Leichttraben

Leichttraben lernen – einfach erklärt für Reitanfänger

Leichttraben gehört zu den ersten Dingen, die du beim Reiten lernst – und gleichzeitig zu den Dingen, bei denen man sich als Anfänger erstaunlich lange fragen kann, was man da eigentlich genau tun soll. Das Pferd trabt, der Reitlehrer ruft „Leichttraben!“, alle anderen stehen scheinbar völlig selbstverständlich auf und setzen sich wieder hin, während du versuchst, irgendwie den richtigen Moment zu erwischen.

Dabei ist Leichttraben gar nicht so kompliziert, wenn man erst einmal verstanden hat, was dabei passiert. Der wichtigste Punkt ist nämlich: Du musst dich nicht bei jedem zweiten Trabtritt aus eigener Kraft aus dem Sattel stemmen. Das Pferd liefert die Bewegung bereits. Deine Aufgabe besteht vor allem darin, diese Bewegung aufzunehmen, dich von ihr mitnehmen zu lassen und kontrolliert wieder in den Sattel zurückzukommen.

Wenn du das verstanden und irgendwann auch gefühlt hast, wird aus dem anfänglichen Auf-und-ab eine fließende Bewegung. Und meistens kommt irgendwann der Moment, an dem du überhaupt nicht mehr darüber nachdenkst.

Das wäre der falsche Fuß beim Leichttraben

Was ist Leichttraben?

Im Trab bewegt das Pferd seine Beine diagonal. Das bedeutet, dass jeweils ein Vorderbein und das diagonal gegenüberliegende Hinterbein nahezu gleichzeitig vortreten. Danach folgt das andere diagonale Beinpaar.

Dadurch entsteht der typische Zweitakt des Trabes:

eins – zwei – eins – zwei – eins – zwei.

Beim Aussitzen bleibst du bei beiden Bewegungsphasen im Sattel und folgst der Bewegung des Pferderückens mit deinem Körper. Beim Leichttraben dagegen entlastest du den Pferderücken bei jedem zweiten Trabtritt: Du lässt dich aus dem Sattel nach vorne-oben tragen und kommst anschließend wieder weich zurück.

So entsteht ebenfalls ein regelmäßiger Rhythmus:

auf – sitzen – auf – sitzen – auf – sitzen.

Gerade für Reitanfänger ist Leichttraben meistens wesentlich einfacher als Aussitzen. Der Trab kann ziemlich schwungvoll sein, und wer noch nicht gelernt hat, dieser Bewegung mit Becken und Rumpf zu folgen, beginnt beim Aussitzen schnell zu hüpfen oder sich irgendwo festzuhalten.

Beim Leichttraben musst du dagegen nur jeden zweiten Bewegungsimpuls aufnehmen.

Wie lernt man Leichttraben?

Am Anfang würde ich das Leichttraben überhaupt nicht unnötig kompliziert machen. Ob du gerade auf dem richtigen Fuß leichttrabst, wie dein Becken im Detail arbeitet und ob deine Fußspitze drei Zentimeter zu weit nach außen zeigt, ist zunächst zweitrangig.

Zuerst brauchst du Rhythmus und Gleichgewicht.

Lass dein Pferd ruhig antraben und versuche zunächst, den Zweitakt wahrzunehmen. Wenn es dir hilft, kannst du innerlich oder sogar leise mitzählen:

eins – zwei – eins – zwei.

Dann lässt du dich bei „eins“ von der Bewegung des Pferdes aus dem Sattel tragen und kommst bei „zwei“ wieder zurück.

Viele Anfänger machen genau an dieser Stelle einen entscheidenden Fehler: Sie versuchen aktiv aufzustehen.

Das sieht dann ein bisschen so aus, als wollten sie auf einem Stuhl Kniebeugen machen. Sie drücken sich über die Steigbügel nach oben, strecken die Knie durch und fallen anschließend wieder in den Sattel.

So soll Leichttraben nicht funktionieren.

