Soring und Big Lick: Was Tennessee Walking Horses bis heute erleiden
Es gibt Videos aus amerikanischen Showringen, bei denen jeder Reiter sofort spürt, dass etwas falsch läuft. Pferde, die ihre Vorderbeine bis fast zur Brust hochreißen, während die Hinterhand tief unter dem Körper schleift. Bewegungen, die aussehen wie eine hölzerne Marionette an Fäden. Das Publikum jubelt, der Richter vergibt Höchstnoten, und das Pferd tut die ganze Zeit nur eines: Es versucht, seine schmerzenden Vorderbeine so schnell wie möglich wieder vom Boden zu bekommen.
Diese Bewegung heißt in den USA Big Lick. Die Methode, mit der sie erzeugt wird, heißt Soring, abgeleitet vom englischen Wort für wund. Sie ist seit 1970 durch ein Bundesgesetz verboten. Sie findet trotzdem bis heute statt. Dieser Beitrag erklärt, wie sie funktioniert, warum das Verbot über ein halbes Jahrhundert weitgehend wirkungslos blieb, was sich seit 2024 bewegt hat und wie der Stand im Jahr 2026 tatsächlich aussieht.
Was Soring bedeutet
Das amerikanische Gesetz definiert Soring in vier Varianten, und diese Aufzählung liest sich wie ein Katalog dessen, was Menschen sich haben einfallen lassen.
Als Soring gilt, wenn jemand ein reizendes oder blasenziehendes Mittel innerlich oder äußerlich an ein Bein des Pferdes bringt. Wenn jemand dem Pferd am Bein eine Verbrennung, einen Schnitt oder eine Risswunde zufügt. Wenn jemand einen Nagel, eine Schraube, einen Stift oder eine Chemikalie in ein Bein einbringt oder daran anwendet. Und schließlich, wenn irgendein anderes Mittel oder Gerät am Bein eingesetzt wird oder eine Praxis angewendet wird, in deren Folge das Pferd Schmerz, Belastung, Entzündung oder Lahmheit zeigt oder vernünftigerweise zeigen wird.
Der Zweck ist immer derselbe. Ein Pferd mit schmerzenden Vorderbeinen belastet diese so kurz wie möglich. Es reißt die Vorderhufe hoch und verlagert das Gewicht nach hinten. Genau dieses Bild wird im Performance-Ring der amerikanischen Walking-Horse-Shows prämiert.
Wie der Big Lick entstand
Die Rasse selbst trägt daran keine Schuld. Das Tennessee Walking Horse bringt seinen bequemen Running Walk von Natur aus mit, ein flacher, bodennaher Viertakt ohne Schwebephase, gezüchtet für Farmer, die den ganzen Tag im Sattel saßen.
In den 1950er Jahren begann in der Showszene ein Wettlauf um immer spektakulärere Beinaktion. In den 1960ern war die Praxis so verbreitet, dass ein öffentlicher Aufschrei folgte. Der amerikanische Kongress verabschiedete 1970 den Horse Protection Act und bezeichnete Soring darin ausdrücklich als grausam und unmenschlich.
Betroffen sind neben dem Tennessee Walking Horse weitere Gangpferderassen, vor allem Racking Horses und Spotted Saddle Horses, in Einzelfällen auch Rocky Mountain Horses und Missouri Foxtrotter.
Die Methoden: Chemie am Bein
Der klassische Weg führt über ätzende Substanzen. Aufgetragen wird auf die Fesselbeuge und die Röhre, also genau dort, wo anschließend die Ketten laufen. Verwendet werden reizende Öle und Salben, darunter Senföl und Krotonöl, dazu technische Flüssigkeiten wie Diesel und Petroleum. In Deutschland kennt man vergleichbare Präparate als durchblutungsfördernde Einreibungen aus der Apotheke, im Showstall wird daraus ein Werkzeug.
Anschließend werden die Beine in Plastikfolie gewickelt. Die Folie hält die Wärme, verhindert das Verdunsten und drückt die Substanz tiefer in die Haut. Die Einwirkzeit beträgt Tage. Über diesen Zeitraum entsteht eine großflächige Verätzung mit Entzündung und maximaler Berührungsempfindlichkeit.
