Fliegenspray selber machen – natürliche Rezepte, wirksame Zutaten und praktische Tipps für dein Pferd
Kaum steigen im Frühjahr die Temperaturen, beginnt für viele Pferde eine anstrengende Zeit. Fliegen setzen sich an Augen und Nüstern, Bremsen sorgen für schmerzhafte Stiche, Kriebelmücken können starken Juckreiz auslösen und Mücken rauben Pferden auf der Weide oder beim Ausritt die Ruhe. Viele Tiere reagieren mit Schweifschlagen, Kopfschütteln oder ständiger Unruhe. Manche entwickeln sogar Scheuerstellen oder leiden unter einem Sommerekzem.
Ein gutes Fliegenspray kann die Belastung deutlich reduzieren. Allerdings greifen viele Pferdebesitzer nur ungern zu chemischen Produkten. Manche Pferde reagieren empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe, andere Besitzer wünschen sich eine möglichst natürliche Alternative oder möchten ein Fliegenspray herstellen, dessen Inhaltsstoffe sie genau kennen.
Die gute Nachricht: Ein wirksames Fliegenspray lässt sich mit wenigen Zutaten selbst herstellen. Wichtig ist allerdings, die richtigen Inhaltsstoffe auszuwählen und einige grundlegende Regeln zu beachten. Nicht jedes Hausmittel hält, was im Internet versprochen wird. Einige ätherische Öle eignen sich hervorragend, andere können Hautreizungen verursachen oder sind für Pferde sogar ungeeignet.
In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, wie du ein Fliegenspray selbst herstellen kannst, welche Inhaltsstoffe tatsächlich sinnvoll sind und worauf du bei der Anwendung unbedingt achten solltest.
Warum ein Fliegenspray für Pferde so wichtig ist
Ein paar Fliegen mögen harmlos erscheinen, für Pferde bedeuten sie jedoch oft erheblichen Stress. Pferde verbringen viele Stunden täglich auf der Weide oder im Offenstall und können den Insekten kaum ausweichen. Besonders an warmen, windstillen Sommertagen werden Fliegen, Bremsen und Mücken schnell zur Dauerbelastung.
Viele Pferde reagieren darauf mit typischen Abwehrbewegungen:
- ständiges Schweifschlagen
- heftiges Kopfschütteln
- Hautzucken
- Stampfen mit den Vorderbeinen
- unruhiges Umherlaufen
- Scheuern an Bäumen oder Zäunen
Bleibt dieser Stress über Wochen bestehen, kann er sich auf das gesamte Wohlbefinden auswirken. Manche Pferde fressen schlechter, wirken nervös oder können sich beim Training kaum konzentrieren. Besonders empfindliche Tiere entwickeln durch das ständige Scheuern kahle Stellen oder offene Hautpartien.
Hinzu kommt, dass viele Insekten nicht nur lästig sind. Bremsen verursachen schmerzhafte Bisse, Kriebelmücken gelten als Hauptauslöser des Sommerekzems und einige Insekten können Krankheitserreger übertragen.
Ein zuverlässiger Insektenschutz gehört deshalb während der warmen Jahreszeit zur täglichen Pferdepflege.
Welche Insekten Pferden besonders zu schaffen machen
Nicht jedes Insekt verhält sich gleich. Deshalb gibt es auch kein Fliegenspray, das gegen jede Art dieselbe Wirkung entfaltet.
Fliegen
Gewöhnliche Stall- und Weidefliegen sind zwar harmloser als Bremsen, können Pferde aber den ganzen Tag über belästigen. Besonders Augen, Nüstern und feuchte Hautbereiche werden bevorzugt angeflogen.
Bremsen
Bremsen gehören zu den unangenehmsten Plagegeistern. Anders als Fliegen stechen sie nicht, sondern ritzen die Haut auf und saugen Blut. Das ist schmerzhaft und führt häufig dazu, dass Pferde panisch reagieren oder plötzlich losspringen.
