Gescheckte Pferderassen

Gescheckter Tinker
Tinker sind sehr häufig gescheckt

Gescheckte Pferderassen: Welche Rassen es mit Platten- und Tigerscheckung gibt

Gescheckte Pferde fallen auf jeder Weide sofort ins Auge. Ob große weiße Platten wie beim Tinker oder Hunderte kleiner Tupfen wie beim Knabstrupper: Die Scheckung ist bei manchen Rassen Markenzeichen, bei anderen eine seltene Ausnahme und bei einigen gar nicht möglich. Hier findest Du alle wichtigen gescheckten Pferderassen mit Herkunft, Typ und Besonderheiten. Dazu kommt, welche Rassen es nie gescheckt gibt, welche Gesundheitsthemen bei gescheckten Rassen tatsächlich eine Rolle spielen und was über die Lebenserwartung bekannt ist.

Wie Platten- und Tigerscheckung genetisch entstehen, erklären wir auf unseren Farbseiten. Hier geht es ausschließlich um die Rassen.

Gescheckte Pferderassen im Überblick

Tigerscheckung (Leopard-Komplex):

  • Knabstrupper (Dänemark) – Warmblut, Barocktyp und Pony
  • Appaloosa (USA) – Westernpferd, Rasse der Nez Perce
  • Noriker (Österreich, Süddeutschland) – Gebirgskaltblut, auch Pinzgauer genannt
  • Pony of the Americas (USA) – Reitpony mit Tigerscheckung als Pflicht
  • Europäisches Appaloosa-Pony (Deutschland) – einheimische Ponyrasse
  • Tiger Horse (USA) – Gangpferd mit Tigerscheckung
  • Sporttiger und tigergescheckte Warmblüter (Deutschland, Polen, Niederlande)
  • Shetlandpony, Deutsches Partbred Shetland Pony und Miniaturpferde

Plattenscheckung:

  • American Paint Horse (USA) – gescheckte Quarter-Horse-Linien
  • Pinto (international) – Farbzucht über viele Rassen hinweg
  • Tinker, Irish Cob, Gypsy Cob (Irland, Großbritannien)
  • Drum Horse (Großbritannien, USA) – schweres Paradepferd
  • Barockpinto (Niederlande, Deutschland) – der „bunte Friese“
  • Lewitzer (Mecklenburg-Vorpommern) – Reit- und Fahrpony
  • Islandpferd – Schecken ja, Tigerschecken nein
  • Noriker – neben den Tigerschecken auch Plattenschecken
  • Shetlandpony und Deutsches Reitpony
  • Spotted Saddle Horse (USA) – gescheckte Gangpferde
  • Warmblüter wie Hannoveraner oder Deutsches Sportpferd
  • Criollo und Mustang
Geschecktes Springpferd
Es gibt auch gescheckte Sportpferde

Farbrasse oder Rasse mit Schecken: ein wichtiger Unterschied

Bei gescheckten Pferderassen lohnt ein genauer Blick auf die Art der Rasse, denn dahinter stecken drei sehr unterschiedliche Modelle.

Erstens gibt es Rassen, bei denen die Scheckung zum Kern der Rasse gehört. Knabstrupper, Appaloosa, Pony of the Americas, Paint Horse, Barockpinto oder Lewitzer sind gezielt über die Farbe entstanden. Trotzdem kommen in fast allen dieser Rassen auch einfarbige Pferde vor, weil die Scheckung nicht bei jedem Fohlen durchschlägt. Viele Verbände führen diese Pferde in eigenen Abteilungen. Beim Paint Horse heißen sie heute Solid Paint Bred.

Zweitens gibt es reine Farbzuchten. Der Pinto ist das bekannteste Beispiel: Ein Pinto kann ein Pony, ein Warmblut, ein Gangpferd oder ein Barockpferd sein. Entscheidend ist die Plattenscheckung, nicht eine gemeinsame Abstammung. In Deutschland unterscheidet der Europäische Scheckenzuchtverband (ECHA-ESV) deshalb Typen wie Pinto-Hunter, Pinto-Pleasure, Pinto-Pony, Pinto-Kleinpferd und Pinto-Gangpferd, dazu eigene Zuchtbücher für Tigerschecken, Drum Horses, Lewitzer, Appaloosa-Ponys und Irish Cobs. Ein zweiter Spezialverband, der Zuchtverband für Schecken und Spezialrassen in Europa (ZSSE), betreut unter anderem Appaloosas, das Deutsche Pinto Barockpferd, Drum Horses, das Deutsche Partbred Shetland Pony und sogar einen schwarzweißen Friesentyp.

Drittens gibt es klassische Rassen, in denen Schecken zugelassen, aber selten sind. Dazu gehören der Noriker, das Islandpferd, das Shetlandpony, das Deutsche Reitpony und inzwischen auch viele Warmblutrassen. Hier ist die Scheckung eine von vielen erlaubten Farben.

