Was bedeutet Pinto oder Pinto Pferd
Du siehst ein weiß-braun geflecktes Pferd auf der Koppel und fragst dich, welche Rasse das ist. Die Antwort lautet: Das lässt sich an der Farbe nicht ablesen. Pinto ist die Bezeichnung für eine Fellzeichnung, für die Plattenscheckung. Unter dem bunten Fell kann ein Warmblut stecken, ein Westernpferd, ein Isländer oder ein Pony.
Genau hier gehen die meisten Beiträge im Netz schief. Sie behandeln den Pinto wie eine Rasse mit Herkunftsland, Stockmaß, Gewicht und Charakter. Herauskommen dann Sätze wie „Der Pinto stammt aus den USA“ oder „Auch Andalusier gibt es als Pinto“. Beides hält einer Prüfung nicht stand. Dieser Beitrag sortiert das Thema von Grund auf: was Pinto bedeutet, wie sich Pinto und Paint Horse unterscheiden, warum in deutschen Papieren trotzdem „Rasse: Pinto“ steht und bei welchen Rassen die Plattenscheckung tatsächlich vorkommt.

Was Pinto bedeutet
Pinto beschreibt ein Pferd mit großen, klar abgesetzten weißen Flächen im Fell, die über den Körper verteilt sind. Im deutschen Sprachraum heißt diese Zeichnung Plattenscheckung. Pinto ist dafür das internationale Wort, mehr steckt zunächst nicht dahinter.
Die weißen Flächen entstehen dadurch, dass die Pigmentzellen während der Entwicklung des Embryos bestimmte Hautbereiche gar nicht erst erreichen. Dort wächst das Fell weiß, die Haut darunter ist rosa. Der Rest des Pferdes zeigt seine ganz normale Grundfarbe. Ein Pinto kann also im farbigen Anteil Rappe sein, Brauner, Fuchs, Falbe, Palomino oder Buckskin. Die Scheckung legt sich wie eine zweite Ebene über die Grundfarbe.
Deshalb ist die Zeichnung schon am Tag der Geburt sichtbar. Ein Fohlen, das mit weißen Platten zur Welt kommt, behält sie sein Leben lang. Das unterscheidet den Pinto vom Schimmel, der farbig geboren wird und erst über Jahre aufhellt.
Wichtig für das Verständnis: Die Tigerscheckung des Appaloosa oder des Knabstruppers gehört ausdrücklich in eine andere Schublade. Sie entsteht über einen völlig eigenen Genkomplex und zählt in den Pinto-Zuchtbüchern nicht als Plattenscheckung.
Woher das Wort Pinto stammt
Pinto kommt aus dem Spanischen und heißt so viel wie bemalt oder gefleckt. Die spanischen Eroberer brachten das Wort nach Amerika, dort blieb es an den bunten Pferden hängen und wanderte von da aus in den englischen Sprachgebrauch. Über den Westernsport und die amerikanische Zuchtliteratur kam es in den 20. Jahrhundert nach Europa zurück.
Aus dieser Wortgeschichte ziehen viele Seiten den falschen Schluss, das Pferd selbst stamme aus Amerika. Das Wort ist spanisch-amerikanisch geprägt, die Farbe ist es keineswegs.

Pinto Pferde gab es lange vor Amerika
Die Genetik lässt hier wenig Spielraum. Forscher haben Knochenfunde aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit auf Farbgene untersucht und dabei auch die Anlage für die Tobiano-Scheckung gefunden. Diese Anlage taucht in Funden aus Kasachstan und aus Mitteleuropa auf, lange bevor Pferde überhaupt nach Amerika kamen.
Der eindrucksvollste Beleg liegt in Sachsen-Anhalt. Bei Salzmünde wurde ein Pferdeschädel geborgen, der auf 3368 bis 3101 vor Christus datiert ist. Die Genanalyse weist ihn als Tobiano-Schecken aus. Das heißt: Vor rund 5000 Jahren lief in Mitteldeutschland ein Pferd herum, das nach heutiger Einteilung ein Pinto war.
Interessant ist dabei ein zweiter Befund. In den untersuchten Wildpferden vor der Domestikation fand sich die Tobiano-Anlage nie, in domestizierten Pferden dagegen schon. Die Plattenscheckung entstand also im Umfeld des Menschen und wurde von Anfang an gern behalten. Bunte Pferde fielen auf, ließen sich wiedererkennen und waren offenbar begehrt.
Im Orient sind Schecken ab dem 7. Jahrhundert belegt, in der europäischen Kunst tauchen sie über das gesamte Mittelalter und den Barock hinweg auf. Als die spanischen Schiffe im 16. Jahrhundert Pferde nach Amerika brachten, waren gescheckte Tiere darunter. Aus deren Nachkommen entstanden die Herden, aus denen sich später die Reitervölker der nordamerikanischen Prärie bedienten. Die bunten Pferde galten dort als besonders wertvoll. Amerika ist damit die Station, an der die Farbe berühmt wurde, ihr Ursprung liegt in Eurasien.
