Sportschecken vorgestellt Teil 4

Nekoma – der Schecke, der über 2,30 Meter sprang

Heute fällt ein Schecke im internationalen Springsport noch immer auf. In den 1980er- und 1990er-Jahren war ein geschecktes Warmblut zwischen den großen Sportpferden allerdings eine kleine Sensation.

Und dann kam Nekoma.

Der großrahmige Braunscheckhengst war nicht einfach ein hübsches buntes Pferd, das gelegentlich in schweren Springprüfungen auftauchte. Nekoma gehörte in seiner Jugend zu den erfolgreichen europäischen Springpferden, startete bereits siebenjährig im Hamburger Springderby und entwickelte sich zu einem ausgesprochenen Spezialisten für Mächtigkeitsspringen.

Dabei überwand er mehrfach Höhen von 2,30 Metern.

Sein ständiger Reiter war der deutsche Springreiter Jürgen Kenn.

Jürgen Kenn entdeckt Nekoma

Die gemeinsame Geschichte begann 1986.

Jürgen Kenn sah den jungen Nekoma auf einem nationalen Turnier in Hachenburg. Der auffällige Hengst gewann dort eine Springpferdeprüfung mit der Wertnote 8,0.

Kenn war sofort interessiert.

Zunächst war Nekoma allerdings nicht verkäuflich. Erst später ergab sich doch die Gelegenheit und der Hengst wechselte zu Jürgen Kenn.

Damit begann eine Sportkarriere, die Nekoma zu einem der bekanntesten Schecken seiner Generation machen sollte.

Kenn beschrieb ihn später als ausgesprochen leistungsbereit und stets gut gelaunt. Besonders bemerkenswert war offenbar Nekomas Fähigkeit, zwischen Alltag und Wettkampf zu unterscheiden.

Er wusste, wann es ernst wurde.

Mit sieben Jahren ins Hamburger Springderby

Wie früh Nekoma bereits außergewöhnliche Aufgaben bewältigte, zeigt sein Start beim Hamburger Springderby.

Schon als Siebenjähriger qualifizierte er sich für den berühmten Derbyparcours und war damit der jüngste Teilnehmer.

Das Hamburger Derby gehört nicht zu den Prüfungen, bei denen ein junges Pferd einfach ein bisschen Turnierluft schnuppert. Der traditionelle Parcours in Klein Flottbek ist mit seinen Naturhindernissen, Wällen, Gräben und dem berühmten Derbywall eine der außergewöhnlichsten Springprüfungen überhaupt.

Dass ein siebenjähriges Pferd sich dafür qualifizierte, sagt einiges über sein Vermögen.

Und Nekomas Spezialität sollte noch spektakulärer werden.

Der Schecke über der 2,30-Meter-Mauer

Nekoma entwickelte sich zu einem ausgesprochen erfolgreichen Pferd in Mächtigkeitsspringen.

Bei diesen Prüfungen wird die Höhe der Hindernisse von Runde zu Runde gesteigert. Am Ende steht häufig die mächtige, nahezu senkrechte Mauer.

Nekoma überwand mehrfach 2,30 Meter.

Es ist eine Zahl, bei der man kurz überlegen sollte, was sie eigentlich bedeutet.

2,30 Meter sind höher als eine gewöhnliche Haustür.

Und darüber sprang ein gescheckter Warmbluthengst mit Reiter.

Jürgen Kenn erinnerte sich später besonders an ein Mächtigkeitsspringen in Aachen. Im ersten Umlauf hatte Nekoma eine zwei Meter hohe Mauer lediglich leicht berührt.

Im zweiten Umlauf setzte der Hengst offenbar derart energisch zum Sprung an, dass Kenn später scherzhaft erzählte, Nekoma habe ihn beinahe aus dem Sattel katapultiert.

Genau diese enorme Leistungsbereitschaft scheint eines der Kennzeichen des Hengstes gewesen zu sein.

Große Preise und mehr als 100.000 DM Gewinnsumme

Nekoma war allerdings keineswegs nur ein Spezialist für spektakuläre Mauern.

Unter Jürgen Kenn erzielte er zahlreiche Siege und Platzierungen in Großen Preisen und Mächtigkeitsspringen auf bekannten europäischen Turnierplätzen.