Der Trab des Pferdes gibt deinem Körper ohnehin einen deutlichen Impuls nach oben. Diesen Impuls nutzt du. Du lässt dein Becken nach vorne-oben bewegen und fängst die Bewegung anschließend wieder ab.

Je besser das funktioniert, desto kleiner kann die Bewegung werden.

Du musst beim Leichttraben nicht hoch aufstehen

Ein sehr verbreiteter Anfängerfehler besteht darin, beim Leichttraben viel zu weit aufzustehen.

Manche Reiter kommen dabei beinahe vollständig aus dem Sattel und richten den Oberkörper weit auf. Dadurch dauert der Weg zurück entsprechend lange, das Gleichgewicht wird schwieriger und häufig landet man anschließend ziemlich unsanft im Sattel.

Das ist nicht nötig.

Beim guten Leichttraben verlässt dein Gesäß den Sattel nur so weit, wie es für die Bewegung erforderlich ist. Es geht weniger um ein senkrechtes Aufstehen als um ein leichtes Vorwärtsgleiten des Beckens.

Stell dir deshalb nicht vor, du möchtest deinen Kopf Richtung Hallendecke bewegen. Stell dir eher vor, dein Becken wird vom Pferd ein kleines Stück nach vorne-oben geschoben.

Das ist eine wesentlich kleinere und weichere Bewegung.

Wie sitzt man beim Leichttraben wieder richtig ein?

Mindestens genauso wichtig wie das Aufstehen ist das Zurückkommen in den Sattel.

Du solltest dich nicht einfach fallen lassen.

Gerade Anfänger konzentrieren sich häufig so sehr darauf, den richtigen Moment zum Aufstehen zu erwischen, dass sie anschließend regelrecht in den Sattel plumpsen. Für das eigene Gleichgewicht ist das ungünstig und für den Pferderücken erst recht nicht angenehm.

Das Hinsetzen gehört deshalb genauso zur Bewegung wie das Aufstehen.

Deine Knie und Sprunggelenke bleiben elastisch, deine Rumpfmuskulatur stabilisiert dich und du begleitest die Bewegung zurück in den Sattel.

Du setzt dich, du fällst nicht.

Wenn du bei jedem zweiten Trabtritt mit einem deutlichen „Plumps“ im Sattel landest, ist deine Bewegung wahrscheinlich zu groß oder du hast noch zu wenig Kontrolle beim Zurückkommen.

Dann hilft meistens nicht, noch angestrengter zu reiten. Mach die Bewegung kleiner.

Was machen die Beine beim Leichttraben?

Die Beine sollen möglichst ruhig am Pferd liegen.

Das klingt für einen Anfänger allerdings leichter, als es ist. Wer noch Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht hat, versucht häufig unbewusst, sich mit den Knien oder Unterschenkeln am Pferd festzuhalten.

Dadurch wird das gesamte Bein steif.

Besonders ungünstig ist es, die Knie fest an den Sattel zu pressen. Das Knie wird dann zum Drehpunkt und der Unterschenkel beginnt häufig, bei jedem Aufstehen nach hinten zu schwingen.

Das typische Bild kennt wahrscheinlich jeder Reitlehrer: oben bewegt sich der Reiter nach vorne, unten fliegen die Beine nach hinten.

Versuche stattdessen, dein Bein lang und locker am Pferd liegen zu lassen. Knie und Hüfte dürfen sich bewegen. Deine Wade bleibt in der Nähe des Pferdebauches, ohne permanent zu drücken.

Du sollst dich beim Leichttraben nicht mit den Beinen am Pferd festhalten.

Muss man sich beim Leichttraben auf die Steigbügel stellen?

Nein.

Natürlich tragen die Steigbügel einen Teil deines Gewichts und geben dir Stabilität. Trotzdem solltest du dich nicht bei jedem Trabtritt bewusst in die Bügel stemmen.