Knabstrupper: der Tigerschecke aus Dänemark

Der Knabstrupper ist die Rasse, an die die meisten Menschen in Europa bei gepunkteten Pferden zuerst denken. Seine Geschichte beginnt auf dem Gut Knabstrupgaard auf Seeland. Dort kam 1812 eine fuchsfarbene Stute mit Schabrackenzeichnung in die Zucht, die als Flaebehoppen bekannt wurde, übersetzt „Flaebes Stute“. Sie hatte zuvor einem Schlachter namens Flaebe gehört, der sie von einem spanischen Offizier erworben haben soll. In vielen Rasseporträts wird Major Villars Lunn als Käufer genannt. Ein Beitrag in einer dänischen Fachzeitschrift stützt sich auf Lunns eigene Darstellung: Danach verkaufte der spanische Offizier die Stute 1808 an den Schlachter in Holbæk, gekauft hat sie 1812 Lunns Vater, Christian Ditlev Lunn.

Aus der Verpaarung mit einem Frederiksborger Hengst ging Flaebehingsten hervor, ein auffällig gefleckter Hengst, der zum Stammvater der Rasse wurde. Gepunktete Pferde waren in Dänemark allerdings schon vorher bekannt: Für das königliche Gestüt unter Christian V. ist bereits 1671 ein als „tigerfarben“ beschriebener Hengst erwähnt.

Nach einer Blütezeit im 19. Jahrhundert ging der Bestand stark zurück. Die kleine Ausgangsbasis führte zu Inzucht. Viele Knabstrupper verloren dabei ihre Farbe. 1971 brachte der Züchter Frede Nielsen drei Appaloosa-Hengste nach Dänemark, um frisches Blut zuzuführen. Im selben Jahr gründete sich der dänische Zuchtverband Knabstrupperforeningen for Danmark.

Heute wird der Knabstrupper in drei Typen gezüchtet: als Sportpferd für Dressur und Springen, als kompakterer Barocktyp mit üppigem Langhaar und als Pony bis 147 cm. Der dänische Verband lässt einfarbige Knabstrupper nur mit gefärbten Partnern zur Zucht zu. Schimmel- und Plattenscheckhengste werden dort nicht gekört. In Deutschland betreut unter anderem der Zuchtverband für deutsche Pferde den Knabstrupper. Die Rasse gilt weltweit als selten.

Typisch neben dem Fell sind gefleckte Haut an Maul, Augen und Genitalbereich, eine weiße Lederhaut rund um die Iris und gestreifte Hufe. Diese Merkmale helfen auch bei einfarbigen Knabstruppern zu erkennen, dass sie das Tigerschecken-Gen tragen.

Appaloosa: das gepunktete Pferd der Nez Perce

Das Appaloosa ist die bekannteste Tigerscheckenrasse der Welt. Entwickelt hat sie das Volk der Nez Perce im heutigen Nordwesten der USA, im Grenzgebiet von Idaho, Oregon und Washington. Die Nez Perce züchteten über Generationen kräftige, schnelle und ausdauernde Pferde, unter denen viele gepunktet waren. Weiße Siedler nannten sie nach dem Fluss Palouse „a Palouse horse“. Daraus wurde über „Palousey“ und „Appalousey“ schließlich Appaloosa.

Nach dem Nez-Perce-Krieg von 1877 verloren die Nez Perce den größten Teil ihrer Herden. Die Pferde wurden verstreut, mit Kaltblütern gekreuzt und als eigene Linie fast vergessen. Ein Artikel in der Zeitschrift Western Horseman weckte 1937 neues Interesse. Im Dezember 1938 gründete der Farmer Claude Thompson aus Moro in Oregon mit vier Mitstreitern den Appaloosa Horse Club. Seitdem flossen Quarter Horse und Araber in die Zucht ein, wodurch das moderne Appaloosa entstand, das heute vor allem im Westernsport zu Hause ist. Seit 1975 ist das Appaloosa offizielles Staatspferd von Idaho.

Der Appaloosa Horse Club registriert auch Pferde ohne sichtbares Muster, wenn sie typische Merkmale zeigen: gefleckte Haut, weiße Lederhaut am Auge und gestreifte Hufe. Der Zuchtverband erinnert jedes Jahr mit dem Chief Joseph Trail Ride an die Flucht der Nez Perce vor der US-Kavallerie, die etwa 1.300 Meilen lang war.

Die Nez Perce selbst züchten heute eine eigene Rasse: das Nez Perce Horse, eine Kreuzung aus Appaloosa und Achal-Tekkiner.

Noriker: das Kaltblut mit Tiger- und Plattenschecken

Der Noriker ist die gescheckte Kaltblutrasse schlechthin und eine der wenigen Rassen, in denen beide Scheckungsarten vorkommen. Die Zuchtprogramme der österreichischen Landesverbände und des Pferdezuchtverbands Rheinland-Pfalz-Saar führen als übliche Farben Rappen, Braune, Füchse, Schimmel, Mohrenköpfe, Tigerschecken und Plattenschecken auf.

Der Noriker ist ein mittelschweres Gebirgskaltblut aus den Ostalpen. Sein Name geht auf die römische Provinz Noricum zurück, das ursprüngliche Zuchtgebiet lag im Salzburger Land rund um die Tauern. Daher stammt auch der alte Name Pinzgauer. Die gepunkteten Pferde heißen bis heute oft Pinzgauer Tigerschecken. Genealogisch unterscheidet die Zucht fünf Hengstlinien: Vulkan, Nero, Schaunitz, Diamant und Elmar. Die Elmar-Linie gilt als die Linie der bunten Tigerschecken, in der noch viel altes spanisches Blut steckt.

