Turnierzöpfe beim Pferd

Perfekt eingeflochten zum Turnier


Pferd fürs Turnier einflechten – so gelingen perfekte Turnierzöpfe

Wer zum ersten Mal ein Turnier besucht, stellt oft fest, dass beinahe jedes Pferd eine kunstvoll eingeflochtene Mähne trägt. Besonders auf Dressurplätzen gehören die kleinen, gleichmäßigen Zöpfe inzwischen fast selbstverständlich zum Gesamtbild, während es im Springen oder in anderen Disziplinen etwas lockerer zugeht. Schnell entsteht deshalb der Eindruck, das Einflechten sei eine offizielle Vorschrift. Tatsächlich ist das jedoch nicht der Fall. Vielmehr handelt es sich um eine über Jahrzehnte gewachsene Tradition, die heute vor allem Ausdruck sorgfältiger Vorbereitung und guter Pferdepflege ist.

Eine sauber eingeflochtene Mähne lässt den Hals eleganter erscheinen, betont die Muskulatur und sorgt dafür, dass das Pferd aufgeräumt und gepflegt wirkt. Gerade in der Dressur, wo Harmonie, Präzision und ein stimmiges Gesamtbild eine wichtige Rolle spielen, gehört dieser Eindruck beinahe ebenso selbstverständlich dazu wie geputzte Stiefel oder ein sauberer Sattel. Dennoch sollte das Wohlbefinden des Pferdes immer an erster Stelle stehen. Zu fest gezogene Zöpfe können unangenehm sein und im schlimmsten Fall sogar Haarbruch oder Druckstellen verursachen. Gute Turnierzöpfe zeichnen sich deshalb nicht nur durch ihre Optik aus, sondern auch dadurch, dass sie angenehm sitzen und das Pferd nicht beeinträchtigen.

Dabei gibt es nicht die eine richtige Flechttechnik. Welche Frisur am besten aussieht, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Länge und Dicke der Mähne spielen ebenso eine Rolle wie die Halsform, die Pferderasse und die Disziplin, in der gestartet wird. Ein Warmblut mit gepflegter Sportmähne wird meist ganz anders eingeflochten als ein Haflinger mit dichter Langmähne oder ein Friese, dessen lange, wallende Mähne oft bewusst offen getragen wird. Wer versucht, jede Mähne nach demselben Schema zu flechten, wird deshalb selten ein wirklich harmonisches Ergebnis erzielen.

Hinzu kommt, dass erfahrene Turnierreiter längst nicht nur darauf achten, möglichst viele gleich große Zöpfe zu flechten. Viel wichtiger ist das Gesamtbild. Die Anzahl der Zöpfe kann den Hals optisch strecken oder kräftiger erscheinen lassen, während ihre Position den natürlichen Verlauf der Oberlinie unterstützt. Selbst kleine Unterschiede bei der Breite einzelner Strähnen fallen später deutlich auf und können einen ansonsten sehr gepflegten Eindruck stören. Genau deshalb investieren viele Reiter erstaunlich viel Zeit in die Vorbereitung, obwohl das eigentliche Flechten mit etwas Übung oft nur wenige Minuten dauert.

In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, wie du dein Pferd für das Turnier optimal vorbereitest, welche Flechtfrisur zu welcher Mähne passt, welche Hilfsmittel sich wirklich bewährt haben und welche typischen Fehler selbst erfahrenen Reitern immer wieder passieren. Gleichzeitig schauen wir uns an, warum manche Pferde überhaupt nicht eingeflochten werden sollten und weshalb manchmal gerade eine offene Mähne den deutlich besseren Eindruck hinterlässt.

Hier kannst Du noch mal unseren ersten Teil zum einflechten lesen:

Einflechten leicht gemacht

Hier kannst Du über Tinker spezielle Frisuren nachlesen


Muss ein Pferd auf dem Turnier überhaupt eingeflochten werden?

Eine der häufigsten Fragen von Turniereinsteigern lautet, ob das Einflechten vorgeschrieben ist. Die einfache Antwort lautet: JEIN.

Weder die Leistungsprüfungsordnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung noch die meisten Turnierausschreibungen verlangen grundsätzlich, dass ein Pferd eingeflochten sein muss. Wer mit offener Mähne startet, wird deshalb nicht automatisch schlechter bewertet oder sogar ausgeschlossen.

