
Was steckt eigentlich hinter dem Mustang Makeover?
Wer zum ersten Mal ein Video vom Mustang Makeover sieht, könnte glauben, es handele sich einfach um einen Pferdewettbewerb. Tatsächlich steckt aber eine viel größere Geschichte dahinter. Das Mustang Makeover entstand nicht, um möglichst spektakuläre Shows zu veranstalten, sondern um amerikanischen Wildpferden eine Zukunft zu geben.
Die meisten Mustangs, die an einem Makeover teilnehmen, stammen aus Auffangstationen des amerikanischen Bureau of Land Management (BLM). Diese Behörde verwaltet Millionen Hektar öffentliches Land im Westen der USA und ist auch für die frei lebenden Mustangs verantwortlich. Weil sich die Pferde ohne natürliche Feinde stark vermehren und die Weideflächen vielerorts begrenzt sind, werden regelmäßig Tiere eingefangen. Zehntausende Mustangs verbringen anschließend oft viele Jahre in großen Auffangstationen, obwohl sie ursprünglich als freie Wildpferde geboren wurden. Ziel des Mustang Makeovers ist es, einem Teil dieser Pferde ein dauerhaftes Zuhause zu vermitteln und gleichzeitig zu zeigen, welches Potenzial in ihnen steckt.
Der Grundgedanke stammt aus den USA. Dort gibt es seit vielen Jahren das Extreme Mustang Makeover. American Mustang Germany übernahm dieses Konzept und passte es für Europa an. Im Mittelpunkt steht nicht der schnellstmögliche Erfolg, sondern eine faire, pferdegerechte Ausbildung. Vertrauen, Gelassenheit und eine harmonische Zusammenarbeit zwischen Mensch und Pferd zählen deutlich mehr als spektakuläre Lektionen.
So beginnt jedes Mustang Makeover
Für jedes Event werden zunächst geeignete Mustangs ausgewählt. Dabei handelt es sich nicht um bereits angerittene Pferde, sondern um Tiere, die oft ihr gesamtes Leben in freier Wildbahn verbracht haben. Viele kennen zwar Menschen aus den Auffangstationen, sind aber lediglich halfterführig oder sogar noch deutlich zurückhaltender. Gerade das macht die Aufgabe der Trainer so anspruchsvoll.
Nach dem Import nach Deutschland werden die Pferde den Trainern zugelost. Niemand sucht sich “den einfachsten Mustang” aus. Erst bei der Auslosung erfahren die Teilnehmer, mit welchem Pferd sie die nächsten rund 100 Tage verbringen werden. Ab diesem Moment beginnt die eigentliche Challenge.
Diese ersten Tage entscheiden häufig über den gesamten weiteren Verlauf. Ein Mustang kennt keine Reithalle, keine Stallroutine und oft auch keine Berührungen am ganzen Körper. Viele Trainer verbringen deshalb zunächst Stunden oder sogar Tage damit, einfach nur Vertrauen aufzubauen. Das erste Halfter anlegen, die Hufe geben oder ruhig neben dem Menschen stehen sind oft größere Meilensteine als das spätere Reiten.
Es geht nicht darum, ein Showpferd zu machen
Genau darin unterscheidet sich das Mustang Makeover von vielen anderen Veranstaltungen. Niemand erwartet nach 100 Tagen ein perfekt ausgebildetes Dressurpferd oder ein fertiges Turnierpferd. Vielmehr soll gezeigt werden, dass auch ein ehemals völlig wild lebendes Pferd ein sicherer Freizeitpartner werden kann.
Bewertet werden deshalb nicht nur einzelne Lektionen, sondern vor allem der Ausbildungsweg. Die Richter achten darauf, wie ruhig ein Pferd mit neuen Situationen umgeht, wie fein es auf Hilfen reagiert und wie harmonisch die Kommunikation zwischen Mensch und Mustang wirkt. Angst, Zwang oder spektakuläre Showeffekte sollen ausdrücklich keine Rolle spielen.
