
Pferdeeinstreu: alle Einstreuarten für die Pferdebox im Vergleich
Dein Pferd verbringt in der Box oft zwölf Stunden am Tag oder mehr. Es steht, döst, legt sich hin, wälzt sich und äppelt auf genau dem Material, das Du einstreust. Die Einstreu entscheidet deshalb mit darüber, wie gut die Luft im Stall ist, wie trocken die Hufe bleiben, wie weich Dein Pferd liegt und wie lange Du jeden Morgen mit der Mistgabel beschäftigt bist.
Im Folgenden findest Du jede gängige Einstreuart einzeln erklärt: woraus sie besteht, wie viel sie aufsaugt, wie Du sie einstreust und pflegst, was sie im Jahr ungefähr verbraucht und für welche Pferde sie sich besonders eignet. Am Ende steht eine Übersicht, welche Einstreu bei Allergie, Hufrehe, Strahlfäule oder Einstreufressern die besseren Karten hat.
Alle Mengenangaben beziehen sich auf eine normale Box von etwa 12 Quadratmetern und ein Großpferd. Die Einstreu funktioniert genauso in der Offenstall-Liegehalle oder im Paddockbereich, dort brauchst Du entsprechend mehr Material. Die Box ist hier einfach die übersichtlichste Rechengröße.
Worauf es bei der Einstreu ankommt
Bevor Du Materialien vergleichst, lohnt ein Blick auf die Eigenschaften, an denen sich jede Einstreu messen lassen muss.
Saugfähigkeit: Ein Pferd setzt am Tag etwa 5 bis 15 Liter Urin ab, je nach Größe, Futter und Wetter. Diese Menge muss die Einstreu aufnehmen und festhalten. Je besser das gelingt, desto trockener steht Dein Pferd und desto weniger Material landet auf dem Misthaufen. Hersteller geben die Saugfähigkeit meist in Litern pro Kilogramm an. Langstroh liegt bei rund 2 bis 3 Litern, gute Pellets aus Stroh, Hanf, Miscanthus oder Dinkelspelzen bei 3 bis 4 Litern, Torf erreicht Werte um 8 Liter und mehr.
Ammoniakbindung: Aus Urin entsteht Ammoniak, sobald Bakterien den enthaltenen Harnstoff zersetzen. Das stechende Gas reizt die Schleimhäute der Atemwege und die Augen. Es sammelt sich in Bodennähe, also genau dort, wo Dein Pferd liegt und die Nase beim Fressen am Boden hat. Eine Einstreu, die Urin schnell bindet und die untere Schicht luftarm hält, bremst diese Umsetzung.
Staub und Keime: Jede Einstreu bringt etwas Staub mit. Entscheidend ist, wie viel davon beim Einstreuen und beim Bewegen in der Box aufgewirbelt wird und ob Schimmelsporen dabei sind. Für Pferde mit Husten oder Equinem Asthma (früher COB oder RAO genannt) ist das die wichtigste Frage überhaupt.
Fressbarkeit: Manche Materialien schmecken Pferden gut, andere enthalten Bitterstoffe und bleiben liegen. Für Pferde mit Hufrehe, EMS oder Neigung zu Verstopfungskoliken spielt das eine große Rolle.
Liegekomfort und Trittsicherheit: Die Einstreu soll weich und warm genug sein, damit sich Dein Pferd hinlegt und gleichzeitig so fest, dass es beim Aufstehen sicheren Halt findet. Gerade alte Pferde und Pferde mit Gelenkproblemen brauchen beides.
Arbeitsaufwand: Wie schnell trennst Du Äpfel von sauberem Material? Wie oft musst Du nasse Stellen herausnehmen? Wie viel wiegt der Mist, den Du zur Mistplatte schiebst?
Lagerung: Stroh braucht viel Platz. Pellets und gepresste Ballen brauchen nur einen Bruchteil davon, müssen aber trocken lagern, weil sie sonst schon im Sack aufquellen.
Entsorgung: Der Mist muss irgendwohin. Landwirte nehmen Strohmist gern, Späne- und Holzmist dagegen verrotten langsam und sind deshalb oft schwerer loszuwerden. Prüf vor jedem Einstreuwechsel, wer Deinen Mist abnimmt.
Kosten: Der Preis pro Ballen oder Sack sagt wenig. Rechne mit dem Jahresverbrauch pro Box, dazu Arbeitszeit, Lagerfläche und Entsorgungskosten. Material, das im Einkauf teuer wirkt, kann über das Jahr günstiger sein, weil Du nur einen Bruchteil der Menge brauchst.
Wechselstreu oder Matratze: zwei Arten, einzustreuen
Bei fast allen Materialien hast Du die Wahl zwischen zwei Methoden.
Bei der Wechselstreu nimmst Du täglich die Äpfel und alle nassen Stellen heraus und streust frisches Material nach. Die Box wird regelmäßig ganz ausgemistet. So arbeitest Du klassisch mit Stroh und oft auch mit Spänen.
Bei der Matratze legst Du eine dicke Grundschicht an, die sich mit der Zeit verdichtet und eine feste, elastische Unterlage bildet. Du nimmst täglich nur die Äpfel heraus, ziehst die Oberfläche glatt und entfernst in größeren Abständen die sehr nassen Stellen. Die untere Schicht bleibt liegen, bindet Feuchtigkeit und wird erst nach einigen Monaten komplett erneuert. Pellets aus Stroh, Miscanthus oder Dinkelspelzen, Hanf und Leinstroh sind für diese Methode gemacht.
Die Matratze spart viel Material und Mist. Sie verlangt aber Sorgfalt: Wer die untere Schicht umgräbt, lässt Luft hinein und genau dann bildet sich Ammoniak. Eine gepflegte Matratze bleibt oben trocken und unten ruhig.