Kriebelmücken
Kriebelmücken sind winzig, ihre Wirkung ist jedoch enorm. Sie gelten als einer der wichtigsten Auslöser des Sommerekzems. Bereits wenige Bisse können bei empfindlichen Pferden starken Juckreiz auslösen.
Gnitzen
Auch Gnitzen gehören zu den häufigsten Verursachern allergischer Hautreaktionen. Besonders in den Morgen- und Abendstunden sind sie aktiv.
Stechmücken
Stechmücken treten vor allem in der Nähe von Gewässern oder nach Regenfällen vermehrt auf. Ihre Stiche sind zwar meist weniger schmerzhaft als Bremsenbisse, können Pferde aber ebenfalls erheblich stören.
Fliegenspray selber machen oder kaufen?
Diese Frage stellen sich viele Pferdebesitzer jedes Frühjahr aufs Neue. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.
Ein hochwertiges Fertigprodukt bietet meist eine längere Schutzwirkung, weil darin spezielle Repellentien enthalten sind. Dafür enthalten manche Sprays Duftstoffe oder Wirkstoffe, die nicht jeder Pferdebesitzer verwenden möchte.
Selbst gemachte Fliegensprays setzen dagegen auf natürliche Inhaltsstoffe. Der große Vorteil liegt darin, dass du jede einzelne Zutat selbst auswählst und das Rezept an dein Pferd anpassen kannst. Besonders bei empfindlicher Haut kann das sinnvoll sein.
Allerdings sollte man realistisch bleiben: Natürliche Fliegensprays müssen meist häufiger aufgetragen werden. Regen, Schweiß oder starkes Wälzen verkürzen die Schutzdauer zusätzlich.
Für viele Freizeitreiter ist das jedoch kein Problem. Wer sein Pferd täglich putzt oder vor jedem Ausritt vorbereitet, kann das Fliegenspray problemlos regelmäßig erneuern.
Natürliche oder chemische Fliegensprays – was wirkt besser?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
Chemische Fliegensprays enthalten häufig spezielle Repellentien, die Insekten über viele Stunden fernhalten. Gerade bei starkem Bremsenaufkommen sind sie oft besonders effektiv.
Natürliche Fliegensprays verfolgen einen anderen Ansatz. Sie überdecken den Eigengeruch des Pferdes oder enthalten Pflanzenstoffe, deren Duft viele Insekten meiden.
Zu den bekanntesten natürlichen Inhaltsstoffen gehören:
- Citronella
- Lavendel
- Geranium
- Pfefferminze
- Eukalyptus citriodora
- Neemöl
- Apfelessig
Auch wenn diese Stoffe eine insektenabweisende Wirkung haben können, ersetzt ein selbst gemachtes Fliegenspray nicht automatisch ein hochwirksames Repellent bei extremem Insektenbefall. Dafür punktet es mit natürlichen Zutaten, individueller Anpassung und meist geringeren Kosten.
Gerade für Pferde mit empfindlicher Haut oder bei moderatem Fliegenaufkommen kann ein selbst hergestelltes Spray deshalb eine sehr gute Alternative sein.
Welche Zutaten gehören in ein gutes Fliegenspray?
Ein wirksames DIY-Fliegenspray besteht meist aus mehreren Komponenten, die sich gegenseitig ergänzen.
Die Basis bildet Wasser oder abgekühlter schwarzer Tee. Schwarzer Tee enthält Gerbstoffe, die die Haut zusätzlich beruhigen können.
Hinzu kommt häufig Apfelessig. Sein intensiver Geruch wird von vielen Insekten gemieden. Gleichzeitig verändert er den Geruch der Haut leicht, wodurch Pferde für Fliegen weniger attraktiv wirken können.
Den eigentlichen Schutz liefern ätherische Öle. Sie sorgen für den typischen Duft des Fliegensprays und besitzen je nach Sorte unterschiedliche Eigenschaften.