Pinto oder Paint Horse: der Unterschied in einem Satz
Paint ist eine Rasse mit festgelegter Abstammung, Pinto ist eine Farbe. Das ist der ganze Kern, und er erklärt fast alle Missverständnisse rund um dieses Thema.
Das American Paint Horse geht auf die amerikanische Quarter-Horse-Zucht zurück. Als 1940 die American Quarter Horse Association gegründet wurde, schloss sie Pferde mit zu viel Weiß aus. Wer weiße Flecken am Körper oder Weiß oberhalb von Knie und Sprunggelenk zeigte, bekam keine Papiere. Diese ausgemusterten Pferde nannte man Crop-outs. Ihre Liebhaber gründeten eigene Verbände, 1962 entstand die American Paint Stock Horse Association, 1965 gingen die Vereine in der American Paint Horse Association auf.
Für die Eintragung als Paint Horse gelten bis heute strenge Abstammungsregeln. Vater und Mutter müssen beim Paint-Verband, beim Quarter-Horse-Verband oder beim Jockey Club der englischen Vollblüter eingetragen sein, und mindestens ein Elternteil muss ein registriertes Paint Horse sein. Ein Paint Horse steht also immer im Westernpferdetyp: kompakt, kräftig bemuskelt, tiefer Schwerpunkt. Ein Kuriosum am Rande: Es gibt einfarbige Paint Horses. Sie laufen als Solid Paint-Bred und haben Papiere, obwohl ihnen die bunte Jacke fehlt.
Die Pinto Horse Association of America wurde 1956 gegründet und arbeitet genau umgekehrt. Sie fragt nach der Farbe, nicht nach der Abstammung. Für die Eintragung braucht ein Pferd insgesamt vier Quadratzoll Weiß mit rosa Haut darunter, und zwar in einer festgelegten Zone des Körpers. Abzeichen im Gesicht und an den Beinen zählen dabei nicht mit. Aufgenommen werden Pferde ganz unterschiedlicher Rassen und auch solche ohne bekannte Abstammung.
Daraus folgt die praktische Faustregel: Fast jedes gescheckte Paint Horse ist zugleich ein Pinto. Umgekehrt gilt das selten. Ein gescheckter Isländer, ein Tinker oder ein Reitpony sind Pintos, Paint Horses werden sie nie.
Warum in deutschen Papieren trotzdem „Rasse: Pinto“ steht
Hier wird es für viele überraschend, und hier liegt auch der Grund, warum so viele Beiträge den Pinto als Rasse behandeln. Im deutschen Tierzuchtrecht gibt es die Rasse Pinto tatsächlich.
Elf Züchtervereinigungen führen gemeinsam das Ursprungszuchtbuch der Rasse Pinto, darunter der Zuchtverband für deutsche Pferde, das Rheinische Pferdestammbuch, das Westfälische Pferdestammbuch, das Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg, der Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt und weitere. Das Zuchtbuch hat ein Zuchtziel, eine Zuchtbuchordnung mit Hengstbuch I und II, Stutbuch I und II, Anhang, Fohlenbuch und Vorbuch, dazu Körungen, Leistungsprüfungen und eine Notenskala von 1 bis 10.
Das Zuchtziel liest sich so: Die Rasse Pinto ist geprägt von der Plattenscheckung in allen Farbvariationen. Die Größe reicht von etwa 120 Zentimetern bis über 170 Zentimeter Widerristhöhe. Erwünscht ist ein korrektes, harmonisches Pferd oder Pony mit trockenem, ausdrucksvollem Kopf, gut geformter Halsung, schräger Schulter, markantem Widerrist, ausreichender Brusttiefe und trockenem Fundament. Beim Charakter steht umgänglich, nervenstark und zuverlässig in den Papieren.
Zwei Regeln machen den Sonderweg dieser Rasse besonders deutlich:
Mindestens ein Elternteil muss äußerlich Plattenschecke sein, damit ein Pferd in Hengstbuch, Stutbuch oder Vorbuch eingetragen werden kann. Die Farbe ist also Eintragungsvoraussetzung, was es bei einer klassischen Reitpferderasse so nicht gibt.
Tigerschecken sind von diesen Klassen ausgeschlossen. Der Verband trennt die beiden Scheckungsarten sauber voneinander.
Dazu kommt eine praktische Vorschrift, die zeigt, wie weit die Spanne innerhalb dieser Rasse reicht: Pferde, deren Widerristhöhe sich um mehr als 50 Zentimeter unterscheidet, dürfen nicht miteinander angepaart werden. Wo ein Zuchtbuch so etwas regeln muss, versammelt es offensichtlich sehr verschiedene Pferde unter einem Namen.
Richtig ist also beides zugleich: Pinto beschreibt eine Farbe, und Pinto ist in Deutschland zusätzlich der Name eines Zuchtbuchs, das diese Farbe zum Programm gemacht hat. Fachlich heißt so etwas Farbzucht.
Die zugelassenen Rassen im Zuchtbuch, und der große Denkfehler dabei
Jetzt kommt der Punkt, an dem im Netz am häufigsten etwas verdreht wird.
