Welche Rasse war Blitz, der schwarze Hengst?
Kaum ein Filmpferd hat sich so tief ins Gedächtnis eingebrannt wie Blitz, der schwarze Hengst: tiefschwarz, unglaublich schnell, wild und gleichzeitig vollkommen auf den Jungen Alec fixiert.
Über berühmte Pferdefilme kannst Du hier nachlesen:
Aber welche Pferderasse war der schwarze Hengst eigentlich?
Die kurze Antwort lautet: Blitz war ein Arabischer Vollblüter.
Zumindest gilt das sowohl für die Filmfigur als auch für das berühmteste Pferd, das Blitz im Film verkörperte. Die Hauptrolle übernahm der schwarze Araberhengst Cass Ole.
Ganz so einfach ist die Geschichte allerdings nicht. Denn Blitz wurde während der Dreharbeiten von mehreren Pferden gespielt – und selbst sein berühmtester Darsteller sah in Wirklichkeit ein kleines bisschen anders aus als im Film.

Blitz, der schwarze Hengst: Welche Rasse hatte er?
In der Geschichte ist der Black, wie Blitz im englischen Original heißt, ein Arabischer Hengst.
Das passt hervorragend zur gesamten Geschichte. Der Araber gehört zu den ältesten Pferderassen der Welt und ist berühmt für Ausdauer, Härte, Schnelligkeit und seine häufig sehr enge Bindung an Menschen.
Genau diese Eigenschaften bestimmen auch die Figur von Blitz.
Er ist kein schweres, mächtiges Pferd, sondern ein vergleichsweise feiner, eleganter und enorm ausdauernder Hengst. Besonders auffällig sind sein kleiner Kopf, die großen Augen, der hoch angesetzte Schweif und seine leichten, schnellen Bewegungen.
Wer sich mit Arabischen Vollblütern auskennt, erkennt deshalb auch im Film ziemlich schnell den Araber.

Welches Pferd spielte Blitz im Film?
Der bekannteste Darsteller von Blitz war der Arabische Vollbluthengst Cass Ole.
Cass Ole war bereits vor seiner Filmkarriere ein erfolgreiches Showpferd. Für den Film erwies sich aber vor allem sein Temperament als großer Vorteil.
Ein Filmpferd muss nämlich etwas ganz anderes können als ein Pferd, das einfach nur besonders schön aussieht.
Es muss mit Schauspielern, Kameras, Technik, fremden Menschen und unzähligen Wiederholungen zurechtkommen. Gleichzeitig sollte Blitz im Film nicht wie ein braves Schulpferd wirken, sondern wie ein stolzer, temperamentvoller und zunächst kaum zu bändigender Hengst.
Cass Ole konnte genau diesen Eindruck vermitteln.
Cass Ole war gar nicht vollständig schwarz
Jetzt kommt eines der schönsten kleinen Geheimnisse des Films.
Der tiefschwarze Blitz hatte in Wirklichkeit weiße Abzeichen.
Cass Ole besaß einen weißen Stern auf der Stirn und weiße Abzeichen an den Beinen. Für seine Filmrolle wurden diese weißen Stellen dunkel eingefärbt.
Auf der Leinwand sollte schließlich ein vollkommen schwarzer Hengst erscheinen.
Das ist übrigens auch aus Pferdesicht interessant. Wirklich tiefschwarze Arabische Vollblüter ohne auffällige Abzeichen sind nicht gerade die Pferde, die einem bei der Suche nach einem geeigneten Filmpferd an jeder Ecke begegnen.
Also half die Filmmaske ein wenig nach.
Nicht nur menschliche Schauspieler müssen für Hollywood in die Maske.
Hat Cass Ole alle Szenen selbst gespielt?
Nein.
Obwohl Cass Ole heute meistens als der schwarze Hengst aus dem Film bezeichnet wird, kamen mehrere Pferde zum Einsatz.
Cass Ole spielte den Großteil der Szenen. Für besonders anspruchsvolle Sequenzen wurden jedoch andere Pferde verwendet.
Eines seiner wichtigsten Doubles war der ebenfalls schwarze Araberhengst Fae Jur.