Wenn du versuchst, dich über die Füße hochzudrücken, passiert häufig Folgendes: Das Bein wird steif, der Absatz kommt hoch, das Knie wandert nach vorne und dein Schwerpunkt gerät aus dem Gleichgewicht.

Der Steigbügel ist keine kleine Treppenstufe, auf die du dich beim Leichttraben abwechselnd stellst.

Dein Gewicht verteilt sich weiterhin über deinen Sitz und deine Beine. Die Bewegung entsteht aus dem Zusammenspiel von Pferdebewegung, Hüfte, Becken und deiner Körperspannung.

Warum verliere ich beim Leichttraben das Gleichgewicht?

Weil du Reiten lernst.

Das klingt banal, ist aber tatsächlich die Erklärung für viele Probleme.

Auf einem Pferd musst du dein Gleichgewicht ständig neu organisieren. Der Untergrund unter dir bewegt sich in drei Dimensionen, und im Trab kommen relativ deutliche Beschleunigungen dazu.

Wenn du dann zusätzlich versuchst aufzustehen, deine Hände ruhig zu halten, das Pferd zu lenken, zu treiben und gleichzeitig noch deinem Reitlehrer zuzuhören, ist dein Nervensystem erst einmal ziemlich beschäftigt.

Deshalb darf Leichttraben am Anfang auch an der Longe geübt werden. Wenn jemand anderes das Pferd kontrolliert, kannst du dich ausschließlich auf deinen Körper konzentrieren.

Auch ein ruhiges, gleichmäßig trabendes Pferd macht einen gewaltigen Unterschied. Auf einem Pferd, das alle drei Schritte Tempo und Takt verändert, ist Leichttraben für einen Anfänger erheblich schwieriger.

Was machen die Hände beim Leichttraben?

Möglichst wenig.

Deine Hände sollen die Auf-und-ab-Bewegung deines Oberkörpers nicht mitmachen. Die Verbindung zum Pferdemaul soll möglichst gleichmäßig bleiben.

Das setzt allerdings voraus, dass deine Hände unabhängig von deinem Sitz werden – und genau diese Unabhängigkeit muss ein Reitanfänger erst lernen.

Deshalb sieht man häufig, dass die Hände beim Aufstehen nach oben wandern und beim Hinsetzen wieder nach unten kommen. Manchmal benutzt der Reiter die Zügel sogar unbewusst, um sich hochzuziehen.

Das solltest du vermeiden.

Wenn du dich am Zügel festhältst, bekommt das Pferd bei jedem Trabtritt einen Ruck im Maul.

Deine Ellenbogen bleiben locker und leicht angewinkelt. Sie können kleine Bewegungen ausgleichen, während die Hände möglichst ruhig in ihrer Position bleiben.

Warum komme ich beim Leichttraben ständig aus dem Takt?

Meistens deshalb, weil du versuchst, deinen eigenen Rhythmus zu bestimmen.

Beim Leichttraben gibt aber das Pferd den Rhythmus vor.

Ein Pferd mit kurzem, schnellem Trab verlangt eine andere Bewegung als ein Pferd mit großen, langsamen Trabtritten. Du kannst dem Pferd nicht einfach deinen bevorzugten Aufsteh-Rhythmus aufzwingen.

Hör auf den Trab.

Eins – zwei. Eins – zwei. Eins – zwei.

Wenn du merkst, dass du aus dem Rhythmus geraten bist, musst du nicht verzweifelt versuchen, dich irgendwie wieder hineinzusortieren. Setz dich für ein paar Tritte hin, finde den Takt neu und beginne wieder mit dem Leichttraben.

Das ist völlig in Ordnung.

Auf welchem Fuß muss man leichttraben?

Spätestens nach den ersten Reitstunden kommt dieser geheimnisvolle Satz:

„Du bist auf dem falschen Fuß!“

Dabei trabst du natürlich nicht tatsächlich auf einem Fuß.

Gemeint ist, zu welchem diagonalen Beinpaar des Pferdes deine Aufsteh- und Sitzbewegung passt.

