Schimmel

Ein Kaltblut als Schimmel

Der Schimmel – ein weißes Pferd

Schimmel beim Pferd – Genetik, Farben und warum diese Pferde im Laufe ihres Lebens immer heller werden

Wer zum ersten Mal einem strahlend weißen Pferd gegenübersteht, vergisst diesen Anblick nur selten. Ob ein eleganter Lipizzaner vor der Spanischen Hofreitschule, ein frei galoppierender Camargue-Hengst durch die Sümpfe Südfrankreichs oder ein imposanter Andalusier unter dem Sattel – Schimmel gehören zu den faszinierendsten Erscheinungen der von allen Pferdefarben .

Dabei steckt hinter dieser Pferdefarbe ein weit verbreitetes Missverständnis. Obwohl sie nahezu weiß wirken können, sind die meisten Schimmel genetisch überhaupt keine weißen Pferde. Im Gegenteil: Fast jeder Schimmel kommt mit einer dunklen Fellfarbe zur Welt und verändert sich erst im Laufe seines Lebens. Aus einem schwarzen Fohlen kann wenige Jahre später ein schneeweißes Reitpferd werden – und genau dieser außergewöhnliche Farbwechsel macht den Schimmel genetisch so spannend.

Rund um Schimmel ranken sich zahlreiche Mythen. Manche Menschen glauben, Schimmel seien besonders ruhig oder sensibel. Andere vermuten, dass sie grundsätzlich pflegeintensiver sind oder häufiger krank werden. Auch Begriffe wie Apfelschimmel, Fliegenschimmel, Rotschimmel oder Roan sorgen regelmäßig für Verwirrung.

In diesem Beitrag geht es deshalb nicht nur um die Frage, was ein Schimmel überhaupt ist. Es wird auch erklärt, wie das Schimmel-Gen funktioniert, warum manche Pferde fast weiß werden und andere nicht, welche Pferderassen besonders häufig Schimmel hervorbringen und weshalb diese Fellfarbe seit Jahrhunderten als Inbegriff von Eleganz gilt.

Was ist ein Schimmel?

Ein Schimmel ist kein Pferd, das mit weißem Fell geboren wird. Ein Schimmel ist ein Pferd, dessen Fell im Laufe seines Lebens immer mehr pigmentierte Haare verliert. Verantwortlich dafür ist das dominante Grey-Gen.

Die Haut bleibt dunkel pigmentiert. Auch die Augen behalten ihre normale Farbe. Lediglich die Haare verlieren nach und nach ihre Farbpigmente.

Deshalb wirken ältere Schimmel zwar schneeweiß, genetisch besitzen sie jedoch immer noch ihre ursprüngliche Fellfarbe. Unter jedem Schimmel steckt also eigentlich ein Brauner, Fuchs, Rappe oder eine andere Grundfarbe.

Warum Schimmel keine weißen Pferde sind

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Schimmel häufig als weiße Pferde bezeichnet. Aus genetischer Sicht stimmt das jedoch nicht.

Ein echtes weißes Pferd besitzt bereits bei der Geburt ein nahezu vollständig weißes Haarkleid. Diese Pferde tragen andere Gene als Schimmel und verändern ihre Farbe später nicht mehr.

Ein Schimmel dagegen beginnt sein Leben fast immer dunkel. Je nach Grundfarbe kann ein Schimmelfohlen schwarz, braun, fuchsfarben oder dunkelbraun erscheinen. Erst Monate oder Jahre später tauchen die ersten weißen Haare auf.

Warum werden Schimmel immer heller?

Die Ursache liegt in den Haarfollikeln. Bei jedem Fellwechsel wachsen neue Haare nach. Das Grey-Gen sorgt dafür, dass die Pigmentzellen in den Haarfollikeln nach und nach ihre Funktion verlieren.

Dadurch verändert sich das Fell Schritt für Schritt. Dieser Prozess geschieht langsam und individuell.

Die Entwicklung eines Schimmels

Das Fohlen

Die meisten Schimmelfohlen sehen zunächst überhaupt nicht wie spätere Schimmel aus. Viele besitzen sogar ein tiefschwarzes oder dunkelbraunes Fell.

Die ersten weißen Haare

Bereits im ersten oder zweiten Fellwechsel erscheinen häufig einzelne weiße Haare. Sie fallen meist zuerst rund um die Augen, an der Stirn, an den Flanken oder am Schweifansatz auf.

