Sooty Gen oder Smutty Gen beim Pferd: Rußfaktor, Fellfarbe und Genetik erklärt
Manche Pferdefarben sehen aus, als hätte jemand mit einem weichen Kohlestift über ihre ursprüngliche Fellfarbe schattiert. Der Rücken wird dunkler, über Hals und Schulter ziehen sich schwarze oder dunkelbraune Haare, auf der Kruppe entstehen dunkle Schattierungen und manchmal sogar eine auffällige Äpfelung. Bei einem Palomino kann aus dem ursprünglich goldenen Fell ein dunkles Goldbraun werden, ein Fuchs bekommt beinahe schwarze Bereiche und ein ohnehin dunkler Brauner kann so stark nachdunkeln, dass seine eigentliche Grundfarbe kaum noch zu erkennen ist.
Für dieses Erscheinungsbild wird meistens der englische Begriff Sooty verwendet. Du findest aber ebenso die Bezeichnung Smutty. Im Deutschen wird gelegentlich vom Rußfaktor, einer Rußzeichnung oder rußigen Verdunkelung gesprochen.
Interessant ist Sooty nicht nur wegen seines teilweise spektakulären Aussehens. Gerade genetisch gehört es zu den Pferdefarben, bei denen wir erstaunlicherweise noch längst nicht alles wissen. Während wir beispielsweise bei Cream, Extension oder Grey inzwischen konkrete verantwortliche Gene und Mutationen kennen, ist die genetische Ursache von Sooty bislang nicht eindeutig geklärt.
Das macht Sooty zu einem wunderbaren Beispiel dafür, dass Pferdefarbengenetik heute zwar schon sehr weit ist, aber noch längst nicht jedes Rätsel im Pferdefell gelöst hat.
Was ist Sooty beim Pferd?
Als Sooty bezeichnet man eine Verdunkelung der eigentlichen Fellfarbe durch zusätzliche dunkle bis schwarze Haare. Dabei entsteht keine völlig neue Grundfarbe. Vielmehr wird die vorhandene Farbe unterschiedlich stark überlagert.
Ein Palomino bleibt genetisch also ein Palomino, auch wenn er durch eine starke Sooty-Ausprägung wesentlich dunkler aussieht. Gleiches gilt für einen Fuchs, Braunen oder Buckskin.
Typischerweise beginnt beziehungsweise konzentriert sich die Verdunkelung auf der Oberseite des Pferdes. Besonders auffällig können dunkle Bereiche an Rücken, Widerrist, Hals, Schulter und Kruppe sein. Manche Pferde zeigen zusätzlich eine dunklere Gesichtszeichnung. Bei anderen verteilen sich die dunklen Haare wesentlich großflächiger über den Körper.
Die Unterschiede zwischen einzelnen Pferden sind enorm. Bei einem Tier muss man schon sehr genau hinschauen, um die dunkleren Haare überhaupt zu erkennen. Ein anderes ist derart stark verdunkelt, dass selbst erfahrene Pferdeleute bei der Bestimmung seiner eigentlichen Farbe ins Grübeln geraten können.
Und genau deshalb sollte man bei Sooty immer zwischen zwei Dingen unterscheiden: dem sichtbaren Erscheinungsbild und der zugrunde liegenden Genetik.
Beim Aussehen können wir ziemlich genau beschreiben, was wir sehen. Bei der genetischen Ursache gibt es dagegen noch offene Fragen.
Sooty oder Smutty: Welche Schreibweise ist richtig?
Wenn du nach diesem Merkmal suchst, begegnen dir vor allem zwei englische Begriffe:
Sooty ist heute die wesentlich gebräuchlichere Bezeichnung. Das englische „soot“ bedeutet Ruß und beschreibt das Erscheinungsbild ziemlich treffend.
Smutty ist eine ebenfalls verwendete, insbesondere ältere alternative Bezeichnung für dieselbe beziehungsweise entsprechend beschriebene Verdunkelung.
Du wirst deshalb sowohl von Sooty-Pferden als auch von Smutty-Pferden lesen. Es handelt sich dabei nicht um zwei unterschiedliche Pferdefarben.
Im Deutschen findet man außerdem Begriffe wie Rußfaktor, Rußzeichnung oder Rußschattierung.
Problematischer wird es bei Bezeichnungen wie Sooty-Gen, Smutty-Gen oder dem teilweise verwendeten Kürzel Sty. Diese Begriffe findet man zwar in älteren und populärwissenschaftlichen Darstellungen zur Pferdefarbengenetik, sie vermitteln aber eine genetische Sicherheit, die wir nach heutigem Wissensstand nicht haben.
