Warmblutschecken Hengste 2026

Gekörte Warmblutschecken in Deutschland: Diese Hengste bringen Farbe in die Reitpferdezucht

Stand: August 2026

Wer nach einem gekörten gescheckten Warmbluthengst sucht, landet erstaunlich schnell in einem ziemlichen Durcheinander. Zwischen Pintos, Deutschen Pferden, Trakehnern, kleinen Reitpferden, ausländisch gekörten Hengsten und längst nicht mehr zuchtaktiven Namen wird nahezu alles angeboten, was irgendwo einen weißen Fleck besitzt. Dabei ist die Ausgangsfrage eigentlich ganz einfach: Welche gescheckten Warmbluthengste sind gegenwärtig in Deutschland gekört und zuchtaktiv?

Übersicht der Scheckhengste 2026 – Warmblut

Die Antwort fällt überschaubarer aus, als man angesichts der Beliebtheit gescheckter Sportpferde erwarten könnte. In den aktuellen Hengstverteilungsplänen lassen sich 18 verschiedene Warmblutschecken mit Eintragung in das Hengstbuch I finden. Siebzehn davon werden beim Zuchtverband für deutsche Pferde, kurz ZfdP, geführt. Mit Gabun kommt ein weiterer Hengst aus dem Trakehner Verband hinzu. Sun Weltino W besitzt außerdem eine Anerkennung für das Deutsche Sportpferd, wird in dieser Übersicht aber selbstverständlich nur einmal gezählt.

Hinzu kommt Cialto C, der in Deutschland deckt, jedoch vom Anglo European Studbook gekört wurde. Er gehört deshalb nicht zur eigentlichen Zählung der deutschen Zuchtverbände, soll am Ende aber trotzdem vorgestellt werden.

Pinto ist keine sportliche Qualifikation

Eine Scheckung sagt zunächst nur etwas über die Farbe aus. Sie verrät weder, ob ein Pferd Dressur- oder Springvermögen besitzt, noch ob es überhaupt einem modernen Warmbluttyp entspricht. Ein Pinto kann ein Pony, ein schweres Pferd, ein Arabisches Partbred oder ein Warmblut sein.

Für diese Übersicht wurden deshalb keine Ponyhengste, Tinker, Tigerschecken, Araber oder sonstigen Spezialrassen berücksichtigt. Aufgenommen wurden nur Hengste mit Warmblut- beziehungsweise Reitpferdeabstammung. Einige der beim ZfdP geführten Pintohengste bewegen sich mit einem Stockmaß zwischen ungefähr 1,52 und 1,56 Metern allerdings an der Grenze zum Kleinen Deutschen Reitpferd. Diese Fälle werden entsprechend gekennzeichnet, damit aus einem Verzeichnis gekörter Warmblutschecken nicht plötzlich wieder eine Sammlung kleiner Pintos wird.

Flash’s Pleasure of Love

Flash’s Pleasure of Love wurde 2006 geboren und stammt von Flash for Fantasy aus einer Mutter von Pentagon. Damit verbindet er eine gefestigte Pintoabstammung auf der Vaterseite mit westfälischem Reitpferdeblut über den Muttervater.

Der Rappschecke wird im Hengstbuch I des ZfdP-Zuchtbuches Pinto geführt. Er gehört zu den Hengsten, bei denen die Scheckfarbe nicht erst durch eine einzelne bunte Mutter in das Pedigree gelangt ist, sondern bereits innerhalb einer eigenen Pintolinie weitergegeben wurde.

Mescalero

Der 1998 geborene Braunschecke Mescalero ist einer der ältesten und züchterisch einflussreichsten Hengste dieser Übersicht. Er stammt von Mangold aus der Caroline von Sando Paso N und verbindet über Mangold unter anderem Trakehnerblut mit der auf Samber zurückgehenden Scheckengenetik seines Mutterstammes.

Mescalero wurde 2001 in Neumünster gekört, absolvierte seine Hengstleistungsprüfung in Neustadt/Dosse mit der Endnote 7,73 und wurde später aufgrund seiner Nachzucht als Elitehengst ausgezeichnet. Mit rund 1,60 Meter ist er kein ausgesprochen großrahmiger Warmblüter, hat aber zahlreiche prämierte Nachkommen, Siegerstuten und weitere gekörte Söhne hervorgebracht.