Weil ein reines Farb-Zuchtbuch sonst schnell an genetische Grenzen käme, arbeitet die Pinto-Zucht mit einem offenen Zuchtbuch. In der Zuchtordnung steht eine lange Liste von Rassen, die zur Verbesserung des Zuchtziels eingekreuzt werden dürfen. Diese Liste umfasst gut zweihundert Einträge und reicht vom Achal-Tekkiner über Araber, Andalusier, Hannoveraner, Holsteiner, Trakehner, Friese, Lipizzaner, Shire Horse und Percheron bis zum Welsh Pony und zum Falabella. Hengste dieser Rassen müssen dafür die Anforderungen des Hengstbuchs I erfüllen, Stuten die des Stutbuchs I oder II.
Viele Seiten übernehmen Auszüge aus dieser Liste und schreiben dann sinngemäß: „Pintos kommen unter anderem beim Araber, beim Andalusier und beim Lipizzaner vor.“ Das ist die Verwechslung, um die es geht.
Die Liste beantwortet die Frage, welche Rassen in die deutsche Pinto-Zucht einfließen dürfen. Sie sagt nichts darüber aus, ob in diesen Rassen selbst Schecken geboren werden. Ein Andalusier-Hengst darf eine Pinto-Stute decken. Das Fohlen bekommt seine Scheckung dann von der Mutter, und es wird als Pinto eingetragen, nicht als Andalusier. Der Andalusier selbst bleibt, was er ist: eine Rasse, in der die Plattenscheckung fehlt.
Wer also liest, es gebe Andalusier als Pinto, kann diesen Satz getrost streichen. Beim spanischen Pferd mit Papieren, dem Pura Raza Española, sind Schecken ausdrücklich nicht anerkannt. Füchse wurden dort erst 2003 zur Zucht zugelassen, an der Scheckung hat sich bis heute nichts geändert.
Ist ein Pinto ein Warmblut?
Diese Frage wird oft gestellt, und sie lässt sich klar beantworten: Ein Pinto kann ein Warmblut sein, muss es aber nicht.
Gescheckte Warmblüter gibt es tatsächlich, und im deutschen Sprachraum heißen sie Pinto-Warmblut oder Warmblutschecke. Sie stehen im Typ eines modernen Reitpferds, sind für Dressur, Springen und Vielseitigkeit gezogen und tragen die Plattenscheckung dazu. In der Pinto-Zucht bilden sie eine eigene Sektion ab einem Stockmaß von etwa 158 Zentimetern.
Genauso gibt es Pintos im Westernpferdetyp, Pintos im Ponytyp und gescheckte Gangpferde. Wer ein buntes Pferd sieht, weiß deshalb noch nichts über Blut, Temperament oder Eignung. Er weiß nur, wie die Pigmentzellen im Embryo gewandert sind.
Die Sektionen: vom Pinto Warmblut bis zum Pinto Pony
Weil unter dem Namen Pinto so verschiedene Pferde stehen, teilen die Zuchtverbände im deutschsprachigen Raum sie in Sektionen ein. Die Einteilung fällt je nach Verband etwas anders aus, verbreitet ist dieses Schema mit sechs Typen:
Pinto Warmblut, auch Pinto Hunter genannt. Ein großrahmiges, edles Reitpferd ab etwa 158 Zentimetern, gezogen für die klassischen Sparten Dressur, Springen, Vielseitigkeit und Fahren.
Pinto Pleasure. Ein leichter, eleganter Typ mit deutlichem Araberanteil, meist zwischen 145 und 160 Zentimetern. Für die Eintragung eines Hengstes ins Hengstbuch I verlangen manche Verbände einen Araberanteil von mindestens 50 Prozent.
Pinto Stock. Der Typ, an den die meisten beim Wort Pinto denken. Quadratisch gebaut, mittelgroß, kräftige Hinterhand, im Erscheinungsbild wie ein Quarter oder Paint Horse und entsprechend im Westernsport zu Hause.
Pinto Kleines Reitpferd. Ein mittelgroßes Pferd zwischen 148 und 157 Zentimetern, das zur Hälfte aus Warmblut- und zur Hälfte aus Ponyabstammung kommt. Einsatzgebiet sind Dressur, Springen und der Freizeitbereich.
Pinto Pony. Zwischen 118 und 148 Zentimetern, im Exterieur am Deutschen Reitpony orientiert.
Pinto Gangpferd. Alle gescheckten Pferde, die neben Schritt, Trab und Galopp weitere Gangarten zeigen, also Tölt oder Pass beherrschen.
Diese Sektionen sind Zuchtwerkzeuge. Sie sorgen dafür, dass innerhalb der Farbzucht ein Typ konsequent weitergezüchtet wird, statt beliebig zu mischen. Ein Pinto Warmblut wird mit Warmblutlinien verpaart, ein Pinto Pony mit Ponylinien.
Pinto Pony: was dahintersteckt
Das Pinto Pony verdient einen eigenen Abschnitt, weil es in Deutschland die am weitesten verbreitete Form ist. Gemeint ist ein Reitpony mit Plattenscheckung, das im Körperbau dem Deutschen Reitpony entspricht: harmonisch, korrekt, mit raumgreifenden Bewegungen, im Stockmaß zwischen 118 und 148 Zentimetern.