Da Öl und Wasser sich nicht dauerhaft verbinden, wird außerdem ein Emulgator benötigt. Häufig eignet sich hierfür Solubol oder ein spezieller Emulgator für Naturkosmetik. Manche verwenden auch etwas pflanzliches Glycerin oder Alkohol, allerdings unterscheiden sich deren Eigenschaften deutlich.Welche ätherischen Öle sich tatsächlich eignen, wie sie richtig dosiert werden und welche Zutaten du besser vermeiden solltest, schauen wir uns im nächsten Abschnitt ganz genau an.

Die besten Inhaltsstoffe für ein selbst gemachtes Fliegenspray
Nicht jedes natürliche Hausmittel hält Fliegen, Bremsen oder Mücken zuverlässig fern. Manche Zutaten werden seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt, andere haben eher den Ruf eines Geheimtipps, ohne dass sich ihre Wirkung im Alltag wirklich bestätigt. Deshalb lohnt es sich, die einzelnen Bestandteile genauer anzusehen.
Ein gutes Fliegenspray besteht immer aus mehreren Komponenten: einer flüssigen Basis, einem oder mehreren insektenabweisenden Wirkstoffen und – wenn ätherische Öle verwendet werden – einem Emulgator, damit sich alle Bestandteile gut miteinander vermischen.
Welche ätherischen Öle eignen sich für Pferde?
Ätherische Öle enthalten hochkonzentrierte Pflanzenstoffe. Viele davon dienen den Pflanzen selbst als natürlicher Schutz vor Insekten. Genau diesen Effekt macht man sich auch beim Fliegenspray zunutze.
Wichtig ist jedoch: Mehr ist nicht automatisch besser. Ätherische Öle sollten immer sparsam dosiert und niemals unverdünnt auf das Pferd aufgetragen werden.
Citronellaöl
Citronella gehört zu den bekanntesten natürlichen Insektenabwehrmitteln überhaupt. Das Öl wird aus verschiedenen Zitronengrasarten gewonnen und verströmt einen intensiven, frischen Duft.
Viele Fliegen, Mücken und Bremsen meiden diesen Geruch. Deshalb ist Citronella in zahlreichen kommerziellen Fliegensprays enthalten.
Vorteile
- bewährter natürlicher Insektenschutz
- angenehmer frischer Duft
- gut mit anderen Ölen kombinierbar
Nachteile
- Wirkung lässt bei starker Sonneneinstrahlung schneller nach
- kann bei empfindlichen Pferden Hautreizungen verursachen
Lavendelöl
Lavendel wird häufig unterschätzt. Sein Duft wirkt auf viele Menschen angenehm und beruhigend, zahlreiche Insekten empfinden ihn dagegen als störend.
Lavendel eignet sich besonders für sensible Pferde und wird häufig mit Citronella kombiniert.
Vorteile
- milder Duft
- hautfreundlicher als viele andere ätherische Öle
- unterstützt die Hautpflege
Geraniumöl
Geranium zählt zu den wirksamsten natürlichen Bestandteilen vieler Fliegensprays. Es wird aus Duftgeranien gewonnen und besitzt einen intensiven, leicht rosigen Geruch.
Besonders Mücken und Fliegen reagieren empfindlich auf diesen Duft.
Pfefferminzöl
Pfefferminzöl sorgt für einen kühlenden Effekt auf der Haut und besitzt gleichzeitig eine gewisse insektenabweisende Wirkung.
Es sollte jedoch sparsam eingesetzt werden, da der hohe Mentholgehalt empfindliche Haut reizen kann.
Eukalyptus citriodora
Hier ist Vorsicht geboten: Gemeint ist nicht gewöhnliches Eukalyptusöl, sondern Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora beziehungsweise Corymbia citriodora).
Sein zitroniger Duft wirkt auf viele Insekten abschreckend und wird auch in zahlreichen kommerziellen Repellentien verwendet.