Mescalino

Mescalino, geboren 2021, ist ein direkter Sohn des Mescalero. Seine Mutter S-Calabria-A stammt von Consens aus einer Cassini-I-Mutter und bringt damit einen ausgesprochen sportlich geprägten Holsteiner Mutterstamm in die Anpaarung. Die Mutter war selbst bis zur Klasse S im Springen erfolgreich.

Der Braunschecke wurde 2025 in Mecklenburg gekört und absolvierte seine Leistungsprüfung in Neustadt/Dosse mit der Wertnote 7,88. Außerdem weist er erste Platzierungen in Springpferdeprüfungen der Klasse A und in Eignungsprüfungen auf.

Mit etwa 1,56 Meter gehört Mescalino allerdings zu den kleinformatigen Grenzfällen dieser Liste. Er ist für Pinto, Kleines Deutsches Reitpferd und Deutsches Reitpony eingetragen beziehungsweise anerkannt und damit besonders für Züchter interessant, die sportliches Springblut mit einem handlicheren Format verbinden möchten.

Nonkonformist

Bei Nonkonformist ist der Name durchaus Programm. Der 2011 geborene Zweibrücker stammt vom Pintohengst Nebor aus einer Mutter von Heraldik xx. Gerade der Muttervater macht das Pedigree für die Vielseitigkeitszucht interessant, denn Heraldik xx gehört zu den bedeutendsten Vollblutvererbern der modernen deutschen Sportpferdezucht.

Nonkonformist führt einen hohen Edelblutanteil und war über mehrere Jahre das erfolgreichste Zweibrücker Vielseitigkeitspferd seines Jahrgangs. Er besitzt internationale Erfolge im Vielseitigkeitssport und ist sowohl beim ZfdP als auch in süddeutschen Zuchtbüchern anerkannt.

Farbgenetisch trägt er keinen Rotfaktor, sodass von ihm keine Füchse oder Fuchschecken fallen können. Möglich sind entsprechend der genetischen Ausstattung der Stute Rappen, Braune, Rappschecken und Braunschecken.

Rub Campino

Rub Campino wurde 2004 geboren und stammt von Chromico aus einer Mutter von Plutos. Über den westfälischen Muttervater erhält sein Pedigree Anschluss an die klassische deutsche Reitpferdezucht, während die Scheckung über die väterliche Linie gefestigt ist.

Mit einem eingetragenen Stockmaß von ungefähr 1,52 Meter ist Rub Campino der deutlichste Grenzfall dieser Zusammenstellung. Abstammungsmäßig gehört er in das Reitpferdelager, vom Format her bewegt er sich jedoch klar im Bereich eines kleinen Reitpferdes. Wer ausdrücklich einen großrahmigen Warmbluthengst sucht, wird bei ihm daher vermutlich nicht fündig.

San Quirico S

San Quirico S gehört zum Körjahrgang 2026 und ist damit einer der jüngsten Hengste der Liste. Der 2023 geborene Braunschecke stammt von Sir Quattro S aus der Aquinta von Sir Cisco – Astek – Priamos xx – Espresso xx.

Bereits als Fohlen wurde San Quirico S 2023 Landessieger in Niedersachsen. Bei der ZfdP-Winterkörung 2026 erhielt er das positive Körurteil und fiel besonders durch seinen Raumgriff sowie eine gute Manier am Sprung auf. Mit rund 1,64 Meter bringt er ein deutlich passenderes Warmblutformat mit als manche ältere Pintolinie.

Da San Quirico S noch sehr jung ist, lässt sich über seine spätere sportliche Entwicklung und seine Vererbung naturgemäß noch wenig sagen. Auf dem Papier verbindet er jedoch eine über mehrere Generationen gefestigte Scheckabstammung mit einem Format, das auch für die moderne Reitpferdezucht interessant sein kann.

Sheldon Cooper

Der 2022 geborene Sheldon Cooper stammt von Strahlemann aus einer Mutter von Saint Cyr. Durch den Trakehner Muttervater kommt ein interessanter Schuss Leistung und Edelblut in das Pedigree.

