst, brauchst Du feine, gut vorbereitete Hilfen. Reite sie im Zweifel erst im Schritt, bis der Ablauf sitzt.

Ein Handwechsel auf gebogener Linie ist schwerer als einer auf gerader, weil Du oft nur eine Pferdelänge Zeit hast, um umzustellen. Auch wenn wenig Zeit bleibt, bleibt Deine Einwirkung fein, besonders die der Hand.

Durch die ganze Bahn wechseln

„Durch die ganze Bahn wechseln“ ist eine Hufschlagfigur, mit der du einen Handwechsel machst. Das bedeutet ganz einfach: Du wechselst die Richtung. Reitest du vorher auf der rechten Hand, reitest du nach der Hufschlagfigur auf der linken Hand weiter.

So reitest du durch die ganze Bahn

In unserem Beispiel reitest du zunächst rechts herum. Du kommst auf der langen Seite bei H an und reitest anschließend die kurze Seite über C vollständig zu Ende.

Erst danach beginnt die eigentliche Hufschlagfigur:

Bei M, also am ersten Bahnpunkt nach der kurzen Seite, wendest du ab und reitest gerade diagonal durch die gesamte Bahn bis K.

Wichtig ist dabei die Genauigkeit: Du reitest tatsächlich von M bis K. Nicht irgendwo kurz vor M losreiten und auch nicht irgendwo hinter K wieder auf dem Hufschlag landen.

Bei K erreichst du wieder den Hufschlag und reitest links herum weiter, beispielsweise anschließend über die kurze Seite bei A.

Damit hast du die Hand gewechselt:

Vorher: rechte Hand → M – Knachher: linke Hand.

Wichtig: Die kurze Seite kommt zuerst

Gerade Anfänger verwechseln häufig, wann sie „durch die ganze Bahn wechseln“ sollen. Eine einfache Regel hilft:

Merke dir: Durch die ganze Bahn wechseln beginnt immer NACH einer kurzen Seite.

Du reitest die kurze Seite also zunächst vollständig zu Ende und wendest am ersten Buchstaben der folgenden langen Seite ab.

In unserem Beispiel:

H → C → M → diagonal nach K → links herum weiter.

Würdest du bereits vor der kurzen Seite diagonal durch die Bahn reiten, wäre die Hufschlagfigur falsch ausgeführt.

Was ist überhaupt die lange und die kurze Seite?

Ein Reitplatz beziehungsweise eine Reithalle ist rechteckig. Deshalb gibt es:

  • zwei lange Seiten und
  • zwei kurze Seiten.

Die Seiten bei A und C sind die kurzen Seiten. Gerade wenn du mit den Hufschlagfiguren erst anfängst, solltest du dir diese Orientierung bewusst machen. Viele Figuren lassen sich wesentlich leichter verstehen, wenn du nicht nur einzelne Buchstaben auswendig lernst, sondern weißt, wo du dich gerade auf der Bahn befindest.

Wozu dient „Durch die ganze Bahn wechseln“?

Der Sinn dieser Hufschlagfigur ist zunächst einmal ganz schlicht der Handwechsel. Du wechselst also von rechts herum auf links herum oder umgekehrt.

Und noch etwas ist für Anfänger wichtig:

„Durch die ganze Bahn wechseln“ wird nur einmal ausgeführt.

Das unterscheidet die Figur beispielsweise vom Zirkel, auf dem du mehrere Runden reiten kannst. Beim Wechsel durch die ganze Bahn reitest du einmal die Diagonale, erreichst den gegenüberliegenden Hufschlag und setzt deinen Weg auf der anderen Hand fort

es nicht sauber, geh ein paar Schritte zurück und übe auf gerader Linie oder erst im Schritt.

Aus dem Zirkel wechseln

Du reitest von einem Zirkel auf einen zweiten. Kurz vor X richtest Du Dein Pferd gerade und reitest etwa eine Pferdelänge geradeaus, im Leichttraben sitzt Du hier um. Dann stellst Du um und reitest mit der neuen Längsbiegung auf dem zweiten Zirkel weiter. Von oben ergibt das eine Acht. Aber nur einmal, du reitest nicht diese 8 immer so weiter, es sei denn, dein Reitlehrer sagt das extra so.

Diese Figur passt gut in die Lösungsphase: Auf der großen gebogenen Linie kannst Du lösen und ganz nebenbei die Durchlässigkeit abfragen. Wird es Dir zu leicht, baust Du bei X einen Übergang oder einen Galoppwechsel ein.

Durch den Zirkel wechseln

Diese Figur ähnelt der vorigen in der Form, ist aber deutlich enger und damit schwerer. Du wendest am Zirkelpunkt nach der kurzen Seite auf eine halbe Volte von zehn Metern ab und kommst so auf der Mittellinie an. Ob Du sie getroffen hast, siehst Du daran, dass Du kurz gerade auf A oder C zureitest. Dann stellst Du um und wendest auf eine zweite halbe Zehn-Meter-Volte zur neuen Hand ab. Im Leichttraben sitzt Du beim Überqueren der Zirkelmitte um. Das ist auch eine Figur die Du erst später lernen wirst.