Neemöl
Neemöl stammt aus den Samen des Neembaums und unterscheidet sich von den klassischen ätherischen Ölen.
Es besitzt einen sehr intensiven Eigengeruch und wird seit vielen Jahren als natürlicher Insektenschutz verwendet.
Nicht jeder mag den Geruch, viele Pferdebesitzer berichten jedoch von guten Erfahrungen gegen Fliegen und Bremsen.
Wichtig: Neemöl wird häufig dickflüssig und sollte vor der Verwendung leicht erwärmt oder gut geschüttelt werden.
Welche Zutaten solltest du lieber vermeiden?
Im Internet kursieren zahlreiche Rezepte, die nicht unbedingt empfehlenswert sind.
Dazu gehören beispielsweise:
Teebaumöl
Teebaumöl wird häufig als Allzweckmittel empfohlen. Für Pferde eignet es sich jedoch nur sehr eingeschränkt.
Es besitzt zwar antimikrobielle Eigenschaften, kann aber Hautreizungen hervorrufen und wird von vielen Pferden aufgrund seines intensiven Geruchs schlecht akzeptiert.
Nelkenöl
Nelkenöl riecht intensiv und enthält große Mengen Eugenol.
Schon geringe Mengen können empfindliche Haut reizen. Für selbst gemachte Fliegensprays gibt es deutlich bessere Alternativen.
Zimtöl
Auch Zimtöl gehört zu den ätherischen Ölen mit einem hohen Reizpotenzial.
Es sollte bei Pferden besser nicht verwendet werden.
Unverdünnte ätherische Öle
Ein häufiger Fehler besteht darin, einige Tropfen direkt auf Mähne oder Fell zu geben.
Das kann zu Hautreizungen oder sogar Kontaktallergien führen.
Ätherische Öle gehören grundsätzlich immer in eine ausreichend verdünnte Mischung.
Die richtige Basis für dein Fliegenspray
Mindestens genauso wichtig wie die eigentlichen Wirkstoffe ist die Flüssigkeit, in der sie gelöst werden.
Wasser
Destilliertes Wasser eignet sich hervorragend als Basis.
Es enthält kaum Keime und verlängert die Haltbarkeit des Sprays.
Schwarzer Tee
Viele Pferdebesitzer schwören auf schwarzen Tee.
Die enthaltenen Gerbstoffe können gereizte Haut beruhigen und machen den Tee zu einer beliebten Grundlage für Fliegensprays.
Dafür werden mehrere Teebeutel mit kochendem Wasser übergossen und vollständig abgekühlt.
Apfelessig
Apfelessig gehört zu den beliebtesten Hausmitteln gegen Fliegen.
Sein intensiver Geruch verändert den Eigengeruch des Pferdes und kann Insekten fernhalten.
Außerdem lässt sich Apfelessig hervorragend mit schwarzem Tee kombinieren.
Warum Öl und Wasser sich nicht mischen
Viele wundern sich, warum sich ihr selbst gemachtes Fliegenspray nach wenigen Minuten in zwei Schichten trennt.
Der Grund ist einfach:
Ätherische Öle lösen sich nicht in Wasser.
Ohne Emulgator schwimmen sie oben auf der Flüssigkeit und gelangen beim Sprühen in ungleichmäßigen Mengen auf das Pferd.
Deshalb sollte immer ein geeigneter Emulgator verwendet werden.
Geeignet sind beispielsweise:
- Solubol
- spezielle Emulgatoren für Naturkosmetik
- etwas kosmetischer Alkohol (nur in geringer Menge)
Vor jeder Anwendung sollte das Spray zusätzlich kräftig geschüttelt werden.
Rezept 1 – Klassisches Fliegenspray mit Apfelessig
Dieses Rezept eignet sich für die meisten gesunden Pferde.