Der Apfelschimmel

Zwischen dem dritten und achten Lebensjahr zeigen viele Schimmel ihre wohl schönste Phase: den Apfelschimmel.

Der fast weiße Schimmel

Mit zunehmendem Alter verschwinden die dunklen Haare immer weiter, bis viele Pferde nahezu schneeweiß erscheinen.

Welche Grundfarbe steckt unter einem Schimmel?

Unter jedem Schimmel verbirgt sich genetisch eine normale Grundfarbe. Das Grey-Gen verändert diese Farbe nicht, sondern überdeckt sie im Laufe der Jahre.

Das Grey-Gen – der eigentliche Auslöser

Heute ist bekannt, dass praktisch alle Schimmel ihr Aussehen einem dominanten Gen verdanken: dem Grey-Gen (G).

GG bedeutet reinerbiges Schimmel-Gen.
Gg bedeutet mischerbiges Schimmel-Gen.
gg bedeutet, dass das Pferd kein Schimmel wird.

Warum verändert sich nur das Fell?

Die Melanozyten der Haut bleiben erhalten. Lediglich die Pigmentbildung in den Haarfollikeln nimmt im Laufe der Jahre immer weiter ab.

Deshalb besitzen Schimmel normalerweise dunkle Haut, dunkle Augen und dunkle Nüstern, obwohl ihr Fell nahezu weiß erscheint.

Warum sehen manche Schimmel fast silbern aus?

Vor allem junge Rappschimmel zeigen oft faszinierende silber- oder stahlgraue Übergangsfarben. Viele Pferdefreunde empfinden diese Lebensphase sogar als die schönste.

Nicht jedes helles Pferd ist ein Schimmel

Sobald ein Pferd viele weiße Haare besitzt, wird es im Alltag schnell als Schimmel bezeichnet. Aus genetischer Sicht ist das jedoch häufig falsch. Mehrere Farbgenetik-Varianten erzeugen ein ähnliches Erscheinungsbild, funktionieren aber völlig anders als das klassische Schimmel-Gen.

Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass ein echter Schimmel im Laufe seines Lebens immer heller wird. Andere Farbvarianten verändern sich dagegen kaum oder überhaupt nicht.

Roan – das Stichelhaar-Gen

Besonders häufig werden Schimmel und Roan verwechselt. Im Deutschen wird Roan oft als Stichelhaar bezeichnet.

Bei einem Roan mischen sich von Geburt an weiße Haare gleichmäßig unter die Grundfarbe. Kopf, Beine sowie Mähne und Schweif bleiben dagegen überwiegend dunkel.

Der entscheidende Unterschied: Ein Roan wird im Laufe seines Lebens nicht immer heller. Das Fell bleibt weitgehend konstant.

Rabicano

Rabicano sorgt ebenfalls für eingestreute weiße Haare. Besonders typisch sind helle Bereiche an den Flanken und der Schweifwurzel.

Viele Rabicano-Pferde wirken auf den ersten Blick wie junge Schimmel, obwohl das verantwortliche Gen nichts mit dem Grey-Gen gemeinsam hat.

Dominant White

Noch seltener sind Pferde mit dem Dominant-White-Gen.

Diese Tiere werden bereits mit einem überwiegend weißen Haarkleid geboren. Anders als Schimmel hellen sie später nicht weiter auf.

Cremello und Perlino

Auch Cremellos und Perlinos werden häufig mit Schimmeln verwechselt.

Hier sorgt das Creme-Gen für die helle Fellfarbe. Typisch sind rosafarbene Haut, blaue oder sehr helle Augen sowie ein cremefarbenes Fell.

Gibt es Albino-Pferde?

Immer wieder ist von Albino-Pferden die Rede.

Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand existieren beim Pferd jedoch keine echten Albinos. Die meisten vermeintlichen Albinos sind in Wirklichkeit Cremellos, Perlinos oder Dominant-White-Pferde.

Die verschiedenen Schimmeltypen

Nicht jeder Schimmel sieht gleich aus. Während manche Pferde schon früh nahezu weiß werden, zeigen andere über viele Jahre beeindruckende Zeichnungen.

Apfelschimmel

Der Apfelschimmel gilt für viele Reiter als die schönste Schimmelform. Helle, kreisförmige Aufhellungen verleihen dem Fell eine besondere Eleganz.

