Das außergewöhnlichste Pferd der Welt

Das außergewöhnlichste Pferd der Welt: der Achal-Tekkiner sieht beinahe unwirklich aus

Wenn man nach dem größten Pferd der Welt sucht, kann man messen. Beim schnellsten Pferd kann man die Stoppuhr bemühen, beim schwersten die Waage und beim stärksten zumindest versuchen, Zugleistungen miteinander zu vergleichen. Beim außergewöhnlichsten Pferd der Welt wird die Sache schwieriger, denn dafür gibt es weder einen Weltrekord noch eine offizielle Jury.

Trotzdem gibt es eine Pferderasse, bei der erstaunlich viele Menschen beim ersten Foto zweimal hinschauen:

den Achal-Tekkiner.

Vor allem die goldfarbenen Vertreter dieser alten Pferderasse sehen teilweise so ungewöhnlich aus, dass man bei besonders spektakulären Fotos beinahe vermuten könnte, jemand hätte mit der Bildbearbeitung ein wenig übertrieben. Ein sehr schlanker Körper, lange Beine, ein feiner Kopf, wenig Mähne und dazu dieses Fell, das im richtigen Licht metallisch glänzen kann: Ein Achal-Tekkiner sieht nicht unbedingt so aus, wie wir uns das klassische deutsche Reitpferd vorstellen.

Und genau das macht ihn zu einem ziemlich guten Kandidaten für den Titel außergewöhnlichstes Pferd der Welt.

Warum sieht der Achal-Tekkiner so außergewöhnlich aus?

Sein berühmtestes Merkmal ist zweifellos sein Fell. Besonders bei goldfarbenen Achal-Tekkinern kann ein metallischer Schimmer entstehen, der das Pferd je nach Licht tatsächlich golden erscheinen lässt.

Dieser Eindruck entsteht nicht einfach dadurch, dass das Pferd besonders ordentlich geputzt wurde. Die besondere Struktur der Haare beeinflusst die Lichtbrechung und kann dadurch diesen charakteristischen metallischen Glanz erzeugen.

Nicht jeder Achal-Tekkiner ist allerdings golden. Die Rasse kommt in unterschiedlichen Fellfarben vor. Gerade bei bestimmten Falben und aufgehellten Farben wird der metallische Effekt jedoch besonders auffällig.

Damit besitzt diese Pferderasse etwas, das selbst unter den vielen außergewöhnlichen Fellfarben der Pferde ziemlich bemerkenswert ist.

Ein Pferd aus der Wüste Turkmenistans

Noch interessanter wird der Achal-Tekkiner, wenn man sich anschaut, woher dieses ungewöhnliche Pferd stammt.

Seine Heimat liegt in Turkmenistan in Zentralasien, einer Region, in der Pferde über sehr lange Zeit unter ausgesprochen anspruchsvollen klimatischen Bedingungen gehalten und gezüchtet wurden. Hitze, Trockenheit und weite Strecken verlangten nach Pferden, die mit ihren Kräften haushalten konnten und enorme Ausdauer besaßen.

Entsprechend unterscheidet sich auch der Körperbau des Achal-Tekkiners deutlich von dem eines schweren Warmblüters oder gar eines Kaltblutpferdes. Er wirkt schmal, langbeinig und ausgesprochen fein. Manche Menschen finden ihn wunderschön und elegant, andere müssen sich an seine ungewöhnlichen Proportionen erst einmal gewöhnen.

Unauffällig ist er jedenfalls nicht.

Eine der ältesten Pferderassen der Welt

Zum außergewöhnlichen Erscheinungsbild kommt eine bemerkenswerte Geschichte. Der Achal-Tekkiner gehört zu den sehr alten Pferderassen Zentralasiens. Pferde dieses Typs wurden dort über Jahrhunderte als schnelle und ausdauernde Reitpferde geschätzt.

Damit ist der Achal-Tekkiner nicht einfach eine moderne Züchtung, bei der Menschen irgendwann beschlossen haben, ein möglichst spektakulär aussehendes Pferd hervorzubringen. Sein Körperbau und seine Eigenschaften entstanden vor dem Hintergrund einer völlig anderen Umwelt und Nutzung als bei unseren heutigen europäischen Sportpferden.

Das erklärt auch, warum er neben einem modernen Warmblut beinahe wirkt, als gehörten die beiden Tiere unterschiedlichen Pferdewelten an.

Wie groß wird ein Achal-Tekkiner?

Trotz seiner extrem langen und schlanken Erscheinung ist der Achal-Tekkiner kein besonders großes Pferd. Die durchschnittliche Widerristhöhe liegt ungefähr bei 1,57 Metern. Auch beim Gewicht bleibt er mit ungefähr 400 bis 450 Kilogramm deutlich unter vielen modernen Warmblütern.