Zutaten
- 500 ml destilliertes Wasser
- 150 ml naturtrüber Apfelessig
- 15 Tropfen Citronellaöl
- 10 Tropfen Lavendelöl
- 8 Tropfen Geraniumöl
- passender Emulgator nach Herstellerangabe
Zubereitung
Zunächst werden die ätherischen Öle mit dem Emulgator vermischt. Anschließend kommen Wasser und Apfelessig hinzu. Alles gründlich verrühren und in eine saubere Sprühflasche füllen.
Vor jeder Anwendung kräftig schütteln.
Rezept 2 – Fliegenspray mit schwarzem Tee
Diese Variante eignet sich besonders für Pferde mit empfindlicher Haut.
Zutaten
- 500 ml starker schwarzer Tee
- 100 ml Apfelessig
- 10 Tropfen Lavendelöl
- 10 Tropfen Geraniumöl
- Emulgator
Nach dem vollständigen Abkühlen werden alle Zutaten miteinander vermischt und in eine Sprühflasche gefüllt.
Rezept 3 – Für besonders empfindliche Pferde
Manche Pferde reagieren bereits auf kleine Mengen ätherischer Öle.
Dann reicht oft eine deutlich mildere Mischung.
Zutaten
- 500 ml schwarzer Tee
- 50 ml Apfelessig
- 5 Tropfen Lavendelöl
- Emulgator
Diese Mischung wirkt zwar etwas kürzer, wird aber häufig besser vertragen.
Rezept 4 – Ohne ätherische Öle
Nicht jeder möchte ätherische Öle verwenden.
Dann kann auch diese einfache Mischung ausprobiert werden:
- 500 ml schwarzer Tee
- 150 ml Apfelessig
Der Schutz ist deutlich geringer als bei den anderen Rezepten, viele Pferde profitieren aber dennoch von der Veränderung des Eigengeruchs.
Damit hast du nun verschiedene Rezepte zur Auswahl. Im nächsten Abschnitt geht es darum, wie du ein selbst gemachtes Fliegenspray richtig anwendest, welche Fehler häufig passieren, wie lange es haltbar ist und wann ein DIY-Spray an seine Grenzen stößt.

Fliegenspray richtig anwenden – so schützt du dein Pferd möglichst lange
Ein gutes Fliegenspray kann nur dann seine Wirkung entfalten, wenn es richtig angewendet wird. Selbst das beste Rezept hilft wenig, wenn das Spray nur unregelmäßig aufgetragen wird oder wichtige Körperstellen vergessen werden.
Gerade bei selbst gemachten Fliegensprays gilt außerdem: Natürliche Inhaltsstoffe verflüchtigen sich schneller als viele synthetische Repellentien. Deshalb ist die richtige Anwendung entscheidend.
Vor dem ersten Einsatz: Immer einen Verträglichkeitstest machen
Auch natürliche Zutaten können bei einzelnen Pferden Hautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen. Deshalb solltest du jedes neue Fliegenspray zunächst an einer kleinen Hautstelle testen.
Besprühe dazu eine handtellergroße Stelle am Hals oder an der Schulter und beobachte die Haut in den nächsten 24 Stunden.
Zeigt dein Pferd keine Auffälligkeiten wie:
- Rötungen
- Schwellungen
- starken Juckreiz
- vermehrtes Scheuern
- Unruhe
kann das Spray normalerweise großflächig verwendet werden.
Reagiert dein Pferd empfindlich, solltest du die Mischung nicht weiter verwenden oder die Konzentration der ätherischen Öle deutlich reduzieren.
Wo sollte Fliegenspray aufgetragen werden?
Viele Pferdebesitzer konzentrieren sich nur auf Rücken und Hals. Dabei werden oft genau die Körperstellen vergessen, die Insekten besonders gerne anfliegen.
Dazu gehören:
- Hals
- Schulter
- Brust
- Rücken
- Kruppe
- Schweifansatz
- Beine
- Bauchunterseite
Besonders Bremsen stechen häufig an den Beinen und am Bauch. Diese Bereiche sollten deshalb nicht ausgelassen werden.