Aus der Ecke kehrt

Bei dieser Figur reitest Du in der Ecke eine halbe Volte und kehrst schräg zur Bande zurück, sodass Du danach in der anderen Richtung läufst. Sie funktioniert wie die Kehrtvolte, nutzt aber gezielt die Ecke als Startpunkt. Ein handlicher Handwechsel für die Lösungsphase, solange Du die halbe Volte rund und nicht spitz reitest.

Schlangenlinien

Schlangenlinien gibt es in zwei Gruppen: entlang der langen Seite und durch die ganze Bahn. Die an der langen Seite eignen sich hervorragend zum Lösen und sind bei vielen ein fester Teil der Lösungsphase. Die durch die Bahn verlangen mehr Präzision und gehören eher in die Arbeitsphase.

Einfache Schlangenlinie an der langen Seite

Sie beginnt am ersten und endet am letzten Bahnpunkt der langen Seite, also von H nach K oder von M nach F. Am ersten Punkt wendest Du ab, reitest rund zwei Pferdelängen gerade, stellst dann um und forderst die Biegung. Der von der Bande am weitesten entfernte Punkt liegt auf Höhe von E oder B und ist genau fünf Meter von der Bande weg. Etwa zwei Pferdelängen vor dem Hufschlag stellst Du wieder um, damit die Schulter am letzten Bahnpunkt ankommt. Für den richtigen Moment zum Umstellen kannst Du Dich an den Zirkelpunkten orientieren. Im Leichttraben sitzt Du beim Umstellen um, hier also zweimal.

Doppelte Schlangenlinie an der langen Seite

Die doppelte Schlangenlinie ist wie zwei einfache hintereinander, ihre tiefsten Punkte liegen nur zweieinhalb Meter von der Bande entfernt. Die Bögen sind flacher, dafür stellst Du viermal um. Reite sie deshalb ausgesessen statt im Leichttraben – so reagierst Du schneller und gibst Deine Hilfen feiner.

Schlangenlinien durch die ganze Bahn

Diese Figur stellst Du Dir am besten als Folge halber Volten vor, die Du mit kurzen geraden Stücken parallel zur kurzen Seite verbindest. Je mehr Bögen, desto kleiner ihr Durchmesser und desto schwerer die Figur. Auf dem kleinen Viereck reitet man meist drei bis vier Bögen, auf dem großen bis zu sechs.

Weil es in der Bahnmitte keine festen Punkte gibt, sind gleich große Bögen die eigentliche Kunst. Überleg Dir die Linie vorher und reite sie zuerst ruhig durch, sonst reicht der Platz am Ende nicht. Für vier Bögen brauchen die halben Volten zehn Meter Durchmesser, und dafür sind die Zirkelpunkte eine gute Orientierung.

Zwei Dinge lohnt es sich zu merken. Reitest Du eine gerade Anzahl Bögen, reitest Du zugleich einen Handwechsel. Bei ungerader Anzahl landest Du wieder auf derselben Hand. Und das Umsitzen im Leichttraben erfolgt immer dann, wenn Du die Mittellinie kreuzt.

Die Ecke: die unterschätzte Hufschlagfigur

Die Ecke ist streng genommen eine eigene kleine Figur, und sie entscheidet über die Qualität der ganzen Bahn. Korrekt geritten ist sie ein Viertel einer Volte. Wie tief Du hineinreitest, hängt vom Ausbildungsstand ab: Am Anfang reicht ein flacher Bogen mit rund zwei bis drei Metern Tiefe, mit zunehmender Versammlung darf die Ecke enger werden, bis hin zum Viertelkreis mit etwa sechs Metern.

Zwei Fehler passieren häufig. Der eine ist das Schneiden – Du lässt die Ecke aus und rundest sie zum Halbkreis ab, das Pferd verliert Biegung und Aufmerksamkeit. Der andere ist das Hineinzwängen – Du reitest tiefer, als Dein Pferd sich gerade biegen kann, und es fällt über die äußere Schulter oder wird im Takt langsamer. Die gute Ecke liegt dazwischen: so tief, wie Dein Pferd die Biegung noch sauber trägt. Wer die Ecken sitzen hat, dem gelingen anschließend auch die Wendungen und Wechsel deutlich leichter.

Häufige Fehler beim Figurenreiten

Ein paar Fehler tauchen figurübergreifend immer wieder auf. Wenn Du sie kennst, korrigierst Du sie schneller.

Der Blick klebt zwischen den Ohren. Schau immer schon dorthin, wo Du als Nächstes hinreiten willst. Der Blick führt die Schulter, die Schulter führt das Pferd.

Das Abwenden kommt zu spät oder zu früh. Eine neue Figur beginnt rund eine Pferdelänge vor dem Bahnpunkt, nicht erst am Buchstaben. Wer erst am Punkt reagiert, kommt immer einen Tick zu spät.