Diese Ponys sind für Kinder und Jugendliche gezogen. Sie gehen in Dressur- und Springprüfungen, sie sind im Gelände unterwegs, und sie fallen im Turnierviereck auf, weil man sie schon von weitem erkennt. Genau das macht sie für junge Reiter attraktiv.
Ein bekanntes Beispiel aus Deutschland ist der Lewitzer. Diese Ponyrasse entstand ab den 1970er Jahren in Mecklenburg im Gestüt Lewitz und wurde von Anfang an auf die Plattenscheckung selektiert. Lewitzer sind robust, gutmütig und vielseitig, sie werden geritten und gefahren. In der Pinto-Einteilung fallen sie unter den Ponytyp, sie führen aber ihr eigenes Zuchtbuch und ihren eigenen Rassenamen.
Auch das Shetlandpony, das Deutsche Classic Pony und das Deutsche Part-bred Shetland Pony bringen regelmäßig Schecken hervor. Bei den Miniaturpferden und beim Falabella gehört die Plattenscheckung ebenfalls zum gewohnten Bild.
Die Scheckungsarten im Einzelnen
An diesem Punkt lohnt sich ein genauer Blick, denn hier steht im Netz besonders viel Halbwissen. Der häufigste Fehler: die Behauptung, es gebe genau zwei Scheckungen, nämlich Tobiano dominant und Overo rezessiv. Beides greift zu kurz.
Tobiano ist die bekannteste Zeichnung. Das Weiß läuft von oben nach unten und kreuzt die Rückenlinie. Die Ränder sind glatt und rund, die Flächen großzügig verteilt. Die Beine sind meist weiß, der Kopf bleibt in der Regel farbig und trägt normale Abzeichen wie Blesse oder Stern, der Schweif ist oft zweifarbig. Tobiano wird dominant vererbt und sitzt in der Nähe des KIT-Gens. Ein Pferd mit einer Anlage gibt sie an rund die Hälfte seiner Nachkommen weiter, ein Pferd mit zwei Anlagen an alle. Solche reinerbigen Hengste sind in der Zucht entsprechend gefragt.
Overo ist kein einzelnes Gen, sondern ein Sammelbegriff. Historisch bezeichnete er alles, was nicht wie Tobiano aussah. Heute weiß man, dass darunter mehrere völlig verschiedene Anlagen stecken:
Frame Overo. Hier zieht sich das Weiß waagerecht über die Körperseiten, die Ränder sind zerrissen und unruhig, die Rückenlinie bleibt farbig, und die Beine sind meist dunkel. Der Kopf trägt oft viel Weiß. Verantwortlich ist eine Veränderung im EDNRB-Gen. Sie wird halbdominant vererbt, also gerade nicht rezessiv, und sie hat eine ernste Kehrseite, um die es weiter unten geht.
Sabino. Eine sehr veränderliche Zeichnung mit hohen weißen Beinen, breiter Blesse, weißen Bereichen am Bauch und häufig gesprenkelten Rändern. Sabino1 ist eine von mehreren Anlagen dieser Art und wird ebenfalls über KIT vererbt.
Splashed White. Sieht aus, als wäre das Pferd von unten in weiße Farbe getaucht worden. Kopf, Beine und Bauch sind weiß, die Ränder verlaufen erstaunlich gerade, blaue Augen kommen häufig vor. Inzwischen sind acht Varianten in zwei Genen beschrieben, die meisten davon im MITF-Gen. Splashed White wird dominant vererbt, zeigt sich aber sehr unterschiedlich stark.
Dominant White. Eine ganze Gruppe von Veränderungen im KIT-Gen, die von einzelnen weißen Flecken bis zu einem fast vollständig weißen Pferd reichen. Von einigen dieser Varianten geht man davon aus, dass sie reinerbig nicht lebensfähig sind.
Tovero nennt man Pferde, die Anlagen aus beiden Lagern tragen, also Tobiano zusammen mit einer der Overo-Formen. Sie zeigen entsprechend Merkmale von beidem.
Das erklärt auch, warum manche Pintos so schwer einzuordnen sind. Ein Pferd kann drei verschiedene Anlagen gleichzeitig tragen, die sich überlagern und gegenseitig verstärken. Am Ende steht eine Zeichnung, die zu keiner Beschreibung im Lehrbuch passt. Ein Gentest bringt hier Klarheit, das Auge allein reicht oft nicht aus.
Bei welchen Rassen die Plattenscheckung vorkommt
Diese Liste ist die ehrliche Antwort auf die Frage, wo Pintos herkommen. Sie enthält Rassen, in denen die Scheckung tatsächlich fällt, nicht Rassen, die irgendwo in einer Kreuzungsordnung stehen.
American Paint Horse. Die Rasse, die ganz auf die Plattenscheckung ausgerichtet ist.
American Quarter Horse. Schecken gab es dort immer, sie wurden nur lange nicht anerkannt. Die frühere Regel gegen zu viel Weiß hat den Paint-Verband überhaupt erst entstehen lassen.