Danach kommen die Ketten. Sie laufen um die Fessel und schlagen bei jedem Schritt gegen die vorgeschädigte Haut. Eine Untersuchung der Auburn University zwischen 1978 und 1982 hat den Zusammenhang sauber belegt: Ketten allein, mit einem Gewicht bis etwa 170 Gramm, verursachten weder Schmerz noch Gewebeschaden noch messbare Veränderungen im Wärmebild. In Verbindung mit chemischer Behandlung erzeugten Ketten jeden Gewichts Läsionen und Schmerz. Die Kette ist also der Verstärker, die Chemie ist der Auslöser.
Stacks, Keile und Pressure Shoeing
Der zweite Weg führt über den Huf. Performance-Pferde tragen auf den Vorderhufen sogenannte Stacks, also gestapelte Keilpolster, die mit doppelten und dreifachen Nagelreihen befestigt und zusätzlich mit einem Band über der Hufwand gehalten werden. Diese Aufbauten verlängern den Hebel, verlagern den Schwerpunkt und zwingen dem Pferd eine Haltung auf, die mit seiner natürlichen Bewegung nichts mehr zu tun hat.
Unter den Aufbauten lässt sich außerdem etwas verstecken. Beim Pressure Shoeing wird der Huf zu weit ausgeschnitten, bis die empfindliche Sohle nahe an der Oberfläche liegt, und anschließend werden harte Gegenstände zwischen Sohle und Polster geklemmt. Jeder Schritt drückt dann auf die Lederhaut. Chemikalien braucht es dafür nicht mehr, entsprechend findet ein Inspektor an der Haut auch nichts.
Röntgenbilder aus der Kontrollarbeit zeigen, wie die Nägel der Aufbauten sitzen und welchen Druck sie auf die Sohle bringen. Für den Zuschauer bleibt davon nichts sichtbar, außer der Bewegung.
Stewarding: wenn Pferde lernen, den Schmerz zu verbergen
Die Kontrolle vor dem Start läuft über Abtasten. Der Inspektor drückt die Fesselbeuge ab und beobachtet, ob das Pferd zuckt, zurückweicht oder das Bein wegzieht.
Genau darauf wird trainiert, und dieses Training hat einen eigenen Namen: Stewarding. Das Pferd wird beim Abtasten so lange bestraft, bis es gelernt hat, den Schmerz stillzuhalten. Die Aufnahmen, die dazu existieren, zeigen Schläge mit Holzstielen und den Einsatz von Elektrotreibern. Ein Pferd, das begriffen hat, dass Zucken schlimmer ist als Schweigen, besteht die Kontrolle.
Daneben kommen örtliche Betäubungsmittel zum Einsatz, zeitlich so abgestimmt, dass die Wirkung vor dem Einritt nachlässt. Und wenn ein Bundeskontrollteam unangekündigt auf einer Show auftaucht, verlassen manche Trainer schlicht das Gelände.
Der Fall Jackie McConnell
Wie das in der Praxis aussieht, wurde 2012 einer breiten Öffentlichkeit vorgeführt.
Ein verdeckter Ermittler der amerikanischen Tierschutzorganisation HSUS arbeitete im Frühjahr 2011 sieben Wochen lang in den Whitter Stables in Collierville, Tennessee. Der Stall gehörte Jackie McConnell, einem Trainer, der es in die Hall of Fame der Rasse geschafft hatte. Die Aufnahmen zeigten das Auftragen ätzender Chemikalien auf die Fesseln, das anschließende Einwickeln in Folie, Schläge mit Holzstielen und den Einsatz von Elektrotreibern am Kopf.
Am 16. Mai 2012 lief das Material in der Sendung Nightline des Senders ABC. Einen Tag später zog der Getränkekonzern Pepsi sein Sponsoring der größten Show der Rasse zurück. Im US-Repräsentantenhaus hielt ein Abgeordneter, selbst Tierarzt, eine Rede gegen Soring.