Dennoch haben sich im Laufe der Jahre klare Gepflogenheiten entwickelt, die je nach Reitsportdisziplin unterschiedlich ausgeprägt sind. In der Dressur gehört eine eingeflochtene Mähne heute nahezu zum Standard. Sie unterstreicht die elegante Erscheinung des Pferdes und sorgt dafür, dass Hals und Genick während der Lektionen besonders harmonisch wirken. Auch bei Dressurpferdeprüfungen oder höheren Klassen sieht man offene Mähnen nur noch selten.

Im Springreiten geht es dagegen deutlich entspannter zu. Viele Reiter flechten ihre Pferde zwar ebenfalls ein, andere verzichten bewusst darauf, insbesondere wenn die Mähne sehr dicht oder außergewöhnlich lang ist. Hier spielt der persönliche Geschmack oft eine größere Rolle als eine ungeschriebene Konvention.

Noch größer werden die Unterschiede bei anderen Disziplinen. In der Vielseitigkeit orientieren sich viele Reiter an den Dressurgepflogenheiten, weil auch dort zunächst eine Dressurprüfung geritten wird. Beim Gelände und im Springen bleiben die Zöpfe anschließend häufig einfach im Haar. Im Westernreiten dagegen werden ganz andere Frisuren bevorzugt, während Rassen wie Friesen, Andalusier oder Lusitanos häufig bewusst mit ihrer langen offenen Mähne vorgestellt werden. Gerade bei diesen Pferden gehört die üppige Haarpracht zum rassetypischen Erscheinungsbild und wäre durch kleine Turnierzöpfe eher ein Verlust als ein Gewinn.

Letztlich geht es deshalb weniger um starre Regeln als um ein harmonisches Gesamtbild. Eine gepflegte offene Mähne wirkt deutlich schöner als ungleichmäßige oder hastig geflochtene Zöpfe. Ebenso wenig sollte ein Pferd eingeflochten werden, wenn die Mähne dafür eigentlich ungeeignet ist oder das Flechten für das Tier unnötigen Stress bedeutet. Gute Turnierpflege zeichnet sich nicht dadurch aus, dass jede Tradition um jeden Preis eingehalten wird, sondern dadurch, dass sie sowohl zum Pferd als auch zur jeweiligen Disziplin passt.

Gut eingeflochten wir der Hals des Pferdes vorteilhaft betont

Warum Pferde auf dem Turnier überhaupt eingeflochten werden

Wer zum ersten Mal auf einem Reitturnier unterwegs ist, könnte leicht glauben, dass Turnierzöpfe vor allem der Optik dienen. Tatsächlich spielt das gepflegte Erscheinungsbild eine große Rolle, doch dahinter steckt weit mehr als reine Kosmetik. Das Einflechten der Mähne hat sich über viele Jahrzehnte entwickelt und erfüllt gleich mehrere Zwecke, die von praktischen Vorteilen bis hin zu einer besseren Präsentation des Pferdes reichen.

Gerade in der Dressur wird viel Wert auf ein harmonisches Gesamtbild gelegt. Richter beurteilen zwar ausschließlich die gezeigte Leistung und nicht die Frisur des Pferdes, dennoch trägt eine ordentlich eingeflochtene Mähne dazu bei, dass der gesamte Auftritt gepflegt und professionell wirkt. Ähnlich wie ein sauber geputzter Sattel oder glänzende Stiefel vermittelt sie den Eindruck, dass sich der Reiter sorgfältig vorbereitet hat und seinem Pferd Aufmerksamkeit schenkt.

Ein weiterer Grund liegt in der Wirkung auf die Silhouette. Eine offene Mähne verdeckt häufig einen Teil der Halsmuskulatur und lässt den Hals optisch breiter oder unruhiger erscheinen. Kleine, gleichmäßige Turnierzöpfe folgen dagegen der natürlichen Oberlinie und betonen den eleganten Verlauf vom Genick bis zum Widerrist. Besonders bei gut trainierten Sportpferden kommt dadurch die Bemuskelung deutlich besser zur Geltung.

Auch praktisch bietet das Einflechten einige Vorteile. Lange Haare können beim Reiten gegen den Hals schlagen oder sich im Zügel verfangen. Vor allem bei windigem Wetter oder während schwungvoller Lektionen bleibt eine eingeflochtene Mähne deutlich ruhiger. Das Pferd wird dadurch zwar nicht besser laufen, doch weder Reiter noch Richter werden durch ständig wehende Haare abgelenkt.