Wie sieht ein Sooty-Pferd aus?
Das typische Merkmal sind dunkle Haare innerhalb einer ansonsten andersfarbigen Fellfarbe.
Die Verdunkelung ist häufig nicht gleichmäßig über den gesamten Körper verteilt. Stattdessen kann sie von oben nach unten schwächer werden. Rücken und Kruppe erscheinen dann beispielsweise erheblich dunkler als Bauch und untere Körperbereiche.
Bei manchen Pferden wirkt das tatsächlich wie eine feine Rußschicht auf dem Fell.
Es können aber auch deutlich abgegrenzte dunklere Bereiche entstehen. Besonders eindrucksvoll sind Pferde, bei denen Sooty zusammen mit einer ausgeprägten Äpfelung auftritt. Dann entstehen innerhalb der dunkleren Fellbereiche hellere runde oder netzartige Zeichnungen.
Wie stark Sooty sichtbar wird, hängt auch von der Grundfarbe ab. Auf einem hellgoldenen Palomino fallen schwarze oder dunkelbraune Haare natürlich wesentlich stärker auf als auf einem ohnehin sehr dunklen Pferd.
Das erklärt gleichzeitig, warum die Beurteilung eines Sooty-Pferdes allein anhand eines Fotos schwierig sein kann. Beleuchtung, Sommer- oder Winterfell, Sonnenlicht und sogar die Kamera können die Farbe erheblich verändern.
Gibt es wirklich ein Sooty-Gen beim Pferd?
Hier wird es genetisch besonders interessant.
Wenn du im Internet nach dem Sooty Gen beim Pferd suchst, findest du relativ schnell Erklärungen, nach denen ein bestimmtes Gen für die dunklen Haare verantwortlich sei. Teilweise wird dafür das Symbol Sty verwendet und eine dominante Vererbung beschrieben.
Diese Erklärung sollte man heute nicht einfach als gesicherte Tatsache übernehmen.
Die genetische Grundlage von Sooty ist bislang nicht eindeutig identifiziert. Es gibt derzeit keine bekannte einzelne Mutation, anhand derer sich sämtliche als Sooty bezeichneten Pferde zuverlässig genetisch bestimmen ließen.
Das ist ein deutlicher Unterschied zu vielen anderen Pferdefarben.
Beim Fuchs und Rappen spielt beispielsweise MC1R eine zentrale Rolle, bei Agouti ASIP, beim Cream-Gen SLC45A2, bei Dun TBX3 und beim Schimmel ist eine Veränderung im Bereich von STX17 bekannt. Für zahlreiche solcher Farbvarianten stehen inzwischen Gentests zur Verfügung.
Bei Sooty sind wir noch nicht so weit.
Es ist durchaus möglich, dass mehrere Gene an der Ausprägung beteiligt sind. Ebenso wird diskutiert, ob verschiedene Formen der Verdunkelung, die wir aufgrund ihres ähnlichen Aussehens unter dem Sammelbegriff Sooty zusammenfassen, überhaupt immer dieselbe genetische Ursache besitzen.
Deshalb ist es genauer, zunächst von einem Sooty-Merkmal beziehungsweise Sooty-Phänotyp zu sprechen, statt so zu tun, als hätten wir bereits „das Sooty-Gen“ gefunden.
Sooty beim Fuchs
Beim Fuchs wird die Angelegenheit besonders spannend, denn Füchse kommen ohnehin in einer enormen Bandbreite verschiedener Farbtöne vor. Vom sehr hellen Fuchs bis zum tiefdunklen Leberfuchs liegen optisch Welten.
Bei einem Sooty-Fuchs können dunkle Haare vor allem über Rücken, Kruppe, Hals und Schulter auftreten. Bei starker Ausprägung kann das Pferd erheblich dunkler wirken als ein gewöhnlicher Fuchs.
Hier lauert allerdings eine Falle: Nicht jeder Dunkelfuchs oder Leberfuchs ist automatisch ein Sooty-Fuchs.
Die genetischen Ursachen der verschiedenen Fuchsschattierungen sind noch nicht vollständig geklärt. Ein besonders dunkler Fuchs darf deshalb nicht allein aufgrund seiner dunklen Farbe automatisch dem Sooty-Merkmal zugeschrieben werden.