Der Film „Aus Liebe zum Mustang“
Wer sich einen realistischen Eindruck verschaffen möchte, sollte mit der Dokumentation „Aus Liebe zum Mustang“ beginnen. Der Film begleitet das erste Mustang Makeover in Deutschland und zeigt mehrere Trainer während der gesamten Ausbildungszeit. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht spektakuläre Tricks, sondern die kleinen Fortschritte: der erste vorsichtige Kontakt, Rückschläge, Zweifel und schließlich die ersten gemeinsamen Erfolge. Dadurch bekommt man einen sehr authentischen Eindruck davon, wie viel Geduld die Arbeit mit einem Wildpferd erfordert. Die Dokumentation lief zunächst im Kino und ist inzwischen auch auf Streaming-Plattformen verfügbar.
Daneben produzierte der NDR die mehrteilige Reportage „Auf’m Mustang – Conny rettet die Wildpferde“. Sie begleitet Pferdetrainerin Constanze Weinzierl während ihrer 90-tägigen Challenge und zeigt den gesamten Weg vom Eintreffen der Mustangs am Flughafen bis zur Finalshow. Besonders interessant ist, dass die Reportage auch Unsicherheiten, Rückschläge und alltägliche Trainingssituationen zeigt und nicht nur die fertige Vorführung.

So läuft die Ausbildung eines Mustangs wirklich ab
Wer noch nie mit einem Wildpferd gearbeitet hat, stellt sich oft vor, dass die Trainer den Mustang nach wenigen Tagen satteln und anreiten. Tatsächlich passiert genau das nicht. Die ersten Wochen bestehen fast ausschließlich aus Grundlagen. Bevor überhaupt an Reiten zu denken ist, muss das Pferd lernen, dass der Mensch keine Gefahr darstellt.
Viele Mustangs haben zwar bereits Kontakt zu Menschen gehabt, etwa beim Einfangen oder in der Auffangstation, trotzdem kennen sie kein normales Stallleben. Sie wissen nicht, warum ein Mensch sie überall berührt, warum plötzlich Hufe ausgekratzt werden oder weshalb sie durch ein Tor geführt werden sollen. Deshalb beginnt die Ausbildung mit ganz einfachen Dingen: ruhig stehen bleiben, sich anfassen lassen, am Halfter mitgehen und Vertrauen entwickeln. Erst wenn diese Basis sicher ist, kommen weitere Schritte hinzu. Die Leitlinien des Mustang Makeovers schreiben ausdrücklich vor, dass die Ausbildung pferdegerecht und ohne unnötigen Druck erfolgen muss. Das Wohl des Pferdes steht jederzeit über dem Wettbewerb.
Viele Trainer beschreiben die ersten Tage sogar als den wichtigsten Abschnitt der gesamten Challenge. In dieser Zeit entscheidet sich, ob das Pferd lernt, dem Menschen freiwillig zu folgen. Wer hier hektisch arbeitet oder schnelle Erfolge erzwingen möchte, verliert oft das Vertrauen, das sich später nur schwer zurückgewinnen lässt.
Die ersten Meilensteine
Wenn ein Mustang beginnt, entspannt neben seinem Menschen zu stehen, wirkt das von außen unspektakulär. Für ein Wildpferd ist das jedoch ein riesiger Entwicklungsschritt. Danach folgen nach und nach weitere Übungen.
Der Mustang lernt, sich überall anfassen zu lassen. Danach werden die Hufe aufgenommen, später kommt das Putzen hinzu. Viele Pferde sehen zum ersten Mal eine Decke, eine Schabracke oder einen Sattel. Auch das Tragen eines Gebisses oder das Reiten erfolgt erst dann, wenn das Pferd körperlich und mental bereit dafür ist.
Genau deshalb unterscheiden sich die einzelnen Trainer auch deutlich voneinander. Manche reiten ihren Mustang bereits nach wenigen Wochen, andere warten deutlich länger. Beim Mustang Makeover wird das nicht negativ bewertet. Entscheidend ist vielmehr, dass der Ausbildungsstand zum jeweiligen Pferd passt und keine Überforderung entsteht.
Was wird beim Finale eigentlich geprüft?
Viele Besucher erwarten eine klassische Reitprüfung. Tatsächlich besteht die Trainer Challenge aus mehreren Bereichen, die möglichst viele Alltagssituationen abbilden sollen.
Ein wichtiger Bestandteil ist das Handling. Hier zeigt sich, ob der Mustang ruhig geführt werden kann, sich verladen lässt oder gelassen auf den Menschen reagiert.
Anschließend folgt häufig ein Trail-Parcours. Dabei müssen verschiedene Hindernisse bewältigt werden. Dazu gehören beispielsweise Brücken, Stangen, Tore oder ungewohnte Untergründe. Ziel ist nicht Geschwindigkeit, sondern Gelassenheit und Vertrauen.