Darüber hinaus wurden weitere Pferde für Lauf-, Kampf-, Stunt- und Schwimmszenen eingesetzt.
Das hatte einen ganz praktischen Grund. Cass Oles Besitzer hatten Bedingungen für seinen Einsatz gestellt. Der wertvolle Hengst sollte unter anderem nicht für die besonders belastenden Lauf- und Schwimmszenen eingesetzt werden.
So entstand der Blitz, den wir im Film sehen, tatsächlich aus der Arbeit mehrerer Pferde.
Wer war Cass Ole?
Cass Ole wurde 1969 in Texas geboren und war ein registrierter Arabischer Vollblüter.
Er war also keineswegs irgendein schwarzes Pferd, das zufällig für einen Film entdeckt wurde.
Cass Ole hatte bereits eine erfolgreiche Karriere als Showpferd und gewann zahlreiche Auszeichnungen. Gerade seine Kombination aus Schönheit, Ausstrahlung und Trainierbarkeit machte ihn für die Rolle interessant.
Für die Dreharbeiten wurde er zusammen mit den anderen Pferden speziell vorbereitet. Besonders wichtig war natürlich die Zusammenarbeit mit dem jungen Schauspieler Kelly Reno, der Alec spielte.
Denn genau von dieser Beziehung lebt der Film.
Die Szenen funktionieren nur, wenn man als Zuschauer glaubt, dass zwischen diesem Jungen und dem zunächst wilden Hengst tatsächlich eine außergewöhnliche Verbindung entsteht.
Worum geht es bei „Der schwarze Hengst“?
Der Film „Der schwarze Hengst“ erschien 1979 und basiert auf Walter Farleys berühmtem Jugendroman „The Black Stallion“ aus dem Jahr 1941.
Die Geschichte beginnt mit einer Katastrophe.
Der Junge Alec Ramsey reist mit seinem Vater auf einem Schiff. An Bord befindet sich auch ein geheimnisvoller schwarzer Araberhengst.
Das Schiff gerät in einen Sturm und sinkt.
Alec und der schwarze Hengst überleben und stranden auf einer einsamen Insel. Anfangs ist das Pferd wild und misstrauisch. Nach und nach entsteht jedoch eine außergewöhnliche Beziehung zwischen den beiden.
Später werden Alec und der Hengst gerettet.
Zurück in den USA entdeckt der ehemalige Jockey und Trainer Henry Dailey das enorme Talent des Pferdes. Aus dem wilden schwarzen Hengst wird schließlich ein Rennpferd.
Damit verbindet die Geschichte gleich mehrere Dinge, die Pferdefilme bis heute so erfolgreich machen: Freiheit, Freundschaft, ein scheinbar unzähmbares Pferd und natürlich den Traum, dass ausgerechnet ein einzelner Mensch das Vertrauen dieses Pferdes gewinnen kann.
Warum passte ein Araber so gut zu Blitz?
Aus meiner Sicht hätte man für diese Rolle kaum eine passendere Pferderasse auswählen können.
Ein Arabischer Vollblüter sieht vollkommen anders aus als ein typisches modernes Rennpferd.
Englische Vollblüter wirken häufig langbeiniger und stärker auf Geschwindigkeit gezüchtet. Der Araber ist kompakter, besitzt einen charakteristischen Kopf und trägt seinen Schweif häufig sehr hoch.
Vor allem aber können Araber eine enorme Präsenz entwickeln.
Wenn ein temperamentvoller Araber den Kopf hebt, die Nüstern aufbläht und mit hoch getragenem Schweif losläuft, braucht es nicht besonders viel Hollywood, um daraus einen wilden Hengst zu machen.
Gleichzeitig sind Araber ausgesprochen leistungsfähige Pferde.
Ihre große Stärke liegt bis heute besonders in der Ausdauer. Im internationalen Distanzsport gehören Arabische Vollblüter und arabisch geprägte Pferde deshalb zu den dominierenden Rassen.
War Blitz ein Friese?
Nein.
Das wird heute erstaunlich häufig vermutet.