Gerade bei sehr dunklen Füchsen lohnt sich außerdem der Blick auf Mähne und Schweif. Ein Fuchs produziert aufgrund seiner genetischen Grundfarbe kein normales schwarzes Pigment in der gleichen Weise wie ein Rappe oder Brauner. Das kann bei der Unterscheidung extrem dunkler Pferde ausgesprochen hilfreich sein.
Und genau hier zeigt sich, weshalb die Bestimmung von Pferdefarben manchmal wesentlich komplizierter ist als „braun, schwarz oder rot“.
Sooty beim Braunen
Auch bei einem Braunen kann die Sooty-Ausprägung von einigen dunkleren Haaren bis zu einer massiven Verdunkelung reichen.
Da Braune ohnehin schwarze Pigmente besitzen, kann eine starke Verdunkelung besonders eindrucksvoll werden. Rücken, Hals, Schulter und Kruppe können nahezu schwarz erscheinen, während an anderen Körperstellen die braune Grundfarbe deutlicher erhalten bleibt.
Dadurch kann ein stark verdunkeltes Pferd leicht mit anderen dunklen Farbvarianten verwechselt werden.
Besonders bei sehr dunklen Pferden sollte man deshalb vorsichtig damit sein, anhand eines einzelnen Fotos eine genaue Farbdiagnose abzugeben. Das tatsächliche Erscheinungsbild bei Tageslicht, die Farbe verschiedener Körperregionen und gegebenenfalls genetische Tests auf die bekannten Farballele liefern wesentlich mehr Informationen.
Sooty selbst lässt sich damit allerdings bislang nicht bestätigen.
Sooty beim Palomino: Gold mit dunklem Schleier
Besonders auffällig und häufig ausgesprochen attraktiv wirkt Sooty beim Palomino.
Ein Palomino besitzt genetisch eine fuchsfarbene Grundlage mit einer einfachen Cream-Aufhellung. Normalerweise erwarten wir deshalb einen goldenen Körper mit heller Mähne und hellem Schweif.
Kommt eine starke Sooty-Ausprägung hinzu, kann sich dieses Bild erheblich verändern.
Über dem goldenen Fell erscheinen dunkle Haare. Rücken, Hals und Kruppe können deutlich brauner oder graubrauner werden und teilweise entstehen eindrucksvolle dunkle Äpfelungen. Manche Sooty-Palominos sind so stark verdunkelt, dass man den klassischen hellgoldenen Palomino auf den ersten Blick kaum noch in ihnen vermuten würde.
Das Cream-Gen ist dadurch aber nicht verschwunden. Sooty verändert das sichtbare Erscheinungsbild, nicht die genetische Grundfarbe des Pferdes.
Gerade für die Farbgenetik ist das ein wichtiger Grundsatz: Was wir sehen, ist der Phänotyp. Welche genetischen Varianten darunterliegen, ist der Genotyp. Beides passt bei Pferdefarben nicht immer so hübsch in eine Schublade, wie wir es gern hätten.
Sooty beim Buckskin
Auch beim Buckskin kann Sooty sehr deutlich sichtbar werden.
Ein Buckskin basiert auf einem Braunen und trägt eine einfache Cream-Aufhellung. Der Körper wird dadurch gelblich, beige oder goldfarben aufgehellt, während die schwarzen Abzeichen an Beinen, Mähne und Schweif erhalten bleiben.
Wenn zusätzlich eine starke Sooty-Zeichnung auftritt, können sich dunkle Haare weit über den Körper ausbreiten. Besonders Rücken, Schulter, Hals und Kruppe können erheblich dunkler werden.
Dadurch entstehen manchmal spektakuläre Farbübergänge von Gold und Beige bis zu Dunkelbraun oder beinahe Schwarz.
Gerade bei solchen Pferden kann Sooty die Bestimmung anhand des bloßen Auges erheblich erschweren. Ein genetischer Test auf Cream, Extension und Agouti kann dann helfen, zumindest die zugrunde liegende bekannte Farbgenetik zu klären.
Kann ein Rappe Sooty sein?
Das ist eine dieser Fragen, bei denen ein einfaches Ja oder Nein verlockend wäre, wissenschaftlich aber mehr behaupten würde, als wir derzeit wissen.
Ein Rappe besitzt ohnehin schwarzes Körperhaar. Zusätzliche schwarze Haare würden auf schwarzem Fell entsprechend kaum auffallen.
Phänotypisch lässt sich eine Sooty-Verdunkelung deshalb bei einem schwarzen Pferd nicht so erkennen wie bei einem Fuchs, Palomino oder Buckskin.