Je nach Ausbildungsstand wird der Mustang außerdem unter dem Sattel vorgestellt. Dabei geht es ausdrücklich nicht um spektakuläre Lektionen, sondern um einen losgelassenen, entspannten Eindruck. Selbst wenn ein Trainer zwischendurch absteigt und eine Aufgabe vom Boden aus löst, führt das nicht automatisch zu Punktabzug. Das Regelwerk berücksichtigt bewusst, dass jedes Pferd unterschiedlich schnell lernt und Sicherheit immer Vorrang hat.
Den Höhepunkt bildet schließlich die Finalshow, häufig unter dem Namen Mustang Magic. Dort dürfen die Trainer zeigen, was sie gemeinsam mit ihrem Mustang in den wenigen Monaten aufgebaut haben. Manche präsentieren ruhige Freiarbeit, andere zeigen Trail, Geschicklichkeit oder kleine Freiheitslektionen. Entscheidend ist nicht die Schwierigkeit, sondern die Qualität der Partnerschaft.
Die Versteigerung ist der eigentliche Abschluss
Für viele Besucher endet das Event mit der Siegerehrung. Für die Mustangs beginnt danach jedoch ein völlig neuer Lebensabschnitt.
Nach der Finalshow werden die Pferde öffentlich versteigert. Interessenten können die Mustangs bereits während des gesamten Wochenendes kennenlernen, mit den Trainern sprechen und sich ausführlich über Charakter, Ausbildungsstand und Gesundheitszustand informieren. Vor der Auktion müssen sich alle Bieter registrieren. Die Pferde wurden tierärztlich untersucht, und auf Wunsch kann sogar eine zusätzliche Ankaufsuntersuchung organisiert werden. Einige Trainer bieten außerdem an, den Mustang nach der Auktion noch einige Zeit bei sich zu behalten, damit der Übergang in das neue Zuhause möglichst stressfrei verläuft.
Mit dem Zuschlag endet also nicht einfach ein Wettbewerb. Ziel des gesamten Mustang Makeovers ist es vielmehr, für möglichst viele dieser Wildpferde ein dauerhaftes Zuhause zu finden. Genau deshalb steht die Vermittlung im Mittelpunkt der Veranstaltung – die Show ist letztlich nur der Weg dorthin.

Was kostet ein Mustang – und wer darf überhaupt einen kaufen?
Viele Besucher verlassen das Mustang Makeover mit dem Gedanken: So einen Mustang hätte ich auch gern. Genau das ist auch ein Ziel der Veranstaltung. Die Pferde sollen nicht nach dem Wettbewerb wieder in einer Auffangstation verschwinden, sondern dauerhaft ein gutes Zuhause finden.
Trotzdem kann nicht jeder spontan einen Mustang ersteigern. Wer sich ernsthaft für eines der Pferde interessiert, sollte sich bereits vor dem Event mit den Trainern unterhalten. Sie kennen ihren Mustang nach rund 100 Tagen oft besser als jeder andere. Sie wissen, ob das Pferd eher gelassen oder sensibel ist, ob es einen erfahrenen Reiter braucht oder auch für ambitionierte Freizeitreiter geeignet sein könnte. Deshalb nehmen sich viele Trainer bewusst Zeit für Gespräche mit Interessenten, damit Pferd und neuer Besitzer möglichst gut zusammenpassen.
Die eigentliche Auktion findet erst nach den Finalvorführungen statt. Dann kommen die Mustangs einzeln in den Ring und werden versteigert. Der erfolgreiche Bieter übernimmt das Pferd einschließlich seiner bisherigen Ausbildung. Manche Trainer begleiten den neuen Besitzer anschließend noch eine Zeit lang oder bieten weiteren Unterricht an, damit der Übergang möglichst reibungslos verläuft. Das ist zwar nicht verpflichtend, wird aber häufig genutzt, denn gerade in den ersten Wochen profitiert ein frisch vermittelter Mustang von vertrauten Abläufen.
Wie teuer wird ein Mustang?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Einige Mustangs wechseln für wenige tausend Euro den Besitzer, andere erzielen deutlich höhere Preise. Entscheidend sind Alter, Ausbildungsstand, Charakter und natürlich auch die Bekanntheit des Trainers.