Sheldon Cooper ist braungescheckt und wurde beim ZfdP in das Hengstbuch I für Pinto aufgenommen. Mit ungefähr 1,53 Meter bleibt allerdings auch er klein. Züchterisch ist er deshalb eher als farbiger Reitpferdehengst im kompakten Format einzuordnen und nicht als klassischer, großrahmiger Warmblutvererber.

Showmaster S

Showmaster S wurde 2023 geboren und bei der ZfdP-Winterkörung 2026 gekört. Er stammt von Strahlemann aus der verbandsprämierten Sissi Top von Lucky Top – Silvio I – Manstein – Vollkorn xx.

Bei seiner Körung überzeugte der Braunschecke insbesondere mit einer aktiven Hinterhand und einer guten Vorstellung im Schritt. Mit einem Stockmaß von ungefähr 1,60 Meter liegt er im unteren Warmblutbereich, wirkt aber deutlich pferdiger als einige der kleineren Pintohengste.

Auch bei Showmaster S muss die weitere Entwicklung abgewartet werden. Eine Körung ist schließlich eine Zuchtzulassung und keine Garantie dafür, dass ein dreijähriger Hengst später im Sport oder in der Vererbung alle Hoffnungen erfüllt. Seine Abstammung und sein erster Auftritt vor der Körkommission machen ihn dennoch zu einem interessanten Nachwuchshengst.

Special Effekt

Special Effekt, Jahrgang 2015, stammt von Sunny Boy aus einer Mutter von Placido. Sunny Boy gehört zu den Hengsten, die die moderne deutsche Pintozucht über viele Jahre geprägt haben. Über Placido erhält das Pedigree Anschluss an die Oldenburger Reitpferdezucht.

Special Effekt wird im Hengstbuch I Pinto des ZfdP geführt. Er steht damit für eine Linie, in der die Scheckfarbe bereits über mehrere Generationen verankert ist, während auf der Mutterseite reguläres Warmblutblut ergänzt wurde.

Sunny Boy Junior

Sunny Boy Junior wurde 2017 geboren und ist ein Sohn des Sunny Boy aus einer Mutter von Swiss Made – Welton. Der rund 1,62 Meter große Braunschecke wurde 2019 gekört, später Siegerhengst der dänischen Pintokörung und absolvierte seinen 30-Tage-Test mit der Endnote 7,3.

Sportlich weist Sunny Boy Junior Siege und Platzierungen in Springprüfungen bis zur Klasse L auf. Mit Sun Weltino W stellte er außerdem bereits einen gekörten Sohn. Neben dem ZfdP bestehen beziehungsweise bestanden Anerkennungen unter anderem in Weser-Ems und Westfalen.

Sunny Boy Junior ist damit eines der interessanteren Beispiele dafür, dass ein Scheckhengst nicht zwangsläufig in einer rein farborientierten Nische bleiben muss. Er hat eine Leistungsprüfung absolviert, ist im Sport gelaufen und kann bereits einen gekörten Sohn vorweisen.

Sun Weltino W

Sun Weltino W wurde 2021 geboren und stammt von Sunny Boy Junior aus einer Oldenburger Mutter von Dante Weltino. Im weiteren Pedigree folgen Donnerhall und Ex Libris. Damit findet sich auf der Mutterseite eine ausgesprochen dressurbetonte Leistungsabstammung.

Der Braunschecke wurde bei den Mecklenburger Körtagen als Prämienhengst und erster Reservesieger seiner Gruppe herausgestellt. Er wird mit ungefähr 1,59 Meter geführt und ist sowohl beim ZfdP als auch für das Deutsche Sportpferd im Hengstbuch I eingetragen.

Die zwei Verbandseinträge machen aus ihm allerdings keine zwei verschiedenen Hengste. Bei der Suche nach gekörten Warmblutschecken muss deshalb immer zwischen der Zahl der Hengste und der Zahl ihrer Anerkennungen unterschieden werden.

Gerade Sun Weltino W zeigt, wohin sich ein Teil der Warmblutscheckenzucht inzwischen entwickelt. Die Farbe stammt aus einer gefestigten Schecklinie, während über Dante Weltino und Donnerhall ausgesprochen bekanntes Dressurblut hinzukommt.