Nicht jeder Noriker-Schlag trug die Tigerscheckung. Der Abtenauer, ein kleiner Schlag aus dem Salzburger Tennengau, kam ohne Tigerschecken aus. Er war meist Fuchs, Rappe oder Blauschimmel und ging später in der Hauptpopulation auf.

Wie selten die Schecken unter den Norikern sind, zeigen veröffentlichte Farbanteile: Ungefähr jeder zehnte Noriker ist ein Tigerschecke, Plattenschecken machen nur wenige Prozent aus. Die genaue Verteilung schwankt je nach Zuchtgebiet und Jahrgang. Gerade die Plattenschecken sind deshalb eine Besonderheit, die selbst viele Kaltblutfans nicht kennen. Gescheckte Noriker sind begehrt und erzielen oft höhere Preise als einfarbige.

Der Bestand hat eine wechselvolle Geschichte: 1968 zählte Österreich noch gut 34.500 Noriker, bis 1985 sank die Zahl auf knapp 7.000. Inzwischen hat sich die Rasse erholt, heute leben in Österreich rund 10.000 Noriker. Genutzt werden sie als Fahrpferd, im Holzrücken, als Freizeitpferd und für Wanderritte.

Pony of the Americas: Tigerscheckung als Pflicht

Das Pony of the Americas, kurz POA, verdankt seine Existenz einem einzigen Fohlen. 1954 bekam Leslie Boomhower aus Mason City in Iowa ein Hengstfohlen aus der Verpaarung eines Shetlandponys mit einer Araber-Appaloosa-Stute. Das Fohlen war weiß mit schwarzen Flecken. Ein Fleck an der Flanke sah aus wie ein schwarzer Handabdruck. Boomhower nannte es Black Hand und gründete noch im selben Jahr den Pony of the Americas Club. Black Hand erhielt die Registriernummer 1.

Die Rasse sollte ein kinderfreundliches Reitpony in Westernmanier mit Appaloosa-Zeichnung sein. Die Farbe ist bis heute Pflicht: Das Muster muss aus etwa zwölf Metern Entfernung erkennbar sein. Bis 1996 wuchs das Zuchtbuch auf über 40.000 eingetragene Ponys. Heute wirkt das POA eher wie ein kleines Reitpferd mit Araber- und Quarter-Horse-Einschlag als wie ein Shetlandpony.

Europäisches Appaloosa-Pony und Tigerschecken-Ponys

In Deutschland ist das Europäische Appaloosa-Pony als einheimische Rasse anerkannt. Es verbindet Ponygröße mit Tigerscheckung und wird von Spezialverbänden gezüchtet. Daneben gibt es Tigerschecken in mehreren Ponyrassen: Bei Shetlandponys kommen sie vor, ebenso bei Deutschen Partbred Shetland Ponys und bei Miniaturpferden. Wer ein gepunktetes Kinderpony sucht, findet also deutlich mehr als nur den Knabstrupper-Ponytyp.

Tiger Horse: das gepunktete Gangpferd

Das Tiger Horse ist eine junge amerikanische Rasse, die Tigerscheckung mit Gangveranlagung verbindet. Es entstand aus Appaloosa, Paso Fino und spanischen Kolonialpferden und erreicht etwa 147 bis 152 cm Stockmaß. In Europa ist es kaum verbreitet, zeigt aber, dass Tigerschecken nicht auf Dreigänger beschränkt sind.

Sporttiger und tigergescheckte Warmblüter

Tigerschecken im Warmbluttyp werden in Deutschland als Sporttiger gezüchtet und von Spezialverbänden geführt. Zunehmend tauchen sie auch in den klassischen Sportpferdezuchten auf: Auf Verkaufsportalen finden sich tigergescheckte Deutsche Sportpferde mit Papieren des Zuchtverbands für deutsche Pferde ebenso wie tigergescheckte Polnische Warmblüter.

Wie gefragt diese Farbe im Sport inzwischen ist, zeigte im September 2026 eine Fohlenauktion in Wien. Beim Turnier der Global Champions Tour vor Schloss Schönbrunn gab es erstmals eine Fohlenauktion mit rund einem Dutzend Warmblutfohlen. Der Star war J-Nimon K, ein tigergeschecktes Hengstfohlen des Züchters Steffen Krehl aus Fehrbellin in Brandenburg. Ein Käufer aus Dubai ersteigerte ihn telefonisch für 75.000 Euro. Der Durchschnitt aller Fohlen lag bei rund 27.000 Euro, das zweitteuerste Fohlen brachte 38.000 Euro. Die Farbe stammt vom niederländischen Hengst Genius, der wegen seiner Zeichnung als Deckhengst gefragt ist. Wie zufällig die Farbe dabei auftritt, schilderte Krehl selbst: Bekannte hatten Samen desselben Hengstes genutzt und einen Schimmel und einen Braunen bekommen.