Hinzu kommt die lange Tradition des Reitsports. Schon vor vielen Jahrzehnten wurden Kavalleriepferde und später Sportpferde vor wichtigen Veranstaltungen sorgfältig geschniegelt und geschniegelt. Das Einflechten entwickelte sich zu einem festen Bestandteil der Turniervorbereitung und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Heute gehört es für viele Reiter einfach zum Ritual vor einem Wettkampf. Während am Vorabend noch der Sattel geputzt wird, entstehen anschließend oft die Turnierzöpfe, bevor es am nächsten Morgen früh zum Turnierplatz geht.

Allerdings gibt es auch Situationen, in denen eine offene Mähne die bessere Wahl ist. Manche Pferderassen verdanken einen Teil ihrer Ausstrahlung gerade ihrer langen, fließenden Mähne. Ein Friese mit kunstvoll eingeflochtenen Knopfzöpfen würde auf viele Betrachter eher ungewohnt wirken, während eine gepflegte offene Mähne seine typische Erscheinung unterstreicht. Ähnliches gilt häufig für Andalusier, Lusitanos oder Islandpferde, bei denen die üppige Mähne zum rassetypischen Bild gehört.

Deshalb sollte das Einflechten niemals zum Selbstzweck werden. Entscheidend ist nicht, ob jedes Pferd möglichst viele kleine Zöpfe trägt, sondern ob die gewählte Frisur zur jeweiligen Rasse, zur Disziplin und zur individuellen Mähne passt. Ein harmonischer Gesamteindruck entsteht immer dann, wenn Pferd und Frisur eine Einheit bilden und das Tier sich dabei uneingeschränkt wohlfühlt.

Welche Flechtfrisur passt zu welcher Disziplin und Pferderasse?

Nicht jede Turnierfrisur passt zu jedem Pferd. Während man auf einem Dressurturnier überwiegend die klassischen Knopfzöpfe sieht, wirken dieselben Zöpfe bei manchen Rassen eher unpassend. Bevor du mit dem Flechten beginnst, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Eigenheiten deines Pferdes.

Bei Warmblütern, wie sie im Dressur- und Springsport besonders häufig vertreten sind, haben sich kleine, gleichmäßige Knopfzöpfe durchgesetzt. Sie lassen den Hals elegant erscheinen und wirken besonders harmonisch, wenn die Mähne auf eine geeignete Länge gekürzt wurde. Viele ambitionierte Dressurreiter nähen die Zöpfe zusätzlich mit Garn ein. Dadurch halten sie den gesamten Turniertag über ihre Form und sehen oft noch gleichmäßiger aus als reine Gummizöpfe.

Im Springreiten geht es etwas unkomplizierter zu. Auch hier werden viele Pferde eingeflochten, allerdings sind etwas größere Rollzöpfe oder lockerere Knopfzöpfe keine Seltenheit. Manche Reiter verzichten sogar ganz auf das Einflechten, sofern die Mähne gepflegt liegt und das Gesamtbild stimmig wirkt.

Ponys profitieren häufig von etwas größeren Zöpfen, da ihre Mähne oft dichter wächst als die vieler Großpferde. Würde man dieselbe Anzahl winziger Zöpfe wie bei einem Warmblut flechten, könnte der Hals schnell überladen wirken. Größere, gleichmäßig gesetzte Zöpfe sorgen dagegen meist für ein ruhigeres Gesamtbild.

Haflinger stellen Flechtanfänger häufig vor besondere Herausforderungen. Ihre üppige, kräftige Mähne verlangt deutlich mehr Geduld und Kraft beim Flechten. Gleichzeitig lohnt sich die Mühe, denn sauber gearbeitete Turnierzöpfe bringen den kräftigen Hals dieser Rasse oft erstaunlich elegant zur Geltung.

Letztlich gibt es also keine Flechtfrisur, die für jedes Pferd gleichermaßen geeignet ist. Viel wichtiger ist es, die Besonderheiten der eigenen Mähne zu berücksichtigen und eine Frisur zu wählen, die die Vorzüge des Pferdes unterstreicht, anstatt sie zu verdecken. Gerade erfahrene Turnierreiter entscheiden deshalb oft nicht nach festen Regeln, sondern danach, welche Variante das jeweilige Pferd am besten zur Geltung bringt.