Seine Lebensgewinnsumme wird von der späteren Hengststation mit mehr als 100.000 D-Mark angegeben.

Damit hatte der Scheckhengst endgültig bewiesen, dass seine ungewöhnliche Farbe keinerlei Aussage über sein sportliches Leistungsvermögen zuließ.

Und gerade in seiner Zeit war das keineswegs selbstverständlich.

Ein Schecke mit einer Fangemeinde

Nekoma war natürlich kaum zu übersehen.

Zwischen den überwiegend einfarbigen Warmblütern erschien ein großer Braunscheckhengst im schweren Springsport entsprechend exotisch.

Interessanterweise berichtete Bettina Kenn später, dass die zunächst erwarteten spöttischen Bemerkungen über das ungewöhnliche Pferd weitgehend ausblieben.

Der Grund war ziemlich einfach:

Nekoma konnte springen.

Seine Leistungen waren so überzeugend, dass aus dem ungewöhnlichen Pferd bald ein Publikumsliebling mit eigener Fangemeinde wurde.

Das ist vielleicht einer der schönsten Aspekte seiner Geschichte. Nekoma musste nicht beweisen, dass ein Schecke genauso aussehen konnte wie ein klassisches Sportpferd.

Er sah anders aus.

Und sprang trotzdem besser als die allermeisten.

Woher kam Nekomas Scheckfarbe?

Für unsere Geschichte der Sportpferdeschecken wird Nekoma besonders interessant, wenn wir seinen Stammbaum betrachten.

Denn diesmal führt die Spur nicht zu Samber.

Nekomas Vater war der niederländische Scheckhengst Ico.

Und Ico gehört zu einer zweiten ausgesprochen wichtigen Linie der europäischen Scheckenzucht.

Der Stammbaum lautet väterlicherseits:

Nekoma→ Ico→ Marco Polo→ Poet xx

Ico war ein Sohn des Trakehnerhengstes Marco Polo aus der niederländischen Stute Sonja.

Marco Polo wiederum stammte von dem Vollblüter Poet xx aus der Trakehnerstute Mirakel.

Damit steckte in Nekomas väterlicher Linie erhebliches Leistungsblut.

Ico – der unterschätzte bunte Vererber

Ico selbst wurde 1967 geboren und war aufgrund seiner Scheckfarbe bei den niederländischen Züchtern zunächst keineswegs besonders gefragt.

Zeitgenössische Darstellungen beschreiben ziemlich deutlich, dass sein buntes und damals exotisches Erscheinungsbild seiner züchterischen Popularität eher im Wege stand.

Nach einigen Jahren wechselte Ico deshalb aus den Niederlanden ins deutsche Zuchtgebiet Hessen.

Im Nachhinein erwies sich die Skepsis gegenüber dem Hengst als reichlich unbegründet.

Ico entwickelte sich zu einem ausgesprochen bedeutenden Vererber leistungsfähiger Schecken.

Zu seinen Nachkommen gehörten neben Nekoma unter anderem Ilasso und Irma la Douce.

Und gerade Nekoma lieferte den wohl eindrucksvollsten sportlichen Beweis für die Springveranlagung dieser Linie.

Marco Polo hinter Ico

Auch Icos Vater Marco Polo verdient dabei einen zweiten Blick.

Der 1962 geborene Trakehnerhengst wurde in den Niederlanden zu einem bedeutenden Vererber von Springvermögen.

Sein Blut findet sich später in zahlreichen erfolgreichen internationalen Sportpferden.

Das Interessante an Nekoma ist deshalb die Kombination:

Die auffällige Scheckzeichnung kam über Ico, dahinter stand aber mit Marco Polo eine ausgesprochen leistungsorientierte Warmblutlinie.

Auf der Mutterseite ergänzte sich dieses Blut mit deutschen Vollblut- und Warmblutlinien.

Nekomas Mutter Harmonie

Nekomas Mutter hieß Harmonie.

Sie stammte vom Vollbluthengst Edelmann xx aus der Stute Malla von Carlos.

Damit lautet Nekomas belegter Stammbaum in den ersten Generationen:

Ico – Marco Polo – Poet xx

auf der Vaterseite und

Harmonie – Edelmann xx – Carlos

auf der Mutterseite.

Gerade der Vollblutanteil über Edelmann xx dürfte für ein Springpferd mit enormem Vermögen durchaus interessant gewesen sein.