American Paint Horse: Plattenschecken mit Quarter-Horse-Blut

Das Paint Horse ist im Grunde ein gescheckter Quarter Horse. Lange durften Quarter Horses mit zu viel Weiß nicht ins Zuchtbuch der American Quarter Horse Association. Für diese bunten Pferde entstand ein eigener Verband, die American Paint Horse Association mit Sitz in Texas. Paint Horses brauchen Eltern, die bei der APHA, der AQHA oder dem Jockey Club für Vollblüter registriert sind. Deshalb ist ein Paint Horse eine echte Abstammungsrasse und nicht nur eine Farbzucht.

Die APHA unterscheidet die Muster Tobiano, Overo und Tovero, wobei Overo als Sammelbegriff für Frame, Splashed White und Sabino dient. Einfarbige Nachkommen werden als Solid Paint Bred geführt. Paint Horses sind in allen Westerndisziplinen zu sehen, von Reining über Trail bis Ranch Riding. Sie gelten als ruhige, nervenstarke Freizeitpferde.

Pinto: Farbzucht statt Rasse

Ein Pinto ist kein Rassepferd im engeren Sinn. Pinto ist ein anderes Wort für Plattenschecke. Als Pinto kann jedes Pferd mit eindeutiger Plattenscheckung registriert werden, egal welcher Herkunft. Genau darin liegt der Unterschied zum Paint Horse, das eine Quarter-Horse-Abstammung braucht.

In Deutschland werden Pintos nach Typ gezüchtet und registriert: Pinto-Hunter im Warmbluttyp, Pinto-Pleasure im Westerntyp, Pinto-Pony, Pinto-Kleinpferd, Pinto-Gangpferd und Pinto-Barockpferd. Gescheckte Warmblüter dieser Zuchtrichtung sind vermehrt auf Turnieren zu sehen. Ein Pinto-Hengst namens Sun Weltino wurde 2023 bei den Mecklenburger Körtagen in Redefin Reservesieger, ein Zeichen dafür, dass bunte Pferde auch bei klassischen Körungen ankommen.

Tinker, Irish Cob und Gypsy Cob

Der Tinker ist für viele Menschen das gescheckte Pferd überhaupt. Mit seinem schweren Körper, der wallenden Mähne und dem langen Fesselbehang ist er unverwechselbar. Seine Wurzeln liegen bei den fahrenden Familien in Irland und Großbritannien, die kräftige, genügsame Zugpferde für ihre Wohnwagen brauchten. Gezüchtet wurde nach Leistung, Gutmütigkeit und Aussehen. Bunte Pferde waren dabei besonders beliebt.

Die Rasse läuft unter mehreren Namen: Tinker ist im deutschsprachigen Raum üblich, in Irland heißt sie Irish Cob, in Großbritannien Gypsy Cob, in den USA wird ein eigener Typ als Gypsy Vanner gezüchtet. Die Plattenscheckung in Form des Tobiano ist typisch, aber nicht Pflicht. Einfarbige Tinker gibt es ebenso wie Falben, Schimmel oder Blue Roans. Tinker vom alten, schweren Schlag stehen vom Körperbau her den Kaltblütern nahe, moderne Zuchten sind oft leichter und sportlicher.

Genutzt wird der Tinker als Fahrpferd, Freizeitpferd, Familienpferd und zunehmend auch im Barockreiten und in der Working Equitation.

Drum Horse: das gescheckte Paradepferd

Das Drum Horse hat seinen Namen von den Paukenpferden der britischen Household Cavalry. Diese Pferde tragen bei Paraden den Paukenschläger samt zwei großer Silberpauken und werden über die Beine gelenkt, weil der Reiter die Hände für die Schlägel braucht. Traditionell sind es Shires oder Clydesdales, häufig schwarzweiß oder braunweiß gescheckt.

Aus dieser Tradition entstand in den USA eine eigene Rasse. Das American Drum Horse geht auf Kreuzungen von Shire und Clydesdale mit Gypsy-Pferden zurück. Die International Drum Horse Association verlangt ein Mindestmaß von 16 Hand (rund 163 cm) und deutlichen Fesselbehang. Schwarzweiß und braunweiß gelten als klassische Farben, zugelassen sind aber alle Farben. In Deutschland führen die beiden Scheckenzuchtverbände eigene Zuchtbücher für das Drum Horse.

Barockpinto: der bunte Friese

Ein reinrassiger Friese ist immer ein Rappe. Gescheckte Pferde im Friesentyp gibt es trotzdem: den Barockpinto. Die Rasse entstand Mitte des 20. Jahrhunderts in den Niederlanden aus Friesenstuten und gescheckten Gelderländern. Als Stammvater gilt der Hengst Bonte Nico, ein gescheckter Friesenmischling.

Barockpintos erreichen etwa 150 bis 162 cm, haben einen aufgerichteten Hals, üppiges Langhaar und oft Behang. Sie werden in der Dressur, im Fahrsport, im Barockreiten und in Pferdeshows eingesetzt. Wegen ihres Aussehens heißen sie im Volksmund auch „bunter Friese“ oder „gescheckter Friese“. In Deutschland wird der Typ als Deutsches Pinto Barockpferd gezüchtet.