Vorsicht im Kopfbereich
Augen, Nüstern und Maul dürfen niemals direkt eingesprüht werden.
Sprühe stattdessen etwas Fliegenspray auf ein weiches Tuch oder einen Schwamm und verteile es vorsichtig auf Stirn, Ganaschen und Wangen.
Dabei sollte immer ausreichend Abstand zu Augen und Schleimhäuten eingehalten werden.
Wie oft sollte selbst gemachtes Fliegenspray verwendet werden?
Das hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Bei trockenem Wetter hält ein selbst gemachtes Fliegenspray meist mehrere Stunden. Gerät das Pferd jedoch in einen Regenschauer, wälzt sich ausgiebig oder schwitzt stark, lässt die Wirkung deutlich schneller nach.
In der Praxis hat sich folgende Orientierung bewährt:
- vor jedem Weidegang
- vor jedem Ausritt
- nach starkem Schwitzen erneut auftragen
- nach Regen nachsprühen
- bei starkem Bremsenaufkommen gegebenenfalls mehrmals täglich anwenden
Welche Tageszeit ist ideal?
Viele stechende Insekten sind morgens und in den Abendstunden besonders aktiv.
Es lohnt sich deshalb, das Fliegenspray bereits kurz vor dem Weidegang oder vor dem Ausritt aufzutragen und nicht erst dann, wenn das Pferd bereits von Fliegen umschwärmt wird.
Wie lange ist selbst gemachtes Fliegenspray haltbar?
Da auf Konservierungsstoffe verzichtet wird, ist ein DIY-Fliegenspray deutlich kürzer haltbar als gekaufte Produkte.
Je nach Zutaten gilt ungefähr:
Mit Wasser
Etwa eine Woche im Kühlschrank.
Mit schwarzem Tee
Etwa drei bis fünf Tage im Kühlschrank.
Mit Apfelessig
Der Essig wirkt leicht konservierend und kann die Haltbarkeit etwas verlängern. Trotzdem sollte das Spray möglichst frisch verwendet werden.
Am besten mischst du lieber kleinere Mengen nach Bedarf an, statt mehrere Liter auf Vorrat herzustellen.
So lagerst du dein Fliegenspray richtig
Die Haltbarkeit hängt auch von der Lagerung ab.
Ideal sind:
- dunkle Sprühflaschen
- kühle Lagerung
- sauber gereinigte Flaschen
- möglichst wenig direkte Sonneneinstrahlung
Vor jeder neuen Füllung sollte die Sprühflasche gründlich ausgespült werden, damit sich keine Keime oder Schimmel bilden.
Diese Fehler solltest du vermeiden
Viele selbst gemachte Fliegensprays wirken schlechter, weil kleine Fehler bei der Herstellung oder Anwendung passieren.
Zu viele ätherische Öle
Mehr Duft bedeutet nicht automatisch besseren Schutz.
Zu hohe Konzentrationen können die Haut reizen und den Geruch für das Pferd unangenehm machen.
Das Spray nicht schütteln
Ätherische Öle setzen sich mit der Zeit oben ab.
Deshalb sollte jede Sprühflasche vor der Anwendung kräftig geschüttelt werden.
Direkt in die Sonne sprühen
Einige ätherische Öle können die Haut lichtempfindlicher machen.
Deshalb empfiehlt es sich, das Spray möglichst vor dem Herausbringen auf die Weide oder einige Minuten vor dem Ausritt aufzutragen.
Offene Wunden einsprühen
Selbst milde Mischungen gehören nicht auf verletzte Haut.
Bei Scheuerstellen oder kleinen Wunden sollte das betroffene Areal ausgespart werden.
Zu große Mengen herstellen
Viele DIY-Rezepte werden nach wenigen Tagen unbrauchbar.
Frisch zubereitete Mischungen sind meist deutlich wirksamer.