Turnierzöpfe vorbereiten – die Mähne richtig aufteilen

Ob die fertigen Turnierzöpfe später professionell aussehen, entscheidet sich häufig schon vor dem ersten Handgriff. Viele Reiter konzentrieren sich vor allem auf das Flechten und wundern sich anschließend, warum einige Zöpfe größer, andere kleiner oder unregelmäßig verteilt wirken. Der eigentliche Grund liegt jedoch meist nicht in der Flechttechnik, sondern in der Aufteilung der Mähne. Werden die einzelnen Strähnen unterschiedlich breit abgetrennt, lassen sich diese Unterschiede später kaum noch ausgleichen.

Am einfachsten gelingt die Vorbereitung, wenn die Mähne zunächst sorgfältig auf eine Seite gelegt und vollständig durchgekämmt wird. Größere Knoten sollten jetzt entfernt werden, denn bereits kleine Verfilzungen führen dazu, dass einzelne Strähnen dicker erscheinen, als sie tatsächlich sind. Die Mähne sollte außerdem leicht angefeuchtet werden. Sie liegt dadurch ruhiger, einzelne Haare stehen weniger ab und die späteren Zöpfe werden deutlich sauberer.

Nun beginnt der wichtigste Schritt: das gleichmäßige Abteilen. Bewährt hat sich ein Mähnenkamm mit schmalem Metallstiel oder einer feinen Spitze. Damit lassen sich saubere Scheitel ziehen, ohne unnötig viele Haare herauszureißen. Gestartet wird immer direkt hinter den Ohren. Der erste Zopf sollte weder zu weit vorne noch zu weit hinten sitzen, sondern dort beginnen, wo die eigentliche Mähne gleichmäßig wächst. So entsteht später ein harmonischer Übergang zwischen Genick und Hals.

Anschließend wird Strähne für Strähne nach hinten abgeteilt. Dabei lohnt es sich, jede einzelne Partie bewusst zu kontrollieren, anstatt möglichst schnell voranzukommen. Schon wenige Millimeter Unterschied summieren sich über den gesamten Hals und führen dazu, dass der letzte Zopf entweder viel zu breit oder unangenehm schmal ausfällt.

Erfahrene Turnierreiter orientieren sich deshalb nicht nur an der Breite der einzelnen Strähnen, sondern werfen regelmäßig einen Blick auf die noch verbleibende Mähne. Zeichnet sich früh ab, dass die Aufteilung am Ende nicht aufgeht, werden die nächsten Strähnen minimal schmaler oder etwas breiter gewählt. Diese kleinen Korrekturen fallen später überhaupt nicht auf, verhindern aber, dass der letzte Zopf wie ein Fremdkörper wirkt.

Besonders harmonisch wirken Turnierzöpfe außerdem, wenn sie nicht einfach senkrecht nebeneinander sitzen, sondern der natürlichen Linie des Mähnenkamms folgen. Deshalb lohnt es sich, nach jedem zweiten oder dritten Scheitel kurz einen Schritt zurückzutreten und den Hals aus etwas Entfernung zu betrachten. Kleine Ungleichmäßigkeiten erkennt man aus einem Meter Abstand wesentlich besser als direkt über der Mähne.

Gerade Anfänger machen häufig den Fehler, die Strähnen möglichst schmal abzuteilen, weil sie glauben, viele kleine Zöpfe sähen automatisch eleganter aus. Tatsächlich ist das Gegenteil oft der Fall. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Turnierzöpfe, sondern ihre Gleichmäßigkeit. Zwölf perfekt proportionierte Zöpfe wirken deutlich hochwertiger als achtzehn unterschiedlich große Knöpfe, die unruhig über den Hals verteilt sind.

Bevor der erste Zopf geflochten wird, empfiehlt es sich deshalb, die komplette Mähne zunächst vollständig abzuteilen und jede Strähne mit einem kleinen Mähnengummi zu sichern. Erst wenn die Aufteilung wirklich gleichmäßig aussieht, beginnt das eigentliche Flechten. Auf diese Weise lässt sich die Einteilung jederzeit noch korrigieren und das Ergebnis wirkt am Ende deutlich professioneller.

Turnierzöpfe flechten – so entsteht die Grundlage für einen perfekten Turnierlook

Sind alle Strähnen gleichmäßig eingeteilt, beginnt das eigentliche Flechten. Jetzt zahlt sich die sorgfältige Vorbereitung aus, denn jede Strähne kann ohne weiteres Nacharbeiten direkt verarbeitet werden.