Stroheinstreu
Stroh ist der Klassiker und steht in den meisten deutschen Ställen nach wie vor in der Box. Es fällt bei der Getreideernte ohnehin an, ist in ländlichen Gegenden leicht zu bekommen und für die meisten Pferde die natürlichste Unterlage.
Welches Stroh sich eignet: Weizenstroh gilt als erste Wahl. Es ist fest, glänzend, wenig schmackhaft und saugt vergleichsweise gut. Gerstenstroh ist weicher und wird lieber gefressen, die Grannen können Maul und Augen reizen. Roggenstroh ist hart und langhalmig, Haferstroh sehr weich und schmackhaft, weshalb es eher als Futterstroh dient. Gutes Einstreustroh ist goldgelb, riecht nach Getreide und staubt beim Aufschütteln kaum. Graue Stellen, muffiger Geruch oder eine Staubwolke beim Öffnen des Ballens zeigen Schimmel an. Solches Stroh gehört weder in die Box noch ins Pferdemaul.
So streust Du mit Stroh ein: Für eine neue Box verteilst Du eine lockere Schicht von 20 bis 30 Zentimetern und schüttelst das Stroh dabei gut auf. An den Wänden darf es etwas höher liegen, das schützt Dein Pferd, wenn es sich an der Wand wälzt. Täglich nimmst Du Äpfel und nasse Stellen heraus und streust frisches Stroh nach. Im Schnitt rechnest Du mit 8 bis 12 Kilogramm pro Tag und Box, im Jahr kommen so leicht 3 bis 4 Tonnen zusammen.
Vorteile von Stroh: Es ist regional verfügbar, oft direkt vom Hof und im Kilopreis die günstigste Einstreu. Es liegt warm und weich, die meisten Pferde legen sich darauf gern hin. Der Mist verrottet schnell und wird von Landwirten gern als Dünger abgenommen. Nebenbei beschäftigt Stroh: Viele Pferde knabbern darin, was die Fresszeit verlängert und langen Fresspausen entgegenwirkt.
Nachteile von Stroh: Langstroh saugt schlecht. Der Urin läuft durch, sammelt sich am Boden und bildet dort Ammoniak. Du brauchst deshalb viel Material und bewegst am Tag große Mistmengen. Stroh braucht viel Lagerfläche und ist bei schlechten Erntebedingungen oft mit Schimmelpilzen belastet. Die Sporen wirbeln bei jeder Bewegung auf. Für Pferde mit Equinem Asthma ist Stroh deshalb meist die ungünstigste Wahl. Pferde mit Hufrehe oder EMS fressen mit dem Stroh zusätzlichen Zucker und Energie, auch das passt nicht zu jedem Futterplan. Nasses Stroh wird außerdem rutschig.
Stroh eignet sich für: robuste, gesunde Pferde ohne Atemwegsprobleme, Ställe mit viel Lagerplatz und einem Landwirt, der den Mist abnimmt und für die Abfohlbox. Frisch geborene Fohlen liegen auf langem Stroh sauberer als auf feinen Spänen, die am nassen Fell kleben und in Nüstern geraten können.
Späneeinstreu
Späne sind nach Stroh die zweithäufigste Einstreu. Gemeint sind Hobelspäne aus Weichholz, meist Fichte, Tanne oder Kiefer, die als Nebenprodukt in Sägewerken und Hobelwerken anfallen. Für die Pferdebox werden sie getrocknet, entstaubt und zu handlichen Ballen gepresst, meist zwischen 18 und 25 Kilogramm schwer.
Die Qualität macht den Unterschied: Gute Pferdespäne sind großflächig, hell, trocken und praktisch staubfrei. Billige Späne oder feines Sägemehl stauben deutlich mehr. Sägemehl kann außerdem an feuchten Hufen, am Fell und an Wunden kleben. Achte darauf, dass die Späne ausschließlich aus unbehandeltem Holz stammen. Späne aus Harthölzern wie Walnuss haben in der Pferdebox nichts verloren, Schwarznuss kann bei Pferden schon über Hautkontakt Hufrehe auslösen.
So streust Du mit Spänen ein: Für die Grundeinstreu brauchst Du etwa 4 bis 6 Ballen. Öffne die Ballen in der Box, lockere die Späne gut auf und verteile sie in einer Schicht von etwa 15 bis 20 Zentimetern, an den Wänden gern etwas höher. Täglich siebst Du mit einer engzinkigen Spänegabel die Äpfel heraus. Die nassen Stellen erkennst Du an der dunklen Farbe, sie kommen ein- bis dreimal pro Woche raus, je nachdem, wie viel Dein Pferd uriniert. Pro Woche streust Du etwa einen bis zwei Ballen nach. Über das Jahr kommst Du auf rund 1,2 bis 1,6 Tonnen.
Vorteile von Spänen: Entstaubte Späne sind deutlich keimärmer als Stroh und damit für viele Allergiker geeignet. Sie werden kaum gefressen, was sie für Pferde mit Hufrehe interessant macht. Sie lagern platzsparend, lassen sich sauber abäppeln und binden Gerüche besser als Langstroh. Die Box sieht gepflegt und hell aus.
Nachteile von Spänen: Späne saugen nur mäßig. Frische Späne nehmen Feuchtigkeit anfangs schnell auf, sind aber bald gesättigt. Eine Untersuchung der Agrarwissenschaftlerin Gundula Hoffmann aus dem Jahr 2009 fand im Liegebereich einer Gruppenauslaufhaltung auf Hobelspänen sogar eine deutlich höhere Ammoniakbelastung als auf anderen Materialien. Späne entziehen den Hufen Feuchtigkeit, manche Halter beobachten dadurch trockene, spröde Hufe. Das größte Problem ist oft die Entsorgung: Holz verrottet sehr langsam, der Mist hat ein weites Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis und kann den Boden versauern. Viele Landwirte nehmen Spänemist deshalb gar nicht oder nur gegen Gebühr ab.
