BLM Adoptionsgebühr

BLM Adoptionsgebühr: Was kostet ein Mustang und wie funktioniert die Adoption?

Einen echten amerikanischen Mustang für 125 US-Dollar adoptieren? Diese Zahl klingt zunächst fast zu schön, um wahr zu sein. Tatsächlich nennt das amerikanische Bureau of Land Management, kurz BLM, genau diesen Betrag als Basisgebühr für die Adoption oder den Kauf eines Wildpferdes oder Burros.

Damit ist allerdings nur die Gebühr bezahlt, die an das BLM geht. Ein Mustang ist deshalb noch lange kein 125-Dollar-Pferd. Und noch etwas wird häufig missverstanden: Adoption und Kauf sind beim BLM zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Wer einen Mustang adoptiert, wird zunächst überhaupt nicht dessen Eigentümer. Das Pferd gehört weiterhin der amerikanischen Bundesregierung. Erst nach mindestens einem Jahr und einer Überprüfung der Haltung kann das Eigentum übertragen werden.

Gerade für Interessenten aus Deutschland ist dieser Unterschied entscheidend.

Wie hoch ist die BLM Adoptionsgebühr?

Die Basisgebühr beträgt 125 US-Dollar pro Wildpferd oder Burro.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Mustang tatsächlich für exakt 125 Dollar vergeben wird. Bei einigen Adoptionsveranstaltungen und insbesondere bei Online-Auktionen arbeitet das BLM mit einem Gebotsverfahren. Die 125 Dollar bilden dann lediglich den Ausgangspunkt. Interessieren sich mehrere Menschen für dasselbe Pferd, kann der endgültige Preis entsprechend höher ausfallen.

Dass dies nicht nur theoretisch vorkommt, sieht man direkt im Online Corral des BLM. Dort beginnen Pferde beispielsweise mit einem Gebot von 125 Dollar und können durch mehrere Gebote anschließend für deutlich höhere Beträge vermittelt werden.

Die Grundidee bleibt dennoch bemerkenswert: Das BLM versucht nicht, mit seinen Mustangs möglichst hohe Verkaufspreise zu erzielen. Es möchte Tiere aus seinem Bestand in geeignete private Hände vermitteln.

Welche Voraussetzungen muss man für eine BLM-Adoption erfüllen?

Ganz so einfach wie „125 Dollar bezahlen und Pferd mitnehmen“ funktioniert die Sache natürlich nicht.

Der Bewerber muss zunächst mindestens 18 Jahre alt sein. Außerdem darf er keine einschlägigen Verurteilungen wegen unmenschlicher Behandlung von Tieren oder wegen eines Verstoßes gegen den Wild Free-Roaming Horses and Burros Act haben.

Darüber hinaus prüft das BLM, ob eine geeignete Unterbringung für das Pferd vorhanden ist.

Und gerade bei einem noch nicht gezähmten Mustang gelten deutlich strengere Anforderungen als bei einem normalen Hauspferd.

Wie muss ein BLM-Mustang untergebracht werden?

Für jedes Pferd verlangt das BLM grundsätzlich mindestens 400 Square Feet Corralfläche. Das entspricht ungefähr 37 Quadratmetern beziehungsweise einem Corral von etwa 6 × 6 Metern.

Das ist ausdrücklich kein Mindestmaß für die spätere dauerhafte Bewegungsfläche eines normalen Pferdes, sondern eine Vorgabe für die sichere Unterbringung beziehungsweise den Corral eines Wildpferdes.

Das BLM warnt sogar ausdrücklich davor, einen noch nicht gezähmten Mustang unmittelbar auf eine große offene Weide zu stellen. Der Grund ist ausgesprochen pragmatisch: Lässt sich das Pferd anschließend nicht mehr einfangen, werden Training, Hufpflege oder tierärztliche Behandlungen schnell zum Abenteuer, auf das niemand gewartet hat.

Erst wenn der Mustang ausreichend an Menschen gewöhnt wurde, kann er auf einer normalen Weide beziehungsweise einer größeren Fläche gehalten werden.

Als geeignete Materialien für den vorgeschriebenen Corral nennt das BLM beispielsweise stabile Rohrpanels, Holzpfosten und entsprechend stabile Pferdezäune.