Die Ecken werden geschnitten. Aus jeder geschnittenen Ecke wird eine ungenaue Linie, weil Dir der saubere Startpunkt fehlt.

Das Tempo bricht im Bogen ein. Viele Pferde werden beim Einbiegen langsamer. Ein aktiver innerer Schenkel hält den Takt, damit die Figur nicht einschläft.

Die Bögen werden ungleich. Auf der Volte entsteht schnell ein Ei statt eines Kreises, auf der Schlangenlinie werden die Bögen unterschiedlich groß. Hier hilft es, die Linie langsamer und bewusst zu reiten und sich an festen Punkten zu orientieren.

Hufschlagfiguren im Training kreativ nutzen

Sitzen die Linien, sind die Figuren erst der Anfang. Auf ihnen kannst Du fast alles aufbauen, was das Training abwechslungsreich macht – solange Du den Ausbildungsstand von Dir und Deinem Pferd berücksichtigst.

Nutze die Diagonale beim Wechsel durch die ganze Bahn für eine Verstärkung oder für mehrere Übergänge. Reite Schlangenlinien durch die Bahn im Galopp mit einfachen oder fliegenden Wechseln. Trab auf der einfachen Schlangenlinie beim ersten Umstellen an und pariere beim zweiten wieder durch. Kombiniere Zirkel und Volten, indem Du an jedem Zirkelpunkt zusätzlich eine kleine Volte einbaust. So werden die Linien nicht stumpf eingepaukt, sondern zu einem Werkzeug, mit dem Dein Pferd anfängt mitzudenken.

Für den Aufbau der Stunde gilt eine einfache Regel: Beginne mit großen Linien und Wendungen und leg die Bögen erst enger an, wenn Dein Pferd aufgewärmt und gelöst ist.

So lernst Du die Figuren auswendig

Die vielen Linien und Buchstaben wirken am Anfang verwirrend. Nimm sie Dir in Ruhe ohne Pferd vor, sonst entsteht Frust auf beiden Seiten. Zeichne die Bahn auf ein Blatt Papier und plane die Route, bevor Du aufsitzt. Geh die Linie trocken zu Fuß ab, das prägt sich erstaunlich gut ein. Nutze Merksätze, gern eigene – für den Wechsel durch die ganze Bahn etwa die Katze jagt die Maus von M nach K. Und stell Dir zu Beginn ruhig Hütchen auf oder leg Gassen: Sie erinnern Dich an die Linie und geben Deinem Pferd Orientierung.

Häufige Fragen zu Hufschlagfiguren

Was ist der Unterschied zwischen Zirkel und Volte?

Der Zirkel hat immer zwanzig Meter Durchmesser und beginnt an A, C oder mittig bei B und E. Die Volte ist kleiner, zwischen sechs und zehn Metern, und lässt sich überall in der Bahn reiten. Weil ihr Bogen enger ist, verlangt die Volte mehr Biegung und mehr Lastaufnahme der Hinterhand als der Zirkel.

Womit fange ich als Einsteigerin an?

Sinnvoll ist die Reihenfolge vom Großen zum Kleinen: zuerst die ganze Bahn mit sauber gerittenen Ecken, dann der Zirkel auf zwanzig Metern, danach die Wechsel durch die halbe und die ganze Bahn. Erst wenn diese sitzen, kommen Volten dazu, zuerst mit zehn, später mit acht Metern, und schließlich die Schlangenlinien.

Welche Figuren reite ich auf dem kleinen Viereck?

Auf dem 20-mal-40-Viereck entfällt die lange Diagonale des großen Vierecks. Ganze Bahn, Zirkel, Volte, Wechsel durch die halbe Bahn und kurze Schlangenlinien sind hier die Standardfiguren. Viele Reitschulen arbeiten ausschließlich auf dieser Bahnlänge.

Sind bestimmte Figuren an eine Dressurklasse gebunden?

Nein. Alle Bahnfiguren gehören zur Grundausbildung und werden in jeder Klasse geritten. Anspruchsvoller wird eine höhere Klasse durch die Lektionen, die auf den Linien abgefragt werden, und durch die geforderte Genauigkeit – nicht durch die Figuren selbst. Ein Zirkel bleibt ein Zirkel, egal in welcher Prüfung.

Wie viele Hufschlagfiguren gibt es?

Eine feste Zahl gibt es nicht, weil sich Figuren kombinieren und abwandeln lassen. Das Grundrepertoire umfasst rund ein Dutzend: ganze und halbe Bahn, durch die Länge der Bahn, die Wechsel durch ganze und halbe Bahn, Zirkel und Mittelzirkel, Volte, Kehrtvolte und Kontervolte, die Wechsel aus und durch den Zirkel sowie die Schlangenlinien. Wer diese beherrscht, hat das Vokabular der Reitbahn beisammen.

Ich bin Daniela

Reitlehrerin FN und Therapeutische Reitlehrerin und absoluter Fan von Fjordpferden