Späne eignen sich für: Pferde mit leichten Atemwegsproblemen, Hufrehepferde und Einstreufresser, Ställe mit wenig Lagerplatz. Vorher unbedingt klären, wohin der Mist geht.
Holzpellets
Holzpellets für die Pferdebox bestehen wie Heizpellets aus gepresstem Säge- und Hobelmehl, allerdings ohne Zusätze und speziell für die Einstreu hergestellt. Beim Pressen entstehen Hitze und Druck, dadurch sind sie praktisch keimfrei. Kommen sie mit Flüssigkeit in Kontakt, zerfallen sie zu feinem, saugfähigem Holzmehl.
Wichtig: Nimm ausschließlich Einstreupellets. Heizpellets dürfen Bindemittel wie Stärke enthalten und sind für die Box weniger geeignet.
So streust Du mit Holzpellets ein: Verteile etwa 4 bis 6 Sack à 15 Kilogramm gleichmäßig in der Box, das ergibt eine Schicht von einigen Zentimetern. Anschließend wässerst Du die Pellets mit der Gießkanne an, meist rechnen Hersteller mit etwa einem Liter Wasser pro Kilogramm. Nach einigen Stunden sind sie aufgequollen und zerfallen, dann lockerst Du das Material auf. Alternativ streust Du trocken ein und lässt die Pellets durch den Urin nach und nach zerfallen. Das dauert länger und in den ersten Tagen rollt Dein Pferd auf harten Pellets. Danach nimmst Du täglich die Äpfel ab, entfernst die nassen Stellen und füllst mit frischen Pellets auf.
Vorteile von Holzpellets: Sie sind sehr saugfähig, staubarm, platzsparend und praktisch keimfrei. Sie werden kaum gefressen, der Mistanteil ist klein. In Pferdekliniken werden Holzpellets häufig für Pferde mit Atemwegserkrankungen eingesetzt. Viele Halter berichten von einem gleichmäßig trockenen Boxenboden ohne Ammoniakgeruch.
Nachteile von Holzpellets: Beim Zerfallen entsteht feines Holzmehl, das bei zu trockener Einstreu stauben kann. Die Liegefläche ist fester und weniger locker als bei Stroh oder Spänen. Für die Entsorgung gilt dasselbe wie bei Spänen: Holz verrottet langsam.
Holzpellets eignen sich für: Pferde mit Stauballergie, Hufrehepferde, Ställe mit wenig Platz. Wer eine weiche, lockere Liegefläche will, mischt sie gern mit einer Schicht Späne obenauf.
Strohpellets und Strohgranulat
Strohpellets sind die moderne Form der Stroheinstreu. Das Stroh wird gehäckselt, auf über 100 Grad erhitzt und zu kleinen Zylindern gepresst. Die Hitze tötet Keime und Pilzsporen ab, das Häckseln macht die Halme auf, dadurch saugen die Pellets deutlich mehr als Langstroh. Als Grundstoff dienen meist Weizen-, Gersten- oder Roggenstroh, je nach Hersteller auch Dinkel-, Raps- oder Hafer-Stroh. Strohgranulat ist eine gröbere, weniger stark verdichtete Variante. Es zerfällt schneller und bildet eine etwas lockere Oberfläche.
Wie viel Strohpellets saugen: Je nach Stroh nehmen Pellets etwa 3 bis 4 Liter Flüssigkeit pro Kilogramm auf, also ungefähr das Doppelte bis Dreifache von Langstroh.
So streust Du mit Strohpellets ein: Streu etwa 10 bis 15 Kilogramm pro Quadratmeter ein, bei einer 12-Quadratmeter-Box also 120 bis 180 Kilogramm. Anschließend wässerst Du an, meist mit 1 bis 2 Litern Wasser pro Kilogramm und lässt die Pellets aufquellen. Nach etwa einem halben Tag lockerst Du das Material auf. Für eine Matratze verdichtest Du anschließend die untere Schicht. Täglich kommen die Äpfel raus, einmal pro Woche die sehr nassen Stellen. Nachgestreut wird je nach Pferd etwa ein Sack pro Woche. Der Jahresverbrauch liegt meist zwischen 1 und 1,5 Tonnen.
Vorteile von Strohpellets: Sie saugen weit mehr als Langstroh, sind staubarm und hygienisch. Sie verrotten schnell zu einem pH-neutralen Dünger und lassen sich meist problemlos auf dem Misthaufen entsorgen. Sie brauchen nur einen Bruchteil der Lagerfläche. Hersteller rechnen vor, dass ein Stall mit 20 Pferden durch den Umstieg von Stroh auf Pellets täglich rund zwei Stunden Arbeit spart.
Nachteile von Strohpellets: Sie schmecken nach Stroh und werden von manchen Pferden gefressen. Für Hufrehepferde und gierige Fresser ist das ein Problem. Nasse Pellets können rutschig werden. In der Anschaffung kosten sie pro Kilogramm deutlich mehr als Ballenstroh.
Strohpellets eignen sich für: Allergiker, Pferde mit Strahlfäule, die trocken stehen sollen, Ställe mit wenig Platz und Halter, die weniger Mist bewegen wollen, ohne auf Stroh als Material zu verzichten.