Nekoma war also keineswegs irgendein zufällig entstandener Schecke.

Hinter seiner Farbe steckte eine Sportpferdezucht, deren Leistungsfähigkeit sich bei ihm ziemlich eindrucksvoll manifestierte.

Auch als Vererber erfolgreich

Nach seiner Sportkarriere wurde Nekoma als Deckhengst eingesetzt.

Und auch hier hinterließ er Spuren.

In Deutschland brachte er neun gekörte Söhne hervor. Noch 2004 waren 13 seiner Nachkommen als Turnierpferde registriert, zwei davon gingen bereits in der schweren Klasse.

Auch über seine Töchter setzte sich sein Einfluss fort.

Sein Enkel Little Paint wurde unter dem späteren Mannschaftsolympiasieger Frank Ostholt Dritter bei den Geländepferden des Bundeschampionats in Warendorf und ebenfalls Dritter bei der Weltmeisterschaft der jungen Vielseitigkeitspferde in Dijon.

Damit tauchte Nekomas Leistungsblut schließlich sogar im gehobenen Vielseitigkeitssport auf.

Die letzten Jahre in Österreich

Mit 16 Jahren kam Nekoma zur Hengststation Hauptmann nach Kaindorf in Österreich.

Dort verbrachte er seine letzten neun Lebensjahre.

Als Deckhengst wurde er nach Angaben seiner Besitzer leider nur relativ wenig genutzt. Gefriersamen wurde jedoch konserviert, sodass seine Genetik erhalten blieb.

Jürgen und Bettina Kenn besuchten Nekoma später noch einmal in Österreich. In ihren Erinnerungen wird deutlich, dass der Hengst für sie weit mehr gewesen war als lediglich ein erfolgreiches Turnierpferd.

Am 5. September 2008 endete Nekomas Geschichte.

Nach einer schweren Kolik musste der Hengst eingeschläfert werden.

Nekoma und die andere große Scheckenlinie

Für die Geschichte der Schecken im Sport ist Nekoma deshalb besonders wichtig.

Wenn heute über Warmblutschecken gesprochen wird, landet man sehr schnell bei Samber. Sein Einfluss war zweifellos gewaltig.

Aber Samber war nicht die einzige Geschichte.

Daneben existierte die Ico-Linie.

Und Nekoma war vermutlich einer ihrer spektakulärsten sportlichen Vertreter.

Ein gescheckter Hengst, der schon siebenjährig das Hamburger Derby ging, auf großen europäischen Turnierplätzen erfolgreich war und mehrfach Mauern von 2,30 Metern überwand, war vor rund vierzig Jahren noch erheblich ungewöhnlicher als ein Schecke im heutigen Spitzensport.

Nekoma brauchte seine Farbe deshalb irgendwann nicht mehr als Besonderheit.

Seine Leistung war außergewöhnlich genug.

Nekomas Nachkommen – lebt die berühmte Scheckenlinie heute noch?

Nekoma war einer der außergewöhnlichsten Schecken im deutschen Springsport. Unter Jürgen Kenn sprang der Braunscheckhengst Große Preise, qualifizierte sich bereits siebenjährig für das Hamburger Springderby und überwand in Mächtigkeitsspringen Hindernisse bis 2,30 Meter.

Doch was wurde eigentlich aus seiner Linie?

Denn ein erfolgreiches Sportpferd ist das eine. Wirklich interessant wird ein Hengst aus züchterischer Sicht erst dann, wenn seine Leistungsfähigkeit auch in den folgenden Generationen wieder auftaucht.

Und bei Nekoma lautet die Antwort tatsächlich: Seine Linie ging weiter. Und sie schaffte es sogar zurück in den internationalen Spitzensport.

Neun gekörte Söhne von Nekoma

Nekoma wurde nach seiner Sportkarriere als Deckhengst eingesetzt, allerdings längst nicht in dem Umfang, den man bei einem Pferd mit seinen sportlichen Leistungen heute vielleicht erwarten würde.

Trotzdem brachte er allein in Deutschland neun gekörte Söhne hervor.

Noch im Jahr 2004 waren 13 direkte Nachkommen Nekomas als Turnierpferde registriert. Zwei davon gingen bereits in der schweren Klasse.