Besonders außergewöhnliche Pferde können erstaunliche Summen erreichen. So wurde der Mustang Iwest Coco beim Mustang Makeover für rund 28.000 Euro versteigert und gehörte damit zu den teuersten Event-Mustangs überhaupt. Solche Preise sind allerdings Ausnahmen und spiegeln vor allem den hohen Ausbildungsaufwand sowie die große Nachfrage nach einzelnen Pferden wider.
Dabei darf man nicht vergessen, dass der Kaufpreis nur einen kleinen Teil der späteren Kosten ausmacht. Wer einen Mustang übernimmt, trägt dieselbe Verantwortung wie bei jedem anderen Pferd: Stallmiete, Hufschmied, Tierarzt, Impfungen, Versicherung und Ausrüstung verursachen jedes Jahr erhebliche laufende Kosten.
Was passiert mit Mustangs, die nicht vermittelt werden?
Genau hier liegt einer der wichtigsten Gründe für das Mustang Makeover. In den USA leben seit Jahren zehntausende Mustangs in großen Auffangstationen des Bureau of Land Management. Dort werden sie versorgt, verbringen aber häufig viele Jahre ohne feste Bezugsperson. Durch Veranstaltungen wie das Mustang Makeover soll möglichst vielen dieser Pferde ein dauerhaftes Zuhause vermittelt werden. Nach Angaben von American Mustang Germany befinden sich derzeit weiterhin mehrere zehntausend Mustangs in staatlichen Einrichtungen und warten auf eine Chance.
Auch in den USA verfolgt das ursprüngliche Extreme Mustang Makeover genau dieses Ziel. Trainer arbeiten rund 100 Tage mit den Wildpferden und anschließend werden sie an private Halter vermittelt. Seit Beginn dieser Programme konnten bereits viele tausend Mustangs auf diesem Weg ein neues Zuhause finden.
Es gibt auch Kritik
So beliebt das Mustang Makeover inzwischen ist, ganz ohne Diskussionen kommt die Veranstaltung nicht aus.
Ein häufiger Kritikpunkt lautet, dass ein Zeitraum von rund 100 Tagen sehr kurz sei, um ein ehemals wild lebendes Pferd auf eine große Veranstaltung vorzubereiten. Kritiker befürchten, dass einzelne Trainer versucht sein könnten, zu schnell vorzugehen oder Pferde zu überfordern.
Die Veranstalter betonen dagegen, dass genau deshalb strenge Leitlinien gelten. Das Wohlergehen des Pferdes habe jederzeit Vorrang vor dem Wettbewerb. Es existieren klare Vorgaben zum Training, zur Haltung, zu Ruhezeiten und zu den erlaubten Trainingsmethoden. Außerdem können Trainer bei Verstößen disqualifiziert werden.
Ein weiterer Diskussionspunkt betrifft die Auktion selbst. Einige Trainer und Experten wünschen sich noch strengere Prüfungen für zukünftige Besitzer, damit möglichst jeder Mustang langfristig in erfahrene Hände kommt. Die Veranstalter empfehlen Interessenten deshalb ausdrücklich, sich bereits vor der Auktion intensiv beraten zu lassen und den Kontakt zu den Trainern zu suchen.
Gerade diese Diskussion zeigt aber auch, wie ernst das Thema inzwischen genommen wird. Das Mustang Makeover versteht sich heute nicht nur als Showveranstaltung, sondern ebenso als Plattform für Aufklärung über Wildpferde, ihre Ausbildung und ihre langfristige Vermittlung. Genau deshalb stehen inzwischen nicht spektakuläre Vorführungen im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie aus einem völlig wilden Mustang Schritt für Schritt ein verlässlicher Partner für den Menschen werden kann.
Wie kommen die Wildpferde überhaupt nach Deutschland?
Viele Besucher stellen sich genau diese Frage: Werden die Mustangs extra für das Mustang Makeover in den USA eingefangen? Die Antwort lautet ganz klar: Nein.
Die Pferde, die später nach Deutschland reisen, leben zu diesem Zeitpunkt bereits seit längerer Zeit in Auffangstationen des amerikanischen Bureau of Land Management (BLM). Sie wurden also nicht eigens für den Wettbewerb aus ihrer Herde genommen. Das ist ein wichtiger Unterschied, denn Ziel des Mustang Makeovers ist es gerade, bereits eingefangenen Mustangs eine neue Perspektive zu geben.