Juristisch endete es zweigleisig. Auf Bundesebene bekannte sich McConnell einer Verschwörung zur Verletzung des Horse Protection Act für schuldig, ursprünglich standen 52 Anklagepunkte im Raum. Das Urteil im September 2012 lautete auf 75.000 Dollar Geldstrafe und drei Jahre Bewährung. Auf Ebene des Bundesstaates Tennessee folgte 2013 ein Schuldbekenntnis in 22 Punkten Tierquälerei, dazu ein Jahr Hausarrest, 25.000 Dollar Strafe und ein zwanzigjähriges Verbot, in Tennessee Pferde zu besitzen oder auszubilden. Der Trainerverband entzog ihm die Lizenz auf unbestimmte Zeit, die große Show sperrte ihn lebenslang und strich ihn aus ihrer Hall of Fame, samt Texten und Fotos.
Bemerkenswert an diesem Fall ist eine Randnotiz: Es war erst die dritte Strafanzeige wegen Verstößen gegen den Horse Protection Act innerhalb von zwanzig Jahren. Alle drei fielen in die Zeit ab 2010.
Warum das Gesetz so lange kaum wirkte
Der Grund liegt in der Konstruktion von 1970. Der Kongress übertrug die Verantwortung für die Einhaltung damals dem Management der Shows selbst. Die Verwaltung des Gesetzes liegt beim Landwirtschaftsministerium über dessen Behörde APHIS, die eigentliche Kontrolle auf den Veranstaltungen erledigten jedoch über Jahrzehnte sogenannte Designated Qualified Persons, kurz DQP. Diese Kontrolleure wurden von Branchenorganisationen ausgebildet, lizenziert und bezahlt.
Die Folge liegt auf der Hand. Ein Kontrolleur, den die kontrollierte Branche beschäftigt, findet wenig. Dazu kam ein knappes Budget für staatliche Inspektionsteams, die deshalb nur bei einem Bruchteil der Veranstaltungen anwesend waren. Ein Bericht der internen Revision des Ministeriums hat diese Selbstkontrolle bereits 2010 als gescheitert beschrieben.
Immerhin bewegte sich etwas innerhalb der Branche: Waren 1999 noch acht Branchenorganisationen für die Kontrolle zugelassen, blieben 2010 nur noch drei übrig, und diese drei arbeiteten aktiv gegen Soring.
Die neue Verordnung von 2024
Am 29. April 2024 kündigte APHIS die größte Überarbeitung der Ausführungsbestimmungen seit über fünf Jahrzehnten an, veröffentlicht wurde sie im Mai. Vorgesehen war der Start zum 1. Februar 2025. Die wichtigsten Punkte:
Ende der Selbstkontrolle. Die branchenfinanzierten DQP verschwinden. Kontrollieren dürfen künftig ausschließlich amtliche Tierärzte der Behörde sowie unabhängige, von der Behörde geprüfte und ausgebildete Horse Protection Inspectors. Diese Inspektoren müssen Tierärzte, Tiermedizinische Fachangestellte oder amtliche Tierschutzbeauftragte sein und Pferdeerfahrung mitbringen.
Verbot der Hilfsmittel. Für Tennessee Walking Horses und Racking Horses sollten sämtliche Aktionsgeräte fallen, dazu alle Polster ohne medizinische Notwendigkeit, künstliche Zehenverlängerungen und Keile. Ebenso sämtliche Substanzen oberhalb des Hufs, einschließlich Gleitmitteln.
Neue Hautregel. Die alte, oft umstrittene Narbenregel sollte durch eine genauere Beschreibung sichtbarer Hautveränderungen ersetzt werden, die auf Soring hindeuten.
Meldepflichten. Veranstalter aller Pferdeveranstaltungen, unabhängig von Rasse und Disziplin, sollten ihre Termine dreißig Tage im Voraus melden, Änderungen fünfzehn Tage vorher nachreichen und Verstöße binnen fünf Tagen nach der Veranstaltung berichten.
Tierärzteverbände und Pferdeorganisationen begrüßten die Verordnung, ebenso Tierschutzorganisationen und Abgeordnete beider Parteien.
Das Urteil von Januar 2025
Die Veranstalter der größten Walking-Horse-Show klagten vor einem Bundesgericht in Texas gegen die Verordnung. In ihrer Klage stellten sie sich auf den Standpunkt, Soring gehöre der Vergangenheit an.