Fliegenschimmel

Beim Fliegenschimmel erscheint das Fell fast vollständig weiß. Über den Körper verteilen sich kleine dunkle Punkte.

Eisenschimmel

Der Eisenschimmel besitzt ein dunkles stahlgraues Erscheinungsbild und tritt häufig in jüngeren Jahren auf.

Rosenschimmel

Beim Rosenschimmel entsteht eine leicht rosig wirkende Zeichnung durch unterschiedlich helle Haarbereiche.

Altersflecken beim Schimmel

Viele ältere Schimmel entwickeln kleine dunkle Flecken. Diese sogenannten Altersflecken entstehen dadurch, dass einzelne Haarfollikel wieder Pigmente bilden.

Pferderassen, bei denen Schimmel besonders häufig vorkommen

Lipizzaner

Der Lipizzaner ist wahrscheinlich die berühmteste Schimmelrasse überhaupt. Die meisten Fohlen kommen dunkel zur Welt und werden erst im Laufe mehrerer Jahre zu den berühmten weißen Hengsten der Spanischen Hofreitschule.

Camargue-Pferde

Camargue-Pferde wirken oft schon sehr jung außergewöhnlich hell. Dennoch handelt es sich genetisch ebenfalls um Schimmel.

PRE und Andalusier

Weiße PRE-Hengste gehören zu den begehrtesten Pferden überhaupt. Ihre langen Mähnen, ihre elegante Versammlung und das strahlend helle Fell haben wesentlich zum weltweiten Ruf dieser Rasse beigetragen.

Im nächsten Teil folgen weitere Schimmelrassen, berühmte Schimmel aus Sport, Film und Geschichte sowie das umfangreiche Kapitel zur Schimmelpflege mit vielen praktischen Tipps.

Carmaque Pferde in Frankreich sind immer Schimmel

Weitere Pferderassen mit besonders schönen Schimmeln

Nicht nur Lipizzaner und Camargue-Pferde sind für ihre Schimmel bekannt. Auch zahlreiche andere Rassen bringen regelmäßig beeindruckende Schimmel hervor.

Lusitano

Der portugiesische Lusitano gehört zu den klassischen Barockpferden. Vor allem ältere Schimmelhengste mit langer Mähne und kräftiger Hinterhand gelten als Sinnbild der klassischen Reitkunst.

Araber und Shagya-Araber

Schimmel sind beim Araber weit verbreitet. Ihre feinen Köpfe, großen Augen und das seidige Fell wirken bei hellen Schimmeln besonders edel. Viele berühmte Zuchtlinien bestehen überwiegend aus Schimmeln.

Connemara Pony

Auch beim Connemara Pony sind Schimmel sehr beliebt. Die robuste Rasse verbindet Härte, Leistungsbereitschaft und ein elegantes Erscheinungsbild.

Holsteiner und Hannoveraner

Im Sport dominieren zwar Braune und Rappen, dennoch haben einige Schimmel die Zuchtgeschichte entscheidend geprägt.

Berühmte Schimmel der Pferdezucht

Capitol I

Capitol I zählt zu den bedeutendsten Holsteiner Vererbern überhaupt. Der imposante Schimmel prägte über Jahrzehnte die internationale Springpferdezucht. Zahlreiche Nachkommen waren im Spitzensport erfolgreich.

Corrado I

Auch Corrado I gehört zu den bekanntesten Schimmelhengsten der Holsteiner Zucht. Seine Nachkommen überzeugten durch Vermögen, Technik und Rittigkeit.

Die Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule

Kaum eine Pferdegruppe ist weltweit so bekannt wie die weißen Hengste der Spanischen Hofreitschule in Wien. Die meisten Besucher erleben sie als schneeweiße Pferde, obwohl sie viele Jahre zuvor dunkel geboren wurden.

Schimmel in Film und Fernsehen

Weiße Pferde symbolisieren seit Jahrhunderten Stärke, Freiheit und Eleganz. Deshalb spielen Schimmel in zahlreichen Filmen eine wichtige Rolle.

Shadowfax

In „Der Herr der Ringe“ gilt Shadowfax als das edelste Pferd Mittelerdes. Sein fast leuchtend weißes Fell machte ihn zu einem der bekanntesten Filmpferde überhaupt.

Artax

Artax aus „Die unendliche Geschichte“ gehört zu den emotionalsten Pferdefiguren der Filmgeschichte.