Solange die genetische Ursache von Sooty aber nicht eindeutig bekannt ist, können wir daraus nicht einfach schließen, welche genetischen Anlagen ein bestimmter Rappe für dieses Merkmal besitzt.
Kurz gesagt: Schwarz auf Schwarz lässt sich schlecht sehen. Und was wir genetisch nicht eindeutig identifiziert haben, können wir auch nicht einfach unter dem schwarzen Fell hervorzaubern.
Sooty ist nicht automatisch Countershading
Der englische Begriff Countershading taucht im Zusammenhang mit Sooty relativ häufig auf und wird teilweise sogar synonym verwendet. Ganz sauber ist diese Gleichsetzung jedoch nicht.
Countershading beschreibt zunächst eine Verteilung der Pigmentierung, bei der die Oberseite eines Tieres dunkler und die Unterseite heller erscheint. Ein Sooty-Pferd kann genau ein solches Erscheinungsbild zeigen.
Aber nicht jede dunklere Oberlinie eines Pferdes beweist deshalb automatisch Sooty.
Das wird besonders wichtig, wenn zusätzlich ein dunkler Streifen entlang der Wirbelsäule auftaucht.
Ist der dunkle Streifen auf dem Rücken ein Aalstrich?
Ein dunkler Rückenstreifen führt schnell zu der Vermutung, ein Pferd sei ein Falbe beziehungsweise Dun.
Doch auch hier reicht das Auge nicht immer aus.
Durch die Erforschung des Dun-Gens wissen wir inzwischen, dass auch Non-Dun-Pferde primitive beziehungsweise dunähnliche Zeichnungen zeigen können. Insbesondere die als non-dun 1, kurz nd1, bezeichnete Variante kann mit einem dorsalen Streifen und weiteren primitiven Zeichnungen einhergehen, obwohl das Pferd nicht die klassische Dun-Aufhellung besitzt.
Ein dunkler Rückenstreifen ist deshalb nicht automatisch ein Beweis für Dun und ebenso wenig automatisch ein Beweis für Sooty.
Gerade bei Pferden mit ungewöhnlichen Farben lohnt es sich, verschiedene Merkmale nicht vorschnell zu einem einzigen genetischen Paket zusammenzubinden.
Kann man Sooty beim Pferd genetisch testen?
Derzeit gibt es keinen etablierten Gentest, mit dem sich ein Sooty-Pferd zuverlässig als Sooty bestimmen lässt.
Das unterscheidet dieses Merkmal von vielen inzwischen gut erforschten Pferdefarben.
Man kann natürlich andere relevante Farbgene testen und dadurch die genetische Grundfarbe eines Pferdes bestimmen. Gerade bei einem stark verdunkelten Pferd kann das ausgesprochen hilfreich sein.
Ein Gentest kann beispielsweise zeigen, ob ein sehr ungewöhnlich gefärbtes Pferd genetisch Fuchs, Braun oder Rappe ist und ob es Cream oder andere bekannte Farbvarianten trägt.
Einen Laborbefund mit einem sauber bestimmten „Sooty positiv“ gibt es dagegen derzeit nicht.
Solltest du irgendwo einen angeblichen Sooty-Gentest angeboten sehen, lohnt sich deshalb ein sehr genauer Blick darauf, welche konkrete genetische Variante dort eigentlich untersucht wird und auf welcher wissenschaftlichen Veröffentlichung dieser Test beruht.
Wie wird Sooty vererbt?
Dass Sooty beziehungsweise entsprechende dunkle Schattierungen innerhalb bestimmter Familien und Linien gehäuft auftreten können, spricht dafür, dass genetische Faktoren beteiligt sind.
Daraus folgt allerdings noch keine einfache Vererbungsregel.
Ältere Darstellungen beschreiben Sooty häufig als dominantes Merkmal und verwenden dafür das bereits erwähnte Symbol Sty. Diese Darstellung begegnet einem bis heute auf zahlreichen Webseiten zur Pferdefarbengenetik.
Solange jedoch keine eindeutig verantwortliche genetische Variante identifiziert ist, sollte man daraus keine sicheren Zuchtprognosen ableiten.
Möglicherweise ist Sooty polygen, wird also durch das Zusammenspiel mehrerer Gene beeinflusst. Denkbar ist außerdem, dass verschiedene Grundfarben oder unterschiedliche Formen der Verdunkelung genetisch nicht vollkommen identisch zustande kommen.