Vielleicht liegt es daran, dass schwarze Filmpferde inzwischen sehr häufig Friesen sind. Mit ihrer langen Mähne, dem üppigen Schweif und ihrem imposanten Auftreten sind sie für Filmproduktionen natürlich ausgesprochen attraktiv.
Blitz war aber kein Friese.
Wer Cass Ole genauer betrachtet, erkennt auch deutlich den Unterschied.
Er besitzt den feinen Kopf, den wesentlich leichteren Körperbau und die typische Ausstrahlung eines Arabischen Vollblüters.
Ein Friese wäre für die Rolle des extrem schnellen und wendigen Wüstenhengstes außerdem optisch eine vollkommen andere Wahl gewesen.
War Blitz ein Englisches Vollblut?
Auch das ist eine nachvollziehbare Vermutung, schließlich wird Blitz später zum Rennpferd.
Trotzdem lautet die Antwort: Nein, Blitz war ein Araber.
Die Geschichte lebt sogar ein Stück weit davon, dass hier nicht einfach ein gewöhnliches Rennpferd auftaucht.
Der geheimnisvolle Hengst besitzt eine exotische Herkunft und außergewöhnliche Fähigkeiten. Genau dadurch bekommt Blitz fast etwas Mythisches.
Wie heißt Blitz im englischen Original?
Hier gibt es für deutsche Zuschauer noch eine kleine Besonderheit.
Im englischen Original heißt das Pferd nicht Blitz.
Es heißt schlicht:
The Black.
Der Roman trägt entsprechend den Titel „The Black Stallion“.
Die deutsche Buchreihe von Walter Farley wurde dagegen als „Blitz, der schwarze Hengst“ bekannt.
Deshalb verbinden gerade deutschsprachige Pferdefans den Namen Blitz untrennbar mit dem schwarzen Hengst.
Gab es noch weitere Filme mit dem schwarzen Hengst?
Ja.
Nach dem großen Erfolg von „The Black Stallion“ erschien 1983 „The Black Stallion Returns“, auf Deutsch „Der schwarze Hengst kehrt zurück“.
Auch hier spielte Cass Ole wieder eine Rolle.
Interessanterweise kam in der Fortsetzung außerdem der ägyptische Araberhengst El Mokhtar zum Einsatz.
El Mokhtar war ursprünglich sogar als Pferd für den ersten Film vorgesehen gewesen. Seine damaligen Besitzer wollten ihn jedoch nicht für die Produktion zur Verfügung stellen.
Später gelang es der Filmproduktion doch, ihn einzusetzen.
Warum ist Blitz bis heute eines der berühmtesten Filmpferde?
Wer den Film als Kind gesehen hat, erinnert sich meistens nicht zuerst an irgendwelche Dialoge.
Man erinnert sich an das Pferd.
An den schwarzen Hengst am Strand, an die langen Galoppszenen und an diese Vorstellung, dass ein scheinbar vollkommen wildes Pferd einem einzigen Menschen vertraut.
Genau das ist wahrscheinlich der Grund, warum die Geschichte Jahrzehnte später noch funktioniert.
Und das Erstaunliche daran ist, dass hinter diesem beinahe märchenhaften Filmpferd tatsächlich ein echtes außergewöhnliches Pferd stand.
Cass Ole war ein Arabischer Vollbluthengst – und wurde durch „Der schwarze Hengst“ zu einem der bekanntesten Filmpferde überhaupt.
Kurz beantwortet: Welche Rasse war der schwarze Hengst?
Blitz beziehungsweise „The Black“ aus dem Film „Der schwarze Hengst“ von 1979 ist ein Arabischer Vollblüter. Sein wichtigster tierischer Darsteller war der schwarze Araberhengst Cass Ole. Da Cass Ole einen weißen Stern und weiße Beinabzeichen besaß, wurden diese für den Film dunkel eingefärbt. Für Lauf-, Schwimm- und Stuntszenen kamen zusätzlich mehrere andere Pferde zum Einsatz.
Der vollkommen schwarze Hengst, den wir im Film sehen, war also ein kleines bisschen Hollywood – der Araber dahinter war dagegen absolut echt.
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