Hilft selbst gemachtes Fliegenspray auch bei Sommerekzem?
Ein Fliegenspray kann Pferden mit Sommerekzem helfen – allerdings nur indirekt.
Das eigentliche Problem ist nicht der Juckreiz selbst, sondern die Überempfindlichkeit gegen den Speichel bestimmter Kriebelmücken und Gnitzen.
Je weniger Insekten das Pferd stechen, desto geringer fällt oft auch der Juckreiz aus.
Ein selbst gemachtes Fliegenspray kann deshalb Teil eines umfassenden Schutzkonzeptes sein.
Dazu gehören außerdem:
- eine gut sitzende Ekzemerdecke
- Weidegang außerhalb der Hauptflugzeiten
- möglichst windige Weiden
- regelmäßige Hautpflege
- konsequenter Insektenschutz
Wann reicht ein DIY-Fliegenspray nicht mehr aus?
So praktisch natürliche Fliegensprays auch sind – sie haben ihre Grenzen.
Bei extrem starkem Bremsenaufkommen oder in Gebieten mit einer außergewöhnlich hohen Insektenbelastung kann ein selbst gemachtes Spray zu schwach wirken.
Auch Pferde, die unter einem ausgeprägten Sommerekzem leiden oder auf nahezu jeden Insektenstich reagieren, benötigen häufig zusätzliche Schutzmaßnahmen.
In solchen Fällen kann ein hochwertiges kommerzielles Fliegenspray mit geprüften Repellentien sinnvoll sein. Es hält meist länger und muss seltener nachgesprüht werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass natürliche Varianten ungeeignet sind. Viele Pferde kommen im Alltag sehr gut mit selbst gemachten Mischungen zurecht – besonders dann, wenn sie regelmäßig frisch hergestellt und konsequent angewendet werden.
Lässt sich die Wirkung zusätzlich verbessern?
Ja. Ein Fliegenspray ist immer nur ein Baustein des Insektenschutzes. Mit einigen einfachen Maßnahmen kannst du die Belastung oft deutlich reduzieren:
- Mist regelmäßig entfernen, damit sich weniger Fliegen vermehren.
- Wassertröge sauber halten und stehendes Wasser vermeiden.
- Pferde möglichst in den frühen Morgenstunden oder später am Abend nur dann auf die Weide stellen, wenn dort wenig Gnitzen unterwegs sind – oder umgekehrt die Hauptflugzeiten meiden, je nach örtlicher Situation.
- Fliegenmasken und Fliegenfransen ergänzend einsetzen.
- Bei starkem Insektendruck eine leichte Fliegendecke verwenden.
- Stall und Unterstände gut belüften, da viele Insekten Zugluft meiden.
Mit der Kombination aus guter Stallhygiene, passendem Management und einem selbst gemachten Fliegenspray lässt sich die Insektenbelastung für viele Pferde deutlich verringern.
Häufige Fragen zum Thema Fliegenspray selber machen (FAQ)
Kann ich Fliegenspray für Pferde selbst herstellen?
Ja. Mit den richtigen Zutaten lässt sich ein wirksames Fliegenspray problemlos selbst herstellen. Wichtig ist jedoch, nur geeignete Inhaltsstoffe zu verwenden, ätherische Öle korrekt zu dosieren und das Spray vor der ersten Anwendung an einer kleinen Hautstelle zu testen.
Welches Hausmittel hilft am besten gegen Fliegen beim Pferd?
Zu den beliebtesten Hausmitteln gehören:
- Apfelessig
- schwarzer Tee
- Citronellaöl
- Lavendelöl
- Geraniumöl
- Neemöl
Die größte Wirkung erzielt meist eine Kombination mehrerer Inhaltsstoffe.
Hilft Apfelessig wirklich gegen Fliegen?