Am 31. Januar 2025 entschied das Gericht für den nördlichen Bezirk von Texas. Es befand, die Behörde habe ihre gesetzlichen Befugnisse überschritten, indem sie ein pauschales Verbot von Polstern, Aktionsgeräten und Substanzen für Tennessee Walking Horses und Racking Horses erlassen habe. Zudem verletzten die neue Hautregel sowie die vorgesehenen Überprüfungsverfahren für die Entscheidungen der Inspektoren rechtsstaatliche Grundsätze. Genau diese Bestandteile hob das Gericht auf.
Damit war der Kern der Reform weg. Übrig blieb ein Flickenteppich, im Wesentlichen die Bestimmungen zu den unabhängigen Inspektoren und die Meldepflichten für Veranstalter.
Der Stand im Jahr 2026
Was danach folgte, ist eine Kette von Verschiebungen. Zunächst wurde der Start von Februar auf den 2. April 2025 verlegt. Nach dem Urteil kündigte die Behörde im März 2025 eine weitere Verschiebung auf den 1. Februar 2026 an und bat gleichzeitig um öffentliche Stellungnahmen dazu, ob noch länger gewartet werden sollte.
Am 28. Januar 2026 folgte die nächste Verlängerung. Die verbliebenen Bestimmungen treten jetzt zum 31. Dezember 2026 in Kraft. Bis dahin bleibt das alte Kontrollsystem in Betrieb.
Ein Teil ist bereits gültig: Seit dem 7. Juni 2024 darf die Behörde Horse Protection Inspectors ausbilden und zulassen, damit bis zum Stichtag genügend geprüftes Personal bereitsteht. Kontrollieren dürfen diese Inspektoren allerdings erst ab dem 31. Dezember 2026.
Praktisch heißt das für die Showsaisons 2025 und 2026: Aktionsketten und Aufbauschuhe bleiben in den Performance-Klassen erlaubt, kontrolliert wird weiterhin überwiegend nach dem alten Verfahren.
Der PAST Act
Weil sich Verordnungen aufheben und verschieben lassen, arbeiten Befürworter seit Jahren an einer Gesetzesänderung, die dauerhaft gilt. Sie heißt Prevent All Soring Tactics Act, kurz PAST Act, und wurde erstmals 2013 eingebracht.
Der Entwurf würde die Selbstkontrolle der Branche beenden, die zum Soring genutzten Geräte und Substanzen im Gesetz selbst verbieten und die Strafen deutlich anheben. In der Fassung von 2013 unterstützten ihn 216 Abgeordnete, darunter der Pferdedachverband, der Tierärzteverband, der Verband der Pferdetierärzte, Teile des Rasseverbands und die Organisation Friends of Sound Horses. Dagegen standen der Verband der Performance-Aussteller und der Landwirtschaftsminister von Tennessee.
Am 14. März 2025 wurde der Entwurf erneut eingebracht, diesmal als H.R. 1684, getragen von Abgeordneten beider Parteien. Binnen einer Woche unterschrieben 191 Mitglieder als Mitantragsteller. Zeitgleich liegt ein Gegenentwurf aus Tennessee auf dem Tisch, der das bestehende Kontrollsystem mit Branchenpersonal gesetzlich festschreiben würde.
Beschlossen ist bislang keiner von beiden. Der PAST Act wartet seit über zehn Jahren auf eine Mehrheit im Senat.
Wer sich innerhalb der Rasse dagegenstellt
Der wichtigste Teil dieser Geschichte wird oft übersehen: Der Widerstand kommt zu einem großen Teil aus der Rasse selbst. Der Streit um Soring hat die Walking-Horse-Welt gespalten und dabei eine ganze Reihe von Organisationen hervorgebracht, die für natürlich gehende Pferde stehen.
Die National Walking Horse Association lässt auf ihren Turnieren ausschließlich natürlich gehende Pferde zu, mit eigenem Regelwerk und eigener Richterausbildung. Friends of Sound Horses fördert flach beschlagene und barhuf laufende Pferde, bildet Richter für Freizeitklassen und Gangpferdedressur aus und bringt Gangpferde in den Distanz- und Sportbereich.