Tinker, auch Irish Cob oder Gypsy Vanner genannt. Bei den Pferden der irischen Traveller war die Scheckung von jeher erwünscht, dazu üppiges Langhaar und dichter Behang. Die ersten gezielt gezogenen Schecken nannten die Traveller Magpies, also Elstern, und die planmäßige Scheckzucht begann dort Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Tinker wird oft für ein Kaltblut gehalten, weil Shire Horses, Clydesdales und Dales-Ponys an seiner Entstehung beteiligt waren. Züchterisch zählt er zu den Kleinpferden und wird nach Größe in drei Sektionen geführt: Sektion A mit 160 bis 170 Zentimetern, Sektion B mit 149 bis 159 Zentimetern und Sektion C mit 128 bis 148 Zentimetern. Im Gesamtbild überwiegt der Typ eines kaltblutgeprägten Zugpferds, die Einordnung als Kaltblut trifft trotzdem nicht zu. Seit 2005 führen die FN-Verbände einen einheitlichen Rassestandard, Deutschland hält neben den Niederlanden ein Ursprungszuchtbuch.
Barockpinto. Eine junge Rasse aus den Niederlanden, entstanden in den 1950er Jahren aus der Verpaarung von Friesenstuten mit Alt-Gelderländer-Schecken. Als Stammvater gilt der Hengst Bonte Nico, auch Nico van Friesland genannt. Ein Barockpinto führt mindestens 25 Prozent Friesenblut, steht bei 145 bis 165 Zentimetern und zeigt das barocke Bild eines Friesen in bunt.
Islandpferd. Schecken sind dort häufig und tragen eigene isländische Farbnamen. Die Rasse ist ein gutes Beispiel dafür, dass Plattenscheckung und Gangveranlagung nichts miteinander zu tun haben.
Lewitzer, Shetlandpony, Deutsches Classic Pony, Deutsches Reitpony. Der gesamte Ponybereich bringt regelmäßig Schecken hervor.
American Saddlebred, Tennessee Walking Horse, Spotted Saddle Horse, Missouri Foxtrotter, Racking Horse. Bei den amerikanischen Gangpferden ist die Scheckung fest verankert, beim Spotted Saddle Horse ist sie sogar Bestandteil des Rassenamens.
Criollo, Paso Fino, Mangalarga Marchador. Die südamerikanischen Rassen führen die alten spanischen Farblinien weiter.
Mustang. In den frei lebenden Herden Nordamerikas kommen Schecken vor, weil ihre Vorfahren spanische Pferde waren.
American Miniature Horse und Falabella. Bei den kleinsten Pferden ist die Plattenscheckung sehr verbreitet.
Noriker. Bei dem österreichischen Kaltblut sind neben den bekannten Tigerschecken auch Plattenschecken fester Bestandteil der Rasse, dort Plattschecken oder Kuhschecken genannt.
North American Spotted Draft Horse und Drum Horse. Zwei amerikanische Zuchtformen, bei denen die Plattenscheckung zum Rassestandard schwerer Zugpferde gehört.
Pintabian, auch Araberpinto genannt. Dazu gleich mehr, denn diese Rasse ist eine Antwort auf ein Problem.
Wo die Plattenscheckung fehlt
Genauso wichtig ist die Gegenprobe, denn hier liegen die meisten falschen Angaben.
Vollblutaraber. Ein reinrassiger Araber kann keine Tobiano-Scheckung tragen, weil die Anlage in der Rasse schlicht nicht vorhanden ist. Wer bunte Pferde in Araberoptik wollte, musste sie sich erst bauen. Genau das ist in den USA geschehen: Tobiano-Schecken wurden über sieben und mehr Generationen immer wieder mit Vollblutarabern angepaart, bis Pferde entstanden, die zu über 99 Prozent Araberblut führten und trotzdem gescheckt waren. Diese Pferde heißen Pintabian oder Araberpinto. In Deutschland führt der Zuchtverband für Sportpferde Arabischer Abstammung ein eigenes Zuchtbuch dafür, hier genügen etwas über 90 Prozent Araberanteil. Zugelassen ist ausschließlich Tobiano. Der Bestand ist mit wenigen hundert Pferden klein. Ein Vollblutaraber mit Papieren und Plattenscheckung existiert also nicht, sehr wohl aber ein Pferd, das ihm zum Verwechseln ähnlich sieht.
Pura Raza Española und Lusitano. Bei den iberischen Rassen sind Schecken nicht anerkannt. Wer ein geschecktes Pferd im Barocktyp sieht, hat einen Barockpinto, einen Warlander oder eine Kreuzung vor sich.
Friese. Das Friesch Paarden Stamboek führt sein Zuchtbuch seit 1879 und selektiert ausschließlich auf Rappen. Der Barockpinto ist genau deshalb entstanden: Die gescheckten Nachkommen aus Friesenkreuzungen bekamen im Friesenzuchtbuch keine Papiere und brauchten ein eigenes Zuhause.
Haflinger und Edelbluthaflinger. Die Rasse ist auf Fuchsfarbe mit hellem Langhaar festgelegt.
Bei den Kaltblütern liegt der Fall anders, als man auf den ersten Blick denkt. Dort gibt es Plattenschecken sehr wohl, und beim Noriker haben sie sogar eine eigene Geschichte. Deshalb bekommen sie den folgenden Abschnitt.