Miscanthuseinstreu
Miscanthus ist in den letzten Jahren eine der gefragtesten Einstreuarten geworden. Viele Stallbetreiber schwören darauf, andere sind nach ein paar Monaten wieder zu Stroh oder Spänen zurückgekehrt. Warum das so ist, hängt fast immer mit der richtigen Handhabung zusammen. Deshalb bekommt Miscanthus hier den ausführlichsten Abschnitt.
Was Miscanthus ist: Miscanthus ist ein Süßgras aus Ostasien und wird auch Chinaschilf, Chinagras oder Elefantengras genannt. Die Pflanze wird bis zu vier Meter hoch und bildet dicke, verholzte Halme. In Deutschland und Österreich wird sie seit den 1990er-Jahren angebaut, zuerst vor allem als Brennstoff. Einmal gepflanzt, steht ein Miscanthusfeld 15 bis 20 Jahre. Geerntet wird einmal im Jahr im späten Winter oder Frühjahr, wenn die Halme abgetrocknet sind. Dünger und Pflanzenschutzmittel braucht die Pflanze kaum. Im Winter liegt das abgefallene Laub auf dem Boden und baut Humus auf, die Felder bieten Rehen, Hasen, Vögeln und Insekten Deckung. Die in Deutschland angebaute Sorte bildet keine keimfähigen Samen, sie breitet sich über ihre Wurzelstöcke nur langsam aus.
Pellets oder Häcksel: Miscanthus gibt es als lose gehäckselte Einstreu und als Pellets. Für die Pferdebox sind entstaubte Pellets die erste Wahl. Die Pellets sind locker gepresst, zerfallen bei Feuchtigkeit schnell und saugen deutlich mehr als Häcksel. Häcksel direkt vom Landwirt ist günstiger, staubt aber stark, wenn er ohne Entstaubung verkauft wird. Wer Häcksel verwendet, wässert ihn am besten direkt nach dem Einstreuen gründlich an, damit der Staub gebunden ist.
Wie viel Miscanthus saugt: Entstaubte Miscanthuspellets nehmen je nach Hersteller etwa 3 bis 4 Liter Flüssigkeit pro Kilogramm auf und trocknen anschließend schnell wieder ab. Die Faser bindet dabei auch Gerüche.
So legst Du eine Miscanthusmatratze an: Streu die Pellets etwa 3 bis 5 Zentimeter hoch in die leere, saubere Box, das sind ungefähr 20 Kilogramm pro Quadratmeter. Bei 12 Quadratmetern brauchst Du also rund 240 Kilogramm für den Start. Anschließend wässerst Du gleichmäßig mit der Gießkanne, etwa 30 bis 40 Liter Wasser pro Quadratmeter, bis alle Pellets durchfeuchtet sind. Achte darauf, dass keine trockenen Nester bleiben. Nach einigen Stunden sind die Pellets zerfallen und bilden eine weiche, federnde Schicht. Streich die Fläche mit dem Rechen glatt. Wer keine Zeit zum Anwässern hat, kann auch trocken einstreuen, die Matratze bildet sich dann durch den Urin und das Treten des Pferdes innerhalb von einigen Tagen bis zwei Wochen.
So pflegst Du die Matratze: In den ersten Tagen ziehst Du die Oberfläche täglich glatt und nimmst Äpfel und Futterreste ab, damit sich eine gleichmäßig durchfeuchtete Matte bilden kann. Nach etwa ein bis zwei Wochen zeigen sich die ersten sehr nassen Stellen. Diese Stellen raust Du oberflächlich an, kratzt die nasseste Schicht ab und streust eine Handvoll frische Pellets darüber. Die trockenen Pellets saugen die restliche Feuchtigkeit auf und verbinden sich mit der Matte. Danach wieder glattziehen. Die untere Schicht bleibt dabei in Ruhe. Im laufenden Betrieb brauchst Du etwa 15 bis 20 Kilogramm pro Woche. Nach vier bis sechs Monaten wird die komplette Matratze herausgenommen und neu angelegt. Der Jahresverbrauch liegt je nach Pferd und Pflege bei etwa 1 bis 1,4 Tonnen.
Vorteile von Miscanthus: Die Einstreu ist hoch saugfähig, staubarm und bindet Ammoniak gut, solange die Matratze richtig gepflegt wird. Miscanthus enthält Bitterstoffe, die meisten Pferde probieren kurz und lassen die Einstreu dann liegen. Der pH-Wert ist neutral, das schont Hufe und Boden. Die Matratze wird weich, elastisch und trittsicher, viele Halter vergleichen sie mit Waldboden. Pferde legen sich darauf gern ab. Der Mist ist gering und kompostiert zu hochwertigem Humus. Anbau und Ökobilanz sprechen zusätzlich für die Pflanze.
Nachteile von Miscanthus: Die Anschaffung ist teurer als Stroh, die Grundeinstreu schlägt am Anfang deutlich zu Buche. Günstiger wird Miscanthus erst durch den geringen laufenden Verbrauch. Die Matratze verlangt tägliche Pflege: Wer nur abäppelt und die nassen Stellen wochenlang liegen lässt, bekommt eine übersättigte Matte, die unten fault und stark nach Ammoniak riecht. Genau davon berichten Halter, die mit Miscanthus schlechte Erfahrungen gemacht haben. Manche Pferde fressen die Einstreu trotz der Bitterstoffe, vor allem robuste Rassen mit großem Appetit. Einzelne Halter berichten außerdem von vermehrten Fliegen in der Box, meist bei zu feuchter Matratze. Miscanthus ist in manchen Regionen nur über Versand zu bekommen.