Beginne wieder hinter dem Ohr und arbeite dich Strähne für Strähne bis zum Ende der Mähne vor. Jede Strähne wird möglichst straff nach unten geflochten. Straff bedeutet dabei nicht, dass am Mähnenkamm gezogen wird. Vielmehr sollten die einzelnen Flechtschläge gleichmäßig fest sein, damit der Zopf später seine Form behält, ohne am Pferd zu spannen. Gerade am Ansatz lohnt es sich, sauber zu arbeiten, denn dort entscheidet sich, ob die fertigen Turnierzöpfe ruhig am Hals liegen oder später schief wirken.

Geflochten wird bis kurz vor die Haarspitzen. Ein kleiner Rest bleibt ungeflochten und wird mit einem farblich passenden Mähnengummi fixiert. Idealerweise verschwindet das Gummi später vollständig im eingerollten Zopf und fällt kaum noch auf.

Sind alle Strähnen geflochten, sieht die Mähne zunächst wie eine Reihe gleich langer Zöpfe aus. Erst im nächsten Arbeitsschritt entstehen daraus die eigentlichen Turnierknöpfe.

Die Zöpfe einrollen – je nach Mähnenlänge unterschiedlich

Beim Einrollen gibt es nicht nur eine einzige Technik. Welche Variante sich am besten eignet, hängt vor allem von der Länge und Dicke der Mähne sowie vom gewünschten Erscheinungsbild ab.

Einfaches Umschlagen

Diese Methode eignet sich besonders für eher kurze Sportmähnen. Der fertige Zopf wird einmal nach oben geklappt, sodass die Haarspitzen nach innen verschwinden. Anschließend wird der umgeschlagene Zopf mit einem zweiten Mähnengummi direkt am Mähnenkamm befestigt. So entstehen kleine, gleichmäßige Knöpfe, die besonders im Springen häufig zu sehen sind. 

Mehrfach einrollen zur Kugel

Ist die Mähne etwas länger, reicht einmaliges Umschlagen meist nicht aus. In diesem Fall wird der Zopf zunächst nach oben geklappt und anschließend noch ein weiteres Mal eingerollt, bis eine kompakte, runde Form entsteht. Erst dann wird der Knopf mit einem Gummi befestigt. Diese Technik ergibt besonders gleichmäßige, kugelförmige Turnierzöpfe und verhindert, dass unten Haarspitzen hervorschauen. 

Rollzöpfe

Rollzöpfe unterscheiden sich etwas von den klassischen Knopfzöpfen. Der fertig geflochtene Zopf wird dabei eng in Richtung Mähnenkamm aufgerollt und anschließend mit dem Mähnengummi fixiert. Dadurch entstehen etwas länglichere Rollen, die sehr sicher halten und sich deshalb besonders im Springsport großer Beliebtheit erfreuen. 

Einnähen – der Klassiker im Dressursport

Wer besonders elegante Turnierzöpfe möchte, entscheidet sich häufig für das Einnähen. Dabei dienen die Mähnengummis lediglich dazu, den geflochtenen Zopf zunächst zu sichern. Anschließend wird jeder einzelne Knopf mit einer stumpfen Flechtnadel und kräftigem Garn mehrfach durchstochen und direkt am Mähnenkamm vernäht.

Der große Vorteil besteht darin, dass sich Form und Ausrichtung jedes einzelnen Turnierknopfes exakt korrigieren lassen. Gleichzeitig halten eingenähte Zöpfe meist deutlich länger als reine Gummizöpfe und überstehen auch längere Turniertage zuverlässig. Deshalb sieht man diese Technik vor allem in der Dressur bis hinauf in den Spitzensport. 

Einflechtclips – schnell, aber nicht ganz so elegant

Im Handel werden außerdem kleine Kunststoffclips angeboten, mit denen sich eingerollte Zöpfe befestigen lassen. Sie sparen zwar Zeit und funktionieren vor allem bei Übung recht zuverlässig, erreichen optisch jedoch selten die saubere Wirkung sorgfältig eingenähter Turnierknöpfe. Für das tägliche Training oder kleinere Turniere können sie eine praktische Alternative sein, bei Meisterschaften oder Dressurprüfungen mit besonders hohem Anspruch greifen viele Reiter jedoch weiterhin zu Nadel und Garn. 

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