Die Tennessee Walking Horse Heritage Society bewahrt die ursprünglichen Blutlinien für Wander- und Freizeitreiten. Ihre Aufnahmeregel ist so klar wie unbequem: Abstammungen mit Vorfahren, die nach 1976 in Aufbauschuhen vorgestellt wurden, bleiben draußen.
Der große amerikanische Reitsportverband USEF hat Aktionsgeräte und Aufbauschuhe 2013 in sämtlichen Klassen zu jeder Zeit verboten und erkennt seither keine Walking-Horse-Shows mehr an.
Woran Du ein geschädigtes Pferd erkennst
Wer ein Tennessee Walking Horse kauft, besonders aus amerikanischem Import, sollte die Vorderbeine gründlich anschauen. Achte auf diese Anzeichen:
Kahle Stellen, Narbengewebe oder verdickte, ledrige Haut in der Fesselbeuge und an der Röhre
Wellige, ungleichmäßige Hufwände oder auffällig flache Sohlen, ein Hinweis auf jahrelange Aufbauschuhe
Ein Pferd, das beim Abtasten der Fessel auffällig still hält, während der Gesichtsausdruck etwas anderes sagt
Eine hohe, verkrampfte Vorderbeinaktion, die auch nach Wochen im Offenstall bleibt
Angst vor Handbewegungen in Richtung Kopf oder Beine
Viele dieser Pferde werden nach ihrer Showkarriere von Auffangorganisationen vermittelt und lassen sich mit Zeit, ruhiger Arbeit und guter Hufbearbeitung zu zufriedenen Freizeitpferden entwickeln. Der Weg dahin dauert allerdings Monate und braucht einen erfahrenen Hufbearbeiter.
Die Lage in Deutschland
Für den deutschen Markt kannst Du weitgehend beruhigt sein. Aufbauschuhe und Aktionsketten haben in der hiesigen Gangpferdeszene keinen Platz, was Du auf Turnieren und in Ställen siehst, sind flach beschlagene oder barhuf laufende Pferde.
Ganz frei von Kritik ist der Gangpferdesport dennoch nicht. Fachzeitschriften haben wiederholt bemängelt, dass auf Gangturnieren bis heute Vorstellungen mit sichtbarer Anspannung hohe Noten bekommen, in verschiedenen Gangpferderassen. Die Internationale Gangpferdevereinigung hat darauf reagiert und die Rittigkeitsprüfung ausgebaut, bei der bewertet wird, wie ein Pferd geritten wird, statt allein, wie schnell und wie spektakulär es läuft. Das ist der richtige Hebel, und es lohnt sich, als Zuschauer und als Käufer genau darauf zu achten.
Häufige Fragen zu Soring und Big Lick
Was bedeutet Soring genau?
Soring meint das gezielte Zufügen von Schmerz an den Vorderbeinen eines Pferdes, damit es die Beine höher hebt. Möglich über ätzende Substanzen, über Schnitte und Verbrennungen, über eingebrachte Gegenstände oder über Druck im Huf.
Was ist der Big Lick?
So heißt die übersteigerte Beinaktion, die in bestimmten amerikanischen Showklassen prämiert wird. Sie entsteht durch schwere Aufbauschuhe, Ketten und in vielen Fällen durch Soring.
Ist Soring verboten?
Ja, seit 1970 durch den Horse Protection Act. Das Problem lag über Jahrzehnte an der Durchsetzung, weil die Kontrolle in den Händen der Branche selbst lag.
Gibt es Soring in Deutschland?
In der deutschen Gangpferdeszene sind Aufbauschuhe und Aktionsketten unüblich, gezeigt werden flach beschlagene Pferde.
Leiden alle Tennessee Walking Horses darunter?
Der weitaus größte Teil der Rasse lebt als Freizeit-, Wander- und Distanzpferd völlig unbehelligt. Betroffen ist ein bestimmter Ausschnitt der amerikanischen Showszene, die Performance-Klassen.
Wann greifen die neuen Regeln?
Die verbliebenen Teile der Verordnung von 2024 treten am 31. Dezember 2026 in Kraft. Die weitergehenden Verbote von Ketten und Aufbauschuhen hat ein Gericht im Januar 2025 aufgehoben, dafür bräuchte es ein neues Gesetz.