Taffy’s Black Diamond

Taffy’s Black Diamond ist ein 2003 geborener Rappschecke von Taffy’s Snowdown aus einer Mutter von Einstein. Er wird mit einem Stockmaß von ungefähr 1,61 Meter geführt und gehört damit zu den älteren, mittelgroßen Vertretern der deutschen Pintozucht.

Der Hengst ist im Hengstbuch I Pinto des ZfdP eingetragen. Seine Abstammung steht stärker in der traditionellen Pintoentwicklung als in einer modernen Warmblut-Leistungszucht, besitzt durch Einstein auf der Mutterseite aber einen Reitpferdeanschluss.

Caleb

Mit Caleb beginnt die Gruppe jener Scheckhengste, die beim ZfdP nicht lediglich als Pinto, sondern im Zuchtbuch Deutsches Pferd geführt werden. Der 2018 geborene Rappschecke stammt vom Prämienhengst Colanyc aus der Nike von Ringo. Im Mutterstamm folgen Trakehner und weiteres leistungsgeprägtes Reitpferdeblut.

Caleb ist ungefähr 1,67 Meter groß und damit ein unzweifelhafter Warmblüter. Er absolvierte 2021 den 50-Tage-Test für dressurbetonte Hengste und erwarb damit die dauerhafte Eintragung in das Hengstbuch I.

Besonders interessant ist seine Farbgenetik: Caleb ist reinerbig für die Tobiano-Scheckung und zusätzlich reinerbig für die dunkle Grundfarbe. Seine Nachkommen erhalten daher sicher das Tobiano-Gen. Füchse und Fuchschecken sind bei dieser genetischen Ausstattung ausgeschlossen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Fohlen später aussieht, als hätte jemand mit einem Eimer weißer Farbe nach ihm geworfen. Auch ein genetisch geschecktes Pferd kann äußerlich nur wenig Weiß zeigen. Die Vererbung des Tobiano-Gens ist sicher, die genaue Verteilung der weißen Flächen ist es nicht.

Classic Deluxe

Classic Deluxe, geboren 2016, stammt von Cadeau Noir aus der Briana C von Blickpunkt – Samico. Bereits beim Blick auf das Pedigree wird deutlich, dass es sich hier nicht um ein buntes Spezialrassenpedigree handelt, dem irgendwo ein Warmblüter beigemischt wurde. Cadeau Noir, Blickpunkt und Samico stehen für leistungsorientierte Dressurpferdezucht.

Der etwa 1,70 Meter große Rappschecke wurde 2019 als bester ZfdP-Hengst seiner Körung ausgezeichnet und absolvierte anschließend den 50-Tage-Test für dressurbetonte Warmbluthengste. Sportlich wird er mit Erfolgen bis zur Klasse M in der Dressur geführt.

Inzwischen kann Classic Deluxe auch durch seine Nachkommen auf sich aufmerksam machen. Im Jahr 2025 stellte er unter anderem die Preisspitze einer DSP-Fohlenauktion.

Für Züchter, die einen wirklich großrahmigen, dressurbetonten Warmblutschecken suchen, gehört Classic Deluxe deshalb zu den naheliegendsten Kandidaten. Bei ihm muss die Farbe nicht als Entschuldigung für fehlendes Format oder eine wenig aussagekräftige Abstammung herhalten. Er wäre auch als Einfarbiger ein interessanter Dressurhengst – und genau das sollte bei einem guten Warmblutschecken eigentlich der Maßstab sein.

Colanyc

Colanyc wurde 2014 geboren und stammt wie Classic Deluxe von Cadeau Noir ab. Seine Mutter Soraya C führt über Samenco K und Ilasso ebenfalls bewährtes Reitpferdeblut. Mit einem Stockmaß von knapp 1,70 Meter besitzt Colanyc ein vollwertiges Warmblutformat.

Bei der ZfdP-Körung 2016 wurde er als Prämienhengst und bester Hengst herausgestellt. Seinen 50-Tage-Test absolvierte er in der springbetonten Prüfung, womit er die Voraussetzungen für eine dauerhafte Hengstbuch-I-Eintragung erfüllte. Darüber hinaus wurde er für das Deutsche Sportpferd anerkannt. Mit Caleb stellte Colanyc bereits einen gekörten Sohn.