Beim Reiten auf gebogenen Linien – beispielsweise auf dem Zirkel – wird üblicherweise so leichtgetrabt, dass du aufstehst, wenn sich die äußere Schulter des Pferdes nach vorne bewegt, und dich wieder hinsetzt, wenn sie zurückkommt.

Wenn du auf der linken Hand reitest, ist die rechte Schulter die äußere Schulter.

Wenn du auf der rechten Hand reitest, ist die linke Schulter die äußere Schulter.

Für Anfänger ist das zunächst viel Theorie. Praktisch lässt es sich aber recht leicht kontrollieren.

Wie erkenne ich beim Leichttraben den richtigen Fuß?

Schau kurz nach unten auf die äußere Schulter deines Pferdes.

Du kannst sehen, wie sich die Schulter mit jedem Schritt nach vorne und wieder zurück bewegt.

Wenn die äußere Schulter nach vorne geht, stehst du auf.

Geht sie zurück, sitzt du.

Am Anfang darfst du ruhig kurz hinschauen. Natürlich sollst du später nicht permanent auf die Pferdeschulter starren. Mit zunehmender Erfahrung wirst du den Rhythmus immer besser fühlen und brauchst diese optische Kontrolle kaum noch.

Aber niemand bekommt einen Preis dafür, dass er in der dritten Reitstunde bereits alles erfühlt.

Schau nach, ordne die Bewegung zu und richte deinen Blick anschließend wieder nach vorne.

Warum trabt man auf dem richtigen Fuß leicht?

Das Leichttraben soll den Pferderücken rhythmisch entlasten. Auf gebogenen Linien werden die beiden Körperseiten des Pferdes unterschiedlich beansprucht.

Die traditionelle Regel, beim Vorführen der äußeren Schulter aufzustehen, sorgt für eine gleichmäßige und systematische Entlastung und passt zur Bewegungsmechanik auf der gebogenen Linie.

Für einen Anfänger ist allerdings zunächst wichtiger zu verstehen, dass es zwei mögliche Rhythmen gibt.

Du kannst bei demselben Trab entweder bei dem einen oder bei dem anderen diagonalen Beinpaar aufstehen. Beide Rhythmen fühlen sich zunächst nahezu gleich an. Einer davon entspricht auf der jeweiligen Hand dem üblichen „richtigen Fuß“.

Und nein: Wenn du drei Runden auf dem falschen Fuß leichttrabst, hast du dein Pferd damit nicht ruiniert.

Es ist eine reiterliche Konvention mit biomechanischem Hintergrund – keine Katastrophe.

Wie wechselt man beim Leichttraben den Fuß?

Wenn du die Hand wechselst, ändert sich außen und innen.

Damit wird aus der bisherigen inneren Schulter die äußere Schulter und umgekehrt. Deshalb wechselst du beim Handwechsel normalerweise auch den Fuß, auf dem du leichttrabst.

Das geht ganz einfach:

Du bleibst einen Trabtritt länger sitzen.

Statt

auf – sitzen – auf – sitzen

machst du einmal

auf – sitzen – sitzen – auf.

Damit hast du deinen Rhythmus um einen Trabtritt verschoben und trabst anschließend auf dem anderen Fuß leicht.

Gerade am Anfang lohnt es sich, danach kurz zu kontrollieren, ob der Wechsel tatsächlich geklappt hat.

Was bedeutet „umsitzen“?

Wenn dein Reitlehrer sagt: „Einmal umsitzen“, meint er genau diesen Wechsel.

Du bleibst einen zusätzlichen Trabtritt im Sattel und stehst anschließend im neuen Rhythmus wieder auf.

Das Wort klingt komplizierter, als die Sache ist.

Nach einiger Zeit passiert das beim Handwechsel fast automatisch. Du wechselst die Richtung, sitzt einmal um und denkst gar nicht mehr darüber nach.

Warum falle ich beim Leichttraben nach vorne?

