Die berühmtesten Pferde der Welt

Die berühmtesten Pferde der Welt: 10 Pferde, die zu Legenden wurden

Es hat Millionen großartige Pferde gegeben, aber nur sehr wenige wurden so berühmt, dass Menschen noch Jahrzehnte später ihre Namen kennen. Manche wurden durch unglaubliche sportliche Leistungen bekannt, andere durch Filme, Bücher oder historische Ereignisse. Einige brachen Weltrekorde, andere wurden zu Symbolen ihrer Zeit, und dann gibt es Pferde, deren Name selbst Menschen etwas sagt, die mit Pferdesport eigentlich herzlich wenig anfangen können.

Aber welches ist das berühmteste Pferd der Welt?

Eine wirklich objektive Antwort gibt es darauf nicht. Fragt man einen deutschen Dressurreiter, wird wahrscheinlich sehr schnell der Name Totilas fallen. In den USA dürfte Secretariat erheblich bessere Chancen haben. Wer mit Pferdesport überhaupt nichts zu tun hat, kennt vielleicht eher Black Beauty oder Fury, obwohl diese beiden wiederum gar keine echten Pferde waren.

Deshalb suchen wir nicht nur einen Sieger, sondern schauen uns die 10 berühmtesten Pferde der Welt an.

1. Totilas: das berühmteste Dressurpferd der Welt

Wenn wir ein Pferd der jüngeren europäischen Pferdesportgeschichte auswählen müssten, das weit über seine eigene Disziplin hinaus bekannt wurde, wäre Totilas wahrscheinlich einer der stärksten Kandidaten.

Der 2000 geborene schwarze KWPN-Hengst wurde unter dem niederländischen Dressurreiter Edward Gal zu einer Erscheinung, wie sie der Dressursport nur selten erlebt hatte. Totilas gewann nicht einfach Prüfungen. Er brach Rekorde.

2009 erreichten Edward Gal und Totilas bei der Europameisterschaft in Windsor 90,750 Prozent und überschritten damit erstmals die magische Grenze von 90 Prozent. Wenige Monate später steigerten sie den Weltrekord in der Grand-Prix-Kür auf 92,300 Prozent.

Bei den Weltreiterspielen 2010 in Kentucky folgte der nächste Höhepunkt: Gal und Totilas gewannen drei Weltmeistertitel.

Damit war aus einem erfolgreichen Dressurpferd längst ein internationaler Star geworden.

Noch berühmter wurde Totilas durch seinen anschließenden Verkauf. Ende 2010 wurde der Hengst für eine nicht offiziell bestätigte Summe verkauft, die in Berichten auf ungefähr zehn Millionen Euro geschätzt wurde. Der Wechsel von Edward Gal zu Matthias Alexander Rath sorgte in der Pferdewelt für enorme Aufmerksamkeit.

Die großen Erfolge der Zeit mit Gal konnte Totilas anschließend nicht mehr wiederholen. Verletzungen überschatteten seine weitere sportliche Laufbahn, 2015 endete seine Turnierkarriere und 2020 starb Totilas im Alter von 20 Jahren nach Komplikationen infolge einer Kolikoperation.

Sein Name ist trotzdem geblieben.

Totilas ist damit nicht nur eines der erfolgreichsten, sondern vermutlich auch eines der berühmtesten Dressurpferde aller Zeiten.

2. Secretariat: Amerikas berühmtestes Rennpferd

Wenn Totilas der europäische Kandidat für das berühmteste Pferd der Welt ist, kommt aus den USA ein ziemlich mächtiger Gegner: Secretariat.

Der 1970 geborene Vollbluthengst gewann 1973 die amerikanische Triple Crown aus Kentucky Derby, Preakness Stakes und Belmont Stakes.

Besonders sein Sieg im Belmont Stakes wurde legendär. Secretariat gewann mit einem riesigen Vorsprung und machte sich damit endgültig zu einer amerikanischen Sportikone.

Seine Geschichte wurde in Büchern erzählt, verfilmt und über Generationen weitergetragen. Noch heute gilt Secretariat als eines der größten Rennpferde aller Zeiten.

Bei der Frage nach dem berühmtesten Pferd der Welt dürfte es deshalb stark davon abhängen, wo man fragt: In der europäischen Reiterwelt hat Totilas enorme Bekanntheit, in den USA dürfte Secretariat kaum zu schlagen sein.

3. Seabiscuit: vom erfolglosen Rennpferd zum Volkshelden

Seabiscuit ist der Beweis dafür, dass man nicht als Wunderpferd anfangen muss, um als Legende zu enden.

Seine Karriere begann alles andere als spektakulär. Die ersten 17 Rennen verlor er. Später entwickelte sich das relativ kleine Vollblut jedoch zu einem der erfolgreichsten und beliebtesten amerikanischen Rennpferde seiner Zeit.

Seabiscuit wurde während der Weltwirtschaftskrise zu einem Symbol für Menschen, die selbst Rückschläge erlebt hatten. Besonders sein berühmtes Match Race gegen Triple-Crown-Sieger War Admiral im Jahr 1938 machte ihn endgültig zur Legende.

Später wurde seine Geschichte durch Bücher und den Kinofilm „Seabiscuit“ einem völlig neuen Publikum bekannt.

4. Man o’ War: eine Rennsportlegende des 20. Jahrhunderts

Lange bevor Secretariat über amerikanische Rennbahnen galoppierte, gab es bereits ein anderes Pferd, dessen Name zum Mythos wurde: Man o’ War.

Der 1917 geborene Hengst dominierte den amerikanischen Rennsport seiner Zeit und verlor während seiner gesamten Karriere nur ein einziges Rennen.