Silver

Das Pferd des Lone Rangers ist ebenfalls ein berühmter Schimmel und wurde zum Markenzeichen der Figur.

Maximus

Das königliche Pferd aus Disneys „Rapunzel – Neu verföhnt“ ist ein kraftvoller Schimmel mit viel Charakter.

Schimmel in Geschichte und Mythologie

Schon Könige und Feldherren bevorzugten helle Pferde als Reittiere. Ein weißes Pferd galt als Symbol von Reinheit, Macht und Wohlstand.

Auch in zahlreichen Sagen, Märchen und Gemälden tauchen Schimmel immer wieder auf. Das Bild des strahlend weißen Pferdes ist tief in der europäischen Kultur verankert.

Sind Schimmel ruhiger als andere Pferde?

Immer wieder wird behauptet, Schimmel seien besonders gelassen oder menschenbezogen.

Wissenschaftlich gibt es dafür jedoch keinen belastbaren Nachweis.

Das Verhalten eines Pferdes hängt vor allem von seiner Genetik, seiner Rasse, seiner Ausbildung und seinen Erfahrungen ab – nicht von der Fellfarbe.

Der Eindruck entsteht häufig deshalb, weil viele klassische Barockrassen mit hohem Schimmelanteil als ausgeglichen gelten. Die Ursache liegt jedoch in der Zucht dieser Rassen und nicht im Grey-Gen.

Warum lieben Menschen Schimmel?

Kaum eine Fellfarbe wirkt so elegant und majestätisch. Ein gepflegter Schimmel fällt schon von Weitem auf und besitzt eine besondere Ausstrahlung.

Gerade im Dressurviereck, vor einer schwarzen Kutsche oder auf historischen Gemälden entfalten Schimmel ihre einzigartige Wirkung.

Übergang zur Pflege

So beeindruckend Schimmel aussehen, so anspruchsvoll kann ihre Pflege sein. Grasflecken, Mist, Urin, gelbe Schweife und Staub sind die täglichen Begleiter vieler Schimmelbesitzer.

Im nächsten Teil geht es deshalb ausschließlich um die richtige Pflege eines Schimmels – von der täglichen Fellpflege über die besten Shampoos und Hausmittel bis hin zu den wirksamsten Tricks gegen hartnäckige Flecken.

Schimmel richtig pflegen – so bleibt das weiße Fell strahlend sauber

Kaum ein Pferd wirkt so elegant wie ein gepflegter Schimmel. Gleichzeitig gibt es kaum eine Fellfarbe, auf der Schmutz so deutlich sichtbar ist. Schon eine Nacht auf dem Paddock genügt häufig, damit Gras-, Mist- oder Urinflecken entstehen. Mit der richtigen Pflege lässt sich das Fell dennoch dauerhaft sauber halten, ohne den natürlichen Hautschutz unnötig zu belasten.

Muss ein Schimmel häufiger geputzt werden?

Grundsätzlich benötigt ein Schimmel keine andere Fellpflege als jedes andere Pferd. Der Unterschied liegt darin, dass Verschmutzungen deutlich stärker auffallen.

Regelmäßiges Putzen entfernt Staub, Hautschuppen und lose Haare. Gleichzeitig wird die Haut besser durchblutet und der natürliche Fettfilm des Fells verteilt.

Die tägliche Fellpflege

Vor jedem Reiten sollte grober Schmutz mit einem Striegel gelöst werden. Anschließend werden Staub und lose Haare mit einer Kardätsche entfernt. Für Kopf und Beine eignen sich weiche Bürsten.

Besonders empfindliche Stellen wie Augen und Nüstern sollten nur mit einem sauberen Schwamm oder weichen Tuch gereinigt werden.

Grasflecken entfernen

Frische Grasflecken lassen sich oft bereits mit warmem Wasser und einer weichen Bürste lösen.

Hartnäckige Flecken verschwinden meist nach einer kurzen Einwirkzeit eines speziellen Schimmelshampoos.

Viele Pferdebesitzer verwenden zusätzlich Gallseife, die besonders bei organischen Verschmutzungen gute Ergebnisse liefert.

Mist- und Urinflecken

Vor allem im Winter entstehen gelbliche Verfärbungen an Flanken, Schweif und Hinterbeinen.

Die betroffenen Stellen sollten zunächst vollständig trocknen. Anschließend lässt sich der Schmutz häufig bereits ausbürsten. Erst danach lohnt sich das Waschen.