Stacheldraht und elektrische Zaunmaterialien werden für diesen vorgeschriebenen Corral nicht akzeptiert.

Wie hoch muss der Zaun für einen Mustang sein?

Hier unterscheidet das BLM nach Alter und Ausbildungsstand.

Für einen ungezähmten Mustang ab zwei Jahren wird eine etwa 6 Fuß beziehungsweise 1,83 Meter hohe Einfriedung verlangt.

Für Jährlinge beziehungsweise bereits ausreichend gezähmte Pferde reichen etwa 5 Fuß beziehungsweise 1,52 Meter.

Für Burros gelten wiederum andere Anforderungen.

Diese Vorgaben zeigen ziemlich deutlich, worüber wir hier sprechen. Ein frisch eingefangener Mustang ist nicht einfach ein etwas schreckhaftes Freizeitpferd, das man mit einem Möhrchen davon überzeugen kann, künftig brav am Weidetor zu warten.

Auch ein Unterstand ist vorgeschrieben

Der Mustang muss jederzeit Zugang zu Futter, Wasser und einem geeigneten Schutz vor der Witterung haben.

Interessanterweise unterscheiden sich die konkreten Anforderungen je nach US-Bundesstaat und Klima.

In manchen Regionen genügt beispielsweise natürlicher Schutz durch Bäume beziehungsweise ein Windschutz. In anderen Regionen verlangt das BLM einen zwei- oder dreiseitig geschlossenen Unterstand mit Dach. In Alaska gehört aufgrund der klimatischen Bedingungen sogar eine beheizte beziehungsweise frostgeschützte Wasserversorgung zu den besonderen Anforderungen.

Das BLM berücksichtigt damit, dass ein Mustang in Arizona völlig andere Witterungsbedingungen erlebt als ein Pferd in Alaska oder Wisconsin.

Wie beantragt man einen BLM-Mustang?

Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann einen Antrag auf Adoption beziehungsweise Kauf stellen.

Eine Möglichkeit ist die klassische Adoption/Sale Application beim zuständigen BLM-Büro. Darüber hinaus können Interessenten online einen Antrag stellen und anschließend über den BLM Online Corral an Internet-Adoptionen teilnehmen.

Außerdem veranstaltet das BLM an verschiedenen Orten in den USA Adoptions- und Verkaufsveranstaltungen. Mustangs können daher grundsätzlich über drei Wege vermittelt werden: über eine BLM-Einrichtung, über eine Veranstaltung oder online.

Nicht nur nach Farbe aussuchen

Das BLM gibt zukünftigen Haltern noch einen ziemlich vernünftigen Rat: Man sollte einen Mustang nicht allein aufgrund seiner Farbe oder seines Aussehens auswählen.

Stattdessen soll das Pferd danach ausgewählt werden, was man später mit ihm machen möchte und welches Tier zu den eigenen Fähigkeiten passt.

Das klingt banal, ist bei Mustangs aber besonders wichtig. Der bildschöne Buckskin mit schwarzer Mähne kann auf dem Foto aussehen, als sei er gerade einem Westernfilm entlaufen. Wenn er anschließend für den neuen Besitzer praktisch nicht trainierbar ist, hilft die hübsche Farbe herzlich wenig.

Mustangs werden inzwischen in sehr unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. Das BLM nennt unter anderem Dressur, Springen, Distanzreiten, Barrel Racing und normales Freizeitreiten.

Was wurde medizinisch bereits gemacht?

Auch das ist bei der erstaunlich niedrigen Adoptionsgebühr interessant.

Das BLM impft und entwurmt die zur Adoption beziehungsweise zum Verkauf angebotenen Wildpferde und Burros. Außerdem werden die Tiere mit dem typischen Freeze Mark, einer Kaltbrandkennzeichnung, identifiziert.

Notwendige tierärztliche Behandlungen werden vor der Vermittlung vorgenommen.

Der neue Halter erhält außerdem die vorhandene medizinische Dokumentation einschließlich eines negativen Coggins-Tests. Dieser Test dient dem Nachweis, dass das Pferd nicht an Equiner Infektiöser Anämie, EIA, erkrankt ist.