Lewitzer: das gescheckte Pony aus Mecklenburg

Der Lewitzer ist die bekannteste deutsche Ponyrasse, bei der die Plattenscheckung zum Markenzeichen gehört. Ausgangspunkt waren gescheckte Kleinpferde in der Gegend um Teterow in Mecklenburg-Vorpommern. Ab 1971 wurde daraus eine eigene Rasse aufgebaut, mit Araber, Englischem Vollblut und ausgewählten Reitponyrassen als Veredler. Gezüchtet wurde von Beginn an auf Basis der Tobiano-Scheckung.

Lewitzer messen etwa 130 bis 148 cm und gelten als vernünftige, robuste Kinderponys, die auch im Fahrsport und im Turniersport für Kinder und Jugendliche zu finden sind. Außerhalb Norddeutschlands ist die Rasse wenig verbreitet. Heute betreuen unter anderem der Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar und der Europäische Scheckenzuchtverband den Lewitzer.

Islandpferd: Schecken ja, Tigerschecken nein

Islandpferde sind für ihre Farbenvielfalt berühmt. In Island ist die Farbe kein Zuchtziel, deshalb blieb über die Jahrhunderte fast jede Farbvariante erhalten. Insgesamt sprechen Kenner von über 40 Fellfarben und rund 100 Farbvarianten mit eigenen isländischen Namen. Ein Schecke heißt auf Isländisch skjóttur.

Plattenschecken sind bei Isländern deshalb häufig, sowohl als Tobiano als auch mit Splashed White. Blaue Augen kommen bei weißen Kopfzeichnungen vor, die Isländer nennen solche Pferde glaseygður, also „glasäugig“. Eine Farbe fehlt allerdings komplett: Tigerschecken gibt es bei reinrassigen Islandpferden nicht. Das isländische Parlament verbot 982 die Einfuhr fremder Pferde. Seitdem wird die Rasse über tausend Jahre rein gezüchtet, ohne fremdes Blut, über das die Tigerscheckung hätte hineinkommen können.

Ein Isländer mit Tupfenmuster ist also immer ein Mischling oder ein anders gefärbtes Pferd, zum Beispiel ein Farbwechsler, auf Isländisch litföróttur.

Shetlandpony und Deutsches Reitpony

Beim Shetlandpony gehören Schecken seit Langem zum gewohnten Bild. Neben Plattenschecken gibt es auch Tigerschecken, die in der Signalementlehre ganz regulär als „Tigerschecke (Fuchstiger)“ beschrieben werden. Kleine, bunte Shetties sind entsprechend beliebt.

Auch das Deutsche Reitpony gibt es in allen Farben und Zeichnungen. Schecken bilden dort eine Minderheit, sind aber zugelassen und im Turniersport zu finden.

Gescheckte Warmblüter: vom Außenseiter zum Hingucker

In den deutschen Warmblutzuchten waren Schecken lange unerwünscht. Bunte Pferde galten als unseriös, gescheckte Stuten und Hengste hatten bei Körungen und Stutbuchaufnahmen kaum Chancen. Ältere Nachschlagewerke behaupten deshalb bis heute, gescheckte Pferde seien in Deutschland grundsätzlich nicht zur Zucht zugelassen. Das stimmt nicht mehr.

Der Hannoveraner Verband etwa hat sein Zuchtprogramm ausdrücklich geöffnet: Alle Farben der Warmblutpopulationen, darunter Schecken, Palomino, Cremello, Smoky Black und Buckskin, sind zugelassen. Fohlen, Stuten und Hengste aller Farben können registriert, eingetragen und gekört werden, sofern die Abstammung stimmt. Bei anderen Verbänden wie dem Oldenburger sind Schecken zwar möglich, aber nach wie vor sehr selten.

Gescheckte Warmblüter entstehen auf mehreren Wegen. Plattenschecken gehen häufig auf eingekreuzte Pinto-Linien zurück oder auf Tobiano-Hengste aus Spezialzuchten. Tigerschecken stammen meist aus Knabstrupper- oder Sporttiger-Linien. Dazu kommen gelegentlich Pferde mit großen weißen Abzeichen durch Sabino oder Splashed White, die je nach Verband als Schecke gelten oder nicht.

Spotted Saddle Horse und weitere gescheckte Gangpferde

Unter den amerikanischen Gangpferden gibt es mit dem Spotted Saddle Horse aus Tennessee eine eigene gescheckte Rasse. Sie verbindet die bequemen Viertakt-Gänge der Tennessee-Gangpferde mit Plattenscheckung. In Deutschland sind gescheckte Gangpferde als Pinto-Gangpferd registrierbar.

Criollo und Mustang

Auch in südamerikanischen und nordamerikanischen Robustrassen kommen Schecken vor. Beim argentinischen Criollo sind gescheckte Pferde Teil der traditionellen Farbvielfalt. Unter den wild lebenden Mustangs im Westen der USA gibt es ebenfalls Schecken. Der berühmteste ist wohl der Hengst Picasso aus dem Sand Wash Basin in Colorado, dessen Bilder über Jahre um die Welt gingen.