Das Interessante ist also gerade der Gegensatz zwischen seiner tatsächlichen Größe und seiner optischen Wirkung. Durch die langen Beine, den schlanken Körper und den langen Hals kann ein Achal-Tekkiner auf Bildern wesentlich größer und noch graziler wirken.

Wer beim außergewöhnlichsten Pferd der Welt einen gigantischen Kaltbluthengst erwartet hat, bekommt hier also das genaue Gegenteil.

Sind Achal-Tekkiner wirklich golden?

Manche schon, zumindest optisch.

Natürlich besteht auch ein Achal-Tekkiner nicht aus Gold, und „goldenes Pferd“ ist keine eigene Pferdefarbe. Bei bestimmten Fellfarben kann der charakteristische metallische Glanz jedoch so stark ausgeprägt sein, dass das Fell in der Sonne tatsächlich goldfarben erscheint.

Gerade deshalb verbreiten sich Fotos dieser Pferde immer wieder im Internet. Einige Achal-Tekkiner sehen darauf beinahe aus wie metallene Pferdeskulpturen.

Allerdings sollte man bei spektakulären Bildern im Internet ein wenig vorsichtig sein. Licht, Kontrast und Bildbearbeitung können diesen Effekt zusätzlich verstärken. Ein echter Achal-Tekkiner muss nicht aussehen, als hätte ihn jemand morgens mit Blattgold überzogen, um ein typischer Vertreter seiner Rasse zu sein.

Wie selten sind Achal-Tekkiner?

Auch hier wird unser außergewöhnliches Pferd seinem Titel gerecht. Achal-Tekkiner gehören weltweit zu den seltenen Pferderassen. Die Livestock Conservancy nennt einen weltweiten Bestand von weniger als 7.000 Tieren und führt die Rasse als gefährdet.

Wer in Deutschland auf die nächste Pferdeweide schaut, wird dort deshalb mit sehr großer Wahrscheinlichkeit keinen Achal-Tekkiner entdecken.

Im Vergleich zu verbreiteten Warmblut-, Pony- oder Westernpferderassen handelt es sich tatsächlich um eine kleine Population.

Ist der Achal-Tekkiner nur schön oder kann der auch etwas?

Sein ungewöhnliches Aussehen sollte nicht darüber hinwegtäuschen, wofür diese Pferde ursprünglich berühmt wurden: ihre Ausdauer.

Achal-Tekkiner gelten als ausgesprochen ausdauernde und leistungsfähige Pferde. Heute werden sie unter anderem im Distanzreiten eingesetzt, sind aber ebenso in Dressur und Springen zu finden.

Der auffällige Körperbau ist also kein Selbstzweck. Hinter diesem dünnen, beinahe zerbrechlich wirkenden Pferd steckt ein Reitpferd, dessen Geschichte eng mit langen Strecken und schwierigen klimatischen Bedingungen verbunden ist.

Und damit wird der Achal-Tekkiner eigentlich noch interessanter. Er sieht nicht nur außergewöhnlich aus, sondern ist das Ergebnis einer Pferdezucht, die unter Bedingungen entstand, die mit unseren grünen europäischen Pferdeweiden herzlich wenig gemeinsam haben.

Ist der Achal-Tekkiner das außergewöhnlichste Pferd der Welt?

Das lässt sich natürlich nicht beweisen. Ein Marwari mit seinen nach innen gebogenen Ohren könnte Einspruch erheben, ein riesiges Shire Horse würde vermutlich ebenfalls gern ein Wort mitreden und bei den ungewöhnlichsten Fellzeichnungen finden sich noch einige Kandidaten, die einen Achal-Tekkiner durchaus herausfordern könnten.

Aber wenn wir nur ein Pferd als außergewöhnlichstes Pferd der Welt auswählen müssten, wäre der Achal-Tekkiner ein hervorragender Kandidat.

Er ist selten, besitzt einen ungewöhnlichen Körperbau, stammt aus einer jahrhundertealten zentralasiatischen Pferdetradition, ist für enorme Ausdauer bekannt und kann einen metallischen Fellglanz zeigen, den man bei kaum einer anderen Pferderasse in dieser Form findet.

Vor allem aber besitzt er diese eine Eigenschaft, die ein außergewöhnliches Pferd haben sollte: Man sieht ihn und möchte wissen, was um alles in der Welt das für ein Pferd ist.

Und genau deshalb bekommt der Achal-Tekkiner bei uns den inoffiziellen Titel:

Das außergewöhnlichste Pferd der Welt.

2 Antworten zu „Das außergewöhnlichste Pferd der Welt“

  1. Avatar von Die 10 außergewöhnlichsten Pferderassen – Alles über Pferde

    […] Deshalb bekommt er bei uns auch noch einmal einen eigenen Platz als außergewöhnlichstes Pferd der Welt. […]

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  2. Avatar von Die 10 außergewöhnlichsten Pferderassen – Alles über Pferde

    […] Deshalb bekommt er bei uns auch noch einmal einen eigenen Platz als außergewöhnlichstes Pferd der Welt. […]

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