Wer sucht die Pferde aus?
Die Auswahl erfolgt nicht zufällig. Gemeinsam mit dem BLM und erfahrenen Mustang-Experten werden Pferde ausgesucht, die gesundheitlich geeignet sind und sich grundsätzlich für eine spätere Vermittlung eignen. Dabei spielen Alter, körperliche Verfassung und Charakter eine Rolle.
Für das deutsche Mustang Makeover werden überwiegend junge Pferde ausgewählt. Sie sind zwar noch völlig unerfahren, lassen sich aber meist leichter an das Leben mit Menschen gewöhnen als deutlich ältere Wildpferde. Gleichzeitig achtet man darauf, dass unterschiedliche Typen vertreten sind. Manche Mustangs wirken von Anfang an neugierig und offen, andere sind vorsichtiger und zurückhaltender. Genau diese Unterschiede machen den späteren Wettbewerb so spannend.
Der lange Weg über den Atlantik
Bevor ein Mustang überhaupt deutschen Boden betritt, beginnt eine aufwendige logistische Reise.
Zunächst werden alle ausgewählten Pferde tierärztlich untersucht. Gesundheitskontrollen, Blutuntersuchungen und die vorgeschriebenen Einfuhrbestimmungen müssen erfüllt werden. Anschließend verbringen die Pferde eine vorgeschriebene Zeit in Quarantäne, bevor sie überhaupt transportiert werden dürfen. Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass Tierseuchen eingeschleppt werden.
Erst danach beginnt der eigentliche Transport.
Die Mustangs reisen nicht mit Linienflugzeugen, sondern werden als spezielle Tiertransporte per Frachtflug nach Europa gebracht. Während des gesamten Fluges werden sie in dafür vorgesehenen Transportboxen untergebracht, die genügend Platz bieten, damit die Pferde ruhig stehen und das Gleichgewicht halten können. Der Flug dauert – je nach Route – ungefähr zehn bis zwölf Stunden.
Nach der Landung ist die Reise jedoch noch lange nicht beendet.
Ankunft in Deutschland
Auch nach ihrer Ankunft werden die Pferde nicht sofort an die Trainer übergeben.
Zunächst erfolgen weitere tierärztliche Kontrollen. Erst wenn alle Einreisebestimmungen erfüllt sind und die Tiere offiziell freigegeben werden, können sie in ihre vorübergehenden Unterkünfte gebracht werden.
Für die Mustangs bedeutet das eine enorme Umstellung.
Zum ersten Mal erleben sie ein völlig anderes Klima, andere Gerüche, andere Futtermittel und eine vollkommen neue Umgebung. Viele kommen direkt aus den weiten Landschaften Nevadas, Wyomings oder Utahs und stehen plötzlich in Deutschland. Deshalb wird bewusst darauf geachtet, ihnen zunächst einige Tage Ruhe zu geben, bevor das eigentliche Training beginnt.
Erst dann werden die Trainer ausgelost
Ein spannender Moment des Mustang Makeovers ist die Auslosung.
Die Trainer wissen vorher nicht, welches Pferd sie bekommen. Erst nach der Ankunft werden die Mustangs den Teilnehmern zugelost. Dadurch haben alle dieselben Voraussetzungen. Niemand kann sich den ruhigsten oder schönsten Mustang aussuchen.
Von diesem Augenblick an beginnt die rund 100 Tage dauernde Trainingszeit.
Viele Trainer berichten später, dass sie in den ersten Stunden kaum etwas “trainieren”. Stattdessen beobachten sie ihr Pferd, lernen seinen Charakter kennen und versuchen herauszufinden, wie es auf neue Situationen reagiert. Manche Mustangs fassen erstaunlich schnell Vertrauen. Andere brauchen Wochen, bis sie den Menschen in ihrer Nähe akzeptieren.
Gerade das macht für viele Zuschauer den Reiz des Mustang Makeovers aus. Man sieht keine fertig ausgebildeten Pferde, sondern erlebt Schritt für Schritt, wie aus einem Wildpferd ein verlässlicher Partner werden kann. Genau deshalb dokumentieren viele Trainer die gesamte Entwicklung täglich über soziale Medien – vom ersten vorsichtigen Blick bis zur gemeinsamen Finalshow
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