Damit die Miscanthusmatratze funktioniert: Leg die Grundschicht ausreichend dick an, eine zu dünne Matte ist schnell gesättigt. Nimm die nassen Stellen regelmäßig heraus, bei Pferden, die viel urinieren, alle zwei bis drei Tage. Lass die untere Schicht unberührt, damit kein Sauerstoff hineinkommt. Sorg für gute Stalllüftung, damit die Oberfläche abtrocknen kann. Wenn Dein Pferd die Pellets frisst, wässere sie vorher an und biete in den ersten Tagen reichlich Heu an. Frisst es trotzdem weiter, ist eine andere Einstreu die bessere Wahl.
Miscanthus eignet sich für: Allergiker und Hustenpferde, Pferde mit empfindlichen Hufen, alte Pferde, die eine trittsichere Liegefläche brauchen, Offenstallliegehallen, Ställe mit wenig Lagerplatz und Halter, die bereit sind, die Matratze täglich zu pflegen.
Hanfeinstreu
Hanfeinstreu besteht aus Hanfschäben, den verholzten Innenteilen des Hanfstängels. Sie fallen an, wenn die Fasern für Textilien, Seile oder Dämmstoffe gewonnen werden. Verwendet wird ausschließlich Nutzhanf mit sehr niedrigem THC-Gehalt.
Wie viel Hanf saugt: Hanfschäben gehören zu den saugstärksten pflanzlichen Einstreuarten. Sie nehmen je nach Aufbereitung etwa das Vierfache ihres Eigengewichts an Flüssigkeit auf.
So streust Du mit Hanf ein: Hanf wird fast immer als Matratze verwendet. Du streust etwa 10 bis 15 Zentimeter hoch ein, bei einer normalen Box sind das etwa 5 bis 7 Ballen à 20 Kilogramm. Täglich nimmst Du die Äpfel ab, die nassen Stellen zwei- bis dreimal pro Woche. Danach ziehst Du die Oberfläche glatt und füllst mit frischem Hanf nach, im Schnitt etwa einen halben bis einen Ballen pro Woche. Nach einigen Monaten wird die Box komplett geleert.
Vorteile von Hanf: Hanf ist sehr saugfähig, sehr staubarm und bindet Ammoniak gut. Durch seine Bitterstoffe wird er kaum gefressen. Die Oberfläche bleibt trocken, was Hufe mit Neigung zu Strahlfäule schont. Die Matratze federt gut und ist angenehm für Pferde mit Gelenkproblemen wie Spat. Hanf wächst schnell, braucht kaum Pflanzenschutz und verrottet gut.
Nachteile von Hanf: Hanf gehört zu den teureren Einstreuarten und ist regional nicht überall zu bekommen. Die feinen Schäben bleiben gern im Schweif und in der Mähne hängen, vor allem bei Pferden mit viel Langhaar. Wie jede Matratze verlangt auch Hanf regelmäßige Pflege.
Hanf eignet sich für: Allergiker, Pferde mit Strahlfäule oder Gelenkproblemen, Einstreufresser und Hufrehepferde.
Leinstroh
Leinstroh, auch Leinenstroh oder Flachsstroh genannt, besteht aus Flachsschäben. Das sind die gebrochenen, holzigen Teile des Flachsstängels, die bei der Gewinnung von Leinenfasern übrig bleiben. Für die Pferdebox wird das Material mehrfach gereinigt, entstaubt und von Samen befreit.
Wie viel Leinstroh saugt: Hersteller geben an, dass Leinstroh ein Vielfaches seines Volumens an Feuchtigkeit aufnimmt und nennen einen bis zu 70 Prozent geringeren Verbrauch als bei Langstroh.
So streust Du mit Leinstroh ein: Für eine Box von 10 bis 12 Quadratmetern brauchst Du 3 bis 5 Ballen à 20 Kilogramm, die Schicht sollte zu Beginn 5 bis 7 Zentimeter hoch sein. Wer die Matratzenbildung beschleunigen will, befeuchtet die frische Einstreu mit 5 bis 10 Litern Wasser aus der Gießkanne. Täglich nimmst Du die Äpfel heraus und ebnest die Oberfläche ein. Die sehr nassen Stellen entfernst Du ein- bis zweimal pro Woche vorsichtig und füllst nach, in der Regel einen halben bis einen Ballen pro Woche. Die untere Schicht bleibt dabei liegen. Etwa zweimal im Jahr wird die Box komplett geleert und gereinigt.
Vorteile von Leinstroh: Es ist staubarm, saugfähig, bindet Ammoniak und bildet eine weiche, warme Unterlage. Die Pferde sinken darin weniger tief ein als in hohem Stroh, das schont die Sehnen. Beim Abäppeln fallen die feinen Schäben durch die Gabel, die Äpfel bleiben liegen. Der Mist ist gering und verrottet schnell zu pH-neutralem Dünger, Landwirte nehmen ihn meist gern.
Nachteile von Leinstroh: Manche Pferde fressen Leinstroh, besonders wenn sie zu wenig Heu bekommen oder sich langweilen. In großen Mengen kann das zu Verstopfungskoliken oder Schlundverstopfung führen. Einige Tierärzte raten deshalb bei gierigen Fressern davon ab. Hersteller empfehlen, das Pferd in den ersten Tagen zu beobachten, ausreichend Heu anzubieten und die Einstreu beim ersten Mal eventuell mit Essigwasser zu besprühen, damit sie weniger schmeckt.
Leinstroh eignet sich für: Allergiker, Pferde mit Hufproblemen, Pferde, die zuverlässig ihr Heu fressen und die Einstreu liegen lassen.
Rapsstroh
Rapsstroh bleibt bei der Rapsernte übrig und wird gehäckselt, entstaubt oder zu Pellets gepresst als Einstreu angeboten. Die Stängel sind dicker und holziger als Getreidehalme.