Sein Pedigree und seine Leistungsprüfung machen ihn vor allem für Züchter interessant, die Farbe nicht ausschließlich mit Dressur verbinden, sondern einen vielseitig oder springbetont gezogenen Schecken suchen.

Auch Colanyc ist ein gutes Beispiel dafür, dass die moderne Warmblutscheckenzucht allmählich aus der früheren Farbzuchtnische herauswächst. Hier stehen nicht mehr allein die weißen Flecken im Mittelpunkt, sondern Reitpferdetyp, Leistungsprüfung, Sporteignung und ein nachvollziehbarer Mutterstamm.

Indigo Dream A

Indigo Dream A ist ein 2010 geborener Westfale von Ismo aus einer Mutter von Capilano. Er verbindet damit eine Pintolinie über den Vater mit Holsteiner Sportpferdeabstammung auf der Mutterseite.

Der Braunschecke wird beim ZfdP im Hengstbuch I des Deutschen Pferdes geführt. Gerade seine westfälische Herkunft zeigt, dass ein gescheckter Warmblüter nicht zwingend als Pinto geboren oder ausschließlich innerhalb eines Pintozuchtprogramms geführt werden muss. Die Farbe ist schließlich ein Merkmal des Pferdes und keine eigene sportliche Disziplin.

Nock-Out

Nock-Out, geboren 1997, stammt von Nekoma aus einer Mutter von Le Champion. Über den Holsteiner Muttervater erhält sein Pedigree einen sportlich geprägten Warmblutanschluss.

Der Braunschecke gehört zu den ältesten noch im aktuellen ZfdP-Hengstverteilungsplan verzeichneten Hengsten und wird im Hengstbuch I Deutsches Pferd geführt.

Bei einem Hengst dieses Alters sollte allerdings immer direkt beim Halter beziehungsweise beim Verband geprüft werden, ob und in welcher Form er tatsächlich noch züchterisch verfügbar ist. Ein Eintrag im Hengstverteilungsplan sagt nicht automatisch, ob Frischsamen, Tiefgefriersamen oder überhaupt noch Samen angeboten werden.

Gabun beziehungsweise Camar Gabun

Gabun nimmt in dieser Liste eine Sonderstellung ein, denn er ist der einzige aktuell geführte gescheckte Hengst im Hengstbuch I des Trakehner Verbandes. Der 2011 geborene Braunschecke stammt vom Trakehner Camaro aus einer Mutter von Vatican ox und verbindet damit die Scheckfarbe mit Trakehner- und Arabischem Vollblut.

Der ungefähr 1,64 Meter große Hengst hat sich seine endgültige Hengstbuch-I-Eintragung über den Sport erarbeitet. Im Jahr 2025 erfüllte er nach seiner fünften hohen Platzierung in schweren Dressurprüfungen die Anforderungen des Trakehner Verbandes. Zu diesem Zeitpunkt war er unter anderem in einer Dressurreiterprüfung der Klasse S an dritter Stelle platziert.

Gabun ist damit besonders interessant, weil bei ihm weder Format noch Leistung durch die Farbe relativiert werden müssen. Er ist ein sportlich erfolgreicher Trakehner Hengst, der eben zufällig gescheckt ist – und genau darum sollte es bei einer ernsthaften Warmblutscheckenzucht gehen.

Außerhalb der deutschen Verbände: Cialto C

Cialto C darf in einer Übersicht der in Deutschland verfügbaren Warmblutschecken nicht fehlen, auch wenn er nicht in die eigentliche Verbandssumme einfließt. Der 2020 geborene, etwa 1,75 Meter große Braunschecke stammt von Classic Deluxe aus der Soraya C von Samenco K – Ilasso. Seine Mutter ist gleichzeitig die Mutter von Colanyc.

Cialto C wurde 2024 durch das Anglo European Studbook gekört und steht in Deutschland über Frisch- beziehungsweise Versandsamen zur Verfügung. Er ist reinerbig für Tobiano, besitzt keinen Rotfaktor und gibt das Scheckgen deshalb an sämtliche Nachkommen weiter.