Apfelessig zählt zu den bekanntesten Hausmitteln gegen Fliegen. Sein intensiver Geruch kann Insekten abschrecken und den Eigengeruch des Pferdes leicht verändern. Er ersetzt zwar kein hochwirksames Repellent, kann aber ein sinnvoller Bestandteil eines selbst gemachten Fliegensprays sein.
Kann ich normales Leitungswasser verwenden?
Grundsätzlich ja.
Besser eignet sich jedoch destilliertes Wasser, da es keimärmer ist und die Haltbarkeit des Sprays etwas verlängern kann.
Warum trennt sich mein Fliegenspray nach kurzer Zeit?
Das ist völlig normal.
Ätherische Öle lösen sich nicht in Wasser. Deshalb schwimmen sie nach einiger Zeit wieder oben.
Verwende möglichst einen geeigneten Emulgator und schüttle die Flasche vor jeder Anwendung kräftig.
Wie lange hält selbst gemachtes Fliegenspray?
Das hängt von den Zutaten ab.
- Wasserbasis: etwa eine Woche im Kühlschrank
- Schwarzer Tee: drei bis fünf Tage
- Mit Apfelessig oft etwas länger
Riecht das Spray unangenehm oder verändert sich die Farbe deutlich, solltest du es entsorgen.
Kann ich Fliegenspray täglich anwenden?
Ja.
Gerade natürliche Fliegensprays müssen meist täglich oder sogar mehrmals täglich aufgetragen werden, da ihre Wirkung schneller nachlässt als bei vielen kommerziellen Produkten.
Darf ich mein Pferd direkt nach dem Einsprühen in die Sonne stellen?
In der Regel ja.
Dennoch empfiehlt es sich, das Spray einige Minuten einziehen zu lassen. Enthält die Mischung bestimmte ätherische Öle, kann die Haut in Einzelfällen empfindlicher reagieren.
Kann ich das Spray auch für Fohlen verwenden?
Bei Fohlen solltest du grundsätzlich besonders vorsichtig sein.
Verwende möglichst nur sehr milde Mischungen und sprich die Anwendung im Zweifel mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt ab.
Ist Fliegenspray auch für Ekzemer geeignet?
Ja, allerdings ersetzt es keine Behandlung des Sommerekzems.
Ein gutes Fliegenspray kann helfen, Insektenstiche zu reduzieren und damit den Juckreiz zu verringern. Es ist jedoch nur ein Teil eines umfassenden Managements.
Welche Körperstellen sollte ich aussparen?
Nicht direkt besprüht werden sollten:
- Augen
- Nüstern
- Maul
- offene Wunden
- Schleimhäute
Im Kopfbereich wird das Spray besser mit einem weichen Tuch oder Schwamm aufgetragen.
Kann ich mehrere ätherische Öle kombinieren?
Ja.
Gerade Kombinationen aus Citronella, Lavendel und Geranium haben sich in der Praxis bewährt.
Wichtig bleibt jedoch eine angemessene Dosierung.
Hilft Knoblauch genauso gut?
Knoblauch wird häufig als natürliches Mittel gegen Fliegen genannt. Ob die Fütterung tatsächlich einen nennenswerten Schutz vor Insekten bietet, ist wissenschaftlich jedoch nicht eindeutig belegt. Zudem kann eine übermäßige Aufnahme von Knoblauch für Pferde gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Daher sollte Knoblauch nicht ohne fachliche Beratung regelmäßig oder in größeren Mengen gefüttert werden.
Kann ich Fliegenspray auch für Hunde verwenden?
Nein.
Pferde und Hunde reagieren unterschiedlich auf ätherische Öle.
Einige Inhaltsstoffe, die für Pferde geeignet sind, können für Hunde problematisch sein.
Was kostet selbst gemachtes Fliegenspray?
Je nach Zutaten liegen die Kosten meist deutlich unter denen hochwertiger Fertigprodukte.
Sind die ätherischen Öle bereits vorhanden, kostet eine 500-ml-Flasche häufig nur wenige Euro.

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