So streust Du mit Rapsstroh ein: Gehäckseltes Rapsstroh verwendest Du ähnlich wie Späne, entweder als Wechselstreu mit täglichem Herausnehmen der nassen Stellen oder als Matratze mit einer Grundschicht von etwa 10 Zentimetern. Rapspellets streust Du ein wie Strohpellets und wässerst sie an.
Vorteile von Rapsstroh: Rapsstroh saugt besser als Getreidestroh und bremst die Ammoniakbildung. Pferde fressen es deutlich seltener, weil es bitter schmeckt und die holzigen Stängel wenig Futterwert haben. Es verrottet gut und lässt sich wie Strohmist entsorgen.
Nachteile von Rapsstroh: Das Angebot ist regional sehr unterschiedlich. Bei Pellets und fein gehäckseltem Material trennst Du den Mist schwerer von der Einstreu, weil sich die kurzen Stückchen mit den Äpfeln verbinden.
Rapsstroh eignet sich für: Ställe mit einem Rapsbauern in der Nähe, Pferde, die Getreidestroh zu gern fressen.
Dinkelspelzen
Dinkelspelzen sind die Hüllen, die beim Entspelzen des Dinkelkorns abfallen. Sie sind leicht, luftig, hellbraun und fasrig. Als Einstreu gibt es sie lose oder zu Pellets gepresst. In Süddeutschland, wo viel Dinkel angebaut wird, sind sie gut zu bekommen.
Wie viel Dinkelspelzen saugen: Dinkelspelzen haben eine hohe Saugkraft, gepresst als Pellets steigt sie noch einmal. Hersteller nennen bei Pellets einen Mistanteil, der um 70 bis 80 Prozent unter dem von Stroh liegt.
So streust Du mit Dinkelspelzen ein: Pellets verteilst Du etwa 3 bis 5 Zentimeter hoch und wässerst sie kurz an. Sie lösen sich auf und bilden eine dichte, feste Matte. Lose Spelzen streust Du höher ein, ähnlich wie Späne. Täglich nimmst Du die Äpfel ab. Die nassen Stellen erkennst Du gut, weil sie deutlich dunkler werden. Du nimmst sie heraus und streust frisches Material nach.
Vorteile von Dinkelspelzen: Die Äpfel lassen sich sehr leicht abnehmen, das saubere Material bleibt in der Box. Dinkelspelzen binden Gerüche gut, sind durch die Wärmebehandlung bei den Pellets keimarm und verrotten in zwei bis drei Monaten zu gutem Dünger. Angefeuchtete Pellets verlieren für die meisten Pferde schnell den Reiz, die Tiere probieren anfangs und wenden sich dann dem Heu zu. In Ställen mit guter Lüftung trocknet die Matte im Sommer oft von selbst ab.
Nachteile von Dinkelspelzen: Lose Spelzen sind sehr leicht, stauben beim Einstreuen und können in der Box verwehen. Sie werden eher gefressen als Pellets. Außerhalb der Dinkelanbaugebiete ist das Angebot begrenzt.
Dinkelspelzen eignen sich für: Allergiker, Ställe in Süddeutschland, Halter, die schnell und einfach abäppeln wollen.
Waldboden und Kompost
Waldboden-Einstreu ist eine Mischung aus Grünschnittkompost, Rindenmulch, Holzhäcksel und teils Erde, die in ihrer Struktur tatsächlich an einen lockeren Waldboden erinnert. Manche Ställe streuen auch reinen zertifizierten Grünschnittkompost ein und mischen ihn mit Strohmehl oder Spänen.
So streust Du mit Waldboden ein: Das Material wird meist 15 bis 25 Zentimeter hoch eingebracht und bildet eine dauerhafte Matratze. Täglich nimmst Du die Äpfel ab. Nasse Stellen werden gelockert, damit sie abtrocknen, oder bei starker Durchnässung entnommen und ersetzt. In vielen Ställen bleibt ein Teil des Waldbodens monatelang liegen, er wird nur ergänzt.
Vorteile von Waldboden: Die Liegefläche ist natürlich, weich und gelenkschonend. Die Mikroorganismen im Kompost bauen Urin ab, bei guter Pflege riecht es in der Box nach Erde statt nach Ammoniak. Kompost ist regional oft sehr günstig. Pferde fressen das Material kaum.
Nachteile von Waldboden: Die Einstreu verlangt mehr Pflege und Erfahrung als andere Materialien. Bei zu viel Nässe oder schlechter Lüftung kann sie schimmeln. Trockener Kompost staubt. Die Qualität schwankt stark, deshalb nimmst Du ausschließlich zertifizierten, gut verrotteten Kompost ohne Fremdstoffe wie Plastik oder Glas. Das Fell wird dunkler und staubiger als auf Stroh oder Spänen.
Waldboden eignet sich für: Offenställe und Liegehallen, Pferde mit Gelenkproblemen, Halter mit Erfahrung und gutem Kompostlieferanten.
Papier- und Kartoneinstreu
Papiereinstreu besteht aus zerkleinertem, unbedrucktem oder mit unbedenklichen Farben bedrucktem Altpapier. Kartoneinstreu wird aus Wellpappe geschnitten und ist gröber. Beide Varianten gibt es in Ballen, vor allem in Großbritannien sind sie verbreitet.
So streust Du mit Papier ein: Du verteilst das Material etwa 15 bis 20 Zentimeter hoch und arbeitest wie mit Spänen, also täglich Äpfel und nasse Stellen heraus und frisch nachfüllen.