Mit seinem Stockmaß, der Abstammung und seinem Warmbluttyp ist Cialto C zweifellos einer der auffälligsten gescheckten Hengste, die gegenwärtig in Deutschland angeboten werden. Allerdings ersetzt eine AES-Körung nicht automatisch die Anerkennung durch einen deutschen Warmblutzuchtverband. Vor einer Anpaarung muss deshalb geprüft werden, ob und unter welchen Bedingungen der gewünschte Verband den Hengst für das betreffende Zuchtbuch akzeptiert.

Und was ist mit Hannover, Westfalen und Oldenburg?

In den aktuellen Hengstverteilungsplänen von Hannover, Westfalen und Oldenburg findet sich derzeit kein zusätzlicher zuchtaktiver Warmblutschecke, der diese Liste um einen weiteren Hengst erweitern würde. Das bedeutet nicht, dass dort niemals Scheckhengste gekört oder anerkannt wurden.

Einige der hier genannten Hengste besitzen oder besaßen zusätzliche Anerkennungen. Auch bekannte Namen wie Saintico tauchen in älteren Zusammenstellungen auf. Entscheidend für diese Bestandsaufnahme war jedoch nicht, ob ein Hengst irgendwann einmal gekört oder von einem Verband anerkannt wurde, sondern ob er aktuell noch zuchtaktiv im Hengstbuch geführt wird.

Eine Anerkennung bei mehreren Verbänden darf außerdem nicht mit mehreren Hengsten verwechselt werden. Sun Weltino W bleibt ein Hengst, auch wenn er in zwei Hengstbüchern auftaucht. Genau an dieser Stelle entstehen viele der deutlich höheren Zahlen, die gelegentlich im Internet kursieren.

Warum stehen fast alle Warmblutschecken beim ZfdP?

Dass der ZfdP in dieser Aufstellung so deutlich dominiert, ist kein Zufall. Der Verband führt eigene Zuchtprogramme für Pinto und Deutsches Pferd und ist gegenüber farblich ungewöhnlichen Reitpferden traditionell offener als viele der großen regionalen Warmblutverbände.

Bei Hannover, Westfalen oder Oldenburg kann ein gescheckter Hengst grundsätzlich anerkannt werden, wenn er die jeweiligen Anforderungen erfüllt. Die Farbe ist kein generelles Ausschlusskriterium. In der Praxis gelangen jedoch nur ausgesprochen wenige Scheckhengste überhaupt bis zur Körung und dauerhaften Hengstbuch-I-Eintragung dieser Verbände.

Das liegt nicht daran, dass weiße Flecken automatisch störend wären. Die Population ist schlicht klein, die züchterische Qualität sehr unterschiedlich und viele bunte Hengste stammen aus Linien, die hinsichtlich Leistungsprüfung, Sporterfolg, Exterieur oder Mutterstamm nicht ohne Weiteres mit den etablierten Warmblutpopulationen konkurrieren können.

Bei einem einfarbigen Dressurhengst warten schließlich Hunderte hervorragend gezogene Kandidaten auf ihre Chance. Ein Scheckhengst muss sich denselben Anforderungen stellen und bekommt vernünftigerweise keinen Bonus, nur weil man ihn schon von der anderen Seite des Abreiteplatzes erkennt.

Was Züchter bei einem Warmblutschecken wirklich prüfen sollten

Die Farbe ist zweifellos reizvoll, sollte bei der Hengstwahl aber als zusätzliches Merkmal betrachtet werden. Entscheidend bleiben Exterieur, Gesundheit, Eigenleistung, Interieur, Mutterstamm und die Frage, ob der Hengst tatsächlich zur jeweiligen Stute passt.

Ebenso wichtig ist die Farbgenetik. Ein heterozygoter Tobiano gibt die Scheckanlage statistisch an ungefähr die Hälfte seiner Nachkommen weiter. Ein homozygoter Tobiano wie Caleb oder Cialto C vererbt das Tobiano-Allel dagegen sicher.

Das garantiert eine entsprechende genetische Anlage, aber nicht zwangsläufig eine spektakuläre Zeichnung. Ein genetisch geschecktes Fohlen kann äußerlich sehr wenig Weiß zeigen, während ein anderes aussieht, als hätte der liebe Gott beim Anmalen zwischendurch kräftig geniest.