Die 125 Dollar sind also tatsächlich die Basis-Adoptionsgebühr. Es kommt nicht anschließend noch eine Rechnung des BLM für Impfung, Entwurmung und Kennzeichnung hinterher.

Der Freeze Mark verrät die Identität des Mustangs

Der typische Freeze Mark eines BLM-Mustangs ist übrigens wesentlich mehr als irgendeine Kennzeichnung.

Über die Identifikationsnummer beziehungsweise mittlerweile auch über Microchipinformationen lassen sich Daten eines Pferdes im öffentlichen Wild Horse and Burro Program Dashboard nachvollziehen.

Dadurch können beispielsweise Informationen über die Vorgeschichte eines BLM-Pferdes recherchiert werden.

Welchen Anhänger braucht man für einen BLM-Mustang?

Hier wird es für deutsche Pferdehalter besonders interessant, denn der typische europäische Zwei-Pferde-Anhänger ist nicht automatisch das, was das BLM für einen ungezähmten Mustang akzeptiert.

Grundsätzlich verlangt das BLM einen geeigneten Stock- oder Pferdeanhänger mit geschlossenem Dach und hinterem Schwenktor.

Dreipferde-Schrägsteller können akzeptiert werden, sofern die Trennwände entfernt beziehungsweise weggeklappt werden können.

Anhänger mit bestimmten Verladerampen, Einpferdeanhänger und einige unterteilte Zweipferdeanhänger werden nicht akzeptiert beziehungsweise Zweipferdeanhänger können nur im Einzelfall genehmigt werden.

Der Anhänger wird vom BLM kontrolliert. Hält die Behörde ihn nicht für geeignet, kann sie die Verladung verweigern.

Der Transporter muss stabile Wände und Böden, ausreichende Kopffreiheit, gute Belüftung, einen rutschfesten Boden und einen Innenraum ohne gefährliche hervorstehende Teile besitzen.

Das BLM lädt den Mustang ein

Interessant ist auch ein kleines Detail aus der FAQ: Das BLM empfiehlt, für jedes adoptierte Pferd ein stabiles, doppelt vernähtes Nylonhalfter sowie einen ausreichend langen Führstrick mitzubringen.

Die Mitarbeiter des BLM übernehmen das Aufhalftern und die Verladung des Pferdes.

Der empfohlene Strick soll etwa 12 bis 20 Fuß, also ungefähr 3,7 bis 6,1 Meter, lang und für die Belastung durch ein rund 1.000 Pfund schweres Tier geeignet sein.

Für den Heimtransport gelten Zeitlimits

Auch nach der Verladung kann man nicht einfach beliebig lange durch die USA fahren.

Ein adoptiertes Tier darf höchstens 24 Stunden am Stück transportiert werden, ohne zum Fressen, Trinken und Ausruhen ausgeladen zu werden.

Danach muss eine Ruhepause von mindestens fünf Stunden eingelegt werden.

Und der Ort, an dem das Pferd während dieser Pause untergebracht wird, muss wiederum den Mindestanforderungen des BLM entsprechen.

Wer während der Heimfahrt Grenzen zwischen verschiedenen US-Bundesstaaten überschreitet, muss außerdem prüfen, ob dort zusätzliche Gesundheitszeugnisse oder andere Dokumente verlangt werden.

Was unterschreibt man bei der Adoption?

Bei der Adoption wird ein sogenanntes Private Maintenance and Care Agreement abgeschlossen.

Darin erklärt der Adoptierende unter anderem, dass er nicht beabsichtigt, das Wildpferd oder den Burro für die Schlachtung, als Bucking Stock oder zur Verarbeitung zu kommerziellen Produkten weiterzugeben.

Das ist keine freundliche unverbindliche Absichtserklärung. Falsche Angaben gegenüber einer US-Bundesbehörde können strafrechtliche Konsequenzen haben.

Während des Adoptionsjahres kann das BLM außerdem überprüfen, ob das Pferd ordnungsgemäß gehalten und versorgt wird.

Gehört mir der Mustang nach der Adoption?

Nein.

Und das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt des gesamten BLM-Adoptionssystems.

Ein adoptierter Mustang bleibt zunächst Eigentum der US-Bundesregierung.

Der Adoptierende besitzt und versorgt das Pferd, ist aber rechtlich noch nicht dessen Eigentümer. Dieser Zustand dauert mindestens ein Jahr.