Das klingt zunächst nach einer überschaubaren Bilanz. Man muss dabei allerdings berücksichtigen, dass Schecken in der klassischen deutschen Warmblutzucht zu dieser Zeit noch eine ausgesprochen kleine Nische darstellten.

Umso interessanter ist, was aus einzelnen dieser Linien entstand.

Nitron – der Sohn, über den Nekoma zurück in den Spitzensport kam

Einer der wichtigsten Söhne Nekomas war Nitron.

Nitron wiederum wurde Vater eines Pferdes, das für die sportliche Bedeutung der Nekoma-Linie außerordentlich wichtig werden sollte:

Little Paint.

Der 1998 geborene Wallach stammte von Nitron aus der Stute Thank You von I’m a Star xx.

Damit lautete seine väterliche Linie:

Little Paint→ Nitron→ Nekoma→ Ico→ Marco Polo.

Und Little Paint blieb keineswegs irgendein netter bunter Nachkomme eines berühmten Scheckenhengstes.

Er wurde eines der erfolgreichen deutschen Vielseitigkeitspferde seiner Generation.

Little Paint und Frank Ostholt

Little Paint kam unter den Sattel von Frank Ostholt, Mannschaftsolympiasieger und Mannschaftsweltmeister in der Vielseitigkeit.

Schon als junges Pferd fiel Little Paint auf.

Beim Bundeschampionat der Geländepferde in Warendorf wurde er Dritter. Ebenfalls Rang drei erreichte er bei der Weltmeisterschaft der jungen Vielseitigkeitspferde in Dijon.

Aber dabei blieb es nicht.

Little Paint entwickelte sich weiter bis in den internationalen Spitzensport.

2011 gehörte er zu den führenden Vielseitigkeitspferden der internationalen Ranglisten. In einer damaligen Auswertung der weltbesten Vielseitigkeitspferde lag Little Paint sogar auf Rang drei.

Damit war die alte Scheckenlinie von Ico über Nekoma und Nitron mehrere Jahrzehnte später noch immer auf höchstem sportlichem Niveau angekommen.

Genau das macht diese Abstammung so bemerkenswert.

Nekoma hatte sein Springvermögen also nicht nur selbst demonstriert. Über seinen Sohn Nitron tauchte das Leistungsvermögen in der nächsten Generation wieder auf und erreichte mit Little Paint den internationalen Vielseitigkeitssport.

Auch andere Nekoma-Söhne gingen in die Zucht

Nitron war allerdings nicht der einzige gekörte Sohn Nekomas.

Zu den dokumentierten Hengstsöhnen gehören unter anderem Naturell H, New Fashion I und Nebrasco.

Diese Hengste wurden wiederum züchterisch eingesetzt und hinterließen eigene Nachkommen.

Damit verzweigte sich Nekomas Genetik in verschiedene kleinere Linien.

Nicht jede davon brachte anschließend ein international bekanntes Sportpferd hervor. Und genau hier sollte man bei alten Scheckenlinien vorsichtig sein: Ein vorhandener Stammbaum ist noch kein Beweis für sportliche Bedeutung.

Bei Nitron und Little Paint lässt sich dieser Zusammenhang dagegen eindeutig herstellen.

Nekomas Linie war damit aber noch lange nicht beendet

Besonders erstaunlich ist, dass Jahrzehnte nach Nekomas eigener Sportkarriere noch einmal ein direkter Sohn geboren wurde.

Sein Name:

Nekoma’s Nikola.

Der Pinto-Reitpferdehengst kam am 7. April 2016 in Österreich zur Welt.

Das Bemerkenswerte daran ist offensichtlich: Nekoma selbst war zu diesem Zeitpunkt bereits seit fast acht Jahren tot.

Nekoma’s Nikola entstand aus konserviertem Samen des alten Hengstes.

Damit wurde eine Hengstlinie fortgesetzt, deren Ursprung sportlich mehrere Jahrzehnte zurücklag.

Nekoma trifft Samber

Und ausgerechnet bei Nekoma’s Nikola treffen zwei der interessantesten historischen Scheckenlinien aufeinander.

Sein Vater ist Nekoma.

Damit führt die väterliche Linie über:

Nekoma → Ico → Marco Polo.

Seine Mutter La Stella stammt dagegen von Samenco I B.