Sein Einfluss endete außerdem nicht mit seiner eigenen Rennkarriere. Man o’ War wurde zu einem bedeutenden Zuchthengst und taucht in den Abstammungen zahlreicher erfolgreicher Rennpferde wieder auf.

Selbst Seabiscuit war über seinen Vater Hard Tack ein Enkel von Man o’ War.

5. Black Caviar: 25 Rennen und keine einzige Niederlage

Australien schickt eine Stute ins Rennen um die berühmtesten Pferde der Welt.

Black Caviar startete zwischen 2009 und 2013 in 25 Rennen und gewann alle 25.

Eine komplette Rennkarriere ohne Niederlage ist selbst im Spitzensport außergewöhnlich. Entsprechend entwickelte sich Black Caviar in Australien zu einem nationalen Sportstar und wurde auch international bekannt.

Damit gehört sie zu den berühmtesten Rennpferden der jüngeren Geschichte.

6. Red Rum: der König von Aintree

In Großbritannien gibt es wiederum einen Namen, der untrennbar mit einem bestimmten Rennen verbunden ist: Red Rum.

Der Wallach gewann das Grand National dreimal, 1973, 1974 und 1977, und wurde außerdem zweimal Zweiter.

Gerade weil das Grand National zu den bekanntesten und anspruchsvollsten Hindernisrennen der Welt gehört, machte diese Leistung Red Rum zu einer britischen Rennsportlegende.

7. Halla: das Wunderpferd von Stockholm

Jetzt kommen wir zu einem Pferd, dessen Geschichte gerade in Deutschland legendär geworden ist.

Bei den Olympischen Spielen 1956 in Stockholm verletzte sich Hans Günter Winkler während des Geländeritts schwer. Trotzdem trat er anschließend mit seiner Stute Halla im entscheidenden Springen an.

Winkler konnte Halla aufgrund seiner Verletzung kaum noch aktiv unterstützen. Trotzdem trug ihn die Stute durch den Parcours, und das Paar gewann olympisches Gold.

Aus Halla wurde dadurch weit mehr als ein erfolgreiches Springpferd. Ihre Geschichte wurde zu einem der berühmtesten Momente der deutschen Pferdesportgeschichte.

8. Milton: der kleine Schimmel, der die Springplätze eroberte

Wer den Springsport der 1980er- und frühen 1990er-Jahre erlebt hat, kennt wahrscheinlich Milton.

Der auffällige Schimmel wurde mit John Whitaker zu einem der erfolgreichsten und beliebtesten Springpferde seiner Zeit.

Milton war dabei nicht das mächtige, imposante Springpferd, das man vielleicht erwarten würde. Gerade seine Erscheinung und die scheinbare Leichtigkeit, mit der er große Parcours bewältigte, machten ihn beim Publikum enorm beliebt.

9. Valegro: der Dressurstar nach Totilas

Nach Totilas bekam die Dressurwelt einen neuen Superstar.

Valegro und Charlotte Dujardin dominierten über Jahre den internationalen Dressursport und stellten selbst Weltrekorde auf. Das Paar gewann unter anderem olympisches Einzelgold 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro.

Damit gehört Valegro zweifellos zu den berühmtesten Dressurpferden der jüngeren Geschichte.

Und gleichzeitig entstand eine Diskussion, die unter Dressurfans wahrscheinlich noch in hundert Jahren nicht vollständig geklärt sein wird: Totilas oder Valegro?

10. Bucephalus: das Pferd Alexanders des Großen

Zum Schluss müssen wir ungefähr 2.300 Jahre zurückreisen.

Bucephalus war das berühmte Pferd Alexanders des Großen und ist wahrscheinlich eines der bekanntesten Pferde der gesamten Menschheitsgeschichte.

Nach der Überlieferung gelang es dem jungen Alexander, den als schwierig geltenden Hengst zu zähmen, nachdem andere daran gescheitert waren. Später begleitete Bucephalus Alexander auf seinen Feldzügen.

Wie viel davon historisch exakt überliefert und wie viel im Laufe der Jahrhunderte ausgeschmückt wurde, lässt sich heute natürlich nicht mehr vollständig auseinanderhalten.

Dass wir mehr als zwei Jahrtausende später noch seinen Namen kennen, sagt über seine Berühmtheit allerdings schon einiges aus.

Welches ist nun das berühmteste Pferd der Welt?

Wenn wir ausschließlich nach sportlicher Bekanntheit in der modernen europäischen Pferdewelt gehen, würde ich Totilas ganz weit vorne sehen. Kaum ein Dressurpferd löste eine vergleichbare öffentliche Aufmerksamkeit aus. Seine Rekorde, seine spektakulären Bewegungen, der millionenschwere Verkauf und schließlich auch die Diskussionen um seine weitere sportliche Laufbahn machten ihn weit über die Dressurszene hinaus bekannt.

International wird die Entscheidung schwieriger.

In den USA besitzt Secretariat einen Stellenwert, der weit über den Pferderennsport hinausgeht. Seabiscuit wurde zum Symbol einer ganzen Epoche. Und Bucephalus besitzt gegenüber allen modernen Konkurrenten einen kaum einzuholenden Vorsprung von mehr als zwei Jahrtausenden.

Vielleicht gibt es deshalb gar nicht das eine berühmteste Pferd der Welt.

Es gibt berühmte Rennpferde, berühmte Dressurpferde, berühmte Springpferde und Pferde, die Teil der Weltgeschichte geworden sind.

Und genau deshalb gehören sie in unsere Sammlung Pferde dieser Welt: neben dem größten Pferd der Welt, dem stärksten Pferd der Welt, dem süßesten Pferd der Welt, dem außergewöhnlichsten Pferd der Welt und all den anderen Pferden, die auf irgendeine Weise aus Millionen Artgenossen herausragen.

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