Highland Dale – der Saddlebred im Film
Und hier kommt die Pointe, die in den meisten Rasseportraits über Saddbreds fehlt . Fury und Black Beauty waren auch American Saddlebreds und auch noch dasselbe Pferd.
Sein bürgerlicher Name war Highland Dale, geboren am 4. März 1943 auf einer Farm bei Joplin in Missouri, Vater Liberty Dale, Mutter Marian Highland, eingetragener American Saddlebred, rabenschwarz. Mit achtzehn Monaten entdeckte ihn der Hollywood-Tiertrainer Ralph McCutcheon auf dieser Farm und kaufte ihn. McCutcheon nannte ihn zeitlebens schlicht Beaut.
1946 stand er für Twentieth Century Fox als Titelfigur in Black Beauty vor der Kamera, keine zwei Jahre alt. Er musste dafür Türen mit dem Maul öffnen, den Kopf durch Fenster stecken und sich von Motorradfahrern jagen lassen.
Von da an lief seine Karriere über anderthalb Jahrzehnte. 1948 Return of Wildfire, 1954 Gypsy Colt, 1956 in Giant unter dem Rollennamen War Winds, geritten von Elizabeth Taylor, dazu Wild is the Wind und Outlaw Stallion. Von 1955 bis 1960 lief bei NBC die Serie Fury, in der er die Titelrolle spielte, in 81 von 116 Folgen. In den Wiederholungen hieß die Serie Brave Stallion. Später hatte er noch Gastauftritte, unter anderem bei Bonanza.
Ausgebildet wurde er mit positiver Verstärkung, also mit Belohnung statt Zwang, was in den 1940er Jahren alles andere als selbstverständlich war. Sein Repertoire liest sich wie eine Liste aus dem Zirkus: Knoten aufziehen, Türen öffnen, sich tot stellen, auf Kommando lahm gehen, auf Kommando wiehern, und einen Jungen am Rücken des Hemdes packen und rückwärts wegziehen. Er reagierte sowohl auf Hand- als auch auf Stimmzeichen. Für weite Einstellungen setzte man vier schwarze Doubles ein, für lange Dialogszenen ein Standpferd, während der Star hinter der Kamera sein Sandbad nahm.
Bezahlt wurde er mit 1.500 Dollar pro Folge, in den 1950er Jahren ein beachtliches Honorar. Ausgezeichnet wurde er mehrfach mit dem PATSY Award, der damaligen Oscar-Entsprechung für Tierdarsteller, unter anderem für Gypsy Colt, Wild is the Wind und Fury.
Damit hat ein einziger Saddlebred-Hengst aus Missouri die beiden berühmtesten schwarzen Filmpferde der Fernsehgeschichte gespielt, dazu ein halbes Dutzend weiterer Rollen. Wer als Kind Fury gesehen hat, hat also ein American Saddlebred gesehen, ohne es zu wissen.
Weitere Filmpferde und prominente Besitzer
Der zweitbekannteste Vertreter ist ein Teilblüter: Das sprechende Pferd aus der Serie Mister Ed war anteilig ein Saddlebred.
Prominente Besitzer gab es reichlich, darunter Clark Gable, Will Rogers und Joe Louis. Die schönste Anekdote gehört William Shatner, der selbst Saddlebreds züchtet. In Star Trek Generations ritt er in seiner Rolle als Captain Kirk auf seiner eigenen Stute, die den Namen Great Belles of Fire trug.
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