Häufig liegt es daran, dass du versuchst, die Bewegung aktiv mit dem Oberkörper zu erzeugen.

Dann wird aus dem Leichttraben eine Art Vor-und-zurück-Schaukeln: Beim Aufstehen wirft der Reiter Schultern und Oberkörper nach vorne und beim Hinsetzen richtet er sich wieder auf.

Die eigentliche Bewegung sollte aber hauptsächlich aus Hüfte und Becken kommen.

Dein Oberkörper bleibt relativ stabil.

Stell dir vor, jemand würde dich während des Leichttrabens von der Seite filmen. Dein Kopf sollte nicht bei jedem Trabtritt einen riesigen Bogen durch die Reithalle beschreiben.

Je ruhiger dein Schwerpunkt über dem Pferd bleibt, desto leichter wird das Ganze.

Warum rutschen meine Unterschenkel beim Leichttraben nach hinten?

Das passiert sehr häufig, wenn du dich mit dem Knie festklemmst.

Beim Aufstehen wird die Hüfte nach vorne geschoben, das Knie bleibt gewissermaßen am Sattel hängen und der Unterschenkel klappt nach hinten.

Versuche deshalb nicht krampfhaft, dein Bein „ruhig“ zu halten. Ein verkrampft festgehaltenes Bein wird meistens gerade nicht ruhig.

Lass Hüfte, Knie und Sprunggelenk beweglich.

Ein ruhiges Bein entsteht aus Balance – nicht aus Festhalten.

Warum verliere ich ständig meine Steigbügel?

Auch das ist ein klassisches Anfängerproblem.

Wenn du deine Beine hochziehst oder dich mit den Knien festklemmst, verliert dein Fuß leicht den Kontakt zum Steigbügel. Dasselbe kann passieren, wenn die Bügel zu lang eingestellt sind.

Der Steigbügel sollte ungefähr am Ballen liegen. Du musst ihn nicht mit den Zehen festhalten.

Versuche auch nicht, den Absatz mit Gewalt nach unten zu drücken. Ein tiefer Absatz entsteht vor allem aus einem entspannten Bein und einem beweglichen Sprunggelenk.

Wenn du permanent einen Steigbügel verlierst, sollte außerdem überprüft werden, ob beide Bügel gleich lang und für dich passend eingestellt sind.

Leichttraben ohne Steigbügel – ist das sinnvoll?

Ja – wenn es sinnvoll eingesetzt wird.

Leichttraben ohne Steigbügel kann eine hervorragende Übung für Gleichgewicht, einen unabhängigen Sitz und die richtige Bewegung aus Hüfte und Becken sein.

Es kann allerdings auch fürchterlich werden, wenn der Reiter noch überhaupt keine Balance besitzt und sich anschließend nur mit den Knien am Pferd festklemmt.

Deshalb ist „Bügel weg“ nicht automatisch gutes Sitztraining.

Kurze Sequenzen auf einem ruhigen Pferd oder an der Longe können sehr hilfreich sein. Zehn Minuten verkrampft ohne Bügel durch die Halle zu traben, während man sich irgendwie oben hält, bringen dagegen wenig.

Gutes Training macht eine Bewegung besser – nicht nur anstrengender.

Die häufigsten Fehler beim Leichttraben

Einige Fehler tauchen bei Reitanfängern immer wieder auf:

Zu hoch aufstehen:
Die Bewegung wird unnötig groß und das Gleichgewicht schwieriger.

In den Sattel fallen:
Der Reiter kontrolliert die Abwärtsbewegung nicht und landet hart auf dem Pferderücken.

Mit den Knien klemmen:
Das Bein wird steif, der Unterschenkel rutscht nach hinten und der Sitz instabil.

Sich in die Steigbügel stemmen:
Der Reiter versucht, sich mit Muskelkraft hochzudrücken, anstatt die Pferdebewegung zu nutzen.