Und Samenco führt wiederum Samber.

In Nekoma’s Nikola wurden damit die beiden Linien zusammengeführt, die uns bei den Sportpferdeschecken immer wieder begegnen:

die Ico-Linie und die Samber-Linie.

Das ist züchterisch ausgesprochen spannend.

Gekört, leistungsgeprüft und reinerbig gescheckt

Nekoma’s Nikola wurde gekört und als Prämienhengst ausgezeichnet.

Seine Hengstleistungsprüfung schloss er mit der Gesamtnote 8,28 ab. Im Freispringen erhielt er für sein Vermögen sogar die Note 9,0.

Außerdem wurde er österreichischer Bundeschampion der Reitpferde.

Für die Scheckenzucht ist noch eine weitere Eigenschaft interessant:

Nekoma’s Nikola ist homozygot für Tobiano.

Er trägt das Tobiano-Gen also reinerbig und vererbt die entsprechende Scheckanlage an sämtliche Nachkommen.

Damit existiert Nekomas Scheckenlinie nicht nur auf dem Papier. Sie wird tatsächlich weitergezüchtet.

Und inzwischen gibt es die nächste Generation

Nekoma’s Nikola ist mittlerweile selbst Vater.

Zu seinen registrierten Nachkommen gehören beispielsweise N. Phönix, Noskar und Rabea-VP, alle Jahrgang 2023.

Schon früher fiel seine Tochter Calea auf. Die 2021 geborene Braunscheckstute von Nekoma’s Nikola aus einer Chromatico-Mutter wurde bei der Kärntner Pinto-Fohlenschau als Elitefohlen ausgezeichnet.

Und die Linie wächst weiter.

2026 wurde beispielsweise die Stute La Luna Nekoma von Nekoma’s Nikola aus einer Lamoureux-I-Mutter bei der zentralen Stutbucheintragung in Niederösterreich ins Hauptstutbuch aufgenommen.

Das bedeutet: Fast vier Jahrzehnte nach Nekomas großen sportlichen Auftritten entstehen noch immer Pferde, die sein Blut unmittelbar über einen direkten Sohn führen.

Aber ist Nekomas Linie heute noch im großen Sport vertreten?

Hier muss man zwei Dinge voneinander trennen.

Züchterisch: eindeutig ja.

Über Nekoma’s Nikola existiert eine aktive direkte Hengstlinie. Seine Töchter und Söhne sind allerdings noch jung, sodass sich heute noch überhaupt nicht beurteilen lässt, ob daraus wieder Pferde für den schweren oder internationalen Sport entstehen.

Sportlich historisch: ebenfalls eindeutig ja.

Der stärkste Beweis dafür ist Little Paint.

Über die Linie

Ico → Nekoma → Nitron → Little Paint

schaffte es Nekomas Blut bis in die internationale Vielseitigkeitsspitze.

Damit hat Nekoma etwas erreicht, was für die Beurteilung eines Hengstes viel interessanter ist als eine lange Liste unbekannter Nachkommen: Seine sportliche Qualität tauchte mehrere Generationen später auf hohem Niveau wieder auf.

Eine Scheckenlinie, die einfach nicht verschwinden wollte

Vielleicht ist gerade das rückblickend das Faszinierende an Nekoma.

Er selbst war schon ungewöhnlich genug: ein gescheckter Hengst im schweren Springsport, Derbyteilnehmer und Spezialist für Mächtigkeitsspringen bis 2,30 Meter.

Doch mit seiner eigenen Karriere endete die Geschichte nicht.

Nekoma brachte gekörte Hengste hervor. Über Nitron entstand mit Little Paint ein Pferd für den internationalen Vielseitigkeitssport. Jahrzehnte später wurde aus Gefriersamen noch Nekoma’s Nikola geboren.

Und ausgerechnet in diesem Hengst traf Nekomas alte Ico-Linie schließlich auf die Samber-Linie.

Heute gibt es bereits wieder Töchter und Söhne von Nekoma’s Nikola.

Ob eines dieser jungen Pferde irgendwann wieder dort landet, wo Nekoma einst selbst unterwegs war, im schweren Sport, kann heute niemand wissen.

Aber eines lässt sich inzwischen ziemlich sicher sagen:

Die Geschichte von Nekoma ist noch nicht vorbei.