Der weiße Schweif

Der Schweif ist meist die größte Herausforderung.

Vor dem Waschen werden grobe Verschmutzungen ausgebürstet. Anschließend wird ein spezielles Schimmelshampoo sorgfältig einmassiert und einige Minuten einwirken gelassen.

Nach gründlichem Ausspülen sorgt eine Pflegespülung dafür, dass sich der Schweif leichter kämmen lässt.

Welche Shampoos eignen sich?

Im Handel gibt es zahlreiche Schimmelshampoos mit aufhellenden Pigmenten.

Viele enthalten violette oder blaue Farbstoffe, die Gelbstiche optisch ausgleichen. Wichtig ist, das Shampoo anschließend vollständig auszuspülen.

Hausmittel gegen gelbe Flecken

Neben speziellen Pflegeprodukten haben sich auch einige Hausmittel bewährt.

Gallseife eignet sich hervorragend gegen organische Flecken.

Kartoffelstärke kann Fett und Schmutz aufnehmen und anschließend ausgebürstet werden.

Einige Pferdehalter verwenden außerdem verdünnten Essig oder Natron. Diese Mittel sollten jedoch nur sparsam eingesetzt werden, um Haut und Fell nicht unnötig zu reizen.

Wie oft sollte ein Schimmel gewaschen werden?

Zu häufiges Waschen kann den natürlichen Fettfilm der Haut beeinträchtigen.

Deshalb sollte nur dann ein Shampoo verwendet werden, wenn es wirklich notwendig ist. Für leichte Verschmutzungen reicht oft klares Wasser oder gründliches Bürsten.

Schimmel im Winter waschen

Bei niedrigen Temperaturen sollte möglichst auf Ganzkörperwäschen verzichtet werden.

Müssen einzelne Flecken entfernt werden, genügt meist eine Teilwäsche mit warmem Wasser. Anschließend sollte das Fell vollständig trocknen, bevor das Pferd wieder ins Freie kommt.

Decken helfen gegen Schmutz

Viele Besitzer schützen besonders helle Pferde mit einer leichten Stalldecke oder einem Halsteil.

Auch Schweifbeutel können verhindern, dass der Schweif ständig verschmutzt.

Pflege während des Fellwechsels

Im Fellwechsel verlieren Schimmel große Mengen Haare.

Regelmäßiges Putzen unterstützt diesen natürlichen Prozess und verhindert, dass abgestorbene Haare im Fell verbleiben.

Häufige Fehler

Ein häufiger Fehler besteht darin, Schimmel aus kosmetischen Gründen zu oft zu waschen.

Ebenso problematisch ist das kräftige Schrubben mit harten Bürsten oder aggressiven Reinigungsmitteln.

Eine schonende, regelmäßige Pflege ist langfristig deutlich besser als seltene Intensivreinigungen.

Typische Fragen zum Schimmel

Was ist ein Schimmelpferd?

Ein Schimmelpferd ist kein Pferd einer bestimmten Rasse und auch kein grundsätzlich weiß geborenes Pferd. Als Schimmel bezeichnet man Pferde, deren ursprünglich farbiges Fell im Laufe ihres Lebens durch immer mehr weiße Haare aufgehellt wird. Viele Schimmel werden dunkel, braun oder sogar fast schwarz geboren und werden mit zunehmendem Alter immer heller. Verantwortlich dafür ist das sogenannte Grey-Gen. Die Haut unter dem Fell bleibt dabei in der Regel dunkel pigmentiert.

Wie entwickelt sich die Farbe beim Schimmelfohlen?

Ein Schimmelfohlen sieht bei der Geburt häufig überhaupt nicht nach einem später weißen Pferd aus. Es kann schwarz, dunkelbraun, braun oder fuchsfarben zur Welt kommen. Die ersten Anzeichen des Ausschimmelns zeigen sich häufig rund um Augen und Maul sowie später am übrigen Körper.

Wie schnell ein Pferd ausschimmelt, ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Pferde sind bereits in jungen Jahren ausgesprochen hell, andere behalten über viele Jahre deutlich dunklere Partien. Deshalb können Fotos desselben Schimmels im Abstand von einigen Jahren aussehen, als hätte jemand heimlich das Pferd ausgetauscht.

Wie alt werden Schimmelpferde?