Vorteile von Papier und Karton: Sie sind fast völlig staubfrei und frei von Pilzsporen. In der Tierklinik oder für Pferde mit schwerem Equinem Asthma gehören sie zu den saubersten Möglichkeiten überhaupt. Das Material ist ein Recyclingprodukt und verrottet gut.
Nachteile von Papier und Karton: Papier wird nass schwer und matschig, die Box sieht schnell unordentlich aus. Leichte Schnipsel wehen aus der Box in die Stallgasse. Druckfarben können auf hellem Fell abfärben. In Deutschland ist das Angebot klein.
Papier eignet sich für: Pferde mit schweren Atemwegserkrankungen, Klinik- und Quarantäneboxen.
Torf
Torf entsteht über Jahrtausende in Mooren aus abgestorbenen Pflanzen. Als Einstreu wurde er früher häufig verwendet und ist bis heute die saugstärkste aller Einstreuarten.
Wie viel Torf saugt: Torf nimmt ein Vielfaches seines Eigengewichts auf, üblich sind Werte um 8 bis 10 Liter pro Kilogramm. Er bindet Ammoniak sehr gut, weil sein saurer pH-Wert die Umsetzung von Harnstoff bremst.
Vorteile von Torf: Die Box bleibt sehr trocken, der Geruch ist gering, die Liegefläche weich. Für Pferde mit Allergie oder Equinem Asthma sorgt Torf für ein gutes Stallklima. Er wird kaum gefressen.
Nachteile von Torf: Der Abbau zerstört Moore und Moore gehören zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern und zu den Lebensräumen vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Die Bundesregierung setzt deshalb schon seit einigen Jahren darauf, den Einsatz von Torf im Hobbybereich schrittweise zu beenden. Getrockneter Torf staubt, dunkler Torf färbt das Fell. Die feuchte Masse wird schwer und der hohe Preis macht Torf für den Alltag unattraktiv.
Torf eignet sich heute nur noch in Ausnahmefällen. Aus Umweltgründen ist eine der anderen staubarmen Einstreuarten die bessere Wahl, etwa Hanf, Miscanthus oder Strohpellets.
Gummimatten als Unterlage
Gummimatten sind selbst keine Einstreu, gehören aber zu fast jeder Einstreufrage dazu. Sie liegen unter der Einstreu auf dem Betonboden und bilden eine rutschfeste, gedämmte Unterlage. Für die Box eignen sich dicke Stallmatten mit etwa 17 bis 25 Millimetern, die dicht verlegt werden, damit kein Urin darunter läuft.
Mit Gummimatten sparst Du Einstreu, weil Dein Pferd auch mit einer dünneren Schicht warm und weich liegt. Bei Spänen oder Pellets genügen dann oft wenige Zentimeter. Wichtig ist, dass immer etwas saugfähiges Material auf den Matten liegt, denn Gummi selbst nimmt keinen Urin auf. Liegen Matten schlecht verlegt, sammelt sich Urin in den Fugen und fängt an zu riechen. Einmal im Jahr solltest Du die Matten deshalb anheben und den Boden darunter reinigen.
Welche Einstreu für welches Pferd?
Eine Einstreu, die für jedes Pferd und jeden Stall passt, gibt es nicht. Diese Übersicht hilft Dir bei der Wahl.
Pferde mit Husten, Stauballergie oder Equinem Asthma: Hier zählt jedes Staubkorn und jede Pilzspore. Gut geeignet sind entstaubte Späne, Holzpellets, Hanf, Leinstroh, Miscanthus- und Dinkelspelzpellets, bei schweren Fällen auch Papier. Stroh kommt in der Regel nur in sehr guter, geprüfter Qualität und in Kombination mit Heu aus dem Heubedampfer infrage. Achte zusätzlich auf gute Lüftung: Die beste Einstreu hilft wenig, wenn in der Stallgasse gefegt und daneben Stroh aufgeschüttelt wird.
Pferde mit Hufrehe, EMS oder Cushing: Diese Pferde sollen möglichst wenig Zucker und Stärke aufnehmen. Gut geeignet sind Späne, Holzpellets, Hanf, Miscanthus und Rapsstroh, also Materialien, die kaum gefressen werden. Eine weiche, tiefe Einstreu entlastet außerdem die schmerzenden Hufe, viele Tierärzte empfehlen bei akuter Rehe eine besonders dicke Schicht, in die sich der Huf einsinken lassen kann.
Pferde mit Strahlfäule oder empfindlichen Hufen: Wichtig ist eine trockene Oberfläche. Strohpellets, Hanf, Miscanthus und Holzpellets halten den Boden trockener als Langstroh. Nimm die nassen Stellen konsequent heraus und kratz die Hufe täglich aus.
Pferde, die ihre Einstreu fressen: Gut geeignet sind Späne, Holzpellets, Hanf, Miscanthus und Rapsstroh. Bei Stroh, Strohpellets, Leinstroh und losen Dinkelspelzen beobachtest Du Dein Pferd in den ersten Tagen genau. Oft hilft mehr Heu in kleinen Portionen über den Tag verteilt, damit die Fresspausen kurz bleiben.
Pferde mit Kolikneigung: Hier gilt dasselbe wie bei Einstreufressern. Vermeide Einstreu, die Dein Pferd in großen Mengen aufnimmt.
Alte Pferde und Pferde mit Gelenkproblemen: Sie brauchen eine weiche, trittsichere Liegefläche, damit sie sich hinlegen und ohne Rutschen wieder aufstehen. Gut geeignet sind Miscanthus-, Hanf- und Leinstrohmatratzen, Waldboden und eine dicke Späneeinstreu auf Gummimatten.
Stuten zur Geburt und junge Fohlen: Hier bleibt langes, sauberes Stroh die erste Wahl. Es klebt kaum am nassen Fohlenfell und gelangt nicht in Nüstern und Nabel.