Während dieser Zeit darf das Pferd nicht einfach verkauft oder weitergegeben werden.

Nach Ablauf des Jahres beginnt das sogenannte Titling-Verfahren.

Was passiert nach einem Jahr?

Nach dem ersten Jahrestag der Adoption erhält der Adoptierende vom BLM ein Title Eligibility Letter.

Nun muss eine qualifizierte Person bestätigen, dass das Pferd während des vergangenen Jahres angemessen und tierschutzgerecht gehalten wurde.

Als geeignete Personen nennt das BLM beispielsweise einen Tierarzt, einen County Extension Agent oder einen zuständigen Tierschutzbeamten.

Diese Person muss das Pferd innerhalb der vergangenen 30 Tage persönlich gesehen haben, seine Identität bestätigen und seinen Pflegezustand beurteilen.

Welche Bedingungen muss der Mustang für den Eigentumsübergang erfüllen?

Das BLM macht hierfür sogar konkrete Vorgaben.

Das Pferd muss einen akzeptablen Ernährungszustand besitzen. Gefordert wird mindestens ein Henneke Body Condition Score von 4 auf der Skala von 1 bis 9.

Auch die Hufe werden beurteilt.

Sie dürfen nicht massiv überwachsen sein, keine übermäßig langen Zehen besitzen und keine erheblichen Verformungen beziehungsweise starken Flare zeigen.

Interessant ist dabei, was nicht verlangt wird: Es ist weder eine klassische Ankaufsuntersuchung noch ein umfangreiches veterinärmedizinisches Gesundheitszeugnis erforderlich.

Es geht dem BLM darum festzustellen, ob das Pferd tatsächlich vernünftig versorgt wurde.

Sind die Bedingungen erfüllt, unterschreibt der Adoptierende die Unterlagen und schickt sie zurück.

Anschließend stellt das BLM das Certificate of Title aus.

Erst jetzt gehört der Mustang tatsächlich dem Adoptierenden.

Für dieses Titling-Verfahren verlangt das BLM keine zusätzliche Bundesgebühr.

Wie viele Mustangs darf man adoptieren?

Auch dazu gibt es eine interessante Regelung.

Innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten kann eine Person für maximal vier adoptierte Wildpferde einen Eigentumstitel erhalten.

Theoretisch können zwar mehr Tiere adoptiert werden, innerhalb dieses Zwölfmonatszeitraums dürfen jedoch nur vier davon tituliert werden.

Beim direkten Kauf gelten andere Regeln: Einzelpersonen und Gruppen können grundsätzlich bis zu vier Tiere innerhalb von sechs Monaten kaufen.

Wer mehr als vier Pferde innerhalb von sechs Monaten kaufen möchte, benötigt eine besondere Genehmigung und muss dem BLM einen Plan vorlegen. Darin muss unter anderem erklärt werden, wo die Pferde untergebracht werden, wie Futter, Wasser, Hufpflege und tierärztliche Versorgung sichergestellt werden und wofür die Tiere verwendet werden sollen.

Adoption oder Kauf: ein entscheidender Unterschied

Das BLM vermittelt Wildpferde nicht ausschließlich über Adoptionen. Bestimmte Tiere können auch über das Sale Program direkt verkauft werden.

Beim Kauf erhält der Käufer unmittelbar eine Bill of Sale. Damit gibt die Bundesregierung ihr Eigentum am Tier auf.

Bei der Adoption dagegen bleibt das Pferd mindestens während des ersten Jahres Eigentum der Bundesregierung und wird erst nach erfolgreichem Titling zu Privateigentum.

Das ist für europäische Interessenten ein gewaltiger Unterschied.

Kann man einen adoptierten BLM-Mustang sofort nach Deutschland bringen?

Nein.

Das BLM schreibt ausdrücklich vor, dass ein adoptiertes Wildpferd in den Vereinigten Staaten bleiben muss, bis es tituliert wurde.

Da die Berechtigung zur Eigentumsübertragung grundsätzlich erst am ersten Jahrestag der Adoption entsteht, kann ein Deutscher nicht einfach einen Mustang online für 125 Dollar adoptieren, den Transport organisieren und ihn einige Wochen später nach Deutschland fliegen lassen.