Schimmelpferde werden grundsätzlich genauso alt wie Pferde anderer Fellfarben. Die Schimmelfarbe allein verkürzt die Lebenserwartung nicht. Wie alt ein Schimmel wird, hängt vielmehr von Rasse, Haltung, Fütterung, Nutzung, genetischen Voraussetzungen und seiner allgemeinen Gesundheit ab.

Je nach Pferdetyp erreichen viele Pferde etwa 20 bis 30 Jahre, manche werden deutlich älter.

Eine gesundheitliche Besonderheit gibt es bei Schimmeln allerdings: Sie entwickeln wesentlich häufiger Melanome als Pferde anderer Farben. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Diese sogenannten Schimmelmelanome treten besonders häufig unter der Schweifrübe, rund um den After, im Genitalbereich sowie im Bereich von Kopf und Ganaschen auf. Viele davon wachsen lange langsam und bleiben zunächst gutartig, sollten aber tierärztlich kontrolliert werden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Schimmel automatisch eine geringere Lebenserwartung hat. Ein gesund gehaltener Schimmel kann genauso problemlos ein sehr alter Pferdesenior werden.

Ist ein Schimmelpferd männlich oder weiblich?

Ein Schimmelpferd kann sowohl männlich als auch weiblich sein. Der Begriff „Schimmel“ bezeichnet ausschließlich die Farbe beziehungsweise das genetisch bedingte Ausschimmeln und sagt nichts über das Geschlecht aus.

Es gibt also Schimmelstuten, Schimmelhengste und Schimmelwallache. Offenbar wird diese Frage tatsächlich häufiger gesucht, obwohl sie Pferdemenschen zunächst etwas ungewöhnlich vorkommen dürfte.

Was ist ein Eisenschimmel?

Als Eisenschimmel bezeichnet man einen Schimmel in einer dunkleren Phase des Ausschimmelns. Im Fell befinden sich bereits zahlreiche weiße Haare, gleichzeitig sind aber noch viele dunkle Haare vorhanden. Dadurch entsteht die typische dunkelgraue bis stahlgraue Färbung.

Ein Eisenschimmel bleibt normalerweise nicht sein ganzes Leben Eisenschimmel. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil weißer Haare weiter zu, sodass aus dem dunkelgrauen Pferd schließlich ein wesentlich hellerer Schimmel werden kann.

Was ist ein Rosenschimmel?

Ein Rosenschimmel besitzt neben weißen Haaren noch zahlreiche rötliche beziehungsweise braunrote Haare. Dadurch bekommt das Fell einen warmen, leicht rosigen oder rötlich-grauen Farbton. Besonders deutlich kann diese Färbung bei Pferden auftreten, deren ursprüngliche Grundfarbe Fuchs oder Braun war.

Auch der Rosenschimmel beschreibt meist eine Phase des Ausschimmelns und keine dauerhaft festgelegte Farbe. Mit zunehmendem Alter kann auch ein Rosenschimmel immer heller werden.

Gibt es schwarze Schimmel?

Ein schwarzer Schimmel klingt zunächst widersprüchlich, ist aber durchaus erklärbar. Ein späterer Schimmel kann mit einer sehr dunklen oder schwarzen Grundfarbe geboren werden. Beginnt das Ausschimmeln, mischen sich nach und nach weiße Haare unter das dunkle Fell.

In jungen Jahren kann ein solches Pferd deshalb noch nahezu schwarz erscheinen oder als sehr dunkler Eisenschimmel auffallen. Mit zunehmendem Alter wird es gewöhnlich immer heller. Ein ausgewachsener heller Schimmel kann also als Fohlen oder Jungpferd tatsächlich einmal fast schwarz gewesen sein.

Der entscheidende Unterschied zu einem echten Rappen ist die Entwicklung: Der Rappe bleibt schwarz, der genetische Schimmel hellt im Laufe seines Lebens zunehmend auf.

Fazit

Mit etwas Routine lässt sich auch ein Schimmel problemlos sauber halten. Wer Schmutz regelmäßig entfernt, geeignete Pflegeprodukte verwendet und unnötiges Waschen vermeidet, erhält ein gesundes, glänzendes Fell, das die besondere Ausstrahlung eines Schimmels perfekt zur Geltung bringt.

Im letzten Teil folgen die häufigsten Fragen rund um Schimmel, spannende Fakten sowie ein abschließendes Fazit zum Schimmelpferd.