Vor der Besamung sollte außerdem direkt beim zuständigen Verband geklärt werden, ob der Hengst für das gewünschte Zuchtbuch anerkannt ist. Eine Körung beim ZfdP, beim Trakehner Verband oder beim AES bedeutet nicht automatisch eine uneingeschränkte Zulassung in Hannover, Westfalen, Oldenburg oder jedem anderen deutschen Warmblutzuchtbuch.

Auch der Begriff Hengstbuch I sollte nicht einfach mit „gekört und damit für immer uneingeschränkt zugelassen“ gleichgesetzt werden. Bei jungen Hengsten können noch Leistungsanforderungen zu erfüllen sein. Bei älteren Hengsten kann sich die Verfügbarkeit ändern, und ausländische Körungen werden nicht von jedem deutschen Verband automatisch übernommen.

Welche Hengste sind für die klassische Warmblutzucht besonders interessant?

Wer ausdrücklich einen großrahmigen gescheckten Warmblüter und keinen kompakten Pinto oder ein Kleines Deutsches Reitpferd sucht, wird innerhalb dieser Liste recht schnell eine engere Auswahl treffen.

Classic Deluxe bringt ein deutlich dressurbetontes Pedigree, Warmblutformat, eine entsprechende Leistungsprüfung und eigene Sporterfolge mit. Colanyc ist ebenfalls großrahmig, besitzt aber durch seine springbetonte Leistungsprüfung ein breiteres beziehungsweise vielseitigeres Profil. Caleb verbindet modernes Warmblutformat mit einer dressurbetonten Prüfung und sicherer Tobiano-Vererbung.

Gabun ist aufgrund seiner Trakehner Abstammung, des Edelblutanteils und seiner Erfolge bis zur schweren Klasse sportlich besonders interessant. Nonkonformist bietet sich mit Heraldik xx im Pedigree und eigenen Vielseitigkeitserfolgen für eine deutlich blutgeprägtere Anpaarung an.

Sun Weltino W ist ein junger Kandidat mit auffallend dressurbetontem Mutterstamm, muss seine weitere Entwicklung aber noch bestätigen. Cialto C besitzt Format und Farbgarantie, ist aufgrund seiner AES-Körung bei der Eintragung der Nachkommen jedoch gesondert zu betrachten.

Bei den übrigen Hengsten hängt viel stärker davon ab, welches Format, welches Zuchtbuch und welches Zuchtziel gewünscht sind. Ein 1,52 Meter großer Hengst kann für eine bestimmte Stute genau richtig sein, ist aber eben kein großrahmiger Warmblutvererber, nur weil seine Vorfahren teilweise aus der Reitpferdezucht stammen.

Fazit: Farbe ist vorhanden – die Auswahl bleibt trotzdem klein

Aktuell lassen sich 18 unterschiedliche gekörte und zuchtaktiv geführte Warmblutschecken in den deutschen Hengstverteilungsplänen nachweisen. Der Schwerpunkt liegt mit 17 Hengsten sehr deutlich beim ZfdP. Der Trakehner Verband steuert mit Gabun einen besonders sporterfolgreichen Vertreter bei. Mit Cialto C steht außerdem ein AES-gekörter Warmblutschecke in Deutschland zur Verfügung.

Innerhalb dieser kleinen Population sind die Unterschiede beträchtlich. Auf der einen Seite stehen kompakte Pintohengste wie Rub Campino, Sheldon Cooper oder Mescalino, auf der anderen großrahmige Sportpferde wie Colanyc, Classic Deluxe, Caleb und Cialto C. Dazwischen finden sich bewährte ältere Linien, vielseitig gezogene Hengste und mehrere sehr junge Kandidaten, deren züchterische und sportliche Entwicklung gerade erst begonnen hat.

Wer einen gescheckten Warmblüter züchten möchte, muss sich deshalb nicht mit „Hauptsache bunt“ zufriedengeben. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Welcher dieser Hengste ist auch dann noch der richtige für meine Stute, wenn man sich die weißen Flecken für einen Moment wegdenkt?