Gescheckte Kaltblüter: der Noriker und die Spotted Drafts
Der Noriker ist das beste Beispiel dafür, dass die Plattenscheckung weit über Reitpferde und Ponys hinausreicht. Bekannt ist das österreichische Kaltblut vor allem für seine Tigerschecken, die Plattenschecken gehören aber genauso zur Rasse und werden in Österreich Plattschecken oder Kuhschecken genannt.
Diese Farbenvielfalt hat einen historischen Grund. Ab dem 16. Jahrhundert sollte der Noriker nicht nur die Alpenpässe bedienen, sondern auch als Repräsentationspferd der Salzburger Erzbischöfe dienen. Dafür wurden spanische und neapolitanische Hengste eingekreuzt und anschließend nach Farbe selektiert. Die Platten- und Tigerschecken liefen damals vor allem unter dem Sattel, die Mohrenköpfe zogen die Wagen bei besonderen Anlässen. Der Mohrenkopf ist übrigens keine Scheckung, sondern ein Blauschimmel mit schwarzem Kopf, schwarzen Beinen und schwarzem Langhaar.
Die Plattenscheckung beim Noriker entspricht dem Tobiano-Typ: dunkler Kopf, dunkle Flanken, vier weiße Füße, rundliche bis ovale Flecken an Brust und Hals und ein zweifarbiger Schweif. Overo kommt bei der Rasse äußerst selten vor und wird von den Zuchtleitern auch kaum als solches angesprochen. Zurückgeführt wird es auf den Einfluss von Clydesdale-Hengsten im 19. Jahrhundert.
Die Norikerzucht wird heute ausdrücklich auch als Farbzucht geführt. Neben den Hauptfarben Brauner, Rappe und Fuchs stehen Mohrenköpfe, Tigerschecken und Plattenschecken im Zuchtprogramm, und die seltenen Farben erzielen entsprechend hohe Liebhaberpreise. Fünf Hengstlinien tragen die Rasse: Vulkan, Nero, Diamant, Elmar und Schaunitz, wobei Elmar als die Tigerlinie gilt. Der Tiergarten Schönbrunn in Wien unterhält ein eigenes Zuchtprojekt mit rund zwanzig Tieren, das gezielt Tiger- und Plattenschecken erhalten soll und dabei ausdrücklich darauf achtet, keine reine Schönheitszucht mit zu enger Blutführung zu betreiben. Reinrassige Noriker tragen in Österreich ein Edelweiß mit einem N am linken Hinterschenkel.
Ob man einen gescheckten Noriker im Alltag als Pinto bezeichnet, ist Sprachgebrauch. In Österreich heißt er Plattschecke oder Kuhschecke, und die Sektionen der deutschen Pinto-Zucht sind auf Reitpferde und Ponys zugeschnitten. Von der Farbe her ist er trotzdem genau das, worum es hier geht.
In Amerika ist man diesen Weg konsequent zu Ende gegangen und hat gescheckte Kaltblüter zu eigenen Rassen gemacht. Das North American Spotted Draft Horse entstand aus der Verpaarung schwerer Zugpferde mit Schecken, seit 1995 gibt es dafür ein eigenes Zuchtbuch. Zugelassen sind unter anderem Percheron, Belgier, Clydesdale, Shire, Suffolk Punch und American Cream. Weil die Tobiano-Anlage dominant vererbt wird und einfach vorhandene Anlagen sich aufspalten, fallen dort auch einfarbige Fohlen. Sie werden in einer eigenen Klasse geführt, der Solid Class.
Das Drum Horse geht auf die Paukenpferde der britischen Household Cavalry zurück, die die schweren Silberkessel tragen und häufig gescheckt sind. Die amerikanische Zuchtform stammt überwiegend aus Clydesdale, Shire und Gypsy Cob. Beide Rassen zeigen: Schwere und bunte Jacke schließen sich in keiner Weise aus.
Westernpferde als Pintos
Im Westernsport ist die Plattenscheckung so präsent wie in kaum einer anderen Sparte, und das hat einen historischen Grund. Als die amerikanische Quarter-Horse-Zucht 1940 die Pferde mit viel Weiß aussortierte, verschwanden die Schecken nicht aus den Blutlinien, sie bekamen nur keine Papiere mehr. Aus diesen Crop-outs entstand das American Paint Horse.
Heute laufen gescheckte Westernpferde in allen Disziplinen: Reining, Trail, Pleasure, Ranch Riding, Barrel Racing. In der deutschen Pinto-Zucht bilden sie eine eigene Sektion, den Pinto Stock. Gemeint ist ein quadratisch gebautes, mittelgroßes Pferd mit kräftiger Hinterhand, tiefem Schwerpunkt und der Wendigkeit, die die Rinderarbeit verlangt. Wer in Deutschland ein solches Pferd sucht, findet es unter drei verschiedenen Bezeichnungen: als American Paint Horse mit Papieren des amerikanischen Verbands, als Pinto der Sektion Stock mit deutschen Zuchtpapieren oder als gescheckt gefallenes Quarter Horse.