Deshalb lässt sich beispielsweise aus der Verpaarung zweier sichtbar stark verdunkelter Pferde derzeit keine seriöse Prozentzahl errechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Fohlen ebenfalls stark Sooty wird.
Bei Cream können wir solche Wahrscheinlichkeiten anhand der bekannten Genetik berechnen.
Bei Sooty derzeit nicht.
Kann sich Sooty im Laufe des Lebens verändern?
Ja. Und das macht die Beurteilung noch einmal interessanter.
Die sichtbare Sooty-Ausprägung kann sich mit der Entwicklung eines Pferdes verändern. Ein Fohlen muss noch nicht genauso aussehen wie das spätere erwachsene Pferd. Bei manchen Tieren nimmt die Verdunkelung mit zunehmendem Alter deutlich zu.
Hinzu kommen die ganz normalen Veränderungen des Pferdefells.
Sommerfell und Winterfell können unterschiedliche Farbtöne zeigen. Intensive Sonneneinstrahlung kann dunkles Fell ausbleichen. Fellwechsel, Haarlänge und Lichtverhältnisse beeinflussen ebenfalls, wie stark wir einzelne Farbtöne wahrnehmen.
Deshalb können zwei Fotos desselben Sooty-Pferdes beinahe so wirken, als zeigten sie zwei verschiedene Tiere.
Für die Dokumentation einer ungewöhnlichen Pferdefarbe sind deshalb Bilder aus verschiedenen Jahreszeiten und Lebensabschnitten erheblich aussagekräftiger als eine einzelne Momentaufnahme.
Macht bestimmtes Futter ein Sooty-Pferd dunkler?
Im Internet finden sich erstaunlich konkrete Behauptungen darüber, dass bestimmte Futtermittel oder Mineralstoffe die Sooty-Ausprägung verstärken könnten.
Hier würde ich vorsichtig sein.
Eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen ist selbstverständlich für gesundes Haar und eine normale Pigmentbildung wichtig. Mangelzustände können Fellqualität und Erscheinungsbild beeinflussen. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass man durch die Fütterung eines bestimmten Futtermittels gezielt das genetische Sooty-Merkmal „einschalten“ oder verstärken könnte.
Auch Sonnenlicht, Fellwechsel und der allgemeine Zustand des Fells können dafür sorgen, dass ein Pferd zeitweise heller oder dunkler erscheint.
Wer ein Sooty-Pferd besitzt, braucht deshalb keinen geheimnisvollen Farbverstärker im Futtertrog. Eine bedarfsgerechte Pferdefütterung ist sinnvoll. Eine gezielte „Sooty-Fütterung“ lässt sich daraus nicht ableiten.
Womit kann Sooty verwechselt werden?
Je stärker die Verdunkelung ausgeprägt ist, desto schwieriger kann die Bestimmung werden.
Ein sehr dunkler Sooty-Fuchs kann mit anderen dunklen Fuchsschattierungen verwechselt werden. Ein stark verdunkelter Brauner kann beinahe schwarz erscheinen. Ein Sooty-Palomino kann erheblich von unserer typischen Vorstellung eines goldfarbenen Palominos abweichen und ein Sooty-Buckskin kann wiederum so dunkel werden, dass seine aufgehellte Grundfarbe kaum noch auffällt.
Dazu kommen Dun beziehungsweise Falbenfarben und Non-Dun-Zeichnungen, die insbesondere bei Rückenstreifen für Verwirrung sorgen können.
Genau deshalb lohnt es sich bei ungewöhnlichen Pferdefarben, nicht nur einen einzelnen auffälligen Farbton zu betrachten. Grundfarbe, Mähne und Schweif, Beine, Augen, Haut, primitive Zeichnungen, bekannte Abstammung und die Ergebnisse verfügbarer Gentests ergeben gemeinsam ein wesentlich zuverlässigeres Bild.
Und manchmal bleibt trotzdem ein Rest Fragezeichen übrig.
Das ist bei Sooty keine Wissenslücke des Pferdebesitzers. Es ist eine Wissenslücke der Forschung.
Sooty zeigt sehr schön, wie viel wir über Pferdefarben noch nicht wissen
Sooty oder Smutty gehört zu den faszinierendsten Farbmerkmalen beim Pferd, gerade weil die Spannweite so groß ist. Bei manchen Pferden liegt nur ein Hauch dunkler Haare über der Grundfarbe, andere sehen aus, als hätte jemand ihre ursprüngliche Farbe mit einer kräftigen Rußschicht überzogen.
Die Bezeichnung Sooty-Gen ist zwar weit verbreitet und wird deshalb

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