Einstreu und Mistentsorgung
Die Entsorgung wird bei der Wahl der Einstreu oft unterschätzt. Sprich vor jedem Wechsel mit dem Stallbetreiber oder dem Landwirt, der den Mist abnimmt.
Strohmist, Mist von Strohpellets, Leinstroh, Rapsstroh, Hanf, Dinkelspelzen und Miscanthus verrotten gut. Landwirte nehmen ihn meist gern, weil er einen wertvollen, pH-neutralen Dünger ergibt. Miscanthus- und Leinstrohmist fällt außerdem in viel kleineren Mengen an als Strohmist.
Mist aus Spänen und Holzpellets verrottet langsam. Holz hat ein weites Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von über 100 zu 1 und enthält Lignin, Harze und Gerbstoffe. Im Boden bindet es vorübergehend Stickstoff und kann den Boden leicht versauern. Viele Landwirte lehnen ihn deshalb ab und manche Ställe müssen Spänemist gegen Gebühr abfahren lassen. Das solltest Du in die Kosten einrechnen.
Wenn im Stall mehrere Einstreuarten verwendet werden, prüf, ob sie auf denselben Misthaufen dürfen. Manche Abnehmer akzeptieren nur reinen Strohmist.
Häufige Fragen zur Pferdeeinstreu
Welche Einstreu ist die beste für Pferde?
Das hängt von Deinem Pferd, Deinem Stall und Deiner Zeit ab. Für gesunde Pferde in einem Stall mit viel Platz ist gutes Stroh eine bewährte Wahl. Für Allergiker, Hufrehepferde und Halter, die weniger Mist bewegen wollen, sind Pellets aus Stroh, Miscanthus oder Dinkelspelzen, Hanf, Leinstroh und entstaubte Späne meist besser geeignet.
Welche Einstreu ist am saugfähigsten?
Torf saugt am meisten, ist aber aus Umweltgründen kaum noch zu empfehlen. Unter den gängigen Materialien gehören Hanf, Miscanthuspellets, Dinkelspelzpellets, Strohpellets und Holzpellets mit etwa 3 bis 4 Litern pro Kilogramm zu den saugstärksten. Langstroh liegt mit 2 bis 3 Litern deutlich darunter.
Welche Einstreu ist am günstigsten?
Im Einkauf ist Ballenstroh meist am günstigsten, vor allem direkt vom Landwirt. Rechnest Du den Jahresverbrauch, die Arbeitszeit, die Lagerfläche und die Entsorgung mit ein, können Pellets, Miscanthus oder Leinstroh auf das Jahr gerechnet ähnlich viel oder weniger kosten, weil Du nur einen Bruchteil der Menge brauchst.
Wie viel Einstreu braucht ein Pferd pro Jahr?
Bei Stroh rechnest Du mit etwa 3 bis 4 Tonnen pro Box und Jahr. Späne liegen bei 1,2 bis 1,6 Tonnen, Strohpellets bei 1 bis 1,5 Tonnen, Miscanthus bei 1 bis 1,4 Tonnen. Die genaue Menge hängt davon ab, wie viele Stunden Dein Pferd in der Box steht, wie viel es uriniert und wie sorgfältig Du mistest.
Wie hoch sollte die Einstreu in der Box sein?
Bei Stroh 20 bis 30 Zentimeter, bei Spänen 15 bis 20 Zentimeter, bei Pellet- und Matratzeneinstreu 5 bis 15 Zentimeter, je nach Material. An den Wänden darf die Einstreu etwas höher liegen, damit sich Dein Pferd beim Wälzen nicht an der Wand festlegt.
Welche Einstreu ist gut für Allergiker?
Entstaubte Späne, Holzpellets, Hanf, Leinstroh, Miscanthus- und Dinkelspelzpellets sowie Papier. Wichtig ist neben der Einstreu auch das Heu: Bedampftes oder gewässertes Heu und eine gute Stalllüftung machen oft genauso viel aus wie die Einstreu selbst.
Welche Einstreu fressen Pferde nicht?
Späne, Holzpellets, Hanf, Miscanthus und Rapsstroh werden wegen ihres Geschmacks oder ihrer Bitterstoffe von den meisten Pferden liegen gelassen. Einzelne Pferde probieren trotzdem alles, deshalb lohnt es sich, jede neue Einstreu in den ersten Tagen zu beobachten.
Kann man verschiedene Einstreuarten mischen?
Ja, das ist sogar recht verbreitet. Viele Halter legen eine Matratze aus Pellets an und streuen oben etwas Stroh oder Späne für eine lockere, weiche Liegefläche. Andere mischen Späne mit Strohmehl oder Kompost. Prüf nur vorher, ob die Mischung auf Deinen Misthaufen darf.
Wie oft muss man die Box komplett ausmisten?
Bei Stroh als Wechselstreu je nach Methode alle paar Tage bis jede Woche, bei Spänen alle paar Wochen. Matratzen aus Miscanthus, Hanf, Leinstroh oder Pellets werden etwa alle vier bis sechs Monate komplett erneuert. Dazwischen nimmst Du täglich die Äpfel und regelmäßig die nassen Stellen heraus.
Warum riecht meine Matratzeneinstreu nach Ammoniak?
Meist ist die Matratze übersättigt oder die untere Schicht wurde aufgelockert. Nimm die nassen Stellen häufiger heraus, streu frisches Material nach und lass die untere Schicht in Ruhe. Riecht es trotzdem stark, ist die Matratze am Ende und sollte komplett neu angelegt werden. Gute Lüftung hilft zusätzlich, damit die Oberfläche abtrocknen kann.






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