Berühmte Pinto Vererber
In der Warmblutzucht hängt die bunte Jacke an sehr wenigen Namen. Wer heute einen gescheckten Springer oder Dressurpferd sieht, findet im Pedigree fast immer dieselben Hengste.
Samber ist der bekannteste davon. Der schwarzbraune Tobiano wurde am 2. April 1976 in Roden in den Niederlanden geboren, gezüchtet von H. Smilda, und maß 1,68 Meter. Sein Vater war der Vollblüter Perikles xx, seine Mutter die schwarze Tobiano-Stute Tina D. Samber blieb der einzige gescheckte Hengst, den das niederländische KWPN als Zuchthengst anerkannt hat. Er war in der Dressur bis in die schweren Klassen erfolgreich und sprang ebenfalls in der schweren Klasse, was ihn zu einem Doppelvererber machte. Seine Nachkommen erbten vor allem seine Bewegungen, seine Rittigkeit und seinen Charakter. Über seinen Sohn Samico F und dessen Nachkommen steht sein Blut heute in halb Europa.
Ico, ebenfalls KWPN, ist der große Name im Springen. Sein Vater war der Trakehner Marco Polo, ein Hengst, der auch im Pedigree von Ausnahmespringern wie Milton auftaucht. Ico brachte gescheckte Springpferde bis ins internationale Parkett.
Karabin wird in der deutschen Scheckenzucht als dritter Name genannt und findet sich über Söhne und Enkel in Warmblutpedigrees mit Trakehner Hintergrund.
Bemerkenswert an dieser kleinen Gruppe ist eines: Die Vorbehalte gegen bunte Pferde im Sport hielten sich lange hartnäckig. Dass sich Samber und Ico durchgesetzt haben, lag an ihrer Leistung, nicht an ihrer Farbe.
Gesundheit: was bei Pintos wirklich zählt
Ein Pinto erbt seine Krankheitsveranlagungen von seiner Rasse, nicht von seiner Farbe. Ein gescheckter Isländer bringt die Themen eines Isländers mit, ein Pinto Warmblut die eines Warmbluts. Drei Punkte hängen jedoch direkt an der Scheckung.
Overo Lethal White Syndrome. Das ist der ernsteste Punkt. Die Anlage für Frame Overo sitzt im EDNRB-Gen. Ein Pferd mit einer Anlage ist gesund und zeigt die Frame-Zeichnung. Erbt ein Fohlen die Anlage von beiden Eltern, kommt es fast vollständig weiß mit blauen Augen zur Welt und hat einen Darm, dessen Nervenversorgung fehlt. Es kann Milch aufnehmen, aber nicht verdauen, bekommt in den ersten Tagen schwere Koliken und stirbt. Eine Behandlung gibt es nicht, die Fohlen werden meist erlöst. Tragen beide Eltern die Anlage, betrifft das rechnerisch jedes vierte Fohlen. Nachgewiesen wurde die Anlage bei Paint Horses, Quarter Horses, Appaloosas, American Miniature Horses und auch bei Englischen Vollblütern. Heikel daran: Manche Träger zeigen so wenig Weiß, dass man sie für einfarbig hält. Deshalb ist der Gentest hier die einzige verlässliche Auskunft, und die gezielte Verpaarung zweier Träger gilt als tierschutzwidrig.
Taubheit. Sie hängt an denselben Genen, die für die Zeichnung sorgen, weil Pigmentzellen auch im Innenohr gebraucht werden. Betroffen sind vor allem Pferde mit stark ausgeprägtem Weiß am Kopf und blauen Augen. In einer Untersuchung an tauben Pferden trugen 91 Prozent die Frame-Anlage. Auch bei Splashed White kommt Taubheit vor. Taube Pferde leben gut damit, wenn ihre Menschen es wissen und mit Sichtzeichen arbeiten.
Helle Haut. Unter jeder weißen Fläche liegt rosa Haut ohne Pigment. An Nüstern, Maul und um die Augen bekommt sie im Sommer schnell einen Sonnenbrand. Schatten, eine Fliegenmaske mit UV-Schutz und im Zweifel eine pferdegeeignete Sonnencreme lösen das Problem. Dazu kommt: Weiße Hufe sind weicher als dunkle und brechen eher aus, ein verlässlicher Schmiedetermin alle sechs bis acht Wochen zahlt sich aus.
Pinto Pferderasse: die kurze Antwort
Wer nach der Pinto Pferderasse sucht, bekommt hier die Zusammenfassung in drei Sätzen.
Pinto ist zuerst eine Farbbezeichnung und bedeutet dasselbe wie Plattenschecke. In Deutschland führen elf Züchtervereinigungen zusätzlich ein gemeinsames Zuchtbuch mit dem Rassenamen Pinto, in dem diese Farbe zum Zuchtziel erklärt wurde. Ein Pferd mit dem Eintrag „Rasse: Pinto“ im Pass stammt also aus dieser Farbzucht, während dasselbe Wort bei einem Tinker, einem Isländer oder einem Quarter Horse einfach die Fellzeichnung beschreibt.