Rassen, die es nie gescheckt gibt

Bei der Suche nach gescheckten Pferderassen hilft auch der umgekehrte Blick. Einige Rassen schließen die Scheckung aus, entweder genetisch oder über ihr Zuchtziel:

  • Friese: Reinrassige Friesen sind immer Rappen. Gescheckte Pferde im Friesentyp sind Barockpintos.
  • Haflinger: Haflinger sind immer Füchse mit hellem Langhaar.
  • Fjordpferd: Fjordpferde sind immer Falben.
  • Islandpferd: Plattenschecken ja, Tigerschecken nein.
  • Araber: Reinrassige Araber tragen keine Tobiano-Scheckung. Für Pferde mit sehr hohem Araberanteil und Tobiano gibt es in den USA eine eigene Zucht, den Pintabian.
  • Englisches Vollblut: Plattenschecken sind extrem selten. Wo sie auftreten, gehen sie meist auf seltene weiße Muster wie Splashed White, Sabino oder Dominant White zurück.

Krankheiten: Welche gesundheitlichen Themen bei gescheckten Rassen eine Rolle spielen

Eine gescheckte Fellfarbe macht ein Pferd nicht automatisch krank. Einige Gesundheitsthemen hängen aber tatsächlich mit bestimmten Scheckungsarten zusammen. Andere betreffen einzelne gescheckte Rassen, haben mit der Farbe selbst aber nichts zu tun. Diese Unterscheidung fehlt in vielen Ratgebern.

Augen: Mondblindheit und Nachtblindheit bei Tigerschecken

Die wichtigste farbgebundene Erkrankung betrifft die Tigerschecken. Pferde mit dem Tigerschecken-Gen haben ein deutlich erhöhtes Risiko für die equine rezidivierende Uveitis, besser bekannt als periodische Augenentzündung oder Mondblindheit. Sie ist die häufigste Ursache für Erblindung beim Pferd.

Die Zahlen aus den USA sind deutlich. Appaloosas erkranken etwa achtmal so häufig an dieser Augenentzündung wie andere untersuchte Rassen und erblinden etwa viermal so häufig daran. In einer kanadischen Klinik entfielen 62,5 Prozent aller Uveitis-Diagnosen auf Appaloosas. Am stärksten gefährdet sind Pferde, die das Tigerschecken-Gen doppelt tragen: In einer Studie an Appaloosas aus Westkanada hatten sie ein rund 19-fach höheres Erkrankungsrisiko als Pferde ohne dieses Gen. Mit jedem Lebensjahr stieg das Risiko zusätzlich.

Bei Appaloosas verläuft die Krankheit oft schleichend. Die Pferde zeigen keine schmerzhaften Schübe, die Schäden fallen erst spät auf. Für Knabstrupper beschreiben Untersuchungen ein sehr ähnliches Krankheitsbild. Fachleute empfehlen deshalb, Tigerschecken mit doppelter Genanlage regelmäßig von einem auf Augen spezialisierten Tierarzt untersuchen zu lassen.

Pferde mit doppelter Tigerschecken-Anlage sind außerdem nachtblind. Diese angeborene, stationäre Nachtblindheit schreitet nicht fort, bedeutet aber, dass die Pferde in der Dämmerung und im Dunkeln schlecht sehen. Äußerlich sind es meist sehr helle Tiere, etwa Wenigtiger, Pferde mit weißer Schabracke ohne Punkte oder fast weiße Pferde.

Haut: Sonnenbrand und Hautkrebs bei rosa Haut

Unter weißem Fell liegt bei Schecken meist rosa, unpigmentierte Haut. Ihr fehlt das Melanin, das UV-Strahlung abfängt. Deshalb gehören Paint Horses, Pintos und Appaloosas zu den Pferden, die am häufigsten Sonnenbrand bekommen, besonders an Maul, Nüstern und rund um die Augen. Bei großen weißen Flächen auf dem Rücken kann auch die Oberlinie betroffen sein.

Das ist mehr als ein kosmetisches Problem. Wiederholter Sonnenbrand und dauerhafte UV-Belastung erhöhen das Risiko für das Plattenepithelkarzinom, eine bösartige Form von Hautkrebs. Am häufigsten tritt es am Augenlid auf, gefolgt vom Genitalbereich.

Davon zu unterscheiden ist die Photosensibilisierung. Sie entsteht, wenn das Pferd bestimmte Pflanzen frisst, etwa Johanniskraut, oder wenn die Leber geschädigt ist. Dann reagieren die hellen Hautstellen mit Schwellungen, Krusten und nässenden Stellen auf Sonnenlicht. Weil die Ursache im Futter oder in der Leber liegt, gehört ein solches Pferd in tierärztliche Hände.

Für gescheckte Pferde mit viel rosa Haut haben sich Schattenplätze, Sonnenschutzcreme auf Nase und Augenpartie, Fliegenmasken mit UV-Schutz und bei großen weißen Rückenflächen leichte Fliegendecken bewährt.

Overo Lethal White: die einzige tödliche Scheckung

Ein Scheckungsmuster ist mit einer tödlichen Erbkrankheit verbunden: Frame Overo, eine Form der Overo-Scheckung mit gezackten weißen Flächen an Hals und Seiten. Pferde mit einer Kopie der zugrunde liegenden Mutation im EDNRB-Gen sind gesund und zeigen meist das Frame-Muster. Erbt ein Fohlen die Mutation von beiden Eltern, kommt es weiß oder fast weiß zur Welt. Ihm fehlen Nervenzellen im Darm. Der Darm kann nicht arbeiten, das Fohlen stirbt innerhalb weniger Tage an einer Kolik oder muss erlöst werden.