Am Zügel festhalten:
Die Hände werden zur Gleichgewichtshilfe und das Pferd bekommt bei jedem Trabtritt einen Ruck im Maul.

Den Oberkörper nach vorne werfen:
Die Bewegung wird mit Schultern und Rücken erzeugt statt mit Hüfte und Becken.

Zu viel nachdenken:
Auch das gibt es. Wer gleichzeitig Knie, Absatz, Schulter, Hände, Becken, äußeres Vorderbein und Atmung kontrollieren möchte, sitzt irgendwann völlig verkrampft auf dem Pferd.

Reiten ist eine Bewegungsfertigkeit. Du musst Bewegungen oft wiederholen, bis dein Körper sie übernimmt.

Übungen, mit denen du Leichttraben besser lernst

Eine der einfachsten Übungen ist der Wechsel zwischen wenigen Tritten Aussitzen und Leichttraben.

Trabe beispielsweise:

vier Tritte leicht – vier Tritte sitzen – vier Tritte leicht.

Später kannst du die Abstände verändern.

Auch bewusstes Umsitzen ist hilfreich. Bleib immer wieder einen zusätzlichen Trabtritt sitzen und kontrolliere anschließend, auf welchem Fuß du leichttrabst.

Sehr wertvoll ist außerdem Longenunterricht. Ohne selbst lenken und das Tempo kontrollieren zu müssen, kannst du dich auf deinen Sitz konzentrieren. Je nach Ausbildungsstand kannst du dabei zeitweise die Hände von den Zügeln nehmen und beispielsweise seitlich ausstrecken.

Das zeigt ziemlich schnell, ob dein Gleichgewicht tatsächlich aus deinem Sitz kommt – oder bisher hauptsächlich aus deinen Händen.

Wie lange dauert es, Leichttraben zu lernen?

Darauf gibt es keine vernünftige allgemeingültige Antwort.

Manche Menschen finden den Rhythmus in ihrer ersten Reitstunde. Andere brauchen mehrere Stunden, bis sie zuverlässig leichttraben können. Und selbst wenn der grundsätzliche Bewegungsablauf funktioniert, bedeutet das noch lange nicht, dass Hände, Beine und Oberkörper schon völlig unabhängig voneinander arbeiten.

Auch das Pferd spielt eine große Rolle.

Auf einem erfahrenen Schulpferd mit gleichmäßigem, bequemem Trab kann ein Anfänger das Leichttraben wesentlich leichter lernen als auf einem Pferd mit sehr großem Schwung oder ständig wechselndem Tempo.

Vergleiche dich deshalb nicht mit dem Reiter vor dir.

Entscheidend ist nicht, wie schnell du die Bewegung irgendwie hinbekommst, sondern dass daraus allmählich ein ausbalancierter Sitz wird.

Leichttraben fühlt sich irgendwann ganz selbstverständlich an

Wenn du gerade erst Reiten lernst und beim Leichttraben noch darüber nachdenken musst, wann du aufstehen, wann du sitzen und welches Vorderbein du dabei beobachten sollst, erscheint die Sache erstaunlich kompliziert.

Das bleibt nicht so.

Dein Körper lernt den Bewegungsablauf durch Wiederholung. Irgendwann musst du nicht mehr „eins – zwei“ zählen. Du musst nicht mehr bei jeder Runde nach unten schauen, ob du auf dem richtigen Fuß bist. Und du musst auch nicht mehr bewusst darüber nachdenken, wie du wieder in den Sattel zurückkommst.

Du trabst an – und trabst leicht.

Bis dahin hilft vor allem eines: Versuch nicht, die Bewegung gegen das Pferd zu machen. Hör auf seinen Rhythmus, lass dich von seinem Trab mitnehmen und mach weniger, statt immer mehr zu wollen.

Denn gutes Leichttraben sieht am Ende gerade deshalb so leicht aus, weil der Reiter nicht bei jedem Trabtritt gegen die Bewegung arbeitet, sondern mit ihr.

Hinterlasse einen Kommentar