Pinter Pferde, Pintopferd, Painto: die häufigen Schreibweisen
Rund um dieses Thema kursieren einige Schreibweisen, die immer wieder auftauchen. Gemeint ist jedes Mal dasselbe Pferd.
Pinter Pferde ist eine verbreitete Verschreibung von Pinto Pferde und hat mit dem Fachbegriff nichts zu tun.
Painto vermischt Paint und Pinto zu einem Wort. Wie oben beschrieben, sind das zwei verschiedene Dinge: Paint ist die Rasse, Pinto die Farbe.
Pintopferd, Pinto Pferd und Pferd Pinto beschreiben alle das gescheckte Pferd, hier entscheidet nur der Sprachgebrauch.
Pony Pinto und Pinto Pony meinen das gescheckte Pony, in der deutschen Zucht als eigene Sektion geführt.
Häufige Fragen zu Pintos
Ist der Pinto eine eigene Pferderasse?
Pinto beschreibt in erster Linie die Plattenscheckung, also eine Fellzeichnung, die in vielen Rassen vorkommt. Daneben existiert in Deutschland ein anerkanntes Zuchtbuch mit dem Rassenamen Pinto, das diese Farbe züchterisch bearbeitet. Beide Aussagen stimmen, sie beziehen sich nur auf verschiedene Ebenen.
Was ist der Unterschied zwischen Pinto und Paint Horse?
Das Paint Horse ist eine amerikanische Rasse mit festen Abstammungsregeln im Westernpferdetyp. Pinto bezeichnet die Farbe und sagt über die Abstammung nichts aus. Gescheckte Paint Horses sind deshalb auch Pintos, während die meisten Pintos die Voraussetzungen für Paint-Papiere nicht erfüllen.
Wie groß wird ein Pinto?
Die Spanne reicht von etwa 120 Zentimetern bis über 170 Zentimeter, denn unter dem Namen stehen Ponys ebenso wie großrahmige Warmblüter. Deshalb sind die Sektionen mit ihren Größenangaben so aufschlussreich: Pinto Pony bis 148 Zentimeter, kleines Reitpferd 148 bis 157 Zentimeter, Pinto Warmblut ab 158 Zentimetern.
Kommt Pinto beim Araber vor?
Beim reinrassigen Vollblutaraber fehlt die Anlage für die Tobiano-Scheckung. Wer gescheckte Pferde in Araberoptik sucht, findet sie beim Pintabian oder Araberpinto, einer Zucht mit über 90 beziehungsweise 99 Prozent Araberblut, die über viele Generationen zurückgekreuzt wurde.
Welche Farben kann ein Pinto haben?
Jede. Die Scheckung legt sich über die Grundfarbe des Pferdes, also über Rappe, Braunen, Fuchs, Falbe, Palomino oder Buckskin. Deshalb gibt es schwarz-weiße, braun-weiße, fuchs-weiße und goldfarben-weiße Pintos.
Ist ein gescheckter Isländer ein Pinto?
Ja, im Sinne der Farbe. Die Plattenscheckung ist bei Islandpferden häufig. Als Rasse bleibt das Pferd ein Islandpferd, in seinen Papieren steht kein Pinto.
Gibt es Plattenschecken auch unter den Kaltblütern?
Ja. Beim österreichischen Noriker gehören Plattschecken und Kuhschecken zur Rasse, die Farbenvielfalt geht auf die spanischen und neapolitanischen Hengste des 16. und 17. Jahrhunderts zurück. In Amerika sind daraus mit dem North American Spotted Draft Horse und dem Drum Horse sogar eigene Zuchtformen entstanden.
Ist der Tinker ein Kaltblut?
Nein. An seiner Entstehung waren Kaltblüter wie Shire Horse und Clydesdale beteiligt, und im Typ überwiegt das kaltblutgeprägte Zugpferd. Züchterisch läuft der Tinker als Kleinpferd und wird nach Stockmaß in drei Sektionen von 128 bis 170 Zentimetern eingeteilt.
Sind Pintos gesünder oder kränker als andere Pferde?
Gesundheit und Veranlagung kommen von der Rasse. Direkt an der Scheckung hängen drei Themen: das Overo Lethal White Syndrome bei zwei Frame-Anlagen, Taubheit bei viel Weiß am Kopf und die empfindliche helle Haut unter den weißen Flächen.
Woher stammt der Pinto ursprünglich?
Die Plattenscheckung ist in Eurasien entstanden. Ein Pferdeschädel aus Salzmünde in Sachsen-Anhalt, datiert auf 3368 bis 3101 vor Christus, trug bereits die Tobiano-Anlage. Nach Amerika kam die Farbe mit den spanischen Pferden im 16. Jahrhundert, dort bekam sie ihren heutigen Namen.
Was kostet ein Pinto?
Der Preis richtet sich nach Typ, Ausbildung, Alter und Gesundheit, nicht nach der Farbe allein. Ein gut ausgebildetes Pinto Warmblut mit Turniererfolgen liegt in einer völlig anderen Preisklasse als ein Freizeitpony mit Scheckung. Auffällig gezeichnete Pferde erzielen allerdings häufig einen Aufschlag, weil die bunte Jacke gefragt ist.

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