Werden zwei Frame-Träger verpaart, ist statistisch jedes vierte Fohlen betroffen. Nachgewiesen wurde die Mutation bei Paint Horses, Pintos, Quarter Horses, Miniaturpferden und Englischen Vollblütern. Sie kann sich auch verstecken: Manche Träger haben kaum Weiß. Bei Tobiano-Schecken kann die Tobiano-Zeichnung das Frame-Muster überdecken. Deshalb bietet die American Paint Horse Association einen Gentest auf Overo Lethal White zusammen mit weiteren Erbkrankheiten an, für Zuchthengste ist ein Testergebnis vorgeschrieben.

Für Tobiano, Splashed White, Sabino und die Tigerscheckung gibt es dieses Problem nicht.

Taubheit bei viel Weiß am Kopf

Bei Pferden mit Splashed White, also weißen Flächen, die von unten nach oben gehen, als wäre das Pferd in Farbe getaucht worden, ist angeborene Taubheit beschrieben. Eine Untersuchung an tauben Paint Horses zeigte: Alle hatten viel Weiß an Kopf und Beinen, die meisten zeigten Splashed White oder eine Mischung aus Splashed White und Frame. Alle hatten mindestens teilweise blaue Augen. Die meisten Splashed-White-Pferde hören allerdings ganz normal.

Taube Pferde kommen im Alltag oft gut zurecht. Sie orientieren sich stark an der Herde und an Sichtsignalen. Wichtig ist, dass Menschen im Stall davon wissen, damit sie sich dem Pferd nicht unbemerkt von hinten nähern.

Erbkrankheiten der Rasse, nicht der Farbe

Einige Krankheiten tauchen bei gescheckten Rassen auf, weil diese Rassen auf bestimmte Blutlinien zurückgehen. Mit der Farbe haben sie nichts zu tun.

Paint Horses und Appaloosas haben viel Quarter-Horse-Blut. Damit teilen sie die bekannten Quarter-Horse-Erbkrankheiten, die im sogenannten Fünf-Panel-Test geprüft werden: HYPP, eine Muskelerkrankung mit Lähmungsanfällen, die auf den Hengst Impressive zurückgeht, außerdem PSSM1, eine Speicherkrankheit der Muskulatur, HERDA, eine Bindegewebsschwäche der Haut aus Reining- und Cutting-Linien, GBED, eine tödliche Stoffwechselkrankheit bei Fohlen, sowie Maligne Hyperthermie, eine gefährliche Reaktion auf bestimmte Narkosemittel.

Bei Tinkern, Drum Horses und anderen schweren Rassen mit viel Fesselbehang spielt die Mauke eine große Rolle. Hinter hartnäckiger Mauke steckt bei diesen Pferden oft das chronisch progressive Lymphödem, eine fortschreitende Lymphstauung in den Unterbeinen mit Hautfalten, Knoten und wiederkehrenden Infektionen. Beschrieben ist es bei Shires, Clydesdales, Belgiern, Gypsy Vannern und englischen Cobs. Ursache sind der schwere Körperbau und der Behang, nicht die Scheckung. Ein einfarbiger Tinker hat dasselbe Risiko wie ein gescheckter.

Islandpferde, die in Europa geboren oder importiert wurden, neigen zum Sommerekzem und auf eiweißreichen Weiden zu Hufrehe. Auch das betrifft Schecken und einfarbige Isländer gleichermaßen.

Ein Mythos: Melanome bei Schecken

Hartnäckig hält sich die Annahme, weiße oder gescheckte Pferde bekämen häufiger Melanome. Melanome sind aber ein typisches Problem der Schimmel, also von Pferden mit dem Grau-Gen, die im Laufe ihres Lebens ausschimmeln. Ein fast weißer Tigerschecke oder ein Schecke mit viel Weiß ist kein Schimmel und trägt dieses Risiko nicht automatisch. Ein Schimmel kann aber natürlich zusätzlich gescheckt sein.

Lebenserwartung gescheckter Pferderassen

Eine Studie, nach der gescheckte Pferde kürzer oder länger leben als einfarbige, gibt es nicht. Die Lebenserwartung hängt bei Schecken von denselben Faktoren ab wie bei allen Pferden: Rasse und Größe, Haltung, Fütterung, Nutzung, Zahnpflege und tierärztliche Versorgung.

Als grobe Orientierung gilt für Pferde allgemein eine durchschnittliche Lebenserwartung von 25 bis 30 Jahren. Robuste Ponys und Kleinpferde wie Shetlandponys, Isländer oder Lewitzer erreichen häufig 30 Jahre und mehr. Große Warmblüter wie Knabstrupper im Sporttyp oder gescheckte Hannoveraner liegen im Bereich der übrigen Warmblüter. Für schwere Rassen wie Tinker, Noriker oder Drum Horses werden meist etwas niedrigere Durchschnittswerte genannt als für Ponys.