Während dieses ersten Jahres müsste das Pferd in den USA unter den vom BLM akzeptierten Bedingungen gehalten werden.

Erst nach erfolgter Eigentumsübertragung eröffnet sich überhaupt die Möglichkeit, das Pferd als Privateigentum aus den USA zu exportieren.

Und dann beginnt ein völlig neues Kapitel mit Exportpapieren, Veterinäranforderungen, Quarantäne beziehungsweise den jeweils geltenden Einfuhrbedingungen und natürlich den Kosten des internationalen Pferdetransports.

Die 125 Dollar BLM-Adoptionsgebühr sind für einen Mustang in Deutschland deshalb nur ein winziger Teil der tatsächlichen Rechnung.

Was kostet ein BLM-Mustang wirklich?

Genau deshalb ist die Frage „Was kostet ein BLM-Mustang?“ eigentlich falsch gestellt.

Beim BLM beginnt die Adoption bei 125 Dollar. Hinzu kommen aber je nach Situation Transport innerhalb der USA, geeignete Unterbringung, Futter, Hufpflege, tierärztliche Versorgung und vor allem die Ausbildung.

Bei einem ungezähmten Mustang kann gerade die Ausbildung einen erheblichen Aufwand darstellen.

Das Pferd muss möglicherweise zunächst lernen, die Anwesenheit eines Menschen zu akzeptieren. Danach folgen Berührung, Halfter, Führen, Hufe geben, Anbinden, Verladen und irgendwann die eigentliche Ausbildung zum Reitpferd.

Wer diese Arbeit nicht selbst leisten kann, benötigt einen Trainer mit entsprechender Erfahrung.

Für einen europäischen Käufer kommen anschließend gegebenenfalls noch Unterbringung in den USA bis zum Eigentumsübergang sowie Export und internationaler Transport hinzu.

Aus dem vermeintlichen 125-Dollar-Pferd kann deshalb problemlos ein Projekt werden, das viele Tausend Dollar beziehungsweise Euro kostet.

Was muss man zur Adoption mitbringen?

Neben einem geeigneten Anhänger empfiehlt das BLM ein stabiles Halfter und einen passenden Führstrick.

Die Adoptions- beziehungsweise Verkaufsgebühr kann nach Angaben des BLM unter anderem bar, per Scheck, Money Order oder mit gängigen Kreditkarten bezahlt werden.

Ein kleines Detail zeigt übrigens, dass amerikanische Behörden durchaus Humor haben können, auch wenn sie ihn vermutlich gar nicht beabsichtigt haben: Platzt ein persönlicher Scheck und wird die Zahlung nicht innerhalb von 30 Tagen ausgeglichen, kann das BLM das Pferd zurückholen und dem Adoptierenden zusätzlich die Transportkosten dafür berechnen.

Dann war der 125-Dollar-Mustang endgültig kein Schnäppchen mehr.

Fazit: 125 Dollar sind nur die Eintrittskarte

Ja, es stimmt tatsächlich: Die Basis-Adoptionsgebühr für einen BLM-Mustang beträgt 125 US-Dollar.

Aber diese Zahl erzählt nur einen winzigen Teil der Geschichte.

Ein ungezähmter Mustang benötigt eine speziell gesicherte Unterbringung, einen geeigneten Transport und häufig eine umfangreiche Ausbildung. Während des ersten Jahres gehört das adoptierte Pferd weiterhin der US-Bundesregierung und seine Haltung kann kontrolliert werden. Erst wenn nach mindestens zwölf Monaten bestätigt wurde, dass das Pferd angemessen versorgt wurde, kann das BLM den Eigentumstitel übertragen.

Für deutsche Interessenten kommt ein besonders wichtiger Punkt hinzu: Ein adoptierter Mustang darf die USA vor der Titulierung nicht verlassen.

Wer also irgendwo liest, man könne sich in Amerika für 125 Dollar einen Mustang aussuchen und ihn anschließend einfach nach Deutschland holen, kennt nur die hübsche erste Zeile der Geschichte.

Die 125 Dollar sind nicht der Preis eines Mustangs.

Sie sind lediglich die Eintrittskarte in das BLM-Adoptionsprogramm.

Hinterlasse einen Kommentar