Die Farbe selbst verkürzt das Leben nur in einem einzigen Fall: Fohlen mit doppelter Frame-Overo-Anlage sterben wenige Tage nach der Geburt. Alle anderen farbgebundenen Probleme betreffen die Lebensqualität. Eine unbehandelte Mondblindheit kann zur Erblindung führen, ein spät erkannter Hautkrebs am Auge kann das Auge kosten. Mit regelmäßigen Augenkontrollen bei Tigerschecken und konsequentem Sonnenschutz bei rosa Haut werden gescheckte Pferde genauso alt wie ihre einfarbigen Artgenossen.

Warum Schecken lange unbeliebt waren und heute gefragt sind

Gescheckte Pferde haben eine wechselvolle Geschichte. In der Barockzeit waren Tigerschecken und andere auffällige Pferde an europäischen Fürstenhöfen begehrt, als Prunkpferde vor Kutschen und unter dem Sattel. Das dänische Königshaus hielt schon im 17. Jahrhundert gepunktete Pferde. Später kehrte sich das um: Mit dem Aufkommen der Leistungszucht im 19. und 20. Jahrhundert galten bunte Pferde als Zeichen unklarer Abstammung. Viele Zuchtverbände schlossen Schecken aus. Die bunten Pferde wurden an den Rand gedrängt, in Zirkus, Fuhrwerk und Spezialzuchten.

Erst Spezialverbände für Pintos, Appaloosas und Tigerschecken holten die Farbe zurück in geregelte Zuchten. Inzwischen öffnen sich auch die großen Warmblutverbände. Der Rekordpreis für J-Nimon K in Wien zeigt, wie sehr sich der Blick verändert hat: Ein gescheckter Sportpferdenachwuchs ist heute kein Makel mehr, sondern kann ein Verkaufsargument sein.

Häufige Fragen zu gescheckten Pferderassen

Welche Pferderassen sind immer gescheckt?

Keine Rasse ist zu 100 Prozent gescheckt. Selbst bei Rassen wie Knabstrupper, Appaloosa, Paint Horse oder Lewitzer fallen immer wieder einfarbige Fohlen, weil nicht jedes Fohlen das Scheckungsgen erbt. Beim Pony of the Americas ist die Tigerscheckung allerdings Voraussetzung für die Eintragung.

Ist ein Schecke eine eigene Rasse?

Nein. Schecke beschreibt eine Fellzeichnung. Es gibt Rassen, die über die Scheckung entstanden sind. Daneben gibt es reine Farbzuchten wie den Pinto, in denen Pferde verschiedenster Herkunft mit Plattenscheckung geführt werden.

Welche Kaltblutrassen gibt es gescheckt?

Der Noriker ist die klassische gescheckte Kaltblutrasse, mit Tigerschecken und selteneren Plattenschecken. Dazu kommen das Drum Horse und der Tinker, der vor allem im alten, schweren Schlag den Kaltblütern nahesteht.

Gibt es gescheckte Isländer?

Ja, Plattenschecken sind bei Islandpferden häufig, als Tobiano und mit Splashed White. Tigerschecken gibt es bei reinrassigen Isländern dagegen nicht.

Gibt es gescheckte Friesen oder Haflinger?

Reinrassige Friesen sind immer Rappen, reinrassige Haflinger immer Füchse. Gescheckte Pferde im Friesentyp sind Barockpintos.

Welche Ponyrassen gibt es gescheckt?

Gescheckt vorkommen unter anderem Shetlandpony, Deutsches Partbred Shetland Pony, Deutsches Reitpony, Lewitzer, Pinto-Pony, Europäisches Appaloosa-Pony, Pony of the Americas, Knabstrupper im Ponytyp und Miniaturpferde.

Sind gescheckte Pferde teurer?

Bei vielen Rassen ja. Gescheckte Noriker erzielen oft höhere Preise als einfarbige. Bei Sportpferden kann eine auffällige Tigerscheckung den Preis deutlich steigern, wie das Fohlen J-Nimon K mit 75.000 Euro gezeigt hat. Entscheidend bleiben aber Gesundheit, Gebäude, Bewegung und Ausbildung.

Sind gescheckte Pferde anfälliger für Krankheiten?

Teilweise. Tigerschecken haben ein erhöhtes Risiko für Mondblindheit, Pferde mit doppelter Tigeranlage sind nachtblind. Rosa Haut unter weißem Fell neigt zu Sonnenbrand und Hautkrebs. Frame-Overo-Träger können tödlich kranke Fohlen bekommen. Andere Probleme wie Mauke beim Tinker oder HYPP beim Paint Horse hängen mit der Rasse zusammen, nicht mit der Farbe.

Wie alt werden gescheckte Pferde?

So alt wie einfarbige Pferde derselben Rasse, im Durchschnitt 25 bis 30 Jahre, robuste Ponys oft deutlich älter. Es gibt keinen Beleg dafür, dass die Scheckung selbst die Lebenserwartung verkürzt.

Eine Antwort zu „Gescheckte Pferderassen“

  1. Avatar von J Nius VVZ – Alles über Pferde

    […] geteilt. Hier kannst Du meinen Beitrag über Tigerschecken im Sport und hier über weitere gescheckte Pferderassen lesen und warum sie zu Augenerkrankungen […]

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Ich bin Daniela

Reitlehrerin FN und Therapeutische Reitlehrerin und